Julian Assange ist zum Ehrenmitglied des deutsche PEN-zentrums ernannt worden. Das sei geschehen aus Sorge um seine Gesundheit und seine Haftbedingungen in London. „Wir fordern die zuständigen Behörden in England auf, Assange nicht an die USA auszuliefern, wo ihm bis zu 175 Jahre Haft drohen, sondern ihn sofort (…) aus dem Gefängnis zu entlassen. Seine fortdauernde Haft ist einzig politisch begründet und daher weder hinnehmbar noch berechtigt. Sie widerspricht dem Recht auf Meinungsfreiheit.“ (dpa, SZ 3.11.21)
Archive for the ‘Medien’ Category
3623: Julian Assange Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums
Donnerstag, November 4th, 20213622: Fritz Keller erhebt schwere Vorwürfe gegen Rainer Koch (DFB).
Donnerstag, November 4th, 2021Beim DFB herrscht üblicherweise Chaos. Ungeklärt ist nach wie vor, wofür der Medienberater
Kurt Diekmann
360.00 Euro erhalten hat. Er soll die Entmachtung der ehemaligen Präsidenten Reinhard Grindel und Fritz Keller medienbezogen begleitet haben. Nun erhebt Ex-Präsident Fritz Keller schwere Vorwürfe gegen den von manchen als heimlichen Drahtzieher betrachteten Vize-Präsidenten
Rainer Koch
und seine Mitstreiter (Ex-Generalsekretär Friedrich Curtius, Ex-Schatzmeister Stephan Osnabrügge). Sie hätten einen „Selbstbedienungsladen“ installiert. Ihnen fehle die menschliche, insbesondere charakterliche Eignung. „So gefährdet man die Reputation des DFB, auch die Anerkennung als gemeinnütziger Verband und die damit verbundenen steuerlichen Vorteile. Am Ende ist es das Geld, das dem Amateurfußball verloren geht.“ Rainer Koch gehe „jeglicher moralischer Kompass“ ab (Johannes Aumüller, Thomas KIstner, SZ 4.11.21).
3621: Israel treibt Siedlungsbau voran.
Donnerstag, November 4th, 2021Die Acht-Parteien-Koalition in Israel unter Ministerpräsident Naftali Bennett treibt den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau im Westjordanland voran. Möglich ist der seit dem Sechs-Tage-Krieg von 1967. In Bennetts Kabinett sind auch siedlungskritische linke Parteien vertreten. Die neue US-Führung unter Joe Biden zeigt sich über die israelische Siedlungspolitik tief besorgt. Dadurch würden die Bemühungen um eine Deeskalation des Konflikts zwischen den Israelis und den Palästinensern und die Aussichten auf eine
Zwei-Staaten-Lösung
torpediert. Die Genehmigungen für den Bau von 1.300 neuen Wohnungen sind erteilt. Auch die für 1.300 palästinensiche Wohnungen. Auf der Westbank leben inzwischen 600.000 Siedler. Meistens ultraorthodoxe und nationalreligiöse Juden, aber auch solche, die dorthin wegen der geringen Lebenshaltungskosten gekommen sind.
Zwar ist die grundsätzlich falsche Politik Donald Trumps und Benjamin Netanjahus in Bezug auf den Siedlungsbau vorbei, aber nicht ganz. Die EU darf die Siedlungspolitik niemals unterstützen. Wenn die Israelis so weitermachen, ist ihnen grundsätzlich wohl nicht zu helfen (cmei., FAZ 28.10.21).
3618: Breitner: Bei mir würden Ungeimpfte nicht einmal mittrainieren.
Dienstag, November 2nd, 2021Der Fußball-Ex-Weltmeister Paul Breitner (früher FC Bayern München) erklärte in der SZ (2.11.21) seine Abscheu vor Ungeimpften. Für sie habe er „null Verständnis“. Bei ihm hätten solche Spieler nicht einmal mittrainiert.
3617: Bettina Gaus ist tot.
Dienstag, November 2nd, 2021Bettina Gaus, geb. 1955, ist tot. Die ganz außergewöhnliche Journalistin verlangte uns manchmal schon einiges ab. Sie stand gegen eingefahrene Phrasen, Provinzialität und Spießertum und kam damit durch nur durch ihren Humor. Sie war die Tochter von Günter Gaus, den wir hauptsächlich noch als „Spiegel“-Chefredakteur und Fernsehmoderator der Reihe „Zur Person“ (z.B. Hannah Arendt 1963) in Erinnerung haben. Bettina Gaus leistete sich ungewöhnliche Positionen. Sie war seit 1990 bei der „taz“. U.a. Afrika-Korrespondentin. Dort regte sie schon Einstellungen an, die erst heute ganz und gar en vogue sind. Am Ende war Frau Gaus Kolumnistin des „Spiegels“. Für Phrasendrescherei war sie nie zuständig. Sie rechnete entgegen allen linken Vorgaben mit Annalena Baerbock ab. Und sie konnte es sich am Ende leisten, Liebe am Arbeitsplatz zu verteidigen. Ohne sie wird die Welt spießiger und dunkler (Nils Minkmar, SZ 2.11.21).
3616: Sahra Wagenknecht (Linke) ist nicht geimpft.
Montag, November 1st, 2021Nicht nur der Balltreter Joshua Kimmich (FC Bayern) ist nicht geimpft und beruft sich auf die nirgends nachgewiesenen Langzeitfolgen. Auch unsere Lieblings-Kommunistin, Sahra Wagenknecht, 52, ist aus den gleichen Gründen nicht geimpft. Ihr Ehemann Oskar Lafontaine ist geimpft. Der gehört mit seinen 79 Jahren schon zu den alten weißen Männern. Es ist alles nicht so einfach.
3615: Das Ende der Vorbilder
Sonntag, Oktober 31st, 2021„Über ‚das Ende der Vorbilder‘ dachte die Psychoanalytikerin
Margarete Mitscherlich
vor Jahrzehnten nach, in der Abkehr von autoritären Traditionen. Man braucht Vorbilder im Nahbereich, im Alltag, vielleicht auch in der Wissenschaft und bei den großen Zukunftsaufgaben, aber man braucht sie nicht beim FC Bayern, über den Sport hinaus.“ (Johann Schloemann, SZ 30./31.10.21)
3614: Impfverweigerer – gefährlich
Freitag, Oktober 29th, 2021Alle Umfragen zeigen, dass diejenigen, die jetzt noch nicht geimpft sind, demnächst auch nicht geimpft werden wollen. Politisch wurde diese Gruppe stets unterschätzt. Wir sind den hanebüchenen Falschinformationen im Netz nicht entschlossen genug entgegengetreten. „Die Gruppe derer, die eine Impfung verweigern, weil sie der Politik grundsätzlich misstrauen, hat offenkundig eine beängstigende Größe erreicht. Das ist auch mit Blick auf die Zukunft dieser Gesellschaft gefährlich.“ (Angelika Slavik, SZ 29.10.21) Insofern müssen wir unsere kommunikativen Anstrengungen in allen sozialen Gruppen erhöhen (auch wenn wir dazu eigentlich keine Lust mehr haben). „Das Ziel muss sein, Zusammenleben möglich zu machen, ohne den Riss in der Gesellschaft zu vertiefen. Strengere Regeln wie 3G am Arbeitsplatz könnten da hilfreich sein: Wenn alle wissen, dass die Kolleginnen und Kollegen entweder geimpft, genesen oder frisch getestet sind, nimmt das Druck vom Umgang miteinander.“
3613: Kritik an linker Identitätspolitik
Donnerstag, Oktober 28th, 2021In einem Kommentar in der „taz“ (22.10.21) kritisieren
Jan Feddersen und Philipp Gessler,
gestützt auf ihr neues Buch, linke Identitätspolitik. Sie schreiben u.a.: „Ist es, anders gesagt, nicht ein Skandal, dass Menschen wie
Seyran Ates, Hamed Abdel-Samad und Necla Kelek
zu Rechten und Rechtspopulisten, insinuierend: AfD-nah und Erika Steinbach-haft, gemacht werden? In Wahrheit sind sie alle Bürgerrechtler*innen, die aus linker bis liberal-konservativer Perspektive Blicke hinter die Haustüren des Multikulturalismus warfen – und auch Unappetitliches fanden.“
3612: Deniz Yücel ist deutscher PEN-Präsident.
Donnerstag, Oktober 28th, 2021Das deutsche PEN-Zentrum hat Deniz Yücel (u.a. „Die Welt“) zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Seine Vorgängerin, Regula Venske, war nicht mehr angetreten. Yücel setzte sich gegen Marion Tauschwitz durch. Der 1973 in Flörsheim am Main geborene Journalist wurde 2017 in der Türkei verhaftet und saß ein Jahr in Untersuchungshaft wegen „Verunglimpfung“ der Türkei.
Yücel wollte sich nicht auf die Rolle des „deutschtürkischen Journalisten, der im Kerker des Kalifen saß“ festlegen lassen. Er habe aber gemerkt, dass diese Rolle auch Verantwortung mit sich bringe und nahelege, sich für andere einzusetzen. Yücel sprach sich für die „intellektuelle, politische und kulturelle Auseinandersetzung mit den Feinden der offenen Gesellschaft“ aus.
Yücel nahm Stellung zu den jüngsten Debatten auf der Frankfurter Buchmesse. Man müsse ertragen können, wenn jemand bei einer offiziellen Veranstaltung plötzlich ans Mikrofon dränge wie die Stadtverordnete Mirrianne Mahn (Grüne), um zu kritisieren, dass „schwarze Frauen auf der Buchmesse nicht willkommen“ gewesen seien. Befremdlich findet Yücel die Reaktion von Oberbürgermeister Peter Feldmann (CDU), daraufhin sofort nachzugeben und sich für den Ausschluss bestimmter Verlage auszusprechen (wiel, FAZ 28.10.21).