Archive for the ‘Medien’ Category

5017: Überbrückungskredit für Baywa

Donnerstag, Oktober 3rd, 2024

Der angeschlagene Agrar- und Baustoffkonzern Baywa bekommt mit einer halben Milliarde Euro einen Überbrückungskredit. Bis zum Ende des Jahres sollen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei Baywa beseitigt sein. Baywa bekommt weitere 500 Millionen Euro an Überbrückungskrediten. Es gilt ein Stillhalteabkommen bis Jahresende, die bestehenden Kredite nicht fällig zu stellen. Hoffentlich reicht das (SZ 1.10.24).

5016: Assange beklagt mangelnden Schutz für Journalisten.

Donnerstag, Oktober 3rd, 2024

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange hat sich zum ersten Mal seit seiner Haftentlassung wieder öffentlich zu Wort gemeldet. Vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg. Er beklagte dort den mangelnden Schutz für Journalisten. Assange war nach 14 Jahren Haft freigekommen und nach Australien zurückgekehrt (SZ 2./3.10.24).

5015: Mark Rutte Nato-Generalsekretär

Mittwoch, Oktober 2nd, 2024

Der ehemalige niederländische Ministerpräsident Mark Rutte ist neuer Nato-Generalsekretär. Der Norweger Jens Stoltenberg gab seinen Posten nach zehn Jahren ab. Rutte war im Frühsommer von den Regierungen der 32 Mitgliedsstaaten ausgewählt worden. Er soll die Funktion mindestens vier Jahre ausüben. In seiner Antrittsrede verlangte Rutte weiter die volle Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen die russischen Kriegsverbrecher. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Ukraine als souveräne, unabhängige, demokratische Nation bestehen kann.“ (SZ 2./3.10.24)

5014: Daniel Brössler: Die SPD sollte mit Olaf Scholz als Kanzlerkandidat ins Rennen gehen.

Dienstag, Oktober 1st, 2024

Angesichts der schlechten Umfragewerte ihrer Partei wünschen sich viele Sozialdemokraten Boris Pistorius als Kanzlerkandidaten. Zuletzt war das hier Constanze von Bullion. Dem widerspricht Daniel Brössler:

Scholz könne seine Kanzlerschaft nicht einfach in Würde auslaufen lassen. Ein Zurückziehen von Scholz würde zum sofortigen Ende der Ampelkoalition führen. „Wer jetzt für Pistorius plädiert, plädiert für vorgezogene Wahlen.“ Pistorius steht bisher gut da, obwohl bei der Bundeswehr auch nicht alles gut läuft. Und dann muss die SPD auch noch an die Themen denken, mit denen sie Friedrich Merz bekämpfen will. Das können doch bei Nachdenken nur linke Gerechtigkeitsprogramme sein. „Ein Kanzlerkandidat Scholz müsste und könnte zumindest versuchen, die eigene Bilanz zu verteidigen – am erfolgversprechendsten, indem die Regierung ihre Amtszeit ordnungsgemäß zu Ende bringt.“ (SZ 1.10.24)

5013: Marzabotto: Steinmeier bittet um Vergebung

Montag, September 30th, 2024

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der italienische Präsident Sergio Mattarella haben in Marzabotto (Emilia Romagna) des Massakers gedacht, das die SS dort vor 80 Jahren angerichtet hat. Vom 29.9. bis 1.101944. 770 Menschen wurden ermordet. Darunter 315 Frauen und 189 Kinder unter zwölf Jahren. Steinmeier sagte (auf Italienisch), es sei „den SS-Männern um viel mehr als Rache“ gegangen. Es habe einen „Willen zur Vernichtung“ gegeben. Die letzten Überlebenden des Massakers sind im September gestorben. Steinmeier sagte weiter, es sei „ein schwerer Weg, an diesen Ort des Grauens zu kommen und zu Ihnen zu sprechen“. „Ich stehe heute vor Ihnen und empfinde nur Trauer und Scham. Ich bitte Sie im Namen meines Landes um Vergebung.“ Der Schmerz der Erinnerung sei „noch größer, weil die meisten Verbrechen nie gesühnt wurden. Das ist die zweite Schuld, die wir Deutschen auf uns geladen haben“. (FAZ 30.9.24)

5012: BB – 90 Jahre alt

Sonntag, September 29th, 2024

Unter den vielen singulären Diven im Filmgeschäft war sie vielleicht die singulärste: Brigitte Bardot, die 90 Jahre alt wird. Sie spielte mit großen Stars: Sean Connery, Curd Jürgens, Michel Piccoli. Den Moden im Geschäft stand sie zumeist skeptisch gegenüber. Etwa der „Nouvelle Vague“. Auch sonst war sie sehr unangepasst. Ihren ersten großen Erfolg hatte sie 1956 mit „Und ewig lockt das Weib“. Das blieb charakteristisch. Bardot pflegte viele Affären, ging offen mit ihrer Sexualität um, war vier mal verheiratet, u.a. mit Jean-Louis Trintignant und Roger Vadim. Sie neigte zu politischem Konservatismus (bis hin zum Rechtsextremismus), ist Anhängerin des Rassemblement Nationale. Und Tierschützerin. Auf ihrem Anwesen in St. Tropez hält sie viele Tiere. Kämpft gegen die Verwendung von Pferdefleisch. 1963 hatte sie noch einen großen Erfolg. In Jean-Luc Godards „Die Verachtung“. Mit Serge Gainsbourg präsentierte sie Chansond. In den siebziger Jahren hörte sie auf und betrieb nur noch Tierschutz (David Steinitz, SZ 28./29.9.24).

5011: Das BSW ist antiwestlich.

Samstag, September 28th, 2024

Das BSW wird von der CDU wohl mehrfach im Osten als Koalitionspartner benötigt. Um die AfD zu verhindern. Einfach wird das nicht, weil das BSW in mehreren Fällen zentral falsch liegt. Es ist antwestlich. Das sind Kommunisten. Die sind gegen die USA, die Nato, die EU und den durch die Menschenrechte verbundenen Westen. Wie soll das gehen? Dazu kommt noch, dass der saarländische Kleingärtner dahintersteckt, der auch mal SPD-Vorsitzender war. Wenn wir uns vor Augen führen, dass um 1990 die führenden SPD-Politiker Gerhard Schröder, ein Kompagnon des Kriegsverbrechers Putin, und Oskar Lafontaine, ein Kommunistenfreund, waren, dann können wir froh sein, dass wir damals Helmut Kohl (CDU) hatten.

5006: Christoph Maria Fröhder ist tot.

Mittwoch, September 25th, 2024

Im Alter von 82 Jahren ist Christoph Maria Fröhder gestorben. Er war einer der ersten bekannten Kriegsberichterstatter im deutschen Fernsehen. Schon in den sechziger Jahren aus Afrika (z.B. Biafra). 1975 war er weltweit der einzige europäische Korrespondent, der aus Pnom Penh über den Einmarsch der Roten Khmer berichtete. Er musste nach einer Internierung sein Filmmaterial aus dem Land schmuggeln. Fröhder war eine Ausnahmeerscheinung. Er berichtete beispielsweise auch vom CDU-Spendenskandal. Er war nah dran. Authentisch. 1997 bekam er den Hanns-Joachim-Friedrich-Preis für kritischen Journalismus. Bei uns im

Institut für Publizistik

war er in unserer Reihe im Literarischen Zentrum im Februar 2005 (Stefan Kornelius, SZ 25.9.24).

5005: Deutschlandticket wird teurer.

Dienstag, September 24th, 2024

Das Deutschlandticket kostet ab Januar 2025 58 Euro (bisher 49 Euro). Das haben die Verkejrsminister beschlossen. „Die Einigung auf der Sonder-Verkehrsministerkonferenz zeigt, dass die Länder am Erfolgsmodell Deutschlandticket festhalten und es weiterentwickeln wollen“, sagte der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Krishcer (Grüne). So schaffe man es, das Ticket weiter attraktiv zu halten. Das Deutschlandticket berechtigt bundesweit zur Fahrt in Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs. Es wurde im Mai 2023 eingeführt. Bund und Länder zahlen je 1,5 Milliarden Euro dafür. Und streiten sich über die Finanzierung. Das Ticket hilft nichts, wenn die Verbindungen ausgedünnt werden. Trotzdem könnte die Mobilitätswende gelingen. Wenn man es will (Vivien Timmler, SZ 24.9.24).

5004: Frankreich hat eine konservative Regierung.

Montag, September 23rd, 2024

Michel Barnier hat in Frankreich seine Regierung vorgestellt. Sie ist konservativ. Das war anscheinend von Präsident Emmanuel Macron wohl auch so geplant. Trotz des Sieges der Linken bei der Parlamentswahl. Insofern bleibt Barniers Regierung auf die Unterstützung wechselnder Mehrheiten angewiesen. Innenminister wird Bruno Retailleou, ein Hardliner auch in der Migrationspolitik. Außenminister wird Jean-Noel Barrot. Der Grund  für die komplizierten Machtverhältnisse in Frankreich ist das Anwachsen des Rassemblemt National (RN). Die Politik in Europa verläuft in mancher Hinsicht parallel (SZ 23.9.24).