Archive for the ‘Wissenschaft’ Category

3052: Tour de France-Sieg ohne Doping ?

Montag, September 21st, 2020

Der 21- jährige Slowene

Tadej Pogacar

hat die Tour de France vor seinem Landsmann Primoz Roglic gewonnen. Dabei fuhr er beim Bergzeitfahren auf der vorletzten Etappe in einem Stil wie früher nur der größte Betrüger im Radsport, Lance Armstrong (USA). Er trat im Anstieg 6,5 Watt pro Kilogramm Körpergewicht. Kann das mit rechten Dingen zugegangen sein?

Pogacars Entdecker, Andrej Hauptmann, durfte 2000 bei der Tour de France wegen seiner Blutwerte nicht starten. Pogacar ist bisher weder positiv getestet noch sonstwie überführt worden. Aber wir wissen, dass es Doping auch heute gibt. Denken wir nur an den

positiven Salbutamol-Test

des viermaligen Tour-Siegers

Chris Froome

(Großbritannien). Beim Landgericht München ist der Prozess anhängig, bei dem der Blutdopingring eines Erfurter Arztes angeklagt ist. Zwei slowenische Fahrer sind als Kunden enttarnt worden. Acht der 19 Slowenen, die zwischen 2009 und 2019 in der World Tour fuhren, waren schon einmal gesperrt. Zuletzt hat sogar der Radsportweltverband UCI eine Untersuchung gegen den slowenischen Radsport angeschoben (Johannes Aumüller, SZ 21.9.20).

3051: Chinesische Propaganda heute

Montag, September 21st, 2020

Die Buchhandelskette Thalia verkauft chinesische Literatur. Dazu lässt sie seit Kurzem Regale von einem chinesischen Unternehmen bestücken. Dieses nutzt die Flächen, um chinesische Propaganda unter die Leute zu bringen.

Felix Stephan (SZ 21.9.20) schreibt dazu:

„Andererseits muss man sich aber auch bewusst machen, dass die chinesische Propaganda heute sehr viel subtiler vorgeht als die der Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Sie vertreibt kein chinesisches Pendant zu Hitlers ‚Mein Kampf‘, ihr geht es um den Anschein von Harmlosigkeit. Wie das funktioniert, kann man sich in den

500 Konfuzius-Instituten

anschauen, die China auf dem ganzen Globus verteilt hat. Die Häuser geben sich explizit unpolitisch: Es gibt Kalligafie- und Sprachkurse, in der Bibliothek steht 3.000 Jahre alte Lyrik. In genau dieser Entpolitisierung verbirgt sich schon der Spin. Um ihren totalitären Charakter zu verschleiern, nutzt die KP Chinas ländliche Folklore genau so wie buddhistische und konfuzianische Lehrgebäude. Mit dem ‚ubiquitären‘ Begriff der Harmonie entledigt sie sich der bloßen Idee von politischer Opposition oder minoritärer Identität, sei sie

tibetanisch oder uigurisch.

In diesem Sinne ist man schon in die Falle chinesischer Propaganda getappt, wenn man sie nur kantonesische Opern aufführen lässt, ohne auf den Absender hinzuweisen.“

3050: Die FDP ist schwach.

Montag, September 21st, 2020

Schon vor längerem habe ich mir verordnet, die FDP nie aus dem Blick zu lassen, auch wenn sie inhaltlich außer Steuersenkungen für Reiche nichts zu bieten hat. Der Grund dafür war und ist, dass die FDP möglicherweise bei einer Wahl wieder einmal 5,1 Prozent kriegen könnte. Dabei hat die Partei 2017 versagt und Jamaika unmöglich gemacht. Dieses „ewige Jamaika“ verfolgt die FDP nun. Der Vorsitzende Christian Lindner kann nur noch Zuflucht in Ausreden suchen. Er war übrigens schon unter Guido Westerwelle Generalsekretär, als damals alles falsch gemacht wurde. Er trat aus taktischen Gründen zurück. Seither ist bei der FDP nichts besser geworden. Nun will Lindner die Partei angeblich in die Regierungsverantwortung führen. Er tappt in die Falle, die er sich 2017 selbst gestellt hat.

„Nur unter größten Verrenkungen ist zu erklären, warum 2017 angeblich richtig war, was 2021 nicht mehr richtig sein darf. Würde Lindner nun zugeben, dass das Jamaika-Aus nicht nur schlecht gemacht, sondern auch schlecht war, würde er seine Autorität als Parteichef vernichten. Sein Amt hat er nun stattdessen daran geknüpft, es das nächste Mal besser zu machen – die FDP also in die Regierung zu führen.“ Damit verhandelt die FDP automatisch aus einer Position der Schwäche (Daniel Brössler, SZ 21.9.20).

3049: Die Verlierer des Sozialismus sind die Gewinner im Kapitalismus.

Sonntag, September 20th, 2020

1. Der Ökonom Max Deter hat jetzt in einer Studie gezeigt, dass die Verlierer des DDR-Sozialismus die Gewinner im neuen Gesamtdeutschland (Bundesrepublik Deutschland) sind (Max Deter: Are the Losers of Communism the Winners of Capitalism? SOEP-Papers, August 2020).

2. Dazu hat er ein Panel von 2.300 Ostdeutschen zwischen 1990 und 2018 immer wieder zu ihrer Haltung zur DDR, ihrer Lebenszufriedenheit und ihrer wirtschaftlichen Situation befragt.

3. In der DDR gab es 1989 bei etwa 18 Millionen Einwohnern 2,3 Millionen SED-Mitglieder und 500.000 Mitglieder der „Blockparteien“.

4. Ein flächendeckendes Spitzelsystem (Stasi) überwachte die Bevölkerung komplett.

5. Deter unterteilt die DDR-Bürger in drei Gruppen:

a) die „Elite“: SED-Mitglieder, Angehörige von Polizei und Armee (ein Fünftel der Bevölkerung);

b) die „Systemgegner“, das sind Demonstrationsteilnehmer bei der „friedlichen Revolution“, Menschen, die bevorzugt West-Fernsehen geschaut haben, oder die von der Stasi überwacht wurden;

c) die „schweigende Mehrheit“ (in meiner Terminologie die „Mitläufer“), die eine eher unterdurchschnittliche Bildung hatte (die große Mehrheit).

6. Die Befragungsdaten zeigen eindeutig, dass die Demonstrationsteilnehmer ihre Lebenszufriedenheit am stärksten steigern konnten, während die ehemaligen SED-Mitglieder die stärksten Rückgänge zu verzeichnen hatten.

Zwischenbemerkung W.S.: Deshalb ahnen wir, woher die Pegida-Demonstranten, die AfD-Mitglieder und die Unzufriedenen in den neuen Bundesländern kommen, die gerne mit Begriffen wie „Lügenpresse“ hantieren.

7. „SED-Mitglieder haben verglichen zur Gesamtbevölkerung 30,8 Prozentpunkte mehr an Einkommen verloren.“

8. Wer von der Stasi überwacht wurde oder religiös war, schnitt später schlechter ab als der Durchschnittsbürger. Das könnte mit der geringeren Arbeitserfahrung zusammenhängen.

9. Nach der Wiedervereinigung war ehemaligen SED-Mitgliedern häufig der Weg in den öffentlichen Dienst versperrt.

10. Positiv ausgezahlt haben sich in der neuen Bundesrepublik laut Deter Eigenschaften wie Vertrauen in andere Menschen und Risikobereitschaft.

11. In der Marktwirtschaft bringt gegenseitiges Vertrauen etwas.

12. Für Max Deter ist es gerade gerecht, dass diejenigen, die in der DDR diskriminiert wurden, bei uns reüssieren, weil sie für ihre Freiheit gekämpft haben (Johannes Pennekamp, FAS 20.9.20).

 

3048: Bei hartem Brexit: Deutschland der Verlierer

Sonntag, September 20th, 2020

Es zeichnet sich ab, dass es ab Januar 2021 Zollhürden und Mengenkontingente zwischen der EU und Großbritannien geben wird. Deutschland hätte dadurch die meisten Arbeitsplatzverluste zu verzeichnen. 180.000 Stellen sind gefährdet. Am stärksten in der Autoindustrie. Verhindert werden könnte das nur durch ein Freihandelsabkommen. Das wollen die Tories anscheinend gar nicht. Der zollfreie Güterhandel über den Ärmelkanal erreichte 2019 ein Volumen von einer halben Billion Euro. Belastet werden die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien durch die Ankündigung der britischen Regierung, sich nicht an zentrale Regeln des bereits ratifizierten politischen Austrittsabkommens halten zu wollen (theu., FAS 20.9.20)

Ein weiterer Verlierer des harten Brexits wäre Großbritannien selbst.

Viele Briten wollen anscheinend zurück (in die Vergangenheit) zum Empire und zur kolonialistischen Herrschaft.

Schwachsinn!

3047: Das Desaster in der Lehrerausbildung

Samstag, September 19th, 2020

Es ist ja eine Binsenweisheit, dass die Zukunft unserer Gesellschaft von der Bildung abhängt. Also von den Lehrern und damit von der Lehrerausbildung.

Unsere Gegenwart übrigens auch.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass einige Zeitgenossen von Bildung deswegen schlecht sprechen, weil sie ihren eigenen Kompetenzen misstrauen (Musik, Literatur, bildende Kunst und Weiteres). Da tritt dann schnell die Einstellung ein, dass es den Schülern gar nichts nütze, wenn sie so viel wüssten, weil es „bei uns“ im Unternehmen doch nicht gefragt sei. Keine guten Voraussetzungen für Bildung. Ebenfalls nicht gut ist es, so empfinde ich es persönlich-subjektiv, dass viele Kräfte in der Lehrerausbildung tätig sind, denen dazu die Qualifikation fehlt. Sie haben manchmal keine praktische Erfahrung oder es fehlt ihnen an der positiven Einstellung ihren Studenten gegenüber. Die muss man nämlich mögen, wenn man ihnen etwas beibringen will.

Dies bestätigt die aktuelle Studie „Lehrkräftebildung 2021“ des ehemaligen Berliner Staatssekretärs Mark Rackles. Seit seinem Ausscheiden aus der politischen Verantwortung geht er schonungslos und selbstkritisch mit den Prognosen der Kultusministerkonferenz (KMK) um. Seit Jahrzehnten gibt es in Deutschland zu wenige Lehrer und dazu noch in den falschen Fächern und Schularten. Manche Bundesländer weisen Defizite bei den Lehrern von mehr als 50 Prozent auf. Allein wegen der altersbedingten Abgänge müssten 2,9 Prozent des gesamten Personalkörpers pro Jahr ausgebildet werden. Dieses Ziel verfehlten im Jahr 2018 sieben Länder:

Sachsen,

Sachsen-Anhalt,

Berlin,

Mecklenburg-Vorpommern,

Brandenburg,

Hamburg und

Thüringen.

Dabei nehmen die Schülerzahlen bis zum Jahr 2030 wieder zu. Zu viele Länder verlassen sich auf den Lehrerüberschuss in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz. Manche Bundesländer haben Kapazitäten noch abgebaut. Auch beim Referendariat stagnieren die Zahlen. Die Vorbereitungsdienste sind in den Ländern zwar gleichwertig, aber verschieden lang, von 12 Monaten bis zu 24 Monaten. Allein für das Lehramt an Gymnasien gibt es genügend Lehramtsanwärter. Besonder schlecht sieht es aus bei

Berufsschulen,

Sonderschulen und

der Sekundarstufe I.

Es mangelt an Interessenten in den folgenden (zum teil sehr wichtigen) Fächern: Deutsch, Mathematik, Sport, Englisch, Musik und Kunst. Rackles führt das u.a. darauf zurück, dass an Kunst- und Musikhochschulen die Eingangsprüfungen für künftige Lehrer genau so hart sind wie für künftige Künstler. Das Lehramt Sonderpädagogik stagniert.

Rackles schreibt: „Der Mangel ist hausgemacht, da er das Ergebnis von politischen Vorgaben und Prozessen ist. Es handelt sich um eine föderale Sackgasse.“

Er schlägt einen Staatsvertrag vor, in dem die Länder übergreifend Strukturvorgaben und Standards setzen. Beraten soll ein „Beirat Lehrkräftebedarf“, dessen Mitglieder je zur Hälfte von Bildungs- und Hochschulseite berufen werden sollen. Steuerungsgröße sollen die Absolventenzahlen sein. In dem von Rackles vorgeschlagenen Staatsvertrag sollen sich die Länder zur Eigenbedarfsdeckung bekennen.

Nach Rackles haben wir es heute mit einem relativ ungesteuerten System zu tun von fast 5.000 Studiengängen an über 100 Hochschulen. Erforderlich sei eine abgestimmte Begrenzung der Fächerkombinationen. Rackles empfiehlt, das System des polyvalenten Lehramtsstudiums zu beenden, das Studenten mit einer Offenheit der Abschlüsse anzulocken versucht. Er will die Möglichkeit eines Quereinstiegs mit länderübergreifenden Standards in der Auswahl, Qualifizierung und Qualitätssicherung (Heike Schmoll, FAZ 19.9.20).

 

3045: Volksbegehren zur Enteigung zulässig

Freitag, September 18th, 2020

Die Berliner Verwaltung hat das Volksbegehren zur Enteignung großer Wohnungsgesellschaften für zulässig erklärt. Im nächsten Schritt muss sich nun der Senat aus

SPD, Linken und Grünen

zu dem Vorhaben erklären. Die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ will erreichen, dass Unternehmen in Berlin, die mehr als 3.000 Wohnungen besitzen, vergesellschaftet werden. Ähnlich wie der Mietendeckel wäre eine Enteignung ein bislang einmalig drastischer Schritt in der Wohnungspolitik. Die Initiative hatte im letzten Jahr 77.000 Unterschriften gesammelt. Notwendig wären nur 20.000 gewesen. Linke und Grüne unterstützen das Vorhaben. Die SPD ist dagegegen. Problematisch sind die Entschädigungen, die bei Enteignungen zu zahlen wären. Nach dem Votum von Senat und Abgeordnetenhaus hat die Initiative vier Monate Zeit, um die Zustimmung von etwa 170.000 Berlinern einzuholen. Der nächste Schritt wäre ein Volksentscheid, der gemeinsam mit den Wahlen zum Bundestag und zum Abgeordnetenhaus im September 2021 stattfinden könnte (Jan Heidtmann, SZ 18.9.20).

 

3043: Jean Seberg – ein unglückliches Leben

Mittwoch, September 16th, 2020

In Jean-Luc Godards „A bout de souffle“ („Außer Atem“) 1959 wurde Jean Seberg (geb. 1938) zur

Stilikone der „Nouvelle Vague“.

Als amerikanische Studentin verkaufte sie auf den Champs-Elysées Zeitungen, darunter die „International Herald Tribune“, und brachte einen Kleinkriminellen (Jean-Paul Belmondo) zu Fall. Godard brach mit vielen Konventionen des Kinos, inhaltlich wie ästhetisch, räumte mit veralteten Geschlechterrollen genau so auf wie mit alten Kameraeinstellungen und Schnittrhythmen. Sebergs Kurzhaarschnitt und ihr Gesicht prägten die Vorstellungen von der „neuen Welle“. Ich habe den Film 1962 zum ersten Mal gesehen, aber nicht in unserem Dorfkino, sondern in einem Seminar für politische Bildung im Jugendhof Steinkimmen. Und war begeistert.

Entdeckt hatte Jean Seberg 1957 Otto Preminger für seinen Film „Die heilige Johanna“. 1964 überzeugte sie an der Seite von Warren Beatty in Robert Rossens „Lilith“. Aber sie spielte auch in vielen Filmen, an die wir uns heute nicht mehr erinnern. Ihre letzte Rolle hatte sie 1976 an der Seite von Bruno Ganz und Anne Bennent in Hans W. Geißendörfers „Die Wildente“. Jean Sebergs Privatleben konnte mit ihrer Filmkarriere nicht mithalten. Sie war drei Mal verheiratet. Ihr Sohn wurde 1962 geboren, ihre Tochter starb 1970 kurz nach der Geburt. Seberg engagierte sich politisch für die Black-Panther-Bewegung. Damit zog sie den alltäglichen Rassimus auf sich. Und das FBI unter seinem fanatischen Chef Herbert J. Hoover. Von dort wurden Schmutzkampagnen gegen sie gestartet. Seberg fühlte sich verfolgt. Drogen- und Alkoholexzesse waren die Folge. 1979 wurde sie, wohl zehn Tage nach ihrem Tod, in Paris nackt in ihrem Auto gefunden. Ihr dritter Mann, Romain Gary, hat zeitlebens behauptet, Jean Seberg sei vom amerikanischen Geheimdienst ermordet worden. Auf den Filmfestspielen in Venedig 2019 lief Benedict Andrews Film „Seberg“ (David Steinitz, SZ 16.9.20).

3042: Angesichts von Antisemitismus – Der Zentralrat der Juden 70 Jahre alt

Mittwoch, September 16th, 2020

Der Zentralrat der Juden in Deutschland ist 70 Jahre alt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (NIF, SZ 16.9.20) bezeichnete ihn als „fest verankerte Institution und bedeutende Stimme in unserem Land“. Die Juden könnten stolz darauf sein, „was sie im Vertrauen auf sich selbst und im Vertrauen in unser Land aufgebaut und geleistet“ haben. Der andere Teil der Wahrheit sei, dass sich viele Juden in Deutschland angesichts des grassierenden Antisemitismus nicht mehr sicher und respektiert fühlten. „Es ist eine Schande und beschämt mich zutiefst, wie sich Rassimus und Antisemitismus in diesen Zeiten äußern.“

Joachim Käppner schreibt dazu (SZ 16.9.20): „Man vergisst leicht, welch ein Geschenk und Vertrauensbeweis dieses Leben ist für die deutsche Gesellschaft. Gleichzeitig ist dieses neu erblühte jüdische Leben auch ein Gradmesser für den inneren Zustand dieser Demokratie. Der zunehmende

Antisemitismus,

dieses Erbübel aus

Verschwörungsmystik, Bösartigkeit und Dummheit,

beunruhigt die jüdischen Deutschen. Die Vorgänge um den Terroranschlag von Halle, der die Juden dort treffen sollte, lassen zweifeln, ob das Ausmaß der Bedrohung tatsächlich überall verstanden wurde. Deutschlands Juden brauchen die Solidarität der Gesellschaft.“

3041: Homöopathie bringt nichts.

Dienstag, September 15th, 2020

Christina Berndt ist promovierte Immunologin und Biochemikerin und schreibt in der SZ über Medizin und Psychologie. Über Homöopathie sagt sie (15.9.20): „Für ihren Nutzen gibt es keinen Beleg durch wissenschaftlich solide Studien. Immer wieder wurde in umfassenden Analysen überprüft, ob homöopathische Therapien Patienten wirklich helfen können.

Das Ergebnis war jedes Mal niederschmetternd.

Gleich, ob die britische Regierung, die Cochran Collaboration oder Universitäten Analysen vornahmen: Die Wirkung der Homöopathie ging nicht über einen Placebo-Effekt hinaus. Doch Gefahren bergen die Mittel durchaus: Sie können zu Allergien führen. Besonders problematisch wird es, wenn im Glauben an die Homöopathie wirksame Behandlungen unterlassen werden.“