Boris Palmer will Oberbürgermeister von Tübingen bleiben. Das hat er Cem Özdemir mitgeteilt. Davor hatte es Spekulationen darüber gegeben, dass er Minister im neuen Kabinett Özdemir wird. Özdemir hatte im Wahlkampf die Nähe zu Palmer gesucht. Und der hatte mehrfach seine Unterstützung zugesagt. Nach einer Umfrage befürwortet mehr als ein Drittel der Befragten, dass Palmer Minister wird. Umsonst (SZ 17.3.26).
Archive for the ‘Medien’ Category
5661: Boris Palmer will OB von Tübingen bleiben.
Dienstag, März 17th, 20265660: Herfried Münkler über Jürgen Habermas
Montag, März 16th, 2026Der Politologe Münkler schreibt:
„Man wird es wohl als tragisch bezeichnen müssen, dass die „entgegenkommenden Verhältnisse“, auf denen der Geltungsanspruch von Habermas Theorie beruht hat, in den letzten Jahren mehr und mehr erodiert sind . und das in dreierlei Hinsicht: der Aufstieg populistischer Bwegungen nicht nur in Deutschland, sondern überall in der freien Welt, widerspricht den fundamentalen Annahmen, die Habermas seiner „Theorie des kommunikativen Handelns“ zugrunde gelegt hat. Nicht der „zwanglose Zwang des besseren Arguments“, sondern das Ressentiment bestimmt das Wahlverhalten eines wachsenden Anteils der Wählerschaft. Ironischerweise hat ausgerechnet der von Habermas stiefmütterlich behandelte Friedrich Nietzsche den Begriff des Ressentiments als Analysekategorie in die deutsche Philosophie eingeführt. Sodann ist inzwischen das von habermas lange favorisierte Projekt einer Demokratisierung Europas zum Mittel der Zerstörung eines handlungsfähigen Europa sgeworden. Will die Europäische Union sich gegenüber Russland, China und den USA behaupten, so muss sie auf Handlungsfähigkeit und nicht auf weitere Demokratisierung setzen. Schließlich kommt noch das Zerbrechen der der wertgestützten und regelbasierten internationalen Ordnung hinzu, in der vernünftige Deliberation kaum noch eine Chance auf Wirkmächtigkeit hat. Habermas dürfte unter diesen Entwicklungen in den letzten jahren sehr gelitten haben.“
Herfried Münkler gehört zu den wenigen, die Habermas richtig einschätzen. Ansonsten wird er überschätzt.
5659: Bischof Bentz bittet um Verzeihung.
Montag, März 16th, 2026Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat um Verzeihung gebeten für den sexuellen Missbrauch in seinem Erzbistum von von 1941 bis 2002. Eine wissenschaftliche Studie hatte 210 Beschuldigte und 489 Betroffene zutage gefördert. Weit mehr als vorher angenommen. „Es ist mir persönlich wichtig, um Verzeihung zu bitten – im Nemen der Kirche von Paderborn.“ Ihm sei natürlich klar, dass das Ganze nicht ungeschehen gemacht werden könne. Als Folge soll die Priesterausbildung auf den Prüfstand gestellt werden (SZ 14.3.26).
5648: Polens Präsident stoppt EU-Kredite.
Sonntag, März 15th, 2026Polens Präsident Karol Nawrocki hat per Gesetz Miliardenkredite aus dem EU-Rüctungsprogramm gestoppt. „Die Sicherheit Polens darf nicht von fremden Entscheidungen abhängen“, sagte Nawrocki. Aus dem Safe-Programm waren für Polen 150 Milliarden Euro günstiger Kredite zum Ausbau der Verteidigungsfähigkeit vorgesehen (SZ 14.3.26).
5657: Jürgen Habermas ist tot.
Sonntag, März 15th, 2026Im Alter von 96 Jahren ist in Starnberg der Philosoph Jürgen Habermas gestorben. Er gehörte der zweiten Generation der „Frankfurter Schuke“ an (1. Generation: Max Horkheimer, Theodor W. Adorno et alii). Habermas war der wichtigste Philosoph in Deutschland nach 1945. Und einer der produktivsten. Zu seinen vielen Publikationen gehören „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (1962) und „Theorie des kommunikativen handelns“ (1981). Habermas spielte in der medienwissenschaft eine wichtige Rolle
5656: Der Iran-Krieg bremst den deutschen Aufschwung.
Freitag, März 13th, 2026Falls der Iran-Krieg länger dauert, müssen wir mit steigender Inflation rechnen, sagen Ökonomen. Die hohen Energiepreise „fressen sich dann durch die ganze Wirtschaft“ (Ifo-Institut) (SZ 13.3.26).
5655: Chamenei leicht verletzt
Donnerstag, März 12th, 2026Bei Angriffen der USA und Israels ist der neue Diktator in Iran, Modschtaba Chamenei, leicht verletzt wprden. Er konnte seine Arbeit aber weiterführen. Das bestätigte ein iranischer Regierungsvertreter. Irans Führung verschärft die Rhetorik in Bezug auf Rohstofftransporte. „Wir werden es niemals zulassen, dass auch nur ein Liter Öl zugunsten der USA, der Zionisten und ihrer Partner durch die Straße von Hormus transportiert wird.“ (SZ 12.3.26)
5654: Wolfram Weimer sollte zurücktreten.
Mittwoch, März 11th, 2026Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat in seinem ersten Amtsjahr bereits so viel kulturpolitisches Porzellan zerschlagen, wie sich das vorher wohl kaum einer hatte vorstellen können. Die letzten Fälle sind der von Tricia Tuttle auf der Berlinale und der Deutsche Buchhandelspreis. Dabei schaltete Weimer den Verfassungsschutz ein (mit dem Haber-Verfahren) und entzog dann drei Buchahndlungen in Berlin, Bremen und Göttingen die Nominierung. Die Verleihung hat Weimer abgesagt. Er hat das Paradox nicht begriffen, dass Kunst einerseits frei sein mus und manchmal auch anstößig und dass sie andererseits mit öffentlichen Geldern gefördert gehört. Insofern ging Weimer gegen die Kunst selbst vor. „Indem er das Vertrauen von Kultur und Kunst zerstört hat, hat er sich in die Handlungsunfähigkeit manövriert.“ Er sollte zurücktreten. Wir dürfen unsere Kunst nicht Spießern vom Tegernsee überlassen (Jörg Häntzschel, SZ 11.3.26; Felix Stephan, SZ 11.3.26).
5653: Springer kauft „Daily Telegraph“
Dienstag, März 10th, 2026Der Verlag Axel Springer SE hat den „Daily Telegraph“ gekauft, eine der ältesten und bekanntesten Zeitungen Großbritannien. Für 575 Millionen Pfund. Ein solches Projekt war 2004 noch gescheitert. Der „Daily Telegraph“ ist rechts und überwiegend Pro-Brexit. Bisher gehört er der Firma RedBirdIMI, die von Scheich Mansour bin Zayed geleitet wird, dem Vizepräsidenten der Verinigten Arabischen Emirate. Ihm gehört auch der Fußballklub „Manchester City“. Problematisch wird der Springer-Kauf für die Leserinnen und Leser wahrscheinlich hauptsächlich weil Großbritannien nicht mehr zur EU gehört. Die Mehrheit der Briten hat aber dem Brexit längst abgeschworen. Springer-Chef Mathias Doepfner betonte die Unabhängigkeit der Redaktion (Michael Neudecker, SZ 7./8.3.26).
5652: Der Machtwechsel in Iran funktioniert nicht.
Dienstag, März 10th, 2026Ohne Bodentruppen funktioniert der Machtwechsel in Iran nicht. Dort regieren weiter die Hardliner mit schwer bewaffneten Revolutionsgarden und Milizen. Und die Iraner schauen in die Röhre. Die USA und Israel agieren ausschließlich in einem zerstörerischen Luftkrieg. Der zerstört alles. Wie in der Ukraine, in Gaza, im Libanon.Und baut nichts wieder auf. Gewinnt nicht die Macht. Jetzt die Kurden zum Bodenkampf zu rufen, ist nichts anderes als billiger Trumpscher Zynismus. Er orientiert sein Verhalten an den Wählern in den USA. Das verspricht nichts Gutes, Hauptergebnis: Die Energeipreise weltweit explodieren. Das freut den deutschen Arbeitnehmer, der nicht mehr SPD wählt. Und bei unserem Bündnispartner Türkei hat die Staatsanwaltschaft 2800 Jahre gegen Imamoglu gefordert. Gute Nacht!