Archive for the ‘Kunst’ Category

4067: Emil Nolde – weiter umstritten

Montag, Oktober 17th, 2022

Dass von Nordfriesland einmal ein „kulturpolitisches Beben“ ausgehen würde, damit haben viele nicht gerechnet. Durch den Maler Emil Nolde, der weithin als Maler sehr beliebt und ein übler Nazi und Antisemit war. Das Nolde-Museum in Seebüll ist gerade frisch saniert worden. Die Aufklärung über Noldes Verstrickungen in den Nationalsozialismus, zurückhaltend formuliert, hatte der 2013 ins Amt gekommene Direktor der „Emil-und-Ada-Nolde-Stidtung“, Christian Ring, in Gang gesetzt und bis zum heutigen, viel besseren Stand weitergeführt. Vorher hatte die 1956 geründete Stiftung dafür gesorgt, dass Noldes ideologische Verfehlungen im „Giftschrank“ blieben. Das geht auf die Dauer nicht gut.

Nolde war beinahe als Widerstandskämpfer stilisiert worden. Erst Christian Ring sprach dann öffentlich von seinem „widerlichen Antisemitismus“. Zuerst kam dies in großem Stil in der Nolde-Ausstellung im Hamburger Bahnhof in Berlin 2019 zum Ausdruck, die ich selbst gesehen habe. Emil Nolde war ein glühender Nazi. Die Legende vom Malverbot und „innerem Widerstand“ wurde nach 1945 wiederum von alten Faschisten verbreitet. Der für seine kräftigen Originalfarben, Orange, Azur, Himbeerrot, berühmte und bewunderte Nolde war ein fürchterlicher Ideologe. Zum rechten Verständnis kommt es – wie immer – auf die richtige

Kontextualisierung

an. Christian Ring sagt: „Es macht keinen Sinn, unter jedes Bild zu schreiben: Emil Nolde, Expressionist, Nationalsozialist, Antisemit. Es ist aber wichtig, dass wir die biografischen Aspekte mitschwingen lassen, ohne den Blick auf das Kunstwerk an sich zu verlieren.“ Wie weit dürfen Person und Werk auseinandergehalten werden? Seit der Bekanntgabe von Noldes NSDAP-Mitgliedschaft wird zunehemnd die Frage gestellt, ob Noldes Werk nicht doch seine böse Ideologie transportiert. Das ist die Gretchenfrage. Dabei stoßen wir darauf, dass solch ein Weltkünstler wie

Anselm Kiefer

sich dazu hat hinreißen lassen zu sagen: „Die Diskussionen in den Medien berühren nicht die Werke des Künstlers.“ Dabei wird deutlich, dass Kiefer wohl doch nicht ganz auf der Stufe eines problembewussten Demokraten steht. Haben das nicht einige schon immer gesagt?

Die angeblich kolonialistischen Bilder Noldes von seiner Papua-Neuguinea-Reise sollen nun im Vergleich mit den Porträts von Italienern, Spaniern und von Juden gezeigt werden, um sein „Menschenbild“ zu diskutieren. Von 1939 an malte Noldes keine regiösen Bilder mehr, weil er keine Juden zeigen wollte. Dafür präsentierte er Wikinger. Christian Ring: „Das Werk hält es aus, dass darüber hart diskutiert wird.“ Der Stiftungs-Direktor: „Wir wollen keine Deutungshoheit mehr über Nolde wie in der Vergangeheit. … Wir gehören hier in Seebüll zu Noldes schärfsten Kritikern – im besten Sinne.“ (Till Briegleb, SZ 17.10.22)

4063: Die Lage beim RBB

Dienstag, Oktober 11th, 2022

Aurelie von Blazekovic (SZ 11.10.22) interviewt Jo Goll, seit 26 Jahren beim RBB, der als Investigativjournalist mit vier Kollegen die Vorwürfe gegen den RBB recherchiert:

SZ: Welche Rechercheergebnisse halten Sie für am wichtigsten?

Goll: Unsere Recherchen zu Beraterverträgen, die man offenbar an Kontrollinstanzen im eigenen Haus vorbeigelenkt hat, 0bwohl das nach Vergaberecht mehr als problematisch war. Oder dass man Personen, die missliebig waren, in den Vorruhestand geschickt hat. Da gab es einen Mitarbeiter in der RBB Media, der solte da offenbar weg. Also wurde er mit 57 Jahren in den Vorruhestand geschickt, mit Bezügen von rund 100.000 Euro jährlich. Zu zeigen, dass das in unserem Haus möglich war, das führte dazu, dass auch der Letzte begriffen hat, dass es so nicht weitergehen kann.

SZ: Welche Fragen bleiben offen?

Goll: Wie soll denn nun das Bonussystem für Hauptabteilungsleiter und Abteilungsleiter eigentlich beendet werden? Werden da nun alle Verträge neu ausgehandelt? Und will man sich weiterhin 40 außertarifliche Verträge leisten? Aus meiner Sicht muss sich auch dringend ändern, dass der Journalismus als niedere Tätigkeit bewertet wird. Um den muss es eigentlich gehen, das ist das, was der Beitragszahler von uns erwarten darf.

SZ: Journalismus wird im RBB gering geschätzt?

Goll: Das ist der Eindruck, der sich bei mir über die Jahre eingestellt hat. Man hat immer an der Struktur gearbeitet, an der Verpackung. Der Inhalt ist immer weiter in den Hintergrund gerückt. Man kann aber nicht endlos sparen und glauben, dass der Tanker schon auf hoher See bestehen wird. Das tut er nicht.

SZ: Wie lange wird der Fall Schlesinger den RBB noch beschäftigen?

Goll: Das wird Jahre nachwirken. Wir können nur eines machen: Gutes Programm auf die Beine stellen. Dann kommt der Beitragszahler vielleicht wieder zu dem Schluss, dass sein Geld gut investiert ist, und dass wir tatsächlich eine Säule der Demokratie sind.

4061: Günter Lamprecht ist tot

Montag, Oktober 10th, 2022

Wir kannten ihn alle als Franz Biberkopf in Rainer Werner Fasbinders Verfilmung von Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“. Günter Lamprecht, einen waschechten Berliner, der zunächst Handwerker gewesen war und nur auf verschlungenen Pfaden zum Schauspiel kam. Er war ins Max-Reinhardt-Seminar gelangt und hatte dann lange am Schillertheater gespielt. Er ist jetzt im Alter von 92 Jahren gestorben. Er konnte Proleten, treuherzig, brutal und liebesbedürftiges Kind. Raumgreifend. Franz Biberkopf war er schon immer gewesen. Fassbinder wurde gar auf ihn eifersüchtig. Aber da war Lamprecht ja nicht der einzige.

Lamprecht hatte schon in Fassbinders „Die Ehe der Maria Braun“ gespielt. Und 1970 im ersten Tatort „Taxi nach Leipzig“. Zwischendurch war er in Bochum, wo er den 68ern nicht links genug war. Am Ende schrieb er begeistert. Etwa „Und wehmütig bin ich immer noch“ 2002. Lamprecht hatte als Fünfzehnjähriger das Kriegsende mit allen Schrecken erlebt. Er brillierte dann noch lange im „Tatort“ als Kommissar Franz Markowitz. 1999 verübte ein Attentäter in Bad Reichenhall einen Anschlag auf ihn und seine Freundin Claudia Amm und verletzte die beiden schwer. Lamprecht war in fast jeder Hinsicht einzigartig. In „Babylon Berlin“ hatte er noch eine Gastrolle (Willi Winkler, SZ 8./9.10.22).

4059: Literaturnobelpreis für Annie Ernaux

Sonntag, Oktober 9th, 2022

Die 1940 in Lillebonne/Normandie geborene Arbeitertochter Annie Ernaux hat bis 2000 als Lehrerin gearbeitet, zwei Kinder großgezogen, daneben relativ spät mit dem Schreiben begonnen. Das hat sie aber nachhaltig beeinflusst. Und manche Nachahmer gefunden. Mit Ernaux gibt es ein neues autobiografisches Schreiben. Dafür hat sie jetzt – völlig zu Recht – den Literaturenobelpreis bekommen. Ihre Eltern hatten eine kleinen Lebensmittelladen mit Kneipe. 1984 erschien mit „Der Platz“ die Geschichte ihres Vaters, ein Leben unter französischen Klassenverhältnissen. Das Buch über ihre Mutter heißt „Die Scham“, es erzählt u.a. von einem Gewalteinbruch in der Familie. Ernaux blieb stets ganz bei ihren Individuen und schilderte dadurch um so glaubwürdiger die teilweise erbärmlichen französischen gesellschaftlichen Verhältnisse. Auf deutsch erscheinen Ernauxs Bücher seit 2017 bei Suhrkamp in der Übersetzung von Sonja Finck, ein Sprung nach vorne. Zuletzt kam „Das Ereignis“ heraus, die Geschichte eines Schwangerschaftsabbruchs. Insofern sind die Bücher von Ernaux wahrscheinlich gerade für Frauen sehr wichtig. Sie hat auch Theoretiker verarbeitet: Bourdieu, Foucault, Barthes, Lacan, Chomsky, Baudrillard, Ivan Illich. Annie Ernaux ist eine großartige Schriftstellerin (Marie Schmidt, SZ7.10.22).

4058: Florian Illies liebt Gottfried Benns Gedichte immer noch.

Freitag, Oktober 7th, 2022

In einem Kurzessay (Zeit, 6.10.22) erläutert Florian Illies uns, dass und warum er Gottfried Benns Gedichte immer noch liebt:

„Denn ich wurde zu oft enttäuscht in meiner naiven Hoffnung, dass die sanfte Weisheit und schwingende Wehmutsmelodie der Gedichte Benns von einer zartbesaiteten Seele stammen müsse. Doch nein, je tiefer man sich hineinbegibt in seine Biografie, in die schnöde Eiseskälte, mit der er seine Geliebten abserviert und seine Tochter abschiebt, und in den blinden Wahn, mit dem er 1933 die Nazis begrüßt, umso fremder wird er einem – und umso fremder werde ich mir: Wie nur kann ich die Gedichte dieses Menschen lieben? Wieso kann ich mich in Gedichten von jemandem finden, der so verloren war? Gottfried Benn schrieb aus seiner Lust am Untergang Verse, die unsinkbar sind. Dieses Paradox muss aushalten, wer ihm verfallen ist. Er saß missmutig und verloren in seiner düsteren Praxiswohnung im Erdgeschoss am überfüllten Schreibtisch voll Zetteln und Aschenbechern, leichter Zigarettenrauch vernebelte den Raum. Aus diesem Zwielicht der Vierziger- und Fünfzigerjahre steigen nur seine Verse manchmal aus dem Parterre auf, in die Zukunft, zu uns.

Ganz gemäß dem vielleicht größten der Bennschen Verse: ‚Leben ist: Brückenschlagen über Ströme, die vergehn.‘ Nur dort, in den geschwungenen Brücken und den ehernen Pfeilern seiner Gedichte, kann man Benn finden. Nicht im Fluss darunter, nicht bei den Menschen, die er noch getroffen hat, nicht in den lapidaren Weihnachtskarten oder Rezeptzetteln für Schlafmittel, nicht in den Bänden seiner Briefe, nicht an seinem Grab, und auch nicht am Bayerischen Platz, an dem er wohnte. Benn selbst steckt nur in seinen Versen. Näher kann man ihm nicht kommen. Er zwingt jeden zur Fernbeziehung. Als wisse er, dass nur so unsere Sehnsucht nie versiegen wird.“

W.S.: Wir erinnern uns wehmütig an unsere Lesung von Benn-Gedichten am 2. Mai 1986, seinem hundertsten Geburtstag, um 22.30 Uhr im Jungen Theater Göttingen.

4057: Wolfgang Kohlhaase ist gestorben.

Donnerstag, Oktober 6th, 2022

Er war einer unserer größten Drehbuchautoren. In der DDR und im vereinten Deutschland. Wolfgang Kohlhaase, der jetzt im Alter von 91 Jahren gestorben ist. Im Jahr 2000 liefert er das Buch für Volker Schlöndorffs „Die Stille nach dem Schuss“, die Geschichte der in die DDR geflohenen RAF-Mitglieder. Eine zutiefst deutsche Geschichte. Kohlhaase hat zahlreiche Drehbücher für wichtige Regisseure geschrieben: 1957 „Berlin – Ecke Schönhauser“ (Gerhard Klein), 1968 „Ich war neunzehn“ (Konrad Wolf), 1980 „Solo Sunny“ (Konrad Wolf, Co-Regie Kohlhaase), 1982 „Der Aufenthalt“ (Frank Beyer), 2015 „Als wir träumten“ (Andreas Dresen), 2017 „In Zeiten abnehmenden Lichts“ (Matti Geschonneck). Die DDR sah Kohlhaase durchaus kritisch, aber mit menschlichem Blick. Er wurde selbst Opfer der ideologischen Filmpolitik (11. Plenum des ZK der SED 1966). Im vereinten Deutschland blieb er erfolgreich. Wolfgang Kohlhaase hat sehr viel mit jungen Regisseuren zusammengearbeitet, daher wohl die Frische und Jugendlichkeit vieler seiner Filme. Er konnte auch Verlierer glaubwürdig zeichnen. Und dabei sogar Hoffnung durchschimmern lassen. Wir haben einen großen Verlust erlitten (Fritz Göttler, SZ 6.10.22).

4054: Was wird am Westen so gehasst ?

Montag, Oktober 3rd, 2022

Der Soziologe Armin Nassehi macht sich Gedanken darüber, warum der Westen manchmal so gehasst wird (SZ 27.9.22). Ich vereinfache seine Aussagen:

1. Der Russische Ideologe Alexander Dugin kämpft gegen die „fortschreitende Befreiung des Individuums von allen Formen  der kollektiven Identität“ und gegen die Idee des individuellen Entscheidens über die eigenen Lebensverhältnisse.

2. Als potentielle Verbündete sieht Dugin den Trumpismus und die chinesische Repression.

3. Solche Orientierungen an „natürlichen“ Ordnungen, an unvermeidlichen Gemeinschaften „docken stets an Sexualität an, vor allem an nicht-heterosexuellen Orientierungen.“

4. Es geht um die Kritik an der „Komplexität einer Gesellschaft“.

5. Auf der Documenta 15 wurde der westliche religiöse, rassistische und eliminatorische Antisemitismus zu einer Fußnote der Unterdrückungsgeschichte der Menschheit degradiert, eine Relativierung des Holocaust.

6. Der „globale Süden“ wurde dort „verkitscht“.

7. Talcott Parsons, einer der Väter der Soziologie, erklärte schon 1965, dass die USA erst dann eine vollständig moderne Gesellschaft seien, wenn die volle Inklusion der Schwarzen gelungen sei.

8. Die rechte Kritik hält dem Westen vor, dass der vollständig befreite Mensch erst recht unfrei sei.

9. „Wer sich etwa über die Verwendung heute rassistischer Begriffe bei Kant beklagt, wird feststellen, dass beides gleichzeitig vorkommt: der (zumindestens begriffliche) Rassismus und die besten Argumente gegen den Rassismus.“

10. Dass auch der Westen scheitern kann, „wird wohl in der Figur des Juden als eines inneren Fremden deutlich, dessen größtes Verbrechen darin besteht, welchen Aufwand man treiben musste, ihn als fremd zu markieren“.

4053: Edgar Reitz wird 90

Montag, Oktober 3rd, 2022

Einer unserer größten Filmemacher, Edgar Reitz, hat seine Memoiren geschrieben:

Filmzeit, Lebenszeit, Erinnerungen. Berlin (Rowohlt) 2022, 672 S., 30 Euro.

Reitz wird demnächst 90 Jahre alt. Bekannt ist er für seine „Heimat“-Trilogie: „Heimat – Eine deutsche Chronik“, „Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend“ und „Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende“. Darin wird der Heimat-Begriff in dem Ort Schabbach so vielfältig, intelligent und virtuos durchbuchstabiert, dass der Begriff seine deutschen Rückständigkeiten verliert.

Edgar Reitz stammt aus dem Hunsrück. Ab 1952 hat er in München studiert und dort Wurzeln geschlagen. Er gehört zu den Unterzeichnern des „Oberhausener Manifests“ 1962, hat aber nie die großen Gemeinsamkeiten unter den Regisseuren empfunden. Relativ viel zusammengearbeitet hat er mit Alexander Kluge: „Die Reise nach Wien“ 1973, „In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod“ 1974. Auch dokumentarisch hat Reitz gearbeitet. Bekannt ist sein Spielfilm „Mahlzeiten“ (1966/67). Reitz Stärke war es, das Privatleben „kleiner Leute“ ernst zu nehmen. Daher seine große Glaubwürdigkeit. Reitz‘ Buch geht über das Filmemachen und enthält eine Theorie des Erzählens. Nie hat ihn sein Sinn für Poesie verlassen. Er schreibt: „Die Sehnsucht will weg von der Heimat, die Wehmut will zurück zu ihr.“ (Susan Vahabzadeh, SZ 17./18.9.22)

4046: Peter Richters Fazit der Documenta

Donnerstag, September 29th, 2022

Peter Richter zieht ein hoch-substantielles Fazit der Documenta 15 (SZ 23.9.22). Ich bringe hier nur Ausschnitte:

„Eine mit deutschen Steuergeldern finanzierte Ausstellung, die kommentarlos Propagandafilme zeigt, welche den Terrorismus palästinensischer Gruppen feiern, und sich jedes Einspruchs dagegen mit Argumenten von Kunstfreiheit und Zensur zu entledigen versucht, macht sich an dieser Stelle Voraussetzungen zunutze, gegen die sie ansonsten eigentlich zu Felde zieht. Angesichts der ethischen Anspruchshöhe der ganzen Veranstaltung wirkt dieser Widerspruch bestenfalls taktisch, eigentlich aber zynisch. Denn die ‚Kontextualisierung‘, nach der immer gerufen wurde, fand ja statt: Mit distanzierenden Beipackzetteln wären wirklich historische Dokumente daraus geworden. Die Documenta heißt aber Documenta, weil sie einst den Stand der ‚Weltkunst‘ dokumentieren wollte. Diesen Anspruch hat sie schon länger verabschiedet, trägt ihn aber wie den Nachnamen eines geschiedenen Ex-Partners weiter mit sich – und sie adelt damit am Ende auch Filme, die das Töten von Juden glorifizieren.“

„Die andere Lesart der Vorfälle, die dieser Documenta auf die Füße gefallen sind, ist nämlich die, dass hier unbedingt und mit allen Mitteln

die radikale Gegnerschaft zum Staat Israel auch im Kulturbetrieb der Bundesrepublik

als Position etabliert und normalisiert werden sollte. Diese Bestrebungen sind zur Zeit auch sonst nicht zu übersehen. Auch die eben zu Ende gegangene Berlin-Biennale hat sich geradezu obsessiv mit dem Nahostkonflikt beschäftigt, auch sie in hundertprozentiger Einseitigkeit, nur professioneller, also weniger dilettantisch als die Documenta in Kassel.“

„Jetzt, zu ihrem Abschluss, wäre es vielleicht ganz gut, wenn die Mitglieder der Findungskommission dieser Documenta allmählich mal aus dem opaken Kollektiv Nummer 1 hinter all diesen Kollektiven heraustreten und sich im einzelnen erklären könnten. Noch besser wäre nach alledem aber womöglich, wenn nächstes Mal zur Abwechslung ein paar andere Leute drinsäßen.“

4042: Woody Allen will weiter Filme machen.

Mittwoch, September 28th, 2022

Woody Allen hat die Behauptung dementieren lassen, er wolle keine Filme mehr machen. Sein Sprecher teilte mit, dass Allen lediglich keine Filme für Streamingdienste mehr machen wolle. Er freue sich schon auf die Dreharbeiten in Paris. Und einen Roman wolle er auch nicht schreiben (DBS, SZ 22.9.22).