Der Rekord-Torschütze der deutschen Handball-Nationalmannschaft „Hansi“ Schmidt vom VfL Gummersbach ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Der Rückraumspieler schoss für den VfL Gummersbach 1066 Tore in der Bundesliga. Der gebürtige Rumäne führte den VfL zu sieben Meistertiteln und vier Europacupsiegen. In 98 Länderspielen schoss er 484 Tore (SZ 6.2.23).
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4194: Hans-Günther „Hansi“ Schmidt ist tot.
Montag, Februar 6th, 20234190: Massenstreik in Großbritannien
Freitag, Februar 3rd, 2023Staatsbedienstete haben am Mittwoch den größten Massenstreik seit langem in Großbritannien durchgeführt. Sie kämpfen für Lohnerhöhungen über der Inflationsrate. Schulen blieben geschlossen, der Bahnbetrieb stand still. Das Militär wurde in Bereitschaft versetzt, um bei Grenzkontrollen zu helfen. Gestreikt haben bis zu einer halben Million Lehrer, Lokführer und Universitätsbedienstete (SZ 2.2.23).
4184: Petr Pavel neuer tschechischer Präsident
Montag, Januar 30th, 2023Der ehemalige Vorsitzende des Militärausschusses der Nato (bis 2018), Petr Pavel, 61, ist mit großer Mehrheit zum tschechischen Präsidenten gewählt worden. Er erreichte 58,32 Prozent der Stimmen, sein Konkurrent, der Populist Andrej Babis, der ehemalige Ministerpräsident und heutige Oppositionsführer, 41,67 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 70,25 Prozent so hoch wie noch nie. Pavel will „Wahrheit, Anstand, Respekt und Demut“ wieder in die Politik einführen. Der ehemalige Fallschirmjäger Pavel war ursprünglich auch einmal Mitglied der kommunistischen Partei, verficht aber seit Jahrzehnten einen pro-westlichen Kurs. Babis war häufig der Korruption beschuldigt und lag in einem Dauerstreit mit der EU-Kommission (Viktoria Großmann, SZ 30.1.23).
4182: DFB-Spitze überfordert ?
Sonntag, Januar 29th, 2023Laut Gerichtsbeschluss muss der DFB dem ehemaligen Schiedsrichter Manuel Gräfe 50.000 Euro zahlen. Der war mit 47 Jahren ausgemustert worden, ohne dass es dafür klare Regelungen gegeben hätte. Dagegen soll Felix Brych mit 48 Jahren noch in der Bundesliga pfeifen. Aber der ist auch beim DFB angestellt. „Die Gräfe-Posse belegt wieder mal, wie ein in Selbstgewissheit erstarrter Verband zur Wanderausstellung für Peinlichkeiten wird, die man in dieser Dichte gar nicht erfinden kann.“ (Thomas Kistner, SZ 28./29.1.23)
Seit März 2022 ist der ehemalige SPD-Politiker Bernd Neuendorf DFB-Präsident. Er muss mit der jahrelangen Misswirtschaft vorher fertigwerden. Für 2014 und 2015 ist dem DFB die Gemeinnützigkeit aberkannt worden. Das kostet ungefähr 30 Millionen. Zur Bewältigung der Probleme hat Neuendorf das gleiche Personal eingesetzt, das schon unter der Führung von Rainer Koch, Stephan Osnabrügge und Friedrich Curtius tätig war. Künftig muss dann noch eine der größten Fußballakademien unterhalten werden. Ein Steuerstrafverfahren ist anhängig. Mysteriöse Beraterverträge sind ungeklärt. Ebenso wie die Frage, wie die zahlreichen Ehrenämter im DFB entgolten werden und steuerlich einzuordnen sind. Vor einem Sozialgericht läuft zur Frage, ob der DFB für seine Amtsträger sozialabgabepflichtig ist, ein Verfahren. Die Staatsanwaltschaft hat in der Argumentation der Rentenversicherung Alarmierendes entdeckt.
4177: Neue Studie zum Tempolimit
Dienstag, Januar 24th, 2023Eine neue Studie des Umweltbundesamts zum Tempolimit hat mehr Einsparungsmöglichkeiten gezeigt, als bisher gedacht, so der Präsident Dirk Messner. Ein Tempolimit ist somit ein wichtiger Baustein für die Einhaltung der Klimaschutzziele im Verkehr. „Und zwar schnell und praktisch ohne Mehrkosten“. Ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen brächte eine jährliche Reduzierung von 6,7 Millionen Tonnen CO2. Bisher hatte man mit 2,6 Millionen Tonnen gerechnet (SZ 24.1.23).
4176: Andreas Hoffmann neuer Documenta-Geschäftsführer
Dienstag, Januar 24th, 2023Der Archäologe Andreas Hoffmann, 51, wird zum 1. Mai 2023 neuer Geschäftsführer der Documenta. Er ist zur Zeit Geschäftsführer des Hamburger Bucerius-Kunst-Forums. Dort hat er u.a. 2007 „Etrusker. Luxus für das Jenseits“ kuratiert. Nach den Antisemitismus-Skandalen der Documenta 15 soll Hoffmann aufräumen. Wir brauchen für die Documenta frische Maßstäbe. Die letzte Documenta-Geschäftsführerin hatte die Leitung der Documenta an ein KuratorInnen-Kollektiv abgegeben, sodass sich letztlich niemand für antisemitisch konnotierte Kunstwerke zuständig fühlte. Organisierte Verantwortungslosigkeit. Das darf nie wieder passieren (Petra Schellen, taz 17.1.23).
4174: Dr. Mathias Döpfner darf seinen Doktortitel behalten.
Sonntag, Januar 22nd, 2023Die Goethe-Universität Frankfurt teilt mit, dass der Vorstandsvorsitzende des Springer Verlags, Herr Dr. Mathias Döpfner, seinen Doktortitel behalten darf. Sie hat zwar „aufgrund der mehrfachen wörtlichen oder gedanklichen Übernahme fremder geistiger Autorenschaft“ ein wissenschaftliches Fehlverhalten festgestellt, die Befunde seien „jedoch in ihrer Summe und hinsichtlich ihrer Bedeutung für den wissenschaftlichen Kern der Arbeit nicht ausreichend, um eine Aberkennung des Doktorgrades zu begründen“. Döpfner hatte 1990 mit einer Arebiet „Musikkritik in Deutschland: inhaltliche und formale Tendenzen – eine kritische Analyse“ promoviert. Ein Sprecher des Konzernchefs teilte am Freitag mit: „Das Prüfungsergebnis ist erfreulich eindeutig. Der Hauptvorwurf, es gäbe ein Strukturplagiat, wurde komplett entkräftet.“ (SZ 21./22.1.23)
4173: Brössler: Zur Logik des Ukrainekriegs
Samstag, Januar 21st, 2023Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) agiert angesichts des völkerrechtswidrigen, russischen Vernichtungskriegs in der Ukraine vorsichtig. Er möchte eine Eskalation vermeiden. Vor allem den Eintritt des Nat0-Falls. Das wird in Deutschland weithin verstanden und gebilligt. Aber es genügt nicht. Fraglich ist auch, ob Deutschland Leopard 2 liefert oder die Lieferung durch andere genehmigt. „Beide Entscheidungen sind untrennbar verbunden.“ „Wie dringend, ja verzweifelt die Panzer aus Deutschland und anderen europäischen Ländern in der Ukraine herbeigesehnt werden, muss jedem klar sein, der die jüngsten Auftritte von Präsident Wolodimir Selenskij verfolgt und die schriftlichen Hilferufe seiner Regierung gelesen hat.“ Der Ukraine fehlt es an Munition und schwerem Gerät. Und die Kriegsverbrecher um Putin sind zu allem bereit.
„Während die westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine quantitativ und quakitativ immer neue Ebenen erreicht haben, veranlasste keine davon den Kremlchef dazu, ein Nato-Land und damit das ganze Bündnis anzugreifen. Putin missachtet das Völkerrecht. Was er respektiert,
ist das Recht des Stärkeren.
Auch mit Atomdrohungen hält sich die russische Führung in ihrem Kriegsgeschrei auffällig zurück, seit auch China vor solcher Rhetorik warnt.“
„Wer der Ukraine die nötige Bewaffnung vorenthält, verlängert im wahrscheinlichen Fall den Krieg und riskiert im schlimmsten Fall, dass Putin sein Kriegsziel erreicht – die Vernichtung der Ukraine in ihrer heutigen Gestalt.“
„… dieser Krieg wird nicht zu Ende gehen, solange Russland ihn nicht verloren hat.“ (Daniel Brössler, SZ 21./22.1.23)
4170: Heinrich Hannover ist tot.
Donnerstag, Januar 19th, 2023Der legendäre linke Anwalt Heinrich Hannover ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Er hat sich größte Verdienste um die deutsche Justiz erworben. Nach einem Start bei „Haus & Grund“ in Bremen hat er gegen das Verdrängen, Vergessen und Verharmlosen des deutschen Faschismus gekampft. Etwa 1986, als er die Tochter des 1945 in Buchenwald ermordeten deutschen Arbeiterführers Ernst Thälmann gegen den mutmaßlichen Täter bei Gericht vertrat. Der bekam immerhin vier Jahre Haft wegen Beihilfe zum Mord.
Hannover: „Erschreckend ist die Tatsache, dass sich in unserem Volk auf allen Ebenen dieser Mörderhierarchie die nötigen Mitwirkenden gefunden haben, die ihren Platz mit einem Gefühl von Pflichterfüllung ausfüllten, wie sie jeden anderen Job ausgefüllt hätten, und nicht auf die Stimme ihres Gewissens hörten, die ihnen eine solche Art von Pflichterfüllung hätte verbieten müssen.“
In seiner norddeutsch klaren Art vertrat Heinrich Hannover Otto Schily, Daniel Cohn-Bendit, Günter Wallraff und Hans Modrow. Bei seiner berühmtesten Mandantin, Ulrike Meinhof, machte sich Hannover nicht gemein mit ihren Taten. „Ich konnte sie nicht verteidigen, weil sie sich nicht überzeugen ließ, dass man die Gesellschaftsordnung nicht mit individuellem Terror verändern kann.“
Heinrich Hannover war in Juristenkreisen nicht beliebt. Mehrfach erhielt er Morddrohungen. Seine Mandantin war Rabiye Kurnaz, die Mutter von Murat Kurnaz, der von den USA in Guantanamo illegal festgehalten wurde.
Heinrich Hannover lebte in Worpswede ein relativ beschauliches Privatleben. Er hatte sechs Kinder und viele Enkel. Er hat 17 Kinderbücher geschrieben. Das bekannteste ist „Das Pferd Huppdiwupp“. Unserem Göttinger Kollegen Eckhard Stengel sagte er einmal: „Ich werde in meinem Beruf tagsüber so viele Agressionen los, dass ich abends ein netter Mensch sein kann.“ (Annette Ramelsberger, SZ 19.1.23)
4169: ZDF-Intendant Himmler: Die Deutschen lieben Krimis
Mittwoch, Januar 18th, 2023Das ZDF steht bei weitem nicht so hart in der Kritik wie die ARD. In einem Interview mit Claudia Tieschky (SZ 18.1.23) macht ZDF-Intendant Norbert Himmler folgende Aussagen:
„Eine Reform des ZDF läuft bereits – und trägt den Titel ‚Ein ZDF für alle.‘ Das Ziel: Wir müssen auch für ein jüngeres Publikum und solche, die uns bislang nur ganz selten bis gar nicht nutzen, von der Information bis zur Unterhaltung ein passendes Angebot liefern. Dafür werden wir hundert Millionen Euro unseres Budgets konsequent umschichten. Ich kann nur für das ZDF sprechen, bei uns gibt es Reformen.“
Auf die Frage nach seinem Gehalt von 372 000 Euro sagt er:
„Ich habe mich um das Amt des Intendanten beworben und bin vom Fernsehrat des ZDF dann in einem sehr transparenten Prozess gewählt worden. Die Konditionen meines Arbeitsvertrages, auch mein Gehalt, wurden wiederum vom Verwaltungsrat des ZDF festgelegt.“
Zum Programm:
„Die Deutschen lieben Krimis, das kann man auch am Buchmarkt sehen. Und daran kommen auch wir nicht vorbei. Gleichzeitig ist das Genre bestens geeignet, um gesellschaftlich relevante Fragestellungen darzustellen und zu verhandeln.“