Archive for the ‘Geschichte’ Category

4052: Günter Wallraff 80

Sonntag, Oktober 2nd, 2022

Bei „BILD“ war er Hans Esser, für sein Buch „Ganz unten“ der Türke Ali: die Ikone des Investigativjournalismus Günter Wallraff. Er wird 80 Jahre alt. Heute ist er weithin beliebt, wird aber immer noch auch von vielen gehasst. Wallraff hat aufgeklärt, die sozialen Mängel der Bundesrepublik benannt, ihren Rassismus. Trotz der vielen Gerichtsverfahren, mit denen er überzogen wurde, blieb Wallraff ein Aufdecker. Noch heute arbeitet er mit seinem Team für RTL. Die Bundesrepublik, über die er anfangs aufklärte, das war die von Rostock-Lichtenhagen, Mölln, Solingen. Deren Rückständigkeit und ihr Rassismus sind heute noch nicht überwunden, wie wir verlässlich wissen. Wallraff war bei McDonald’s, Thyssen und sonstwo. Auch im Ausland war er aktiv. So etwa im von Obristen regierten Griechenland. Nie hat er gegen das öffentliche Interesse gehandelt, er glaubt daran, dass die Welt verändert werden kann. Und wenn unser Staat ein bisschen sensibler geworden ist, dann ist das auch Günter Wallraffs Verdienst (Holger Gertz, SZ 1./2./3.10.22).

4049: Antisemitismusbeauftragter kritisiert Schweizer Kurienkardinal

Samstag, Oktober 1st, 2022

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, kritisiert den Schweizer Kurienkardinal und Ökumene-Minister des Vatikans, Kurt Koch. Der hatte die katholische Reformbewegung „Synodaler Weg“ mit den „Deutschen Christen“ bei den Nazis gleichgesetzt. Klein fand das „irritierend“. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, erwartet von Koch eine eindeutige Distanzierung (SZ 1./2./3.10.22).

W.S.: Es ist schon erstaunlich, wie viele katholische geistliche Herren es gibt mit abstrusen politischen Vorstellungen, es sind gewiss nicht alle. Um so leichter lassen sich die Gläubigen malträtieren.

4047: Was hat 1989 mit den aktuellen Protesten zu tun ?

Freitag, September 30th, 2022

Der Leipziger Soziologe Alexander Leistner erforscht an der Universität Leipzig „Das umstrrittene Erbe von 1989“. In einem Interview mit Iris Meyer (SZ 19.9.22) erläutert er die teilweise sehr komplizierten Beziehungen, die es von 1989 in die aktuellen Protestbewegungen gerade in Ostdeutschland (Pegida, freie Sachsen, Querdenker usw.) hinein gibt. Ich vereinfache manchmal, insbesondere um besser verständlich zu sein:

1. Manchmal handelt es sich einfach um Anti-Amerikanismus.

2. Noch aus der DDR stammt die Faszination für autoritäre Bewegungen.

3. Es gibt eine Nähe zur russischen Propaganda.

4. Viele Ostdeutsche verstehen nicht, warum sie mit der Ukraine solidarisch sein sollen.

5. Verbreitet ist das simple Schwarz-Weiß-Denken.

6. Beliebt ist das Stereotyp „Wir da unten, ihr da oben.“.

7. Viele Ostdeutsche haben noch nicht begriffen, dass mit der Ukraine in Putins verbrecherischem Krieg auch die westlichen Demokratien angegriffen werden.

8. Die AfD verliest auf Kundgebungen die Namen ihr missliebiger Journalisten.

9. Wenn man an die Ermordung Walter Lübckes durch einen Rechtsextremisten denkt, muss man froh sein, dass nicht noch mehr passiert ist.

10. „In einigen Regionen Ostdeutschlands kämpfen wir tatsächlich um den Fortbestand der Demokratie.“

4036: A.L. Kennedy über das Ende der Monarchie

Freitag, September 16th, 2022

Der britische Schriftsteller A.L. Kennedy, 57, schreibt über das Ende der Monarchie (SZ 15.9.22):

1. „Herzlich willkommen in einem Vereinigten Königreich, das tagelang in blindem Gehorsam offiziell um eine Monarchin trauern wird, unter deren Herrschaft Untertanen geboren wurden, gelebt haben und gestorben sind.“

2. „Die letzte Amtshandlung unserer Königin bestand darin, sich von unserem bisherigen furchtbaren Premierminister zu verabschieden, der sie in diesem Amt belogen hatte, und unsere furchtbare neue Premierministerin offiziell zu ernennen. Die Bewegung Extinction Rebellion sagte danach Großdemos ab, wohl in der Hoffnung, dem neuen König zu gefallen, der im Gegensatz zur ehemaligen Shell-Mitarbeiterin Truss den Klimawandel für ein dringendes Problem zu halten scheint.“

3. „Das Ganze wird umrahmt von prunkvollen offiziellen Feierlichkeiten, die der Erhaltung herrschender Machtstrukturen dienen.“

4. „Die Menschen mögen unsicher sein, für wen sie künftig in der Nationalhymne um Gottes Segen bitten sollen; das gesellschaftliche Establishment und seine Anhängerr sind sich um so sicherer, dass diese Hymne für alles steht, dass ewig, weiß und rechts ist.“

5. „Jetzt erwarten uns viele Tage aufwendigen, kostspieligen Begräbnispomps. Dann folgt der Krönungspomp. Unsere Glocken müssen läuten, unsere Quizabende werden abgesagt, unsere Alltagssorgen verschoben, und das alles wegen einer Frau, die die wenigsten von uns persönlich kannten.“

6. „Unsere Oberschicht wurde durch die brutalen Traditionen teurer Privatinternate traumatisiert und abgestumpft – also wurde von uns allen erwartet, dass wir dem Tod geliebter Menschen mit Gleichmut begegnen.“

7. „Elizabeth winkte ihren Kolonialkindern freundlich zu, aber im gesamten Commonwealth dienen Vorurteile und die überhebliche Macht des Geldes und der Geburt noch immer der Erhaltung tief verwurzelter Ungerechtigkeit.“

8. „Wir müssen nicht erwähnen, dass der königliche Reichtum unter anderem ein Frucht von Sklaverei ist oder dass das Vereinigte Köngreich erst 2015 seine Ausgleichszahlungen an die Nachfahren ehemaliger Sklavenhalter einstellte.“

9. „.. eine Rolle/wie die der Königin/die von Natur aus so undemokratisch ist, sollte keinen Ruhepol bilden, sondern der Vergangenheit angehören.“

10. „Während die Tage unterwürfiger Trauer und Unterwürfigkeit weitergehen, denken viele Menschen in diesem Land über das Ende der Monarchie nach.“

4034: Neuer „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ ?

Donnerstag, September 15th, 2022

Die Öffentlichkeit ändert sich seit geraumer Zeit mit Suchmaschinen, Plattformen und sozialen Medien. Ist das eine Krise der Demokratie, ein neuer „Strukturwandel der Öffentlichkeit“? Jürgen Habermas behauptet es.

Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik. Berlin (Suhrkamp) 2022, 108 Seiten, 18 Euro.

In seiner 1962 erschienenen Habilitation hatte er den Übergang von der höfischen zur bürgerlichen Öffentlichkeit im 18. Jahrhundert untersucht. Mit Verlagen, Zeitungen und Zeitschriften. Habermas hat sich anscheinend gut in das von ihm untersuchte, neue Material eingearbeitet. Umständlich wie immer. Er registriert eine abnehmende Glaubwürdigkeit der Institutionen. Die politische Willensbildung wird gestört. „Die Lava dieses zugleich antiautoritären und egalitären Potentials, die im kalifornischen Gründergeist der frühen Jahre noch zu spüren war, ist im Silicon Valley alsbald zur libertären Grimasse weltbeherrschender Digitalkonzerne erstarrt.“

„Ein amerikanischer Präsident, ausgestattet mit einer Heerschar von Mitarbeitern und Pressesprechern, konnte bekanntlich vier Jahre lang mit seinem Smartphone in der Hand vom heimischen Badezimmer aus regieren.“ (Andreas Bernard, SZ 15.9.22)

Habermas schreibt, die neue Kommunikationssphäre könne „weder als öffentlich noch privat, sondern am ehesten als eine zur Öffentlichkeit aufgeblähte Sphäre einer bis dahin dem brieflichen Privatverkehr vorbehaltenen Kommunikation begriffen werden“.

Habermas wissenschaftliches Vorgehen und seine Schreibweise haben sich seit 1962 nicht geändert. Das ist bei einem 93-Jährigen nicht verwunderlich. Seine „bis ins Formelhafte begriffsgsättigte Sprache“ (Andreas Bernard) hat schon in den achtziger Jahren des 20. Jahrhundert Unbehagen ausgelöst.

Aber recht hat erwohl.

4031: Vernichtendes Urteil über die Documenta

Dienstag, September 13th, 2022

Der für seine klugen Analysen bekannte Nils Minkmar (SZ 13.9.22) berichtet von der Intervention des Expertengremiums, das die Aufgabe hat, die Documenta 15 in Bezug auf Antisemitismus zu evaluieren. Es sah sich dazu gezwungen einzuschreiten.

1. Dem Expertengremium gehören an: als Vorsitzende die Politologin Nicole Deitelhoff, die Soziologin Julia Bernstein, die Antisemitismusforscherin Marina Chernivsky, der Historiker Peter Jelavich, der Jurist Christoph Möllers.

2. Eine solche Erklärung führender Wissenschaftler in der Bundesrepublik hat man bisher noch nicht lesen müssen.

3. Die Experten schlagen Alarm.

4. Insbesondere geht es um die Vorführung von propalästinensischen Prpagandafilmen aus den sechziger bis achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Filme werden immer noch gezeigt.

5. „Hoch problematisch an diesem Werk sind nicht nur die mit antisemitischen und antizionistischen Versatzstücken versehenen Filmdekumente, sondern die zwischen den Filmen eingefügten Kommentare der Künstlerinnen, in denen sie den Israelhass und die Glorifizierung von Terrorismus des Quellmaterials durch ihre unkritische Diskussion legitimieren.“

6. Überall das gleiche Muster: Israel als Opressor, als Kolonialmacht, als neue faschistische Bedrohung.

7. Die Organisation der Documenta 15 hatte kein Konzept, damit diskursiv umzugehen.

8. Vielmehr hat sie eine „antizionistische, antisemitische und israelfeindliche Stimmung zugelassen“.

9. „Ein schlimmeres Urteil durch besonnene Menschen kann man sich in der Bundesrepublik nicht vorstellen.“

10. Fundamental

falsch

ist der Begriff des „globalen Südens“. Hinter ihm verstecken sich alle möglichen Dunkelmänner und -frauen.

11. Der berüchtigte „Antikolonialismus“ dient als Tarnung. Er wird stets eingesetzt, wenn es darum geht, dem Westen zu schaden.

12. Die verwandten Vorurteile sind heute oft nur noch denen bekannt, „die sich noch an die mitunter blank antisemitisch verfärbten westdeutschen, erst nur linken, dann auch grünen K-Gruppen der Siebziger- und Achtzigerjahre erinnern“.

13. Ruangrupa über die Erklärung der Experten: „Wir sind verärgert, müde, traurig, aber vereint.“ Ruangrupa sieht Zensur und Unwissenschaftlichkeit. Ruangrupa will sich „ab sofort, überall und in den kommenden Jahren von der Documenta zurückziehen“.

14. „Solche Leute durften die Documenta leiten.“

15. „Der gesamte Apparat Documenta braucht nach dieser historischen Blamage einen Neustart und nur mit etwas Glück reichen die fünf Jahre bis zum nächsten regulären Termin. Die laufende, fünfzehnte Documenta müsste eigentlich nicht Ende kommender Woche beendet werden. Sondern sofort.“

4025: Probleme der SPD

Samstag, September 10th, 2022

Die SPD ist nach 1945 eine Partei der Verlässlichkeit gewesen. Sie war jederzeit bereit, gesamtpolitische Verantwortung zu übernehmen, auch in schwierigen Zeiten. Unter Kurt Schumacher stand sie für eine Politik der sozialen Gerechtigkeit und der nationalen Vereinigung. Das Godesberger Programm bot eine gute Grundlage für Friedenspolitik, eine gerechte Sozialpolitik, Integration in den Westen und eine vernünftige Wirtschaftspolitik. Usw. Willy Brandts Ostpolitik trug stark zum Ausgleich in Europa bei und verschaffte Deutschland enormes Ansehen in der Welt. Auch bei den UN. Der letztlich von Helmut Schmidt durchgesetzte NATO-Doppelbeschluss gewährleistete, wie heute angesichts des russischen Vernichtungskriegs gegen die Ukraine leichter zu erkennen ist als seinerzeit, die Verteidigungsfähigkeit von NATO und EU. Mehr oder weniger alles Erfolgsmeldungen.

Mit den Problemen der SPD, die sich gerade in der letzten Zeit verschärft haben, beschäftigen sich Robert Pausch und Bernd Ulrich (Zeit 25.8.22). Ihre Analyse ist nicht von Missgunst gekennzeichnet, sondern von der Suche nach besseren Lösungen. Dabei werden zwei wunde Punkte der SPD ganz außer Acht gelassen:

a) die Sicherheits- und Außenpolitik (siehe NATO) und

b) die Bildungspolitik (angesichts der Krise des deutschen Bildungssystems):

1. In vielen Problemfällen schweigt die SPD.

2. Ihr ursprüngliches Erfolgsmodell war die Reformpolitik der kleinen Schritte („Der Weg ist das Ziel.“).

3. Die ökologische Weltkrise etabliert ein neues Denken. Was heute aufgeschoben wird, kommt bald mit doppelter Wucht zurück.

4. In der Ökologie ist das Ziel das Ziel.

5. Wir müssen Lieferketten und Ernteerträge erhalten.

6. Die Energiepreise bleiben in der nächsten Zeit hoch.

7. Die besten Phasen der SPD waren jene hohen Wachstums. Da ließen sich die Interessen des Bildungs- und Besitzbürgertums und der unteren Schichten leichter vereinbaren.

8. Üppiges Wachstum bewahrte die SPD vor dem Klassenkampf.

9. Von der angekündigten Wohnungsbau-Initiative der SPD (400.000 Wohnungen) ist wenig zu halten, solange alle Fachleute das ehrgeizige Ziel für unerreichbar halten.

10. Deutschlands Wohlstand wurde nicht von der SPD gefährdet, sondern von zwei Jahrzehnten verfehlter Energiepolitik der Union (Angela Merkel). Das sehen wir jetzt klar.

11. Die SPD kann wenig dafür, dass der Teufelskreis der Ungleichheit (Spaltung der Gesellschaft) das Vertrauen in die Demokratie unterhöhlt.

12. Der Abbau der kalten Progression dient laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung hauptsächlich den oberen 30 Prozent.

13. Laut ihrer eigenen Propagandarhetorik will die SPD insbesondere Krankenschwestern und Handwerkern helfen, und dann noch denen auf dem Lande. Tut sie dafür genug?

14. In der Klimapolitik muss die SPD dafür sorgen, dass die Interessen der kleinen Leute gewahrt bleiben.

15. Die klimapolitischen Probleme resultieren in erster Linie aus den Konsumgewohnheiten der „oberen Zehntausend“.

16. Wer die Frage der sozialen Gerechtigkeit missachtet, wird in der Klimapolitik scheitern. Und umgekehrt.

4023: Charles III. – britischer König

Freitag, September 9th, 2022

Nach dem Tod seiner Mutter, Königin Elisabeth II., ist nun Charles III. britischer König. Seine Mutter war eine rundum beliebte Königin. Sie hatte 70 Jahre auf dem Thron gesessen. Charles III. ist mit über 70 Jahren kein junger König. Ob seine Thronbesteigung nach dem Brexit politische Verbesserungen bringt, ist noch offen.

4020: Israel gibt Deutschland einen Vertrauensvorschuss.

Mittwoch, September 7th, 2022

Der israelische Staatspräsiden Isaac Herzog hat im Bundestag gesagt, sein Land sei stolz auf die Partnerschaft mit Deutschland. Das hatte sein Vater, der damalige Staatspräsident Chaim Herzog, 1987 nicht gesagt. Vielmehr sprach er damals völlig zu Recht davon, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel nach der Schoah niemals würden „normal“ sein können. Im Grund ist das ja bis auf den heutigen Tag die am besten begründete Position.

„Unter dem Deckmantel der Hinwendung zum ‚globalen Süden‘ und der Empathie für jedwede Opfer des Kolonialismus ist die Documenta zu einem Schaufenster des ganz normalen Antisemitismus geworden.“ Das ist die Gegenwart in Deutschland, machen wir uns nichts vor.

„Die bittere Wahrheit .. ist, dass der Antisemitismus in Deutschland seit dem Besuch seines Vaters nicht wirklich weniger geworden ist. Nur vielschichtiger. Darüber dürfen die mittlerweile außerordentlich guten Beziehungen zwischen Deutschland und Israel nicht hinwegtäuschen. In Israel ist viel Vertrauen zu Deutschland gewachsen. Dieses Vertrauen aber kann nur ein Vorschuss sein. Es lebt davon, dass die Deutschen in ihrer Mehrheit der Sehnsucht nach Normalität – also in Wahrheit nach Vergessen – nicht nachgeben.“ (Daniel Brössler, SZ 7.9.22)

W.S.: Erschwert wird das Ganze durch die völkerrechtswidrige Besatzungspolitik Israels und die Aufgabe der Zwei-Staaten-Theorie.

4019: Dominik Graf 70

Dienstag, September 6th, 2022

Der Filmregisseur Dominik Graf streift in seinen Filmen gerne durch die Filmgeschichte. Wie in seinem „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ (2021) nach Erich Kästner. Bei Graf gibt es Anarchie, Spontaneität, Lust auf den Augenblick. Das macht seine Filme so glaubwürdig. Der Sohn der Schauspieler Selma Urfer und Robert Graf  hat an der Hochschule für Fernsehen und Film in München studiert. Sein Abschlussfilm „Der kostbare Gast“ (1979) gewann gleich einen Bayerischen Filmpreis. Nun wird Dominik Graf 70 Jahre alt.

Er hat einiges getan, um die seinerzeit dominierenden Filme des jungen bzw. neuen deutschen Films ab 1962 (Kluge, Reitz, Herzog, Schlöndorff, Wenders) zu überwinden. Deren Filme waren ihm zu sehr „Belehrungskino“. Das kam gewiss auch von dem deutschen Fimförderungssystem. Dominik Graf war sich für Fernseharbeit nicht zu schade, sogar für Krimis nicht. In seinen Filmen tauchen Schimanski, Hanns von Meuffels, Batic und Leitmayer auf. Es sind nicht die schlechtesten Krimis. „Ich selbst war als Regisseur niemals so glücklich wie in jenen Momenten, in denen ich vermeintliche Krimi-Genre-Konfektionsware bedienen und die Serienfilme auf die Straßen, in die Polizeibüros und gleichzeitig (gemeinsam mit dem Drehbuchautor) auf den Kopf stellen durfte.“ (Fritz Göttler, SZ 6.9.22)