Archive for the ‘Innenpolitik’ Category

4194: Hans-Günther „Hansi“ Schmidt ist tot.

Montag, Februar 6th, 2023

Der Rekord-Torschütze der deutschen Handball-Nationalmannschaft „Hansi“ Schmidt vom VfL Gummersbach ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Der Rückraumspieler schoss für den VfL Gummersbach 1066 Tore in der Bundesliga. Der gebürtige Rumäne führte den VfL zu sieben Meistertiteln und vier Europacupsiegen. In 98 Länderspielen schoss er 484 Tore (SZ 6.2.23).

4193: EKD-Ratsvorsitzende befürchtet Eskalation des Kriegs.

Montag, Februar 6th, 2023

Die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus befürchtet bei der Lieferung von Leopard 2-Kampfpanzern an die Ukraine durch Deutschland eine Eskalation des Kriegs. „Wir haben immer betont: Die Verteidigung muss Ziel der Waffenlieferungen sein, Angriffswaffen stellen das infrage.“ Ihr werde „zunehmend unheimlich“. Grundsätzlich stellt sich die Vorsitzende jedoch hinter die Unterstützung der Ukraine durch die Lieferung von Waffen. „Die evangelische Kirche unterstützt alles, was dem Frieden dient und Leben schützt. Wir stehen an der Seite der Angegriffenen.“ Frau Kuschus wies hin auf die Aufnahme von Flüchtlingen durch Deutschland (SZ 6.2.23).

4192: Zum Holocaust: „Versöhnung ist Quatsch“.

Sonntag, Februar 5th, 2023

In einem Interview von Alexander Cammann und Christian Staas (Zeit, 19.1.23) mit der Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin,

Stefanie Schüler-Springorum,

und dem israelischen Historiker,

Natan Sznaider (nicht zu verwechseln mit Timothy Snyder),

heißt es am Ende:

„Zeit: Und was bleibt 2023 vom Pathos der Versöhnung?

Schüler-Springorum: Das Bedürfnis nach Versöhnung ist Quatsch, sooft es auch beschworen wurde.

Sznaider: Da sind wir uns einig, ich bin auch gegen Versöhnung: Die Vergangenheit kann nicht wiedergutgemacht werden.“

W.S.: Das könnte uns alle vom Zwang der Versöhnung befreien!

4191: Was haben wir aus der Korona-Pandemie gelernt ?

Samstag, Februar 4th, 2023

Es wird gerne gesagt, dass Krisen immer auch Chancen enhielten. Das ist weithin Gerede. Wir Menschen stehen dem selbst im Wege. Durch unsere Mobilität tragen wir zur Verbreitung von Seuchen bei. Der Klimawandel führt dazu, dass Erreger neue Gebiete erobern. Wir Menschen züchten, töten und verarbeiten Tiere, so dass Keime beste Bedingungen haben, vom Tier auf den Menschen überzugehen. Einsicht?

Beispiel Nerzfarmen. Sie sind da für Modeaccesoires. Beispielsweise Pelzjacken. So könnte es geschehen sein, dass Übertragungen von Säugetier zu Säugetier vorgekommen sind. Hier fehlt es an Forschung. Massentierhaltung führt zu Mutationen. Auch zu Korona-Infektionen kann es durch Nerzfarmen gekommen sein. Die Nerzfarmen dienen dem Luxus. Sie sind verbreitet hauptsächlich in Skandinavien. Vermutlich werden Pelztierfarmen dem nächsten globalen Virus erneut ein ideales Reservoir zur Verbreitung bieten. „Lehren aus der Pandemie? Wohl kaum – wenn es nicht mal gelingt, diese überflüssige wie gefährliche Zucht zu unterbinden.“ (Werner Bartens, SZ 4./5.2.23).

4189: Die Geschäfte der Banken mit Steueroasen müssen beendet werden.

Mittwoch, Februar 1st, 2023

Täglich wächst die weltweite soziale Ungleichheit. Die Milliardäre bekommen täglich durchschnittlich 2,7 Milliarden Dollar hinzu. 1,7 Milliarden der Armen leben in Ländern, in denen die Inflation höher ist als der Lohnzuwachs. Helfen würden höhere Steuern für Firmenbesitzer und Wohlhabende. Franklin Delano Roosevelt erhöhte 1935 die Unternehmensteuer drastisch. Danach herrschte mehr Gerechtigkeit. Heute fallen die Firmensteuern. Betrugen sie im Durchschnitt in den sechziger Jahren noch rund 30 Prozent, sind sie heute auf 18 Prozent gefallen. Hauptsächlich verschieben Banken Gewinne in Steueroasen. Allein in Deutschland dürfte der jährliche Schaden dadurch 30 Milliarden Euro betragen. Das kleine Luxemburg erhält jährlich 62 Milliarden Dollar an Direktinvstitionen aus dem Ausland. Fünfmal mehr als Frankreich.

Nun haben sich 140 Staaten darauf geeinigt, dass für Unternehmen eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent gelten soll. Das könnte sogar dazu führen, dass die Unternehemnssteuer in einzelnen Staaten weiter sinkt, bis sie ebenfalls nur noch 15 Prozent beträgt. Vielfach wird Vermögen in geheimen Briefkastenfirmen in Steueroasen geparkt. Spitzenverdiener hinterziehen durchschnittlich pro Jahr 171 Milliarden Dollar an Steuern. Der eigentliche Steuerraub findet in den Metropolen New York, London, Zürich, Amsterdam und Luxemburg statt. Das Vermögen wird nur in die kleinen Steueroasen verschoben. Die von amerikanischen und europäischen Banken bestellt worden sind. Sie nehmen das Geld zurück, nachdem es anonymisiert wurde. Großbritannien organisiert rund die Hälfte der weltweiten Steuerflucht, die Niederlande und die Schweiz 15 Prozent. Europa und die USA könnten die Steuerflucht sofort beenden, wenn sie einseitig beschließen würden, dass ihre Banken kein Geld mehr in die Steueroasen transferieren dürfen. Die Steueroasen dienen der Steuerhinterziehung nur zur Tarnung (Ulrike Herrmann, taz 28.1.-3.2.23).

4188: Wiederholungswahl zum Berliner Abgeordnetenhaus findet am 12. Februar statt.

Mittwoch, Februar 1st, 2023

Auf Beschluss des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts findet die Wiederholungswahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 12. Februar 2023 statt. Noch ist allerdings nicht endgültig geklärt, ob die Wahl im September 2021 verfassungsgemäß war. Aber das Bundesverfassungsgericht lehnte 40 Eilanträge gegen die Wiederholungswahl ab. Sie waren eingelegt worden, um zu erreichen, dass vor einer Wiederholungswahl das Urteil des Berliner Verfassungsgerichtshofs vom November 2022 überprüft werden sollte. Die Berliner Wahlen im September 2021 waren chaotisch verlaufen. Es fehlte an Wahlzetteln, Wahllokale hatten bis nach 18 Uhr geöffnet. Wähler mussten teilweise stundenlang warten (SZ 1.2.23).

4186: Debatte über die Wehrpflicht

Dienstag, Januar 31st, 2023

Nachdem Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Aussetzung der Wehrpflicht vor 12 Jahren als Fehler bezeichnet hatte, setzt die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), sich dafür ein, eine systematische Debatte über die Wehrpflicht zu führen. Dafür hat sie schon Zustimmung bekommen. Mit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe sich die Lage geändert. „Im Spannungs- und Verteidigungsfall kann sie (die Wehrpflicht) wieder aktiviert werden.“ Es gehöre aber zur Ehrlichkeit dazu, den Menschen zu erklären, was das bedeuten würde. Es würde z.B. viel Geld kosten. Frauen müssten verpflichtet werden. Es fehlt mittlerweile an Kasernen. Für den Verteidigungsexperten Carlo Masala benötigen wir eine Freiwilligenarmee wegen des Erfordernisses von hochspezialisierten Berufssoldaten. Die Wehrbeauftragte, Eva Högl (SPD), sagt, man solle verschiedene Modelle diskutieren. Heute schon fehlten Soldatinnen und Soldaten (IR, SZ 31.1.23).

Kommentar W.S.: Die Abschaffung der Wehrpflicht war falsch. Das damalige Modell war gerechter. Durch das Recht auf Kriegsdienstverweigerung können wir allen Interessen dienen. Seinerzeit drohten in einzelnen Verbänden keine Militaristen und Rechtsextremisten. Bei einer Wehrpflichtarmee ist das Verständnis der Bevölkerung für die Armee größer. Gesellschaft und Armee bilden eher eine Einheit.

4185: Das Recht der Frauen

Dienstag, Januar 31st, 2023

Ziel eines Schwangerschaftsabbruchs ist es, die Entscheidung einer Frau über ein lebensbestimmendes Ereignis zu respektieren und ihr zu helfen. Zumal ein anderes Leben betroffen ist, das nicht gefragt wird und auch nicht gefragt werden kann. Nach § 218 Strafgesetzbuch ist eine Abtreibung grundsätzlich verboten und nur bei Vorliegen gewisser Voraussetzungen straffrei (am wichtigsten ist die erforderliche Beratung). Dabei gehört die Abtreibung zu den ältesten Eingriffen in der Medizin.

Trotz Aufklärung und der breiten Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln werden in Deutschland pro Jahr etwa 100.000 Abtreibungen vorgenommen. Erst mit der Abschaffung des § 119 a Strafgesetzbuch, der Werbung für Abtreibung verbot, hat die Bundesregierung 2019 beschlossen, eine Leitlinie für Abtreibungen zu erstellen. „Frauen haben ein Recht auf reproduktive Selbstbestimmung und damit auch auf Abtreibung.“ Sie sollte regelmäßig aktualisiert werden. „Das wird hoffentlich dazu beitragen, dass sich wieder mehr Ärztinnen und Ärzte trauen, diesen Eingriff vorzunehmen.“ Bisher gibt es immer noch zu wenig Forschung zum Thema (Christina Berndt, SZ 3o.1.23).

4183: Daniel Brössler über Hans-Georg Maaßen (CDU)

Montag, Januar 30th, 2023

Für Daniel Brössler ist bei dem ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen (CDU), die Grenze zum Verfassungswidrigen seit langem überschritten. Jetzt kommt bei dem noch der „eliminatorische Rassismus gegen Weiße“ dazu. Insofern liege Parteichef Friedrich Merz mit seiner Feststellung, dass Maaßen nicht Mitglied der CDU bleiben könne, richtig. Ein Parteiausschlussverfahren ist allerdings riskant. Egal wie nah am Antisemitismus Maaßen agitiert. Aber um der Klarheit Willen muss sich die CDU trauen, Maaßen abzuservieren. Schaden hat er schon genug angerichtet (SZ 30.1.23).

4182: DFB-Spitze überfordert ?

Sonntag, Januar 29th, 2023

Laut Gerichtsbeschluss muss der DFB dem ehemaligen Schiedsrichter Manuel Gräfe 50.000 Euro zahlen. Der war mit 47 Jahren ausgemustert worden, ohne dass es dafür klare Regelungen gegeben hätte. Dagegen soll Felix Brych mit 48 Jahren noch in der Bundesliga pfeifen. Aber der ist auch beim DFB angestellt. „Die Gräfe-Posse belegt wieder mal, wie ein in Selbstgewissheit erstarrter Verband zur Wanderausstellung für Peinlichkeiten wird, die man in dieser Dichte gar nicht erfinden kann.“ (Thomas Kistner, SZ 28./29.1.23)

Seit März 2022 ist der ehemalige SPD-Politiker Bernd Neuendorf DFB-Präsident. Er muss mit der jahrelangen Misswirtschaft vorher fertigwerden. Für 2014 und 2015 ist dem DFB die Gemeinnützigkeit aberkannt worden. Das kostet ungefähr 30 Millionen. Zur Bewältigung der Probleme hat Neuendorf das gleiche Personal eingesetzt, das schon unter der Führung von Rainer Koch, Stephan Osnabrügge und Friedrich Curtius tätig war. Künftig muss dann noch eine der größten Fußballakademien unterhalten werden. Ein Steuerstrafverfahren ist anhängig. Mysteriöse Beraterverträge sind ungeklärt. Ebenso wie die Frage, wie die zahlreichen Ehrenämter im DFB entgolten werden und steuerlich einzuordnen sind. Vor einem Sozialgericht läuft zur Frage, ob der DFB für seine Amtsträger sozialabgabepflichtig ist, ein Verfahren. Die Staatsanwaltschaft hat in der Argumentation der Rentenversicherung Alarmierendes entdeckt.