Archive for the ‘Geschichte’ Category

3858: Die dritte Bundesrepublik

Mittwoch, Mai 11th, 2022

1. Die erste Bundesrepublik war am Ende dadurch gekennzeichnet, dass Helmut Kohl davon sprechen konnte, dass der nächste russische Panzer nur wenige hundert Kilometer von seinem Schreibtisch entfernt stehe.

2. Die zweite haben wir Michael Gorbatschow zu verdanken mit der Wiedervereinigung. Deswegen wird er von den Russen so gehasst.

3. Die dritte, nun kommende, verdanken wir dem Massenmörder Putin, der uns die Realität vor Augen geführt hat. Wenn wir uns nicht verteidigen, übernimmt er das Kommando.

4. Die Illusionen der Ära Merkel sind zerstoben.

5. Eine Zeit lang erschien es ja – perverserweise – beinahe so, als seien wir vor Donald Trumps irrsinniger Politik durch einen verlässlichen Partner in Moskau geschützt.

6. Wenn deutsche Intellektuelle in Talkshows den ukrainischen Botschafter belehren, dann lernen wir daraus, wie es nicht geht.

7. In der ersten Bundesrepublik schien es so, als sei ein Mensch dann zufrieden, wenn er materiell abgesichert und privat gut aufgehoben war. Mit Werten und Trieben wollte man sich nicht befassen. Ein Fehler.

8. Es ist für Russland klassischerweise so, dass den jeweiligen Despoten die Zukunft ihrer Landsleute vollkommen gleichgültig ist. Und diese stimmen dem dann noch zu.

9. Die dritte Bundesrepublik wird wegen der hohen Kosten für die Bewältigung der großen aktuellen Aufgaben ärmer werden.

10. Die Superreichen auf der ganzen Welt, darunter die russischen Oligarchen, müssen demokratisch an die Kandarre genommen werden.

(Nils Minkmar, SZ 11.5.22)

3856: Sinn Fein gewinnt in Nordirland.

Montag, Mai 9th, 2022

Bei den Regionalwahlen in Nordirland hat erstmals in der 100-jährigen Geschichte des Landesteils, der zu England gehört, die katholisch-republikanische Partei Sinn Fein gewonnen. Sie will die Loslösung von Großbritannien und die Vereinigung mit Irland. Das geht zwar politisch in die richtige Richtung, wird aber so nicht kommen, weil die Briten eher alles blockieren und zerstören, ehe sie einer guten Lösung zustimmen. Wie uns der unfassbar dumme Brexit gezeigt hat (SZ 9.5.22).

3853: Neuer Dokumentarfilm über Sigmund Freud

Sonntag, Mai 8th, 2022

Von Billie Wilder ist die Anekdote überliefert, wie er 1926 als Berliner Journalist Sigmund Freud in der Berggasse 19 interviewen wollte und direkt herauskomplimentiert wurde. Freud mochte wohl keine Journalisten. Daraus machte Wilder den Satz, dass Freuds ganze Theorien auf der Analyse sehr kleiner Leute beruhte. Ein Gespräch zwischen Sigmund Freud und Billie Wilder wäre natürlich Pflichtlektüre auf der ganzen Welt geworden. Dass Freud als Erzähler (mindestens in Schriftform) ein großer Entertainer war, bestreitet heute keiner mehr.

Der französische Dokumentarist David Teboul verwendet in seiner Dokumentation („Sigmund Freud, un Juif sans Dieu“, 2020, 97 Minuten) nur Originalquellen. Sehr viel Neues hat er trotzdem nicht zu bieten, dazu ist Freud zu gut erforscht und dokumentiert. Die legendäre 1.000-seitige Biografie von Peter Gay bleibt unübertroffen. Und Anna Freud bekommt in Tebouls Film die ihr zustehende große Rolle. Es wird gezeigt, dass Freud sehr auf den Zeitgeist bezogen agierte. So erschien die „Traumdeutung“ erst 1900, obwohl sie vorher fertig war, weil Freud sich bewusst war, dass damit eine neue Epoche eingeleitet wurde. Wie recht er hatte. Der Film enthält beeindruckende Dokumente des späten, bereits nach London emigrierten Freud. Dabei spielen auch seine Zigarren die gebührliche Rolle. Und der Gaumenkrebs, der einen Verwesungsgeruch verströmte, der sogar Freuds geliebten Hund Yofie abschreckte (David Steinitz, SZ 5.5.22).

3851: Sachsens Kretschmer (CDU) ist gegen Waffen für die Ukraine.

Freitag, Mai 6th, 2022

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist gegen die Lieferung „schwerer Waffen“ an die Ukraine. Er nimmt damit eine dezidiert andere Position ein als Parteichef Friedrich Merz und die CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Der sächsische SPD-Landeschef Henning Homann nannte die Äußerungen Kretschmers „völlig unverständlich“. „Kurzfristige Umfragewerte und Stimmungen sollten nicht Richtschnur von Politik sein.“ Früher hatte Kretschmer schon für die Abschaffung der EU-Sanktionen gegen Russland geworben. Vermutlich spielen die bevorstehenden Bürgermeister- und Landratswahlen für Kretschmer eine große Rolle. Und die sächsischen Landtagswahlen 2024 (Ulrike Nimz, SZ 5.5.22).

Ja, so ist sie, unsere sächsische CDU. Seit Kurt Biedenkopf macht sie Fehler über Fehler. Und dann wundern wir uns, dass die AfD dort bei der Bundestagswahl zehn Direktmandate gewinnt.

3850: Offener Brief für Waffenlieferungen an die Ukraine

Donnerstag, Mai 5th, 2022

In einem offenen Brief ermutigen zahlreiche Literaten, Künstler, Intellektuelle und Wissenschaftler Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zur Lieferung von Waffen an die Ukraine. In dem Schreiben heißt es:

„Auf der Maikundgebung in Düsseldorf haben Sie gegen Pfiffe und Protestrufe ihren Willen bekräftigt, die Ukraine auch mit Waffenlieferungen zu unterstützen, damit sie sich erfolgreich verteidigen kann. Wir möchten Ihnen auf diesem Weg Beifall für ihre klaren Worte zollen und Sie ermutigen, die Entschließung des Bundestags für Waffenlieferungen an die Ukraine rasch in die Tat umzusetzen.

Es gibt gute Gründe, eine direkte militärische Konfrontation mit Russland zu vermeiden. Das kann und darf aber nicht bedeuten, dass die Verteidigung der Unabhängigkeit und Freiheit der Ukraine nicht unsere Sache sei. Sie ist auch ein Prüfstein, wie ernst es uns mit dem deutschen ‚Nie wieder‘ ist. Die deutsche Geschichte gebietet alle Anstrengungen, erneute Vertreibungs- und Vernichtungskriege zu verhindern. Das gilt erst recht gegenüber einem Land, in dem Wehrmacht und SS mit aller Brutalität gewütet haben.

Heute kämpft die Ukraine auch für unsere Sicherheit und die Grundwerte des freien Europas. Deshalb dürfen wir, darf Europa die Ukraine nicht fallen lassen.“

U.a. haben bisher unterschrieben:

Gerhart Baum, Marieluise Beck, Maxim Biller, Marianne Birthler, Mathias Döpfner, Michel Friedman, Ralf Fücks, Rebecca Harms, Wolfgang Ischinger, Wladimir Kaminer, Dimitrij Kapitelman, Daniel Kehlmann, Gerald Knaus, Gerd Koenen, Ilko-Sascha Kowalczuk, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Sascha Lobo, Ahmad Mansour, Marko Marin, Jagoda Marinic, Carlo Masala, Markus Meckel, Eva Menasse, Herta Müller, Armin Nassehi, Hedwig Richter, Karl Schlögel, Peter Schneider, Constanze Stelzenmüller, Sebastian Turner, Marina Weisband, Deniz Yücel. Und viele andere.

Unterschreiben kann man: http://www.change.org/KanzlerfuerUkraine   !!!

3849: Morde und Mordversuche von rechts in der Weimarer Republik

Mittwoch, Mai 4th, 2022

Seit der Kaiserzeit wurde die äußerste Rechte in Deutschland vertreten durch die Deutsch-Nationale Volkspartei (DNVP). Deren Mitglieder waren in der Weimarer Republik keine Nazis (NSDAP), aber 1933 deren „Steigbügelhalter“, sie verhalfen ihnen zur Macht (mit mehreren Ministern). Sie dachten völkisch und antisemitisch und verachteten die Demokratie. Die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg wollten sie nicht anerkennen und klammerten sich an die „Dolchstoßlegende“. Ihre Entwicklung in der Weimarer Republik hat in seiner Dissertation untersucht

Martin Sabrow: Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution. Göttingen (Wallstein) 2022 (Neuauflage), 334 S., 30 Euro.

In der Weimarer Republik waren die Neutsch-Nationalen weithin für den Einsatz von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung verantwortlich. Der kaiserliche Korvettenkapitän Hermann Ehrhardt begründete die „Brigade Ehrhardt“, die sich im März 1920 am „Kapp-Lüttwitz-Putsch“ beteiligt hatte. Später wurde er der Chef der „Organisation Consul“ (O.C.), in der vorzugsweise ehemalige Offiziere für den politischen Mord gedrillt wurden.

1. Das erste prominente Opfer wurde Matthias Erzberger (Zentrum), der im August 1921 bei einem Spaziergang im Schwarzwald ermordet wurde. Erzberger hatte den Waffenstillstand 1918 unterschrieben und wurde seither von der politischen Rechten geächtet.

2. Das nächste prominente Opfer sollte Philipp Scheidemann (SPD) Anfang Juni 1922 werden. Er hatte am 9. November 1918 die Republik ausgerufen. Der Anschlag scheiterte am Dilettantismus der beiden Attentäter.

3. Am 24. Juni 1922 wurde Reichsaußenminister Walther Rathenau (DDP) auf dem Weg von seinem Haus im Grunewald nach Berlin-Mitte von den beiden jungen Weltkriegsoffizieren Kern und Fischer mit einer Handgranate und Maschinengewehrsalven ermordet (der eine wurde später von der Polizei erschossen, der andere brachte sich um). Rathenau war Aufsichtsratsvorsitzender der AEG gewesen, ein Ingenieur, Schöngeist und Schriftsteller, den Robert Musil in seinem „Mann ohne Eigenschaften“ als „Paul Arnheim“ schildert. Rathenau war sehr liberal und westlich gesinnt. Und Jude. Von den Rechtsextremisten wurde er wie Erzberger als „Erfüllungspolitiker“ bezeichnet, obwohl er den Vertrag von Rapallo (1922) eigentlich abgelehnt hatte.

4. Am 3. Juli 1922 wurde wieder im Grunewald ein Mordanschlag auf Maximilian Harden (eigentlich Felix Ernst Witkowsky) verübt, den kampferprobten jüdischen Herausgeber der Zeitschrift „Die Zukunft“ (1892-1922). Er hatte mehrfach Prozesse gegen Mitarbeiter von Kaiser Wilhelm II. geführt (u.a. Eulenburg-Prozess). Harden überlebte knapp und starb 1927 in der Schweiz.

Deutsch-nationale Denker gibt es auch heute noch. Am rechten Rand der Demokratie und unter Rechtsextremisten. Es ist aber schwer, ihre Zahl und Bedeutung genau zu fassen. Jedenfalls sollten wir über sie Bescheid wissen und die Auseinandersetzung mit ihnen nicht scheuen.

 

3848: Harari: Russland hat bereits verloren.

Mittwoch, Mai 4th, 2022

Der israelische Historiker Yuval Noah Harari (Hebräische Universität Jerusalem) gilt als Wunderkind unter den Geschichtswissenschaftlern. In einem Interview mit Christian Staas (Die Zeit, 21.4.22) äußert er sich erfrischend offen zum russischen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine. Wünschenswert wäre es, dass sich einige unserer Hilfs-Intellektuellen davon mehr zu eigen machen würden. Damit aber ist nicht zu rechnen:

„Russland .. hat sich nach 1991 von einem militärischen Abenteuer ins nächste gestürzt, in Tschetschenien, Georgien und Syrien oder bei der Annexion der Krim. Doch diese Kriege haben Russland nicht wirklich groß gemacht. Russland ist eine zweitrangige Macht mit einer scheiternden Wirtschaft. Imperiale Kriege lohnen sich nicht mehr.“

„Russland ist im Grunde nichts anderes als eine Tankstelle mit Atomwaffen. Entscheidend im internationalen Wettstreit aber sind Wissensressourcen und Technologien, die man sich nicht mit Panzern aneignen kann. Man kann eine Ölquelle gewaltsam in Besitz nehmen, aber es wäre zwecklos ins Silicon Valley einzumarschieren, um das dortige Know-how zu erobern.“

„Das Wichtigste ist, dass der Westen zusammensteht. Solange Europa, die USA und die Demokratien Asiens geeint sind, ist der Westen der mit Abstand mächtigste Akteur – stärker als China, stärker als Russland ohnehin, dessen Wirtschaftsleistung unterhalb der italienischen liegt. Entscheidend allerdings für den Zusammenhalt des Westens wird sein, dass er die Kulturkriege zwischen links und rechts und zwischen Liberalen und Konservativen beendet, die ihn zu zerreißen drohen.“

„Europa sollte sich nach dem Krieg mit allen Mitteln für die Ukraine engagieren, das Land wieder aufbauen, es politisch konsolidieren, an Europa anbinden und helfen, es in eine propsperierende Demokratie zu verwandeln. Den Ukrainern jetzt schon diese Perspektive zu eröffnen, halte ich für äußerst wichtig. Das wird sie in ihrer Entschlossenheit stärken, und es wird sich als der beste Schutz Europas gegen ein diktatorisches Russland erweisen.“

„Wenn China sich aktiv an Putins Seite stellt, steuern wir auf neuen kalten Krieg zu, zu dessen ersten Opfern Russland selbst gehören dürfte. Es wird sich in einen chinesischen Satelliten verwandeln. Wenn die chinesische Führung vernünftig agiert, wird sie erkennen, dass es sich nicht auszahlen wird, einen Krieg zu unterstützen, dessen globale ökonomische und politische Folgen auch Chinas Wohlstand und Ansehen in Mitleidenschaft ziehen können. China hat viel zu verlieren.“

 

3845: Novalis 250

Dienstag, Mai 3rd, 2022

Am 2. Mai 1772 wurde Friedrich von Hardenberg geboren, der sich seit seiner ersten literarischen Veröffentlichung Novalis („der Neuland Rodende“) nannte. Sein „Heinrich von Ofterdingen“ ist das protagonistische Werk der Frühromantik. Weiter erschienen Sammelwerke wie „Blütenstaub“ und „Glauben und Liebe“. Hardenberg arbeitete als Bergassessor. Die Todessehnsucht wurde ein es seiner geläufigsten Motive. Vor allem seit dem Tod seiner Verlobten Sophie von Kühn. Friedrich von Hardenberg starb schon mit 28 Jahren. Novalis‘ Werk wurde von Friedrich und August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck wissenschaftlich stark bearbeitet. Friedrich Schlegel schrieb 1792 an seinen Bruder: „Das Schicksal hat einen jungen Mann in meine Hand gegeben, aus dem Alles werden kann.“ Novalis‘ Denken war bestimmt von seiner Erkenntnis: „Wir suchen überall das Unbedingte und finden immer nur Dinge.“ Heinrichs Traum von der notorischen blauen Blume ist nicht bloß als schwärmerische Kulisse zu verstehen, sondern als Botschaft eines Naturbilds, das durch geologische Messungen und Analysen auf eine nahezu unendliche Dauer zurückweist. Romantische Sehnsucht hat hier ihren historisch datierbaren Kern (Andreas Bernard, SZ 30.4./1.5.22).

3818: Frank Ulrich (SPD) erscheint konsequent.

Donnerstag, April 7th, 2022

Der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses und ehemalige Biathlon-Olympiasieger Frank Ulrich (SPD) lässt seine Funktion im Aufsichtsrat der Nationalen Dopingagentur (Nada) ruhen. Er war in die Kritik geraten, als ein ehemaliger Verbandsarzt des Deutschen Skiläuferverbandes der DDR (DSLV) behauptet hatte, dass Ulrich und 20 andere Sportler der DDR zwischen Oktober 1985 und Januar 1986 mit Oral-Turinabol gedopt gewesen seien. Ulrich teilte mit, dass er weder als aktiver Sportler noch als Trainer bewusst Berührung mit Dopingmitteln gehabt habe.

„Und doch war ich Teil eines sportlichen Systems, das für uns Sportler mitunter schwer zu durchschauen war. Die Stasi-Akte des Arztes, der für mich verantwortlich war, zeigt dies.“ „Ich kann mir meinen Namen darin nicht erklären. Zumal ich im angegebenen Zeitraum kein aktiver Sportler mehr war.“ Ulrich nahm das Angebot der SED-Opferbeauftragten des Deutschen Bundestages, Evelyn Zupke, an, mit ihr ins Gespräch zu kommen. „Ich werde mit ihr gemeinsam auch den Austausch mit Doping-Betroffenen suchen. Das ist letztlich eine Chance, gemeinsam mehr Licht in das DDR-Sportsystem zu bringen und in die Rolle, die wir darin gespielt haben. Die Gespräche werden auch helfen zu eruieren, wo wir Dopingopfer besser unterstützen können.“ (SZ 7.4.22)

3812: Butscha

Montag, April 4th, 2022

„Begriffe wie Kriegsverbrechen sollen der Schlachterei dieser Ukraine-Invasion einen juristisch fassbaren Charakter geben, als gäbe es einerseits den normalen geregelten Krieg und andererseits die Verbrechen, die in ihm geschehen. Was nun aber nach dem Abzug russischer Einheiten in Butscha nördlich von Kiew sichtbar wird, lässt sich mit dem begriff Verbrechen nicht mal ansatzweise beschreiben und macht die viehische, bestialische Natur diese Gemetzels klar.

Die Ukraine erleidet keinen Angriffskrieg, sie erleidet einen Vernichtungsfeldzug. Die russische Soldateska zerstört, brandschatzt und mordet nach Gusto. Diese Schlachterei zeigt keinen Hauch von Menschlichkeit mehr, das Leid ist unfassbar, schon die Bilder schnüren die Kehle zu. Dabei muss man sich keinen Illusionen hingeben: Was jetzt in Butscha oder Trostjanez dokumentiert wird, wird man auch in Mariupol oder Charkiw finden.

Ja, Wladimir Putin ist ein Kriegsverbrecher, seine Soldaten begehen Kriegsverbrechen, der gesamte Apparat ermöglicht unsägliche Gräuel. … Niemand in der Ukraine wird einen Frieden schließen, diese Bilder aus Butscha werden den Krieg in eine neue Dimension katapultieren.

Auch die moralische Zwangslage des Westens wird härter und lässt sich allein durch Sanktionen nicht lösen. Russland unter Waldimir Putin bleibt der Paria der Staatenwelt. Und wenn Nationen wie

Indien

und

China

glauben, sie könnten ungeachtet der verbrecherischen Taten profitieren, dann betreiben sie lediglich die politische Zweiteilung der Welt. Dies ist ein enthemmter, totaler Krieg eines totalitären Regimes. Wer das immer noch nicht wahrhaben will, muss nach Butscha schauen.“

(Stefan Cornelius, SZ 4.4.22)