Mit einer gemeinsamen Strategie und 111 Maßnahmen agiert die Bundesregierung gegen die Einsamkeit. Sie beschloss die von Familienministerin Lisa Paus (Grüne) vorgelegte „Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit“. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit für das Thema zu erhöhen sowie die Forschung und Unterstützungsangebote auszubauen. Die Wartezeit auf Therapieplätze soll verkürzt werden. Die Bundesregierung will damit ein Signal setzen. Die Weltgesundheitsorganisation hat 2021 mehr Forschung zu Ursachen und Folgen gefordert (SZ 14.12.23).
Archive for the ‘Wissenschaft’ Category
4617: Bund bekämpft Einsamkeit.
Donnerstag, Dezember 14th, 20234610: Deutsche Schüler so schlecht wie nie
Donnerstag, Dezember 7th, 2023Nach den neuesten Pisa-Daten sind deutsche Schüler so schlecht wie nie vorher (15-Jährige in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften). Auch international ist die durchschnittliche Leistung drastisch gesunken. Das teilte die OECD mit. Die deutschen Schüler stürzten besonders in der Mathematik ab (SZ 6.12.23).
4607: Vodafone-Chef kritisiert Telekom.
Dienstag, Dezember 5th, 2023Der Vodafone-Chef Philipp Rogge kritisiert die Deutsche Telekom. Sie zwinge Vodafone zu sinnloser Baggerei, da sie kontrolliere, wer Leerrohre unter den Straßen nutzen dürfe, die „vor vielen Jahren an zahlreichen Orten auch von der Bundespost verlegt worden“ seien. Wollten andere Konzerne Kabel in die Rohre legen, müssten sie „beträchtliche“ Gebühren zahlen (SZ 5.12.23).
4603: Deborah Feldman ist unorthodox und passt in kein Schema.
Samstag, Dezember 2nd, 2023Seit ihrem Buch „Unorthodox“ über ihre Flucht aus der orthodoxen Satmarer-Sekte in New York ist Deborah Feldman ein literarischer Star. Seit zehn Jahren lebt sie in Berlin. Nun ist ihr neues Werk „Judenfetisch“ erschienen. Sie ist gefragter denn je. Ich führe hier Äußerungen von ihr auf, die sie in einem Interview mit Sonja Zekri (SZ, 21.11.23) gemacht hat:
„Meine Großeltern waren Deutsche, wurden verhaftet, mussten fliehen.“
„.. ich bin genau so berechtigt, mich als deutsche Jüdin zu Wort zu melden. Ich habe die Staatsbürgerschaft meines Urgroßvaters bekommen, ich habe hier meine Wurzeln, ich fühle mich zugehörig. Und das lasse ich mir auch nicht absprechen.“
„Die gesamte Debatte über den muslimischen Antisemitismus dient den Rechten dazu, sich vom Antisemitismus zu entlasten.“
„Solidarität mit Israel ist eine gute Lehre aus dem Holocaust, ich will das nicht anzweifeln. Seit Konrad Adenauer führt Deutschlands Weg zur Wiedergutmachung an die Seite Israels. Deutschland investiert in den Erfolg Israels und befreit sich dadurch aus seiner Verantwortung aus der Geschichte.“
„Dieses Land hat sich sehr früh darauf festgelegt, dass in der bedingungslosen Solidarität zu Israel die Erlösung liegt, vom Antisemitismus, vom Rassismus, von gesamten Hass in der Gesellschaft.“
„Es gibt schon lange eine Bewunderung der europäischen Rechten für das rechtsnationale Israel.“
„Es besteht eine Gefahr für Muslime und dann für Juden. Und das macht mir existentielle Angst als Enkelin eines Großvaters, der 1939 von der Gestapo verhaftet und zur polnischen Grenze gebracht wurde, zu Fuß zurücklief, um Frau und Kinder zu holen und gleich zu fliehen.“
„Der 7. Oktober hat mich näher an die Friedensaktivisten gebracht, an die weltoffenen Israelis und Palästinenser. Er hat mich nicht dem gesamten Judentum näher gebracht. Ich fühle mich doch nicht den rechtsextremen Siedlern in der Westbank nahe, die jetzt Jagd auf Palästinenser machen. Ich fühle mit allen Opfern und ihren Angehörigen. Das Wir, das angegriffen wurde, ist der Frieden, die Menschenrechte, der Humanismus. Für die ich mein Leben lang gekämpft habe.“
„Es gibt viele Stimmen in Israel, die diese Gewalt klar für exzessiv und unverhältnismäßig halten. Der Entzug von Wasser ist völkerrechtswidrig. Die Vertreibung ist völkerrechtswidrig. Die Inkaufnahme ziviler Opfer ist völkerrechtswidrig.“
„Mein eigener Lösungsansatz lautet wie der von vielen Menschen in Israel und in der Diaspora: Lasst uns diese Stimmen lauter machen, die nicht von ‚tilgen‘ reden. Sie sind die einzigen, die eine Lösung herbeiführen können.“
„Primo Levi, Jean Améry und Czeslaw Milosz wollten nur eines vermitteln: Entweder du bist für alle, und alle Menschen sind gleichwertig, denn nur so entgehen wir der Gefahr, dass wir ein neues Opfer aussuchen. Oder du sagst, mir ist etwas Schlimmes passiert, also darf ich wegschauen, wenn anderen etwas Schlimmes passiert. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht.“
4602: Wölfe besser schießen
Samstag, Dezember 2nd, 2023Unter Führung von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) haben die Länderumweltminister neue Richtlinien für das Abschießen von gefährlichen Wölfen beschlossen. Wenn Schutzzäune überwunden und ein Weidetier gerissen wurde, können im Umkreis von 1000 m 21 Tage lang Wölfe geschossen werden. Es gibt bekanntlich 184 Wolfsrudel in Deutschland, insbesonder im Osten. Landwirte und Weidetierhalter sind mit der Regelung noch nicht einverstanden. Einverstanden ist aber die EU-Kommission (Michael Bauchmüller, SZ 2./3.12.23).
4601: In Russland ist LGBTQI verboten.
Freitag, Dezember 1st, 2023Der Oberste Russische Gerichtshof hat LGBTQI als „extremistisch“ eingestuft und verboten. Das ist ein typisches Beispiel für die politische Rückständigkeit Russlands insbesondere in Bezug auf die Menschen- und Bürgerrechte. Bisher schon waren queere Personen dort großen Repressalien ausgesetzt. Das nimmt nun noch zu. Die Betreffenden sollen mundtot gemacht werden. Ein Regime, das so brutal gegen Minderheiten vorgeht, schreckt auch vor anderen Grausamkeiten nicht zurück (SZ 1.12.23).
4600: Krankschreibung per Telefon
Donnerstag, November 30th, 2023Künftig sollen sich Patientinnen und Patienten telefonisch von ihrer Arztpraxis krankschreiben lassen können. Das war schon einmal während der Corona-Pandemie eingeführt worden. Der gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken will darüber am 7. Dezember entscheiden. Geplant ist ein sogenanntes „rückwirkendes Inkrafttreten“ (SZ 30.11.23).
4596: Peter Schäfer „Kurze Geschichte des Antisemitismus“
Samstag, November 25th, 2023Peter Schäfer zeigt, dass Antisemitismus zu den Fundamenten der christlich-anemdländischen Kultur gehört. Die Trennung zwischen rassistischem Antisemitismus und christlichem Antijudaismus ist nicht voll berechtigt. Schon bei den Griechen und Römern gab es zentrale Motive der Judenfeindschaft. In den Bekenntnissen des heiligen Paulus wurde das verschärft. Jetzt wurden den Juden bestimmte Charaktereigenschaften zugeschrieben, etwa die Rachsucht. Bis heute (Gustav Seibt, SZ 25./26.11.23).
4594: 89000 getötete Frauen
Freitag, November 24th, 2023Nach einem UN-Bericht hat die tödliche Gewalt gegen Frauen weltweit zugenommen. Fast 89000 Frauen wurden 2022 aufgrund ihres Geschlechts getötet. Das ist die höchste Zahl in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Mehr als die Hälfte der Tötungsdelikte wurde von Familienangehörigen bzw. den Partnern der Frauen verübt. Danach wurden jeden Tag mehr als 133 Frauen oder Mädchen in ihrem Wohnraum getötet (SZ 24.11.23).
4593: Gewaltkriminalität ist gestiegen.
Freitag, November 24th, 2023Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS), welche die Zahl der angezeigten Straftaten angibt, ist im ersten Halbjahr 2023 die Gewaltkriminalität (Mord, Totschlag, schwere Körperverletzung, leichte Körperverletzung) stark gestiegen, nachdem sie lange stagniert hatte. Um 17 Prozent. Der Zuwachs ist vor allem im öffentlichen Raum (Straßen, Plätze) vorhanden, weniger im privaten Feld. Das hängt wohl damit zusammen, dass die Menschen nach der Pandemie wieder stärker unterwegs sind. In einer Zeit wirtschaftlicher Verunsicherung und des Verlusts an Vertrauen in den Rechtsstaat sind Beschwichtigungen unangebracht. Es sind wohl vor allem Jugendliche, die für den Zuwachs verantwortlich sind. Gerade ausländische. Hohe Flüchtlingszahlen erhöhen anscheinend die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Zuwanderer sich strafbar machen. Alle, die angesichts der Wirtschaftskrise nun am Sozialen sparen wollen, sollten sich das klarmachen (Constanze von Bullion, SZ 24.11.23).