Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

3405: US-Republikaner leben mit Trump-Lüge.

Samstag, Mai 15th, 2021

Liz Cheney wurde von ihrem Posten als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Republikaner im Repräsentantenhaus abgewählt. Die Tochter des ehemaligen Verteidigungsministers Dick Cheney hatte als einzige prominente Republikanerin der Lüge von Donald Trump widersprochen, er sei um den Wahlsieg bei den Präsidentschaftswahlen betrogen worden. Vielmehr sei er abgewählt worden und habe dann versucht, sich mit illegalen Methoden an der Macht zu halten, und seine Anhänger am 6. Januar 2021 zum Sturm auf das Kapitol aufgehetzt.

Ein beispielloser Angriff eines US-Präsidenten auf die amerikanische Demokratie.

Die Republikaner haben sich ihm unterworfen und wollen mit der Trump-Lüge leben. „Sie beschädigt die Legitimität jenes Verfahrens, durch das in einer Demokratie die politische Macht friedlich verteilt wird und ohne das es keine Demokratie gibt – Wahlen.“ Wenn in den USA eine von zwei Parteien den demokratischen Konsens aufkündigt, kann dann die Demokratie überleben? Jedenfalls stecken die USA in einer tiefen Krise.

„Donald Trump wurde zwar abgewählt, aber das Gift, das er verspritzt hat, bleibt. Es frisst sich weiter durch die Gesellschaft und die politischen Institutionen in Amerika. Die Wähler und die Wahrheit können es aufhalten. Aber es gibt keine Garantie, dass das tatsächlich gelingt.“ (Hubert Wetzel, SZ 14.5.21)

3403: Volker Weidermann geht zur „Zeit“.

Freitag, Mai 14th, 2021

Volker Weidermann war bisher (seit 2015) Literatur-Redakteur beim „Spiegel“. Ab 1. Oktober wird er Feuilletonchef der „Zeit“. In einer sehr bemerkenswerten internen Mail an die Kollegen hat er das damit begründet, dass ihm der Schritt leicht gefallen sei auf Grund eines Klimas von „Angst, Misstrauen, Beharrungswillen, Unmut und Kontrollwahn“. Erst kürzlich waren Melanie Amann und Thorsten Dörting in die Chefedaktion des „Spiegels“ berufen worden, nachdem Barbara Hans hingeschmissen hatte. Das lässt auf ein hoch aggressives Klima beim „Spiegel“ schließen.

Volker Weidermann (geb. 1969) ist ein hochverdienter Literatur-Journalist. Schon sein erstes Buch „Lichtjahre. Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute“ (2006) hatte mich begeistert. Weidermann schreibt kurz, pointiert, stilistisch brillant und lässt den Leser über seine Meinung nicht im Unklaren (seine weiteren Werke: „Das Buch der verbrannten Bücher“ 2008, „Max Frisch“ 2010, „Ostende 1936“ über Stefan Zweig und Joseph Roth 2014, „Dichter treffen“ 2016, „Träumer“ über die Münchener Räterepublik 2017, „Das Duell“ zwischen Marcel Reich-Ranicki und Günter Grass 2019 und „Brennendes Licht. Anna Seghers in Mexiko“ 2020). Von 2015 bis 2019 moderierte er im ZDF das „Literarische Quartett“. Vorher war er Feuilletonchef der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) (Carolin Gasteiger, SZ 14.5.21).

3402: Caren Miosga bekommt den Grimme-Preis.

Mittwoch, Mai 12th, 2021

Die diesjährigen Grimme-Preise sind von der Direktorin des Adolf-Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, vergeben worden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk schneidet dabei gut ab. „Angesichts der aktuellen Debatte um manipulierte Dokumentationen sind wahrhaftige Produktionen, die journalistische Standards strikt einhalten, wichtiger denn je.“ Für ihre Art, Nachrichten zu präsentieren, wurde die Tagesthemen-Moderatorin Caren Misoga besonders geehrt (Carolin Gasteiger, SZ 12.5.21). Sehr zu Recht!

3401: Das „Luf-Boot“

Dienstag, Mai 11th, 2021

Das aus der Südsee stammende, imposante „Luf-Boot“ wurde 2018 vom Ethnologischen Museum Dahlem ins Humboldt-Forum in Berlin-Mitte expediert. Unter großem Aufwand. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Dr. Hermann Parzinger, erklärte es für „erworben“. Also als keine Raubkunst.

Der Historiker Götz Aly widerspricht dem in seinem neuesten Buch. Darin erzählt er, wie die Deutschen die Bewohner der Hermitinseln, deren größte Luf ist, töteten, vergewaltigten und zur Zwangsarbeit auf den Kokosplantagen verschleppten. Aly ist familiär verstrickt. Sein Urgroßonkel war als Militärpfarrer bei der Deutschen Kriegsmarine und wirkte an der Unterwerfung der Ureinwohner mit. Die dort tätigen deutschen Unternehmen betrachteten die Inselbewohner vor allem als kostenlose Arbeitskräfte. Die meisten von ihnen sahen ihre Heimatinseln nie wieder. Sie starben vor Erschöpfung oder an eingeschleppten Krankheiten (Mark Siemons, FAS 9.5.21; Jörg Häntzschel, SZ 10.5.21).

3400: Ist Peter Handke ein Faschist ?

Dienstag, Mai 11th, 2021

Der österreichische Schriftsteller Peter Handke (Nobelpreisträger für Literatur 2019) hat am Wochenende in Serbien und in der bosnischen Serbenrepublik Orden und Preise entgegengenommen. Kritiker hatten darauf verwiesen, dass Handke serbische Kriegsverbrechen während der Jugoslawien-Kriege bagatellisiert hatte. Den Orden der Republica Srbska hatte Handke aus der Hand der Präsidentin Zeljka Cvijanovic erhalten. In Visegrad überreichte ihm der Regisseur Emir Kusturica den Ivo-Andric-Preis. Am Sonntag erhielt Handke einen Orden aus der Hand des serbischen Präsidenten Aleksander Vucic.

Bosnien reagierte entsetzt. Das kroatische Mitglied des bosnischen Staatspräsidiums, Zeljko Komsic, sagte: „Handke mag ein Nobelpreisträger zum Quadrat sein, aber in den Tiefen seiner Seele ist er ein Faschist.“ (SZ 10.5.21)

3399: Jürgen Habermas lehnt einen Preis ab.

Montag, Mai 10th, 2021

Unabhängig davon, wie wir den deutschen Philosophen Jürgen Habermas, geb. 1929, betrachten, sofern wir uns überhaupt dazu ein Urteil erlauben, ist es eine Tatsache, dass er ein riesiges Werk geschaffen hat, das nahezu unüberschaubar ist und viele Fächer berührt („Strukturwandel der Öffentlichkeit“ 1962, „Erkenntnis und Interesse“ 1968, „Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus“ 1973, „Theorie des kommunikativen Handelns“ 2 Bde. 1981, „Der philosophische Diskurs der Moderne“ 1985). Mein Fach, die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, war durch den „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ unmittelbar berührt. Entsprechend ernst wurde Habermas bei uns genommen.

Das Erstaunliche bei Habermas war aber, sofern wir hier überhaupt kritisch herangehen wollen, dass es erstaunte, welcher Aufwand betrieben werden musste, um zu bestimmten Erkenntnissen zu gelangen. Die Bedeutung Europas hatten etwa Charles de Gaulle und Konrad Adenauer dreißig Jahre vorher ohne Philosophie erkannt.

Jürgen Habermas hatte den mit 225.000 Euro dotierten „Sheikh Zayed Book Award“ von Abu Dhabi zunächst angenommen. Dann abgelehnt mit der Begründung: „Die sehr enge Verbindung der Institution, die diese Preise in Abu Dhabi vergibt, mit dem dort bestehenden System habe ich mir nicht hinreichend klargemacht.“ Das berührt die alte Streitfrage, ob wir die Chancen höher bewerten, die ein Dialog verspricht, oder das Risiko, Autokraten bei der Verschleierung der wahren Natur ihrer Herrschaft zu helfen. Mit Verzögerung hat Jürgen Habermas für sich die Frage beantwortet. Klar. Auf dem Freiheits-Index der Organisation Freedom House steht Abu Dhabi mit 17 von 100 Punkten auf einer Stufe mit Iran und Swasiland.

Es versteht sich von selbst, dass Habermas‘ Entscheidung kritisiert wurde. Etwa von dem Übersetzer Stephan Weidner, der darin ein „Lehrstück für die moralische Überheblichkeit des Westens“ sieht. Sie zeige, dass es Araber und Muslime der westlichen Welt nie rechtmachen könnten. Abu Dhabi sei ein Staat, der mit Israel Frieden schließe und die Tauwetter-Politik am Golf mittrage.

Vermittelt hatte die Preisvergabe an Jürgen Habermas Jürgen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse. Er sagt: „Er (Habermas) hat sich über den Preis informiert und sich nach einigen Tagen Bedenkzeit entschieden, ihn anzunehmen.“ Boos ist der Meinung, dass wir demokratische Werte „besser vertreten, wenn wir Präsenz zeigen, als wenn wir die Distanz größer werden lassen“. Er unterstreicht, dass er von Abu Dhabi nur Reisekosten bekomme (Moritz Baumstieger, SZ 10.5.21).

3398: Pia Lamberty wird verfolgt.

Montag, Mai 10th, 2021

Die Sozialpsychologin Pia Lamberty, 37, hat 2020 mit ihrer Kollegin Katharina Nocun veröffentlicht:

„Fake News – Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen.“

Seither muss sie halb im Versteck leben, weil sie von Esoterikern, Homöopathen, Waldorfschulanhängern, Querdenkern, Neonazis und anderen Irren verfolgt wird. „Pia Lamberty, du Miststück, wir kriegen dich bald, dann Gnade dir Gott.“ Für ihre Verfolgung spielt Antisemitismus eine große Rolle („wieviel Geld sie von Soros bekommt“), die Tatsache, dass sie eine Frau ist (die 2020 geheiratet hat) und dass sie im Fernsehen auftritt.

Der Hass gegen Lamberty hat nochmals zugenommen durch die von nicht voll der Sache gewachsenen Schauspielern durchgeführte Aktion „Alles dicht machen.“ Manche, die da mitgemacht haben, waren sich anscheinend nicht darüber im Klaren, was das bedeutete. Besonders schlimm wird der Hass, so Lamberty, wenn Prominente Verschwörungserzählungen wiederkäuten. Pia Lamberty kennt junge Kolleginnen, die sich nicht mehr trauen, sich zu ihren Themen öffentlich zu äußern. „Das verändert den Diskurs.“

Pia Lamberty wird der Kriegsführung für unsichtbare staatliche oder metastaatliche Kräfte bezichtigt. Die zusätzliche Diskriminierung als Frau besteht darin, dass Männer wenigstens als „böse“, sie aber nur als „ahnungslos“ bezeichnet wird. Attila Hildmann, ein besonders penetranter Verschwörungserzähler, hat sogar Lambertys Mailadresse („Könnt ihr ja mal schreiben.“)  publiziert. Pia Lamberty hat ihn angezeigt. Inzwischen soll Hildmann in die Türkei geflohen sein.

Frau Lamberty schreddert ihren Büromüll. Sie überprüft regelmäßig, ob die Tür abgesperrt ist und die Fenster im Keller auch wirklich verschlossen sind.

Ende Mai soll (wiederum gemeinsam mit Katharina Nocun) erscheinen:

„True Facts. Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft.“

Da können wir nur die Daumen drücken (Philipp Bovermann, SZ 10.5.21).

3397: Grüne wollen Boris Palmer loswerden.

Montag, Mai 10th, 2021

Die Methode des grünen Oberbürgermeisters von Tübingen (90.000 Einwohner), Boris Palmer, 48, besteht in der gezielten Provokation. Damit hatte seine Partei schon immer Probleme. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat nun ein Satz Palmers zum Auftrittsverbot des ehemaligen deutschen Fußballnationalspielers

Dennis Aogo (HSV, VfB Stuttgart).

Er wollte damit Aogo in Schutz nehmen. Angeblich hatte Palmer nur einen Satz einer Facebook-Nutzerin zitiert, in dem eine spezielle Bezeichnung des männlichen Geschlechtsteils vorkam. Dann habe er den Satz „Der Aogo ist ein schlimmer Rassist.“ geschrieben, um die Absurdität des Rassismus-Vorwurfs gegen Aogo ins Groteske zu steigern. Der Landesprateitag der Grünen hat am Samstag mit großer Mehrheit ein Parteiordnungsverfahren gegen Palmer beschlossen.

Annalena Baerbock, die grüne Kanzlerkandidatin, bezeichnete die Äußerung Palmers als „rassistisch und abstoßend“. Sich nachträglich auf Ironie zu berufen, helfe nichts. „Boris Palmer hat deshalb unsere politische Unterstützung verloren.“ (Boris Herrmann, SZ 10.5.21)

Boris Palmer galt lange als großes politisches Talent. Mit 34 Jahren wurde er Oberbürgermeister von Tübingen. Er wurde als Nachfolge-Kandidat für Winfried Kretschmann gehandelt. Allerdings bekam er seit 2015 Schwierigkeiten mit seiner Partei. Einmal identifizierte er einen Radfahrer, über den er sich geärgert hatte, wegen seiner Hautfarnbe als „Asylbewerber“. Außerdem kritisierte er eine Werbung der Deutschen Bahn mit überwiegend nicht-weißen Fahrgästen („Welche Gesellschaft soll das abbilden?“). Und dann sein berüchtigter Satz in der Pandemie: „Ich sag es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ (Claudia Henzler, SZ 10.5.21)

In seinem Kommentar schreibt Nico Fried (SZ 10.5.21): „Die Grünen-Spitze muss nun den Beweis führen, dass Palmers inkriminierter Satz über einen Fußballer gegen ihre Werte verstößt. Das wird übrigens nur zu dem Preis möglich sein, dass der Satz immer wieder zitiert wird.“ Zu Palmers Satz schreibt er: „Auch ein ironischer Satz kann ein dummer Satz sein.“

Dennis Aogo ist ohnehin für weiße Kommentatoren ein schwieriges Objekt. So verlor der ehemalige Fußballnationalmannschaft-Torwart Jens Lehmann seinen Aufsichtsrats-Posten bei Hertha BSC und seine Experten-Jobs bei Sky und Sport 1, weil er über Aogo den Satz geäußert hatte: „Ist Dennis eigentlich euer Quotenschwarzer?“ (Javier Caceres, SZ 6.5.21)

3395: Humberto Maturana ist gestorben.

Samstag, Mai 8th, 2021

Im Alter von 92 Jahren ist in Santiago de Chile der Biologe und Philosoph Humberto Maturana gestorben. Als Erfinder des

„Konzepts der Autopoeisis“

ist er in den Wissenschaften und insbesondere in der Wissenschaftstheorie („Biologie der Kognition“ 1970) sehr wichtig. Seine Bedeutung geht weit über die Naturwissenschaften hinaus. Er hat den

Konstruktivismus

mit geschaffen und damit einen zentralen Beitrag zum Verständnis von Informationen, Nachrichten, Berichterstattung, zum Verständnis der Welt geliefert (die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien). 2021 wichtiger als je zuvor.

Seit 1948 hatte Maturana Medizin studiert. Ging 1956 zum Promotionsstipendium nach Harvard, wo er sich mit der Anatomie und dem Sehvermögen von Fröschen befasste. Unter anderem fand er heraus, dass der Frosch nach Eingriffen in sein Nervensystem beim Versuch, eine Fliege zu fangen, seine Zunge hartnäckig in eine Richtung warf, während die Fliege in der anderen zu finden war. Nicht die Fliege also koordinierte die Wahrnehmungen des Frosches, sondern sein Gehirn kordinierte seine Wahrnehmungen und Bewegungen. Der Frosch brachte seine Welt selbst hervor (Selbsterzeugung).

In der Kommunikationswissenschaft bedeutete das eine starke Erschütterung des Glaubens an die Objektivität, die Trennung von Nachricht und Meinung, nach der heute immer noch verfahren wird. Alles, was gesagt wird, wird von jemand gesagt. Wie Heinz von Foerster sagt: Die Anrufung der Objektivität ist gleichbedeutend mit der Abschaffung der Verantwortlichkeit. Darin liegt ihre Popularität begründet. Wie Humberto Maturana gemeinsam mit Francisco Varela („Der Baum der Erkenntnis“ 1984) herausarbeitete, ist es der Beobachter, der von seinem distanzierten Standpunkt aus Korrelationen herstellt. Konstruktionen von Wirklichkeit sind insofern indifferent gegen Fakten. Nichts, was sich beschreiben lässt, ist unabhängig von uns. Die Welt erscheint uns so, wie wir sie sehen wollen.

Wir befinden uns also in einem Dilemma: Auf der einen Seite droht die Gefahr, dass wir objektive Phänomene nicht wahrnehmen können, da es keinen Mechanismus gibt, der solch eine Information möglich macht. Andererseits sind wir von Willkür und Chaos bedroht, von einer Nicht-Objektivität, in der alles beliebig und möglich erscheint. Wir müssen lernen, auf der Mittellinie zu wandern, einmal das Extrem des Objektivismus zu vermeiden und andererseits das Extrem des Idealismus (Subjektivismus). Unsere Sprache (als Resultat liebevoller Kommunikation und nicht als Mittel des Kampfes) ermöglicht uns Problembewusstsein und Selbstreflexion. Nicht zuletzt das hat uns Humberto Maturana erschlossen und gezeigt.

Und viele Wissenschaftsfeinde, Propagandisten, Querdenker, Esoteriker und Nazis haben das noch nicht verstanden und wollen es nicht wahrhaben.

3394: Tuchel zum zweiten Mal hintereinander im Champions-League-Finale

Freitag, Mai 7th, 2021

Thomas Tuchel, 47, erreicht 2021 zum zweiten Mal hintereinander das Champions-League-Finale. Mit dem FC Chelsea-London (mit den deutschen Nationalspielern Antonio Rüdiger, Timo Werner und Kai Havertz). Das ist einmalig. 2020 stand er im Finale mit Paris Saint-Germain. Dort war er kurz vor Weihnachten 2020 entlassen worden. Einen Monat später übernahm er Chelsea (auf dem neunten Platz). Im Finale trifft Chelsea auf Manchester City (Trainer Pep Guardiola). Vor Paris war der Schwabe Tuchel erfolgreicher Trainer bei Mainz 05 und Borussia Dortmund. Bei den Fans war stets Tuchels intellektuelles Image ein Thema. Während er in Paris in fließendem Französisch coachte, tut er es an der Stamford Bridge auf Englisch. Dort hat er in kurzer Zeit ein faszinierend funktionales Spitzenteam geformt (Philipp Selldorf, SZ 7.5.21).