Archive for the ‘Kunst’ Category
Freitag, Oktober 17th, 2025
Herausgegeben von Holger Hof und Stephan Kraft (Klett-Cotta, Wallstein Verlag), 2025. Briefe S. 7-344 Apparat S. 345-592, Personen S. 687-696, Werke S. 697-700.
Gottfried Benn schob seine 1915 geborene Tochter Nele nach dem frühen Tod seiner ersten Frau Edith Osterloh 1923 ab an Ellen Oevergaard, eine Dänin, die er zufällig im Zug getroffen hatte. Nele wuchs in Dänemark auf und wurde eine bekannte Journalistin in Kopenhagen, heiratete zweimal und bekam Kinder. Sie starb 2012. Im Briefwechsel tauchen auch andere Prominente auf wie Gertrud Hindemith.
Nele schrieb am 17.11.1947 an Gottfried: „Liebster Papa, Klaus Mann ist in Kopenhagen. Ich habe ihn deinetwegen aufgesucht. Er war sehr, sehr nett. Wir rauchten Zigaretten und plauderten, und er erzählte mir von seiner großen Bewunderung für Dich. …“
Gottfried schrieb anlässlich seines 70. Geburtstags am 2. Mai 1956 (am 7. Juli 1956 starb er bereits) am 24. März 1956 an Nele: „… Da Ilse sich schon ein feines neues Kleid gekauft hat, bleiben wir vielleicht doch hier. Herr Oelze und Herr Niedermayer wollen natürlich kommen, aber das strengt mich alles so an u. macht mich müde. …“
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Freitag, Oktober 17th, 2025
Die große Schauspielerin Diane Keaton ist tot. Geboren ist sie 1946. Sie war Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Stilikone. Für die „Annie Hall“ in Woody Allens „Der Stadtneurotiker“ (1977) bekam sie den Oscar. Zeitweise war sie die Geliebte von Woody Allen. Keaton glänzte durch Selbstironie und dadurch, dass sie viele Statements gegen den Strich las. In Francis Ford Coppolas „Der Pate 2“ war sie die Partnerin von Al Pacino.
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Mittwoch, Oktober 15th, 2025
Er heißt „Im Zeichen der Spinne“ und ist im Göttinger Wallstein-Verlag erschienen. Er hatte wohl 60 Jahre im Koffer eines Freundes von „Mopsa“ gelegen. Sie ist 1954 in Paris gestorben. „Mopsa“ (eigentlich Dorothea) war die Tochter des Dramatikers Carl Sternheim und seiner Frau Thea. „Mopsa“ war Bühnenbildnerin. Sowohl ihre Mutter als auch sie hatten eine Affäre mit dem Lyriker Gottfried Benn. Und darum geht es auch in dem Roman. Geschrieben hat sie den überwiegend nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Er ist ein bedeutendes zeitgeschichtliches Zeugnis. „Mopsa“ war in Frankreich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Deswegen wurde sie ins Frauenlager Ravensbrück gebracht (Hilmar Klute, SZ 11./12.10.25).
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Freitag, Oktober 3rd, 2025
Mit 90 Jahren veröffentlicht Woody Allen seinen ersten Roman; „What’s with Baum?“. Er scheint stark autobiografisch fundiert zu sein. Beschäftigt sich mit mehreren Ehen und dem Liebesleben. Auch mit Baums Stiefsohn Thane. der als Schriftsteller erfolgreicher ist als sein Stiefvater. Baum ist von Thanes Verlobter Sam fasziniert. Sie erinnert ihn an seine zweite Frau Tyler. Im Fahrstuhl mit einer japanischen Journalistin verliert Baum die Kontrolle und versucht, sie zu küssen (Johanna Adorjan, SZ 25.9.25).
Musste dieser Roman erscheinen?
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Mittwoch, September 17th, 2025
Im Alter von 89 Jahren ist der Kino-Weltstar, Regisseur und Orcar-Preisträger Robert Redford in seinem Haus in Utah gestorben. Er war ein überragender Einzelkönner. Hollywood verabscheute er. 2009 hat er in Hamburg in einer evangelischen Kirche als seine zweite Frau eine Hamburgerin geheiratet.
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Freitag, August 15th, 2025
Wim Wenders 2ird 80 Jahre alt. Einer unserer wichtigsten Filmregisseure. Hervorgetrten hauptsächlich mit „Roadmovies“. „Im Lauf der Zeit“ (mit Hans Zischler), „Paris, Texas“ , „Der Himmel über Berlin“: Wenders hat aber auch Dokumentationen gedreht: „Das Rauschen der Zeit“ (über Anselm Kiefer), „Pina“ (über Pina Bausch). Natürlich hat auch Wenders sich hier und da geirrt. Ihm aber die Sexszene mit der dreizehnjährigen Nastassja Kinski aus „Falsche Bewegung“ vorzuhalten, wo sie mit nacktem Oberkörper Rüdiger Vogler verführt, ist überflüssig.
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Donnerstag, Mai 29th, 2025
Leonard Bernstein nannte ihn den „bedeutendsten Sänger des Jahrhunderts“ (gemeint war das 20. Jahrhundert), den 1925 in Berlin geborenen Dietrich Fischer-Dieskau (gestorben 2012). Er hat unsere Vorstellungen von einem Bariton geprägt. Getrieben wurde er von seinem Empfinden, den eigenen Anforderungen nicht zu genügen. 2000 erschien von ihm eine Liste mit seinen Einspielungen, sie ist 500 Seiten lang. Fischer-Dieskau hat das „Kunstlied“ entscheidend weiterentwickelt. Nebenbei malte er und schrieb Bücher. Sein Privatleben behielt er weithin für sich. Aber er war viermal verheiratet. Er war eine Ikone des Bildungsbürgertums. Heute noch Vorbild für viele Sänger. Sein Lebenswerk ist einmalig (Michael Stallknecht, SZ 28./29.5.25).
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Dienstag, Mai 27th, 2025
Er war der Sohn von Max Ophüls (1902-1957) des großen, aus dem Saarland stammenden Filmemachers. Selbst 1927 in Saarbrücken geboren. Und auch ein großer Filmemacher. Insbesondere von Dokumentarfilmen. Etwa „Hotel Terminus“ über den NS-Mörder Klaus Barbie, der nach 1945 zunächst noch inkognito in Deutschland lebte und dann nach Bolivien floh. Er wurde erst in den achtziger Jahren nach Frankreich gebracht und dort 1987 zu lebenslanger Haft verurteilt. Marcel Ophüls bekam für seinen Film 1989 den Oscar. Am letzten Film seines Vaters, „Lola Montez“ (1955) hatte Marcel mitgewirkt. 1990 drehte er „Novembertage“ über den Fall der Berliner Mauer. Nun ist er in Frankreich gestorben (Fritz Göttler, SZ 27.5.25).
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Montag, Mai 26th, 2025
Im Alter von fast 100 Jahren ist in Göttingen der international renommierte Germanist Albrecht Schöne gestorben. Im Zentrum seiner Forschungen stand Johann Wolfgang Goethe. Aber er hat auch Beiträge geliefert zu Georg Christoph Lichtenberg und Robert Musil. Selbstverständlich kamen bei ihm Brecht, Benn und Canetti vor. Auf seinem sehr hohen intellektuellen Niveau war er um eine klare und verständliche Sprache bemüht. Es gelang.
1985 fand unter der Leitung von Albrecht Schöne der Internationale Germanistenkongress in Göttingen statt. Mit Wirkungen weit über die Universität hinaus. Seine Habilitationsschrift trug den Titel „Säkularisation als sprachbildende Kraft. Studien zur Dichtung deutscher Pfarrerssöhne“ (1958). Hier wird deutlich, wie weit und tief Albrecht Schöne die Deutschen verstanden und ausgelegt hat. Außerdem hat er die Germanistik von ihren nationalsozialistischen Verstrickungen befreit. Mehr geht nicht (Lothar Müller, SZ 24./25.5.25).
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Dienstag, April 15th, 2025
Im Alter von 89 Jahren ist der Literatur-Nobelpreisträger von 2010, Mario Vargas Llosa aus Peru, gestorben. Er gehörte zu den wichtigsten lateinamerikanischen Schriftstellern. Er nahm politische Missstände in den Blick und bekämpfte am Ende dezidiert den brutalen kubanischen Sozialismus eines Fidel Castro (SZ 15.4.25).
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