Archive for the ‘Medien’ Category

3346: Kirik Douglas wollte Senta Berger küssen.

Freitag, April 9th, 2021

Im Vorgriff auf ihren 80. Geburtstag im Mai ist die hoch-renommierte Schauspielerin Senta Berger (z.B. Kriminalrätin Dr. Eva Prohacek) von Katja Nicodemus für die „Zeit“ (8.4.21) interviewt worden. Nicodemus greift dazu auf Bergers Autobiografie „Ich hab ja gewusst, dass ich fliegen kann.“ (2006) zurück. Darin hat Senta Berger auch über Hollywood berichtet, wo sie von 1961 bis 1969 gearbeitet hatte.

Berger: „Eine wirklich absurde Situation habe ich mit Kirk Douglas erlebt, der ja aus einer russisch-jüdischen Emigrantenfamilie kommt. Er versuchte, mich gegen meinen Willen zu küssen, und als ich meinen Kopf wegdrehte, sagte er: ‚Your people killed my people.‘ Das fand ich eine unglaubliche Zusammenführung. Darüber hätte man vielleicht mal mit der Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich sprechen müssen. Über diese erotische Anziehung, die ein ‚war baby‘ offensichtlich hatte. Über die Faszination der Erniedrigung, die man ihm zufügen könnte.“

3343: Hans Küng ist tot.

Mittwoch, April 7th, 2021

Der weltbekannte Schweizer Pfarrer und Theologe Hans Küng ist im Alter von 93 Jahren in Tübingen gestorben. Hier war er von 1960 bis 1996 Professor für katholische Theologie. Er war ein höchst gebildeter Mann und ein entschiedener Kirchenkritiker. So lehnte er das Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkeit ab. Dafür wurde ihm 1979 von dem polnischen Papst Johannes Paul II. die kirchliche Lehrbefugnis entzogen. 1989 legte Hans Küng vor der UNESCO das Basispapier für das Symposium „Kein Weltfriede ohne Religionsfriede“ vor.

3341: Dokumentarismus stärkt Glaubwürdigkeit.

Montag, April 5th, 2021

Der NDR hat sich mit dem angeblich dokumentarischen Film „Lovemobil“ der Filmemacherin Elke Lehrenkrauss blamiert, in dem das Leben von Straßen-Prostituierten teilweise nach-inszeniert, fiktionalisiert und dadurch tatsächlich gefälscht wurde. Dadurch wird die Glaubwürdigkeit des ganzen öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ARD und ZDF) in Deutschland diskreditiert. Und die ist heute angesichts von Donald Trumps Lügen und der AfD wichtiger als je zuvor.

Der Regisseur Thomas Frickel schreibt dazu in der FAZ (3.4.21): „Die medienpolitische Dimension ihres Vorgehens hat Elke Lehrenkrauss, die Regisseurin des inkriminierten Films, weder bedacht noch verstanden, und der Versuch, den Betrug am Publikum mit Verweisen auf zu knappe Finanzen, Kunstfreiheit und Produktionsdruck schönzureden, macht nichts besser.“ Heute sehne sich das Publikum mehr als jemals zuvor nach Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit.

Tatsächlich haben sich Theorie und Praxis des Dokumentarfilm mühsam entwickelt in der Filmgeschichte bei

Robert Flaherty, John Grierson, Dsiga Vertov, Joris Ivens und Richard Leacock.

Es waren anfangs nicht zuletzt technische Probleme, die zu bewältigen waren. In den zwanziger Jahren gab es beispielsweise die Diskussion darüber, dass Joris Ivens für seinen Film „Borinage“ eine Arbeiterdemonstration wiederholen ließ, weil die zunächst gemachten Aufnahmen zu dunkel waren.

Klarheit in den Diskurs brachten dann Autoren wie

Klaus Wildenhahn: Über synthetischen und dokumentarischen Film. Zwölf Lesestunden. Berlin 1973 und

Bernward Wember: Wie informiert das Fernsehen? Ein Indizienbeweis. München 1976,

die beide selbst auch Dokumentarfilme drehten. Sie waren scharf in der Analyse und hart in ihren Anforderungen an Dokumentarfilmer, aber argumentativ überzeugend. Sie nutzten die neuen technischen Möglichkeiten der beweglichen Kameras. „Man darf keine Antworten in der Tasche haben – sonst lohnt sich die Reise nicht.“ Sie verlangten – zu Recht – die Ergebnisoffenheit der dokumentarischen Bemühungen.

Nur eines hatten sie noch nicht verstanden, was uns der Konstruktivismus klar vor Augen führt:

Alles, was gesagt wird, ist von jemand gesagt.

Hier von Wilfried Scharf aus Göttingen. Das dürfen wir nicht verwechseln mit dem Einsatz von Fake-News zur Machterringung und zum Machterhalt. So sehr ein naiver Begriff von Objektivität unangebracht erscheint, so falsch wäre der Verzicht auf die Objektivitätsforderung in den Massenmedien.

3338: Angelica Domröse 80

Samstag, April 3rd, 2021

Bekannt geworden ist sie vielen von uns als Paula in Heiner Carows „Die Legende von Paul und Paula“ (1973), dem Kultfilm der DDR. Nach einem Drehbuch von Ulrich Plenzdorf. Es ist der Lieblingsfilm Angela Merkels. Angelica Domröse, eine schöne Frau, spielt darin eine alleinerziehende Mutter auf der Suche nach Liebe. Auf den Pfaden der Nouvelle Vague. Deswegen wird sie häufig mit Brigitte Bardot und Jean Seberg verglichen. Ihr ebenfalls durch diesen Film prominent gewordener Partner ist Winfried Glatzeder. Die beiden waren nie ein Paar.

Angelica Domröse ist 1941 in Berlin-Weißensee geboren und in einem original proletarischen Milieu vaterlos aufgewachsen. Sie wurde Stenotypistin. Aber sie gelangte auf die Bühne und in den Film. Über Helene Weigel landete sie beim Berliner Ensemble. Von 1967 bis 1979 gehörte zum Ensemble der Berliner Volksbühne. Sie spielte unter Benno Besson, Manfred Wekwerth, Manfred Karge, Matthias Langhoff. 1970 war sie in Wolfgang Luderers „Effie Briest“ die Effie.

1976 unterzeichnete Angelica Domröse die Petition gegen die Ausweisung Wolf Biermanns. Deshalb musste sie 1980 mit ihrem Mann, dem Schauspieler Hilmar Thate, die DDR verlassen und konnte nicht wieder voll an ihre Erfolge anschließen. Sie gehörte bis 1993 zum Ensemble des Schillertheaters. In Filmen Michael Hanekes und Helmut Dietls trat sie auf. 2003 nahm sie sich selbst in ihrer Autobiografie „Ich fang mich selbst ein.“ schonungslos ins Visier. Eine große Schauspielerin (Maria Wiesner, FAZ 3.4.21; Christine Dössel, SZ 3./4./5.4.21).

3337: Joseph Beuys 100 – die Legende

Freitag, April 2nd, 2021

Im Mai wäre Joseph Beuys (1921-1986) einhundert Jahre alt geworden. Er hat sein ganzes Leben so an seiner Legende gestrickt, dass die einen ihn heute für einen „Erlöser“ halten, die anderen für einen Scharlatan. 2021 wird in zahlreichen Ausstellungen Joseph Beuys‘ gedacht. Manche sehen in ihm den größten Erweiterer des Kunstbegriffs in viele Richtungen („Jeder Mensch ist ein Künstler“, Kunst als Aktion, als Prozess), für andere hat er den „teuersten Sperrmüll aller Zeiten“ produziert.

Joseph Beuys hat die Grünen mitbegründet und für sie 1980 für den Bundestag kandidiert. Trotzdem schreibt Hanno Rauterberg (Zeit 25.3.21): „Beuys war nicht der, als der er jetzt gefeiert wird. Er war nicht links, kein Systemsprenger und erst recht kein Kämpfer der Aufklärung.“ Er fühlte sich wohl im Geseiere der Esoterik, im Nebel der Begriffe, schätzte anthroposophische Kernsätze und passte gut unter die Aluhut-Träger einer „Querdenken“-Demonstration.

Er nahm Fußwaschungen vor. Ganz im Reich des Aberglaubens. Die 7.000 Bäume, die Joseph Beuys auf der Documenta in Kassel 1982 pflanzte, kommentierte der Künstler mit dem Satz: „Die Bäume sind nicht wichtig, um dieses Leben auf der Erde aufrechtzuerhalten, nein, die Bäume sind wichtig, um die menschliche Seele zu retten.“ Bis in die sechziger Jahre hinein nahm Beuys an den Kameradschaftstreffen seiner Stuka-Fliegerkameraden teil. Über die Bundesrepublik sagte er: „Diese Gesellschaft ist letztlich noch schlimmer als das Dritte Reich.“

Joseph Beuys wurzelte in der deutschen Romantik. In seiner Jugend war er begeisterter Nationalsozialist. 1941 meldete er sich für zwölf Jahre zur Luftwaffe. Dort soll er die Lehren Rudolf Steiners verinnerlicht haben, auch dessen spezielle Lehren zu Inkarnationen und höheren Wesen, wie sie in Waldorfschulen verbreitet sein sollen. Er begeisterte sich für Urvölker, Schamanen und keltische Symbole (Peter Richter, SZ 27./28.3.21). 1944 wurde er über der Krim abgeschossen. Daraus machte er den Mythos vom „Absturz über der Tundra“. Vielleicht ist das, wie Niklas Maak meint, „essentialistischer Kitsch“ (FAS 14.2.21). Möglichgerweise ist Joseph Beuys der deutscheste aller Künstler – auch, weil man oft nicht sagen kann, ob er in seinem Werk etwas Irrationales, Dunkles, potentiell Gewalttätiges kritisch reflektiert, gebannt oder doch gefeiert wird.

Scharfe Kritiker wie Frank Gieseke und Albert Markert sagen, Beuys sei „in dem Zug sitzen geblieben, in den er 1933 eingestiegen ist, und hat gewartet, bis die Gleise modernisiert wurden“. Für Peter Riegel steht Joseph Beuys ganz im Bann von Rudolf Steiner. Auch da, wo es um einen Volksgeist und die Auserwähltheit der Kelten und Germanen geht. Beat Wyss schrieb: „Im Künstlerhabitus hat Beuys Ideen und Symbole verinnerlicht, die er als Hitlerjunge eingeimpft bekam.“ Ihm gelinge die Verschmelzung von „völkischem Wandervogel“ und „Achtundsechziger-Rebell“.

Nach 1945 hatte der in Kleve geborene Joseph Beuys seinen Lebensschwerpunkt in Düsseldorf. Dort studierte und arbeitete er, seit 1961 als Professor (Catrin Lorch, SZ 27./28.3.21). Er sammelte auch unter den Studierenden viele Fans um sich und gebärdete sich wie ein charismatischer Führer. Dabei blieb sein Demokratiebegriff antiparlamentarisch. Angeblich ging es ihm um die Erneuerung der Gesellschaft. Zur Wissenschaft hatte er auf Grund seiner esoterischen Basis ein gestörtes Verhältnis. Kunst verstand er auch als „Heilung“, er stand der Homöopathie nahe.

Andreas Veiel, der 2017 einen Film über Joseph Beuys gedreht hat, meinte sehr dezidiert. „Ich finde bei ihm nichts Völkisches.“ Auch Hanno Rauterberg meint, dass er kein Rassist und Chauvinist sei. Beuys selbst schrieb 1972: „Ich will ja nicht zur magischen oder mythischen Welt zurück, sondern ich will anhand dieser Bilder Geschichtsanalysen betreiben.“ Möglicherweise muss Beuys heute viel stärker als bisher historisch gesehen werden. Es gibt einige Filme über sein Werk, die uns dabei behilflich sein können.

3335: Zum 150. Geburtstag von Heinrich Mann: ein Vergleich

Mittwoch, März 31st, 2021

Tilman Krause schöpft aus seiner reichen Kenntnis der Familie (Heinrich und Thomas) Mann (Literarische Welt 27.3.21), wenn er anlässlich des 150. Geburtstags von Heinrich Mann die beiden Schriftsteller vergleicht:

Thomas Mann erlaubte kurz vor seinem Tod 1956 die Publikation seiner Tagebücher. Dadurch kam nicht zuletzt die Homosexualität des „Groß-Schriftstellers“ ans Tageslicht. Mit dem Nachlass Heinrich Manns hatte er selbst 1950 Probleme gehabt, weil darin sehr viel Pornografisches zum Vorschein kam, „nackte Weiber“, wie es in den Tagebüchern hieß. Das berühmte Brüderpaar war sehr gegensätzlich. Heinrich Mann schrieb: „Mein Hauptinteresse war und ist es noch heute und in anderer Weise – die Frau.“

Thomas Mann, verliebt in den Maler Paul Ehrenberg, wurmte es, wie unbekümmert Heinrich sich zu seinem Hauptinteresse bekennen konnte. Homosexualität zog um 1900 den „sozialen Tod“ nach sich. „Die strenge Selbstdisziplin, mit der Thomas Mann als pseudoheterosexueller Patriarch einer ansehnlichen Familie ‚vorstand‘ und mit der er ein ‚holdes Weib errungen‘ hatte, das zudem aus besten Münchener Kreisen stammte, diese Selbstdisziplin speiste auch sein Werk. Es gibt schlechterdings nichts Misslungenes, Hingehauenes, Halbgares bei Thomas.“ 1929 erhielt er den Literatur-Nobelpreis.

Heinrich hingegen startete mit „Im Schlaraffenland“. „Das hatte nicht den ironisch abgemischten Innerlichkeitston von ‚Buddenbrooks‘, aber es war doch ebenso auf der Höhe der Zeit, die unter dem Einfluss des naturalistischen französischen Romans stand.“ Danach rutschte er von der Satire in die Kolportage ab und erzählte Sexgeschichten.

Im Ersten Weltkrieg sprach sich Heinrich klar für die Demokratie aus, während Thomas insbesondere in seinen „Betrachtunbgen eines Unpolitischen“ (1918) für die Monarchie zu votieren schien. Er sah in Heinrich einen „Zivilisationsliteraten“. Dieser wiederum heiratete eine Prostituierte, Nelly Kröger. In der Familie Thomas Mann galt sie als „das Weib“ „betrunken, laut und frech“. Im Exil in den USA war Heinrich auf den monatlichen Wechsel von Thomas angewiesen. Die Amerikaner lasen ihn nicht. Sonst hätten sie seine Stalin-Elogen zur Kenntnis nehmen müssen. „Unbekümmert preist er die Sowjets. Unbekümmert konsumierte er nacktes Frauenfleisch, und als das nicht mehr ging, verabreichte er es sich täglich zeichnerisch. Nein, der Größere war er nicht.“

3332: Humboldt-Forum zeigt Benin-Bronzen.

Samstag, März 27th, 2021

In seiner Dauerausstellung zeigt das Humboldt-Forum in Berlin Originale der Benin-Bronzen. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbestz, Hermann Parzinger, trat Spekulationen entgegen, dass eine Rückgabe des gesamten Berliner Bestandes an Kunstwerken des 1897 von britischen Truppen eroberten Königreichs Benin an Nigeria geplant oder sogar schon beschlossen sei. Eine fortwährende Präsenz der Werke in den Museen der Welt sei ausdrücklicher Wunsch auch der nigerianischen Kulturpolitiker (kil., FAZ 27.3.21).

3322: Ein System, das Täter schützte

Freitag, März 19th, 2021

Das zweite Missbrauchsgutachten für das Erzbistum Köln von dem Strafrechtsprofessor Björn Gercke hat dazu geführt, dass der Hamburger Erzbischof Stefan Heße den Papst um die Entbindung von seinen Aufgaben gebeten hat. Ihm wurden im Gutachten elf Pflichtverletzungen vorgeworfen. Außerdem sind zurückgetrten bzw. freigestellt der Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, der Generalvikar Norbert Feldhoff und der Chef des Kirchengerichts Günther Assenmacher.

Kardinal Rainer Maria Woelki wurde im Gutachten entlastet. Im Gegensatz zu Kardinal Joachim Meisner, dem ein Drittel der einschlägigen Pflichtverstöße angelastet wird (2017 gestorben). Er hat seine Pflichten versäumt, aber ein Privatarchiv über die Missbrauchsfälle geführt. 2010 hat er gelogen, als er überrascht tat angesichts der gerade öffentlich gewordenen kriminellen Handlungen.

2020 hatte die Kanzlei Westphal Spilker Wastl bereits ein Missbrauchsgutachten für das Erzbistum Köln vorgelegt, dass Kardinal Woelki anscheinend zu unbequem war. Er hielt es deswegen zurück, was das Erzbistum Köln sehr unglaubwürdig machte. Eine Austrittswelle folgte.

Matthias Drobinski wirft dem Gercke-Gutachten vor, immer noch zu sehr orientiert zu sein an den Institutionen und zu wenig an der Opfern. „Ein Missbrauchsfall aus dem Jahr 1975 mag lange her sein. Doch die Gewalt, die damals ein zehnjähriges Kind traf, lebt zerstörerisch weiter, in einem heute 56-jährigen Erwachsenen. Sie ist nicht Geschichte. Sie ist Gegenwart. Dieser Perspektivwechsel steht noch aus, nicht nur im Erzbistum Köln übrigens.“

(Annette Zoch, SZ 19.3.21; Matthias Drobinski, SZ 19.3.21)

3319: Union liegt am Boden.

Mittwoch, März 17th, 2021

Durch die Corona-Korruption in ihren Reihen und die beiden verlorenen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz liegt die Union am Boden. Eine Mehrheit jenseits der Union im Bundestag ist möglich. In Berlin blinkt die Ampel (grün, rot, gelb). Die Corona-Krise ist für CDU und CSU zum Malus geworden. Jens Spahn hat seinen Kredit verspielt. Inhaltlich und personell steht die Union blank da. Es fehlt ein Kanzlerkandidat und es regiert ein Kabinett der Erschöpften (einschließlich der SPD-Minister). Auf Bundesebene hat die CSU nicht viel zu bieten. Und – vergessen wir nicht –

1980 und 2001 holte der Kanzlerkandidat der CSU weniger Stimmen für die Union als erwartet.

Helfen könnten nur neue Ideen, für die Schulen, für die Automobilindustrie, für die Verbesserung der EU. Diese Ideen hat die Union nicht. Bei der Entscheidung über den Kanzlerkandidaten darf es für den Unterlegenen nicht wie eine Niederlage aussehen. FDP und Grüne verhalten sich im eigenen Wahlinteresse klug und verkünden, dass es noch zu früh für eine Koalitions-Festlegung ist. Die AfD verliert.

Infratest Dimap verkündet, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären, folgendes Ergebnis:

CDU/CSU 29 Prozent, Grüne 21, SPD 16, AfD 10, FDP 8, Linke 8

(Boris Herrmann, SZ 16.3.21; Stefan Braun, SZ 16.3.21).

3318: Rassistischer Drohbrief gegen Alfred Gislason

Mittwoch, März 17th, 2021

Der Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft, der seit 30 Jahren in Deutschland lebende Isländer Alfred Gislason, hat einen rassistischen Drohbrief bekommen und ihn anschließend im Netz veröffentlicht. Der Vorgang mache ihm keine Angst. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) verurteilte den Brief und kündigte rechtliche Schritte an (SZ 17.3.21).

Der Vorfall zeigt, wie weit und tief menschenverachtender Rassismus in Deutschland verbreitet ist.