Archive for the ‘Innenpolitik’ Category

5051: Liv Lisa Fries – als Hilde Coppi

Montag, Oktober 28th, 2024

Bekannt geworden ist sie durch ihre Rolle in der Serie „Babylon Berlin“, Liv Lisa Fries, 33. Nun spielt sie in Andreas Dresens Film

„In Liebe, eure Hilde“

die Widerstandskämpferin Hilde Coppi von der

„Roten Kapelle“.

Brillant, aber noch zu wenig bekannt. Hilde Coppis 1942 im KZ geborener Sohn Hans Coppi lebt und wird geehrt. Liv Lisa Fries ist eine einmalige Erscheinung, schön, klein, schmal. Sie verkörpert Hoffnung trotz aller Weltläufte. „Sie ist schön, aber sie nutzt es nicht aus.“ (Peter Kümmel, Die Zeit 17.10.24) In David Schalkos und Daniel Kehlmanns Kafka-Serie spielt sie die

Milena Jesenska,

die 1944 im KZ Ravensbrück gestorben ist. Neben Anthony Hopkins als Sigmund Freud stellt sie überzeugend

Anna Freud

dar, 1938 vor den Nazis nach London geflohen. „Angesichts dessen, was in Deutschland geschehen ist, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, was heute hier passiert“, sagt Liv Lisa Fries.

5050: Die Ampel sollte aufhören.

Sonntag, Oktober 27th, 2024

Es ist seit sehr langem bekannt, dass die Ampel nicht kooperieren kann. Es gibt nur öffentlichen Streit. Zugleich möchten SPD, Grüne und FDP bis zum Herbst 2025 im Amt bleiben, um nicht noch verheerendere Wahlergebnisse zu erzielen, als sie jetzt schon in Umfragen erscheinen. Das dient nicht dem Wohl des Landes. Die Koalition könnte in drei Wochen beim Haushalt am Ende sein. Christian Lindner (FDP) wirft Robert Habeck (Grüne) „konzeptionelle Hilflosigkeit“ vor. Öffentlich.

Bitte macht den Weg frei für Neuwahlen im Frühjahr 2025.

Wenn wir die Ampel weiter stümpern lassen, könnte das unserem Land schweren Schaden zufügen. „Die Partner gehören voneinander erlöst.“ (Detlef Esslinger, SZ 26./27.10.24) Das kommt dabei heraus, wenn eine Partei mit knapp über 25 Prozent den Kanzler stellt. Ähnlich schwierig ist die Lage in den Ländern Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Wegen dem BSW. Die Kommunistin Sahra Wagenknecht, die dem „demokratischen Sozialismus“ verpflichtet ist, ist es gewohnt, dass Befehle erteilt und befolgt werden. Das können wir nicht wollen.

5049: Özdemir (Grüne) will Ministerpräsident werden.

Sonntag, Oktober 27th, 2024

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) will bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 als Spitzenkandidat der Grünen ins Rennen gehen und Ministerpräsident werden. Der 58-jährige gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge Winfried Kretschmanns, des bisher einzigen grünen Ministerpräsidenten. Allerdings lag bei den letzten Umfragen die CDU mit zehn Punkten vorne. 2021 hatten die Grünen mit 32,6 Prozent vor der CDU (24,1 Prozent) gewonnen (SZ 26./27.10.24).

5048: Schwache Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Samstag, Oktober 26th, 2024

Der Rundfunkbeitrag wird nicht erhöht. Die Entscheidung ist auf Dezember 2024 verschoben. Und auch sonst haben die Ministerpräsidenten der L#nder es nicht geschafft, ARD, ZDF und Deutschlandradio kleiner, moderner, weniger teuer und bei den Gehältern weniger selbstherrlich zu machen. Ja, die Ausgaben für die Sportrechte werden begrenzt. Es bleiben aber

neun

ARD-Anstalten mit Intendanzen, Verwaltungen, Bauprojekten und Statusmöbeln. Eine schlagkräftige Zentrale gibt es nicht. Zudem ist das Ganze rezipientenfeindlich. Was will der Rezipient? Welche Programme geschlossen werden, bleibt bisher unklar. Und der MInutenpreis für Kultur konnte natürlich nicht gesenkt werden.

Ein Misserfolg auf der ganzen Linie (Claudia Tieschky, SZ 26./27.10.24).

5045: AfD scheitert mit Antrag zum Bauhaus.

Freitag, Oktober 25th, 2024

Die AfD Sachsen-Anhalt ist besonders rückständig. Jetzt scheitert sie mit einem Antrag gegen das Bauhaus anlässlich von dessen Jubiläum. Dabei handelt es sich um Kunst als „Inbegriff der Moderne“. Die AfD verwendet die gleichen Argumente wie die Nazis seinerzeit, die schon 1932 gegen das Bauhaus in Dessau vorgingen. Das zeigt, wes Geistes Kind die AfD-Kunstbeauftragten sind. Sie sehen im Bauhaus (Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe) einen „Irrweg der Moderne“.

Diese Banausen haben die Landesregeirung von Sachsen-Anhalt dazu aufgefordert, „eine einseitige Glorifizierung“ des Bauhaus-Erbes zu verhindern.

Die AfD sieht beim Bauhaus in der Konzentration auf das Funktionale „die Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt“. Dabei ist das Bauhaus weltweit anerkannt als eine der bedeutendsten Schulen für Architektur, Kunst und Design. Das betrachteten die Nazis als „entartet“, „jüdisch“ und „kulturbolschewistisch“. Die AfD denkt genau so. Dazu die Kultur-Staatsministerin Claudia Roth (Grüne): Leider ist die Art und Weise des Umgangs der AfD mit unserer Geschichte und ein solches Vorgehen gegen die Kulturinstitutionen in unserem Land kein Einzelfall (Nicolas Richter, SZ 25.10.24).

5043: Bayern verweigert Restitution.

Mittwoch, Oktober 23rd, 2024

Obwohl seine eigenen Fachleute es empfohlen hatten, verweigert Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) die Restitution einer Bronze von Pablo Picasso aus dem Besitz des bekannten jüdischen Kunsthändlers

Alfred Flechtheim.

Es handelt sich um NS-Raubkunst. Es geht um einen weiteren Fall, in dem Bayern sich weigert, von den Nazis gestohlene Kunstwerke an die Nachfahren zurückzugeben oder mit ihnen zu kooperieren. Der Minister will ein Schiedsgericht einsetzen (SZ 23.10.24).

5042: CDU und SPD dürfen sich vom BSW nicht erpressen lassen.

Dienstag, Oktober 22nd, 2024

Gegenüber dem BSW macht die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Karin Prien, Ministerin in Schleswig-Holstein, klar: „Für die CDU kommt überhaupt nicht in Betracht, auch nur einen Millimeter abzurücken von Westbindung, Europäischer Union und Nato – und auch nicht von einer weiteren konsequenten Unterstützung der Ukraine gegenüber dem Aggressor Russland.“ Der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels der CDU, Dennis Radtke, betont, Wagenknecht wolle die CDU „spalten und zerstören“. Und der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz stellt klar, dass dann, wenn Russland weiter die Zivilbevölkerung der Ukraine töte, Taurus-Marschflugkörper geliefert werden müssten.

Die CDU liegt richtig.

Und der SPD-Generalsekretär Matthias Miersch beschreibt, dass die SPD sich nicht vom BSW „erpressen“ lassen dürfe (Nicolas Richter, SZ 22.10.24).

5040: Putins imperialistische Interessen

Montag, Oktober 21st, 2024

Werden in Deutschland von der AfD vertreten.

Und von Gerhard Schröder (der dafür Geld bekommt) (SPD), Sahra Wagenknecht (BSW) und Michael Kretschmer (CDU).

Viele Ossis haben ihren Anti-Amerikanismus noch nicht überwunden. Sie sind gegen den Westen. Daran wird sich so bald auch nichts ändern.

5039: Anne Applebaum über Pazifisten

Sonntag, Oktober 20th, 2024

Die Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels, die polnisch-amerikanische Philosophin und Schriftstellerin Anne Applebaum, hat sich in ihrer Dankesrede scharf mit den Pazifisten auseinandergesetzt. Sie seien naiv und würden de facto Kriegstreibern, Autokraten und Diktatoren helfen. Das müsse aufhören. Partiell noch schärfer fasste sich ihre Laudatorin, die russische Nobelpreisträgerin Irina Scherbakova.

5038: Jens Bisky: „Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934“

Sonntag, Oktober 20th, 2024

Die zentrale Frage in Jens Biskys Buch „Die Entscheidung“ lautet, ob die Machtübernahme durch Adolf Hitler und die Nationalsozialisten 1933 unausweichlich war. Die Antwort lautet: nein. Aber um das zu belegen, bedarf es umfassender Recherchearbeit. Bisky untersucht „Schlüsselmomente“, in denen die Handelnden mit ihren Illusionen, ihrer Ratlosigkeit, ihrer Verzweiflung und ihrem Anspruchspathos reflektiert werden. Alles im einzelnen hätte nicht zur Machtübernahme geführt. Das geschah zusammen. Als Einstiegsdatum seiner Erzählung nimmt Bisky den Tod Gustav Stresemanns 1929.

„Zum Dritten Reich führten viele kleine und große Entscheidungen – und nicht zuletzt die zeittypische Erwartung, die eine, alles umwälzende Entscheidung stünde unmittelbar bevor.“ „Dem 30. Januar 1933 gingen viele kleine und größere Siege der NSDAP voraus, an Universitäten, in Vereinen, Kommunen, auf der Straße und in den Zeitungen.“ Mit ausschlaggebend waren Reichspräsident Hindenburg, die Industrie und die Großagrarier. Der britische Historiker Jan Kershaw hat bereits vor 30 Jahren gesagt, dass es nicht die Nationalsozialisten waren, die die Weimarer Republik zerstörten, sondern dass sie es waren, die von der Zerstörung der Republik profitierten (Ute Daniel, SZ 19./20.10.24).