Archive for the ‘Medien’ Category

5003: Springer baut Vorstand um.

Sonntag, September 22nd, 2024

Die Axel Springer SE hat als Anfang eines Komplettumbaus eine Aufspaltung ihrer Geschäftsfelder angekündigt. Erstmals seit 1985 soll das Unternehmen wieder voll in private Hand kommen. Die Kontrolle haben der Großaktionär Mathias Döpfner und Friede Springer, 82. Sie halten 98 Prozent der Anteile, zwei Prozent Axel Sven Springer, ein Enkel des Verlagsgründers. Hier werden die Medienmarken „Bild“, „Welt“ und „Politico“ gebündelt.

Das Geschäft mit Kleinanzeigen (Stepstone) und Immobilien, das besonders ertragreich ist, wird eine eigene Firma. Hier haben der US-Finanzinvestor KKR und der kanadische Pensionsfonds CPP Investments die Mehrheit. Aufsichtsratsvorsitzender soll Jan Bayer werden. Julian Deutz wird CEO der neu gegründeten Gesellschaft AS Classifieds. Mark Dekan wird Finanzchef, Claudius Senst CEO. In der Geschäftsführung bei den journalistischen Angeboten wird Caroline Hulshoff Pol CEO bei der „Bild“-Gruppe, Peter Würtenberger bei der „Welt“-Gruppe. Döpfner selbst will einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschreiben (SZ 21./22.9.24).

5002: Rolf Wolfshohl ist tot.

Samstag, September 21st, 2024

Im Alter von 85 Jahren ist Rolf Wolfshohl gestorben. Er war einer der besten Berufsradrennfahrer, die wir nach 1945 in Deutschland hatten. Dreimal gewann er die Weltmeisterschaft im Querfeldeinfahren. 1965 hatte er schon die Spanien-Rundfahrt gewonnen. 1968 gewann er Paris – Nizza. Bei der Tour de France gewann er 1967 und 1970 Etappen, wurde einmal sechster (SZ 20.9.24).

5001: Massive Einschnitte bei ARD und ZDF

Freitag, September 20th, 2024

Die Rundfunkkommission der Länder schlägt massive Einschränkungen bei ARD und ZDF vor. Das gilt sowohl für Hörfunk als auch für Fernsehen. 20 Hörfunkwellen und rund die Hälfte der zehn TV-Spartenkanäle sollen wegfallen. Welche, das können die Sender selbst bestimmen. Der Sportrechte-Etat von ARD und ZDF soll abgesenkt werden (SZ 20.9.24).

4999: Von der Leyen stellt ihr neues Team vor.

Mittwoch, September 18th, 2024

EU-Kommisiionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihr neues Team für die zweite Amtsperiode vorgestellt. Sie erweist sich dabei als Machtpolituikerin ersten Ranges. Und es muss schnell gehen. Die Welt wartet nicht auf Europa. Von der Leyen liebt Überraschungen. Henna Virkunen aus Finnland und Roxana Minzatu aus Rumänien werden ihre Stellvertreterinnen. Der Störenfried Thierry Breton aus Frankreich wurde nach Rücksprache mit Emmanuel Macron gechasst. Obwohl oft die unbequemen Kommissionsmitglieder die größten Erfolge eingefahren haben. Inhaltlich hat die Wettbewerbsfähigkeit der EU den Klimaschutz verdrängt (Jan Diesteldorf, SZ 18.9.24).

4998: Die Merkel-Ära: weithin verlorene Jahre

Dienstag, September 17th, 2024

Die Merkel-Ära ging von November 2005 bis Dezember 2021. Weithin verlorene Jahre. In dieser Zeit ist vieles liegen geblieben. Das zeigt das Buch

Die Täuschung. Angela Merkel und ihre Deutschen. München 2024, 335 Seiten,

von Eckart Lohse. Lohse ist politischer Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Dagegen wird noch in diesem Jahr Angela Merkel ihre eigene Propagandaversion setzen. Tatsächlich hat die Ära Merkel der Ampelkoalition vieles hinterlassen, was die „Übergangsregierung“ auch nicht lösen konnte. In der Ära Merkel ließen die Deutschen sich häufig von ihrer Kanzlerin in Sicherheit wiegen, wo keine Sicherheit vorhanden war. Es galt das Motto: „Was durch Wegsehen noch eine Weile aufgeschoben werden kann, wird aufgeschoben.“ Angela Merkel regierte

dreimal mit den Sozialdemokraten und einmal mit der FDP.

Das dürfen wir nicht vergessen. Wie unbeweglich die deutsche Politik manchmal ist, das hatte Angela Merkel als junge Umweltministerin gelernt, als es ihr nicht gelabg ein

Tempolimit

durchzusetzen. In Angela Merkels Kanzlerschaft konnte dann vieles „verkümmern“: die Verkehrspolitik, die digitale Infrastruktur, die Landesverteidigung, die Energiewende, die Bildung und der Bau von Wohnungen (Johan Schloemann, SZ 16.9.24).

4997: Friedrich Merz ist Kanzlerkandidat der Union.

Dienstag, September 17th, 2024

Friedrich Merz ist 2025 der Kanzlerkandidat von CDU und CSU. Das haben er und Markus Söder (CSU) heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekanntgegeben. Damit sollen vor allem die Fehler von 2021 vermieden werden, als die CSU Armin Laschet um den Sieg gebracht hat. Merz hat nach den relativ unsäglichen Merkel-Jahren die Union wieder in Ordnung gebracht und, vor allem, auch ihr konservatives Profil geschärft. Wesentlich beigetragen zu dieser guten Entscheidung hat Hendrik Wüst (CDU) aus Nordrhein-Westfalen durch seinen Verzicht. Die Union darf froh sein, solche Politiker wie Wüst in ihren Reihen zu haben.

4993: Kretschmer (CDU) unterstützt Woidke (SPD).

Samstag, September 14th, 2024

Eine Woche vor der Landtagswahl in Brandenburg unterstützt der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den SPD-Spitzenkandidaten und Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD). „Wichtig ist, dass hier die erste politische Kraft in diesem Land eine demokratische Partei ist, die über 34 Jahre lang dem Land Stabilität gegeben hat.“ „Wir müssen zusammenhalten.“ Es brauche Inseln der Verlässlichkeit (SZ 14./15.9.24).

4990: Der geteilte Himmel über der DDR-Kultur

Mittwoch, September 11th, 2024

Wie die gerade erschienene digitalisierte Ausgabe der DDR-Kulturzeitschrift „Sinn und Form“ (1949-1991) zeigt, haben die aktuellen „DDR-Versteher“ vieles von dem, das die Zeitschrift brachte und was teilweise sehr lebendig war, noch gar nicht verarbeitet. Alles begann mit der „Volksfront“.

Heinrich Mann

sollte Präsident der Akademie der Künste werden, wovor ihn sein Tod 1950 bewahrte. Nach dem 17. Juni 1953 wurde

Johannes R. Becher

Kulturminister. Chefredakteur blieb der Lyriker Peter Huchel. Der theoretische Kopf der DDR-Kultur war bis zum Ungarn-Aufstand 1956

Georg Lukàcs.

Seinerzeit wurde Bertolt Brechts „episches Theater“ noch bekämpft. Vor allem von Fritz Erpenbeck, dem Großvater von Jenny Erpenbeck. 1956 wurden Wolfgang Harich und Walter Janka verhaftet und inhaftiert.

Erste Aufmerksamkeit hab es für

PeterHacks, Heiner Müller und Heinar Kipphardt.

Mit Brechts Tod verloren die Großkritiker Ernst Bloch, Ernst Fischer und Hans Mayer ihren Einfluss. Manche Kollegen beschritten den Weg in die BRD. Und ein hochgebildeter Dogmatiker übernahm mit Wilhelm Girnus das Kommando. Der

„Bitterfelder Weg“ („Greif zu Feder, Kumpel“)

wurde für gescheitert erklärt. Nach dem Bau der Mauer 1961 gab es eine gewisse Öffnung. Es erschienen Christa Wolfs „Der geteilte Himmel“, Erwin Strittmatters „Ole Bienkopp“, Johannes Bobrowskis „Levins Mühle“, Erik Neutschs „Spur der Steine“ und Hermann Kants „Aula“. Es wäre einiges möglich gewesen. Aber die SED ließ das nicht zu, auch wenn Erich Honecker erklärte, solange von den Positionen des Sozialismus ausgegangen werde, könne es keine literarischen Tabus geben. Die Ausbürgerung

Wolf Biermanns

1976 zeigte das Gegenteil (Stephan Wackwitz, taz 31.8.-6.9.24).

4988: Entwicklungshilfe: Deutschland verfehlt sein Ziel.

Montag, September 9th, 2024

Deutschland wird das international vereinbarte Ziel für Entwicklungshilfe in diesem und im nächsten Jahr wahrscheinlich verfehlen. Das teilte das Entwicklungsministerium mit. Bei den Vereinten Natione ist vereinbart, dass die Geberländer mindestens 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) aufwenden. Berücksichtigt werden auch Ausgaben für die Flüchtlingshilfe im Inland. 2023 hatte die Bundesrepublik ihr entsprechendes Ziel zum fünften Mal erreicht mit einem BNE-Anteil von 0,79 Prozent. Nach neuesten Schätzungen wird die Quote im laufenden Jahr 0,66 Prozent betragen. 2025 nur noch 0,54 Prozent (SZ 9.9.24).

4987: Venezolanischer Wahlsieger muss fliehen.

Montag, September 9th, 2024

Edmundo Gonzalez hat die Präsidentschaftswahlen in Venezuela gewonnen. Jetzt musste er, um sein Leben zu retten, aus dem Land fliehen. Die spanische Luftwaffe flog ihn nach Spanien aus, wo Gonzalez Asyl beantragt und bekommen hat. Der Despot Nicolas Maduro hatte sich, wie immer, zum Sieger der Wahlen erklärt, und die Justiz angewiesen, Gonzalez zu verfolgen. So etwas endet, wie in Russland, meist mit dem Tod. Tatsächlich gibt es mehrere südamerikanische Länder, wo ähnliche Verhältnisse herrschen. Die „Indigenen“ bevorzugen autoritäre Säcke als Herrscher (SZ 9.9.24).