Viele von uns kennen Fabian Hinrichs als Kommissar aus dem Franken-„Tatort“ (gemeinsam mit Dagmar Manzel). Kürzlich habe ich Hinrichs als Regisseur und Hauptdarsteller in „Sardanapal“ an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gesehen. Ein Theaterskandal. Nun tritt Fabian Hinrichs mit der fünfköpfigen Satiregruppe „Browswe Ballett“ in ZDF Neo auf und überzeugt. Er parodiert als „Magnus Richter“ Markus Lanz. Dazu schreibt Marlene Knobloch (SZ 1.6.23): „Man wünscht sich eine Talkshow mit Fabian Hinrichs.“
Archive for the ‘Philosophie’ Category
4356: „Man wünscht sich eine Talkshow mit Fabian Hinrichs.“
Sonntag, Juni 4th, 20234355: Robert Altman hat nur einen Film gemacht.
Sonntag, Juni 4th, 2023Der berühmte Regisseur Robert Altman (1925-2006) hat am Ende seines Lebens erklärt, dass er seine letzten Jahre mit dem Spenderherzen einer jungen Frau gelebt habe. Er ist der Regisseur solch großartiger Fime wie „M.A.S.H.“ (1970), „Der Tod kennt keine Wiederkehr“ (1973), „Nashville“ (1975), „Komm zurück, Jimmy Dean“ (1982), „Vincent und Theo“ (1990), „Short Cuts“ (1993) und „Gosford Park“ (2001). Und dann erklärte Altman am Ende noch: „Allerdings ist es für mich so, dass ich nur einen einzigen langen Film gemacht habe. Einen Film machen, das ist wie eine Sandburg bauen am Strand. Man lädt seine Freunde ein und erschafft mit ihnen ein wunderbares Werk. Und dann sitzt man da und wartet auf die Flut und sieht zu, wie der Ozean sie wieder wegwäscht. Diese Sandburg bleibt aber im Gedächtnis zurück.“ (Josef Schnelle, SZ 3./4.6.23)
4354: CDU-Kretschmers Asyl-Obergrenze
Samstag, Juni 3rd, 2023Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält eine jährliche Obergrenze für den Zuzug von Migranten für notwendig. Die Grenze müsse irgendwo bei 200.000 liegen, das sei seit 2015 klar. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wurden im vergangenen Jahr etwa 244.000 Anträge auf Asyl gestellt. In diesem Jahr waren es allein im April mehr als 110.000. Kretschmer meint, dass wir die Grenzen dessen sehen müssten, was möglich ist (SZ 3./4.6.23).
Michael Kretschmer hat Recht.
4353: Wehrbeauftragte für Musterung
Samstag, Juni 3rd, 2023Die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Eva Högl (SPD), plädiert zur Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr für eine Musterung aller Angehörigen eines Jahrgangs. Sie hält die Idee eines verpflichtenden „Dienstjahrs für Deutschland“ für gut. Eine Rückkehr zur Wehrpflicht schließt sie aus. „Man könnte wie in Schweden einen gesamten Jahrgang junger Leute für die Bundeswehr zur Musterung einladen. Und sie dann, sofern sie wehrfähig sind, selbst entscheiden lassen, on sie sich engagieren wollen oder nicht.“ (SZ 3./4.6.23)
4352: Israels Spaltung in Ashkenasim und Mizrachim
Freitag, Juni 2nd, 2023Ursprünglich hatten wir es uns angewöhnt, Juden in Ashkenasim (aus Europa) und Sephardim (aus Spanien und Portugal) aufzuteilen. Nach 1948 hat es aber eine zahlenmäßig starke jüdische Einwanderung aus der arabischen Welt (Mizrachim) gegeben. Dazu kamen die Juden aus der Sowjetunion nach 1990, die keine Demokratie kannten. Die Mizrachim haben inzwischen die Mehrheit, eine knappe, aber immerhin. Erstmals hatten sie Menahem Begin von der Likud 1977 einen Wahlsieg beschert. Die Dominanz der Arbeitspartei war dahin. Dies wirkt bis auf den heutigen Tag. Wie anderswo auf der Welt auch, äußert es sich in dem Satz: „Wir sind keine Bürger zweiter Klasse.“ Die ashkenasische Elite wird denunziert. Im Kern ist das auch das Erfolgsgeheimnis von Benjamin Netanjahu. Mit seinen politisch-orthodoxen und religiösen Partnern führt er Israel ins Unglück. Westliche Wert geraten zunehmend in Verruf. Es gibt in Israel so wunderbare Städte wie Tel Aviv. Und solchen Rückschritt wie in Mea Shearim (Stadtteil Jerusalems). Es gibt in Israel die positive liberale und säkulare Seite und den nationalistisch-religiösen Mist (Peter Münch, SZ 30.5.23).
4349: Meck-Pomm verlangt vom Bund Geld für Rügen.
Dienstag, Mai 30th, 2023Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern verlangt vom Bund eine Milliarde Euro für Investitionen auf Rügen. Etwa zum Ausbau des Hafens in Mukran. Und für ein neues Schiff zur „Havariebekämpfung“. Damit soll in der Bevölkerung der Rückhalt für ein Flüssiggas-Terminal erhöht werden (SZ 30.5.23).
4348: Restitution kolonialer Raubkunst
Montag, Mai 29th, 2023Es sollte allen klar sein, die bei der Restitution von kolonialer Raubkunst ernst genommen werden wollen, dass über die Handhabung der Objekte künftig die Herkunftsländer entscheiden und nicht wir, Deutschland. Und zwar auch dann, wenn es sich etwa bei der Rückgabe der Benin-Bronzen herausgestellt hat, dass die Bundesregierung andere Vorstellungen hatte als der nigerianische Präsident, Muhamaru Buhari. Für uns bleibt das zentrale Motiv die Revision kolonialen Unrechts. Es sollen alte Wunden geheilt werden. Dabei liegt es auf der Hand, dass europäische Postkolonialisten keine Royalisten sind. Da brauchen wir bloß an unsere Hohenzollern zu denken. Trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein moderner egalitärer Diskurs praktisch zur Aufwertung traditioneller Hierarchien führen kann (Ijoma Mangold, Zeit 11.5.23).
4347: Entscheidung über Picasso-Gemälde vertagt
Montag, Mai 29th, 2023Der Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags hat seine Entscheidung darüber vertagt, ob Pablo Picassos „Madame Soler“ (1903) als Raubkunst-Fall vor die Limbach-Kommission gelangt. Gemalt hatte es Picasso während seiner blauen Periode. Erworben hatte es der in Berlin lebende jüdische Bankier Paul von Mendelssohn-Bartholdy. Nach Hitlers Machtergreifung 1933 hatte er es an den Kunsthändler Justin Thannhauser verkauft, der es 1964 an den Freistaat Bayern abgab. Sein Wert wird auf 100 Millionen Euro geschätzt.
Mendelssohns Erben hatten sich direkt an den Bayerischen Landtag gewandt. Einer von ihnen, der Historiker Julius H. Schoeps, hatte im letzten Jahr ein 200 Seiten starkes Buch mit dem Titel „Umgang des Freistaates Bayern mit einem spektakulären NS-Raubkunstfall“ veröffentlicht. Darin kritisiert Schoeps das in der Tat befremdliche Blockieren Bayerns. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat sich dafür ausgesprochen, „endlich den Weg dafür freizumachen, dass die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen einer Anrufung der Beratenden Kommission zustimmen. Das ist nun wirklich überfällig.“ Dagegen verlangt Bayern vom Bund „eine verlässliche gesetzliche Grundlage“. Picassos „Madame Soler“ wird im Picasso-Jahr 2023 nicht gezeigt (Catrin LOrch, SZ 25.5.23).
4346: Die Behandlung des Antisemitismus im heutigen Polen
Montag, Mai 29th, 2023Obwohl es in Polen hervorragende Historiographinnen gibt wie Barbara Engelking, wird eine kritische historische Forschung in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg in Polen zunehmend verhindert. Engelking hat vor zwanzig Jahren an der Polnischen Akademie der Wissenschaften ein Zentrum für Holocaust-Forschung gegründet. Ihre Forschung wird vom polnischen Staat nicht mehr voll unterstützt. Das ist nicht der erste Versuch polnischer Populisten, die Geschichte ihres Landes vor noch so seriöser Kritik abzuschirmen.
Der bekannteste Fall ist der des polnisch-amerikanischen Historikers Jan T. Gross, der 2001 ein Buch über das Massaker von Jedwabne publiziert hatte. Dort hatten im Sommer 1941 nach dem Abzug der sowjetischen Besatzer in Gegenwart der Deutschen Polen ihre jüdischen Nachbarn ermordet und sich deren Hab und Gut bemächtigt. Der damalige Staatspräsident Alexander Kwasniewski hatte sich 60 Jahre danach dafür an einem neu eingerichteten Mahnmal entschuldigt. Unter dem Einfluss der populistischen PIS wurde dann der geschichtspolitische Rückwärtsgang eingelegt. Eine 2006 verabschiedete „Lex Gross“ drohte jedem mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, der die „polnische Nation“ der Teilnahme an kommunistischen oder nationalsozialistischen Verbrechen bezichtigte. 2018 unterzeichnete Präsident Andrzej Duda ein Holocaust-Gesetz, das alle mit Strafe bedroht, die Polen Schuld oder Mitschuld an Nazi-Verbrechen anlasten (Norbert Frei, SZ 26.5.23).
4345: Sophie Passmann lobt die Kunst des „Zuhausebleibens“.
Sonntag, Mai 28th, 2023Als besonders weltläufig gilt in Deutschland häufig der, der weite Reisen macht, bis ans Ende der Welt, das von der Tourismus-Industrie gerade als sehr angesagt bezeichnet wird. Da leben viele Putin-Unterstützer. Sophie Passmann (Zeit 11.5.23), meint, dass manchmal auch das Zuhausebleiben im abgedunkelten und gekühlten Wohnzimmer seine Reize haben kann. Auch da können wir uns die Bratwürste der Grill-Community vorstellen. Zu Hause ist manchmal die Sehnsucht abwesend. Und deswegen geht es uns dort besonders gut. Übrigens ist Kultur dort gar nicht abwesend. Ich kann sehr konzentriert ein ganzes Album anhören. Oder die Filme eines Regisseurs betrachten. Ja, ein Buch lesen, ohne alle paar Seiten das Handy zu ergreifen. „Und dann kann man sich freuen. Über das Alleinsein. Und über den Sommer, den man mit Kultur verbracht hat. Ganz ohne Bahnfahrten.“