Archive for the ‘Literatur’ Category

5476: Internationale Journalisten bekommen keinen Zugang zu Gaza-Steifen.

Freitag, Oktober 24th, 2025

Auch nach der vereinbarten Waffenruhe in Gaza bekommen internationale Journalisten dorthin weiter keinen Zutritt. Vor dem höchsten israelischen Gericht in Jerusalem wurde zwar ein Antrag des Auslandspresseverbands auf Genehmigung verhandelt. Das Gericht lässt der Regeieung aber weitere 30 Tage Zeit, eine Position vorzulegen. Journalisten können Gaza nur im Schlepptau der israelischen Armee besuchen (SZ 24.10.25).

Ein unhaltbarer Zustand.

5469: Gerichte dürfen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk überprüfen.

Sonntag, Oktober 19th, 2025

Eine vermutlich rechtsextreme Frau aus Bayern ist mit ihrer Klage gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor dem Bundesverwaltungsgericht gelandet. Sie hatte keinen Rundfukbeitrag mehr bezahlt, weil die „linksgrünen Rundfunkanstalten“ weder vielfältig noch ausgewogen seien, sondern als „Erfüllungsgehilfen der vorherrschenden staatlichen Meinungsmacht“ agierten. Tatsächlich trifft das nicht zu, aber Journalisten sind stark abhängig vom Urteil von Kollegen. Das Bundesverwaltungsgericht stellte fest, dass  nur dann, wenn das „Gesamtprogrammangebot“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks  die Anforderungen „über einen längeren Zeitraum gröblich“ verfehe, es gerechtfertigt sein könne, den Rundfunkbeitrag nicht zu entrichten. Tatsächlich ist das Gesamtangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks riesig. Man sollte, um ein begründetes Urteil zu fällen, auf das in letzter Zeit schnell geschrumpfte Programmangebot  in den USA schauen (Aurelie von Blazekovic, SZ 17.20.25).

5465: Gottfried Benn/Nele Benn. Briefwechsel 1930-1956. Mit Ausblicken auf ihr Briefnetzwerk 1917-1956.

Freitag, Oktober 17th, 2025

Herausgegeben von Holger Hof und Stephan Kraft (Klett-Cotta, Wallstein Verlag), 2025. Briefe S. 7-344 Apparat S. 345-592, Personen S. 687-696, Werke S. 697-700.

Gottfried Benn schob seine 1915 geborene Tochter Nele nach dem frühen Tod seiner ersten Frau Edith Osterloh 1923 ab an Ellen Oevergaard, eine Dänin, die er zufällig im Zug getroffen hatte. Nele wuchs in Dänemark auf und wurde eine bekannte Journalistin in Kopenhagen, heiratete zweimal und bekam Kinder. Sie starb 2012. Im Briefwechsel tauchen auch andere Prominente auf wie Gertrud Hindemith.

Nele schrieb am 17.11.1947 an Gottfried: „Liebster Papa, Klaus Mann ist in Kopenhagen. Ich habe ihn deinetwegen aufgesucht. Er war sehr, sehr nett. Wir rauchten Zigaretten und plauderten, und er erzählte mir von seiner großen Bewunderung für Dich. …“

Gottfried schrieb anlässlich seines 70. Geburtstags am 2. Mai 1956 (am 7. Juli 1956 starb er bereits) am 24. März 1956 an Nele: „… Da Ilse sich schon ein feines neues Kleid gekauft hat, bleiben wir vielleicht doch hier. Herr Oelze und Herr Niedermayer wollen natürlich kommen, aber das strengt mich alles so an u. macht mich müde. …“

5464: Diane Keaton ist tot.

Freitag, Oktober 17th, 2025

Die große Schauspielerin Diane Keaton ist tot. Geboren ist sie 1946. Sie war Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Stilikone. Für die „Annie Hall“ in Woody Allens „Der Stadtneurotiker“ (1977) bekam sie den Oscar. Zeitweise war sie die Geliebte von Woody Allen. Keaton glänzte durch Selbstironie und dadurch, dass sie viele Statements gegen den Strich las. In Francis Ford Coppolas „Der Pate 2“ war sie die Partnerin von Al Pacino.

5462: „Mopsa“ Sternheim hat einen Roman hinterlassen

Mittwoch, Oktober 15th, 2025

Er heißt „Im Zeichen der Spinne“ und ist im Göttinger Wallstein-Verlag erschienen. Er hatte wohl 60 Jahre im Koffer eines Freundes von „Mopsa“ gelegen. Sie ist 1954 in Paris gestorben. „Mopsa“ (eigentlich Dorothea) war die Tochter des Dramatikers Carl Sternheim und seiner Frau Thea. „Mopsa“ war Bühnenbildnerin. Sowohl ihre Mutter als auch sie hatten eine Affäre mit dem Lyriker Gottfried Benn. Und darum geht es auch in dem Roman. Geschrieben hat sie den überwiegend nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Er ist ein bedeutendes zeitgeschichtliches Zeugnis. „Mopsa“ war in Frankreich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Deswegen wurde sie ins Frauenlager Ravensbrück gebracht (Hilmar Klute, SZ 11./12.10.25).

5452: Woody Allen veröffentlicht seinen ersten Roman.

Freitag, Oktober 3rd, 2025

Mit 90 Jahren veröffentlicht Woody Allen seinen ersten Roman; „What’s with Baum?“. Er scheint stark autobiografisch fundiert zu sein. Beschäftigt sich mit mehreren Ehen und dem Liebesleben. Auch mit Baums Stiefsohn Thane. der als Schriftsteller erfolgreicher ist als sein Stiefvater. Baum ist von Thanes Verlobter Sam fasziniert. Sie erinnert ihn an seine zweite Frau Tyler. Im Fahrstuhl mit einer japanischen Journalistin verliert Baum die Kontrolle und versucht, sie zu küssen (Johanna Adorjan, SZ 25.9.25).

Musste dieser Roman erscheinen?

5439: Robert Redford ist gestorben.

Mittwoch, September 17th, 2025

Im Alter von 89 Jahren ist der Kino-Weltstar, Regisseur und Orcar-Preisträger Robert Redford in seinem Haus in Utah gestorben. Er war ein überragender Einzelkönner. Hollywood verabscheute er. 2009 hat er in Hamburg in einer evangelischen Kirche als seine zweite Frau eine Hamburgerin geheiratet.

5423: Wim Wenders 80

Freitag, August 15th, 2025

Wim Wenders 2ird 80 Jahre alt. Einer unserer wichtigsten Filmregisseure. Hervorgetrten hauptsächlich mit „Roadmovies“. „Im Lauf der Zeit“ (mit Hans Zischler), „Paris, Texas“ , „Der Himmel über Berlin“: Wenders hat aber auch Dokumentationen gedreht: „Das Rauschen der Zeit“ (über Anselm Kiefer), „Pina“ (über Pina Bausch). Natürlich hat auch Wenders sich hier und da geirrt. Ihm aber die Sexszene mit der dreizehnjährigen Nastassja Kinski aus „Falsche Bewegung“ vorzuhalten, wo sie mit nacktem Oberkörper Rüdiger Vogler verführt, ist überflüssig.

5396: Zu viele Einsen im Abitur ?

Sonntag, Juli 27th, 2025

Der deutsche Lehrerverband befürchtet eine Abwertung des Abiturs durch zu viele Einsen im Zeugnis. An der Abitur-Qualität dürfe nicht weiter herumgedoktert werden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß sagt: „Das Abitur wird immer stärker entwertet, wenn immer mehr Schüler Jahr für Jahr bessere Zensuren bekommen.“ Die Kultusministerkonferenz hat in ihrer Abitur-Statistik 2024 keine entsprechenden Tendenzen festgestellt (SZ 26./27.7.25).

5323: Dietrich Fischer-Dieskau – eine Legende

Donnerstag, Mai 29th, 2025

Leonard Bernstein nannte ihn den „bedeutendsten Sänger des Jahrhunderts“ (gemeint war das 20. Jahrhundert), den 1925 in Berlin geborenen Dietrich Fischer-Dieskau (gestorben 2012). Er hat unsere Vorstellungen von einem Bariton geprägt. Getrieben wurde er von seinem Empfinden, den eigenen Anforderungen nicht zu genügen. 2000 erschien von ihm eine Liste mit seinen Einspielungen, sie ist 500 Seiten lang. Fischer-Dieskau hat das „Kunstlied“ entscheidend weiterentwickelt. Nebenbei malte er und schrieb Bücher. Sein Privatleben behielt er weithin für sich. Aber er war viermal verheiratet. Er war eine Ikone des Bildungsbürgertums. Heute noch Vorbild für viele Sänger. Sein Lebenswerk ist einmalig (Michael Stallknecht, SZ 28./29.5.25).