Archive for the ‘Geschichte’ Category

2892: Die Garnisonkirche (Potsdam) wieder aufbauen ?

Freitag, Juni 12th, 2020

Den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam haben SPD, CDU, Grüne und ein Bürgerbündnis beschlossen („Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche“ 2004) . Das ist nicht unumstritten. 1968 war die im Krieg zerstörte Kirche von der DDR gesprengt worden. Zahlreiche Prominente wie Günther Jauch, Wolfgang Joop, Christian Thielemann, Katarina Witt und Lea Rosh unterstützen den Wiederaufbau.

Das Problem ist, dass in dieser Kirche am 21. März 1933 der „Tag von Potsdam“ stattgefunden hat, die Verbrüderung von Nazis und Preußen (Hohenzollern). Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg schüttelten sich die Hand.

Aus noch anderen Gründen hat sich in Potsdam 2014 eine Bürgerinitiative „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ gegründet. Sie wird u.a. unterstützt von der Politikerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) und dem Theologen und Friedenspreisträger Friedrich Schorlemmer. 1971 war an der Stelle der Kirche von der DDR ein Rechenzentrum errichtet worden.

Die vom „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. (1713-1740) ab 1730 gebaute Kirche war ein Symbol der Einheit von Preußentum, Militär und reformierter Kirche. Hier befanden sich die Sarkophage von Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. (dem Großen, 1740-1786). Sie wurden im Lauf der Jahrhunderte von vielen Prominenten (u.a. Napoleon) besucht. In der Weimarer Republik war die Garnisonkirche eine „Trutzburg“ von Nationalisten, Antidemokraten und Antisemiten. Ganz dem Bündnis von Nazis und Hohenzollern entsprechend. Hier hatten nach der Wiedervereinigung Rechtsextremisten sich für die Garnisonkirche eingesetzt.

Mittlerweile ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Schirmherr der Fördergesellschaft. 2014 war die Rekonstruktion des Potsdamer Stadtschlosses eingeweiht worden. Ermöglicht durch eine 20-Millionen-Spende des SAP-Mitbegründers Hasso Plattner. 2016 eröffnete der Palast Barberini, der die Kunstsammlung von Plattner beherbergt (Marlene Militz, taz 9.6.20).

Ohne Frage ist der Wiederaufbau von Gebäuden, die im Zweiten Weltkrieg zerstört oder schwer beschädigt worden sind und die in der Regel von der DDR für ihre Zwecke benutzt wurden, ein nicht leicht zu lösendes Problem. Bei der Frauenkirche in Dresden hat es geklappt. Sie wurde in der Nacht zum 14. Februar 1945 zerstört. In der DDR blieb die Ruine erhalten und diente als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. 1994 begann gestützt auf viele und große Spenden aus aller Welt der Wiederaufbau, der 2005 abgeschlossen werden konnte. Aus der Ruine wurde ein Symbol der Versöhnung.

Schwieriger ist es mit dem Berliner Schloss. Es diente den Hohenzollern 1443 bis 1918 als Winterresidenz. 1945 brannte es fast ganz aus. Die Ruine wurde 1950 gesprengt. 1973 bis 1976 wurde hier von der DDR der „Palast der Republik“ errichtet, der 2006 bis 2008 wieder abgerissen wurde. Obwohl es ein zentraler Ort der Hohenzollern war, die bekannt sind für ihre Angriffskriege und Annexionen (z.B. Schlesien) und die hauptverantwortlich waren für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, konnte ein Förderverein 1992 erreichen, dass der Wiederaufbau in Gang kam. Der Bundestag hatte ihn beschlossen. Seit 2013 entsteht hier das Humboldt Forum (Fertigstellung 2021), das einer internationalen musealen Nutzung zugeführt werden soll (es ist allerdings wegen aktueller Querelen um den Kolonialismus sehr umstritten).

Die Dresdener Frauenkirche ist heute unbestreitbar ein Symbol der Versöhnung. Das Berliner Schloss/Humboldt Forum ist fast fertig. Wir können ihm nur Glück wünschen. Und die Potsdamer Garnisonkirche muss nicht fertig gebaut werden. Einiges ist ja geschehen. Für manche von uns sind die Erinnerungen an die Hohenzollern nicht mit guten Gefühlen verbunden.

2891: EU verlangt Grenzöffnungen.

Freitag, Juni 12th, 2020

Die EU-Kommission verlangt die Aufhebung der Grenzkontrollen zwischen EU-Staaten für den kommenden Montag. Dazu forderte die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson die EU- und Schengen-Staaten auf. Die pandemische Situation habe sich in allen Staaten stark verbessert. Einreisen von außerhalb der EU sollen von Juli an aus bestimmten Ländern wieder möglich sein. Dazu wollen die EU-Staaten eine Liste von Ländern erarbeiten (dpa, SZ 12.6.20).

2887: Den Rassismus „verlernen“!

Mittwoch, Juni 10th, 2020

Der Grünen-Vorsitzende, Robert Habeck, und die Vizepräsidentin des schleswig-holsteinischen Landtags, Aminata Touré (Grüne), schreiben in der „taz“ (8.6.20) einen Aufsatz über den Rassismus bei uns. Darin heißt es:

„Ein starkes Zeichen .. wäre, den Begriff ‚Rasse‘ aus dem Grundgesetz zu streichen. Er manifestiert eine Unterteilung von Menschen in Kategorien, die dem Anspruch und Geist unseres Grundgesetzes, „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“, widersprechen. Es gibt eben keine ‚Rassen‘. Es gibt Menschen.“

2885: 70 Jahre ARD

Dienstag, Juni 9th, 2020

Vor 70 Jahren wurde die ARD („Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“) gegründet. Zunächst überwiegend als Gemeinschaft von Radiosendern. Dann übernahm das Fernsehen die Dominanz. Vielfalt war stets ihr Markenzeichen. Uneinigkeit manchmal auch. So beschlossen kürzlich acht Sender ein gemeinsames digitales Kulturangebot, nur der Bayerische Rundfunk (BR) war dagegen.

Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung bestimmen den Programmauftrag. Ihre Leistungsfähigkeit hat die ARD bewiesen als Informationskanal (Tagesschau, Tagesthemen, politische Magazine, Wirtschaftsmagazine, Kulturmagazine, Dokumentationen). Das hat sich wieder gezeigt in der Corona-Krise. Und diejenigen, welche die ARD hauptsächlich bei der „Lügenpresse“ einordnen, haben ihre Rundfunk-Sozialisation wohl überwiegend im Propagandasystem der DDR erhalten. Da kann man nicht mehr erwarten.

Die ARD bietet nicht nur „Das Erste“, sondern die Dritten, ca. 60 Hörfunkprogramme, Phoenix, KiKa, Arte, 3 Sat, den Deutschlandfunk (DLF), die Deutsche Welle (DW). Die ARD unterhält 50 Gemeinschaftseinrichtungen von „ARD aktuell“ bis zur Degeto. Kritik und Selbstkritik tragen zur Verbesserung bei. Und Sparsamkeit ziert denjenigen, der sein Metier beherrscht.

2883: RAF-Terroristen in der DDR

Montag, Juni 8th, 2020

Als der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker 1987 seinen Staatsbesuch in Bonn machte, da glaubten viele Bundesbürger an die Gleichwertigkeit der beiden deutschen Staaten, DDR und BRD. So, als begegneten sie sich auf Augenhöhe.

Welch schwerwiegender Irrtum!

1989 war es dann mit der DDR schon vorbei. Und am 6. Juni 1990 wurde in Berlin-Marzahn Susanne Albrecht verhaftet. Sie hatte am 30. Juli 1977 als RAF-Mitglied den Mord am Chef der Dresdener Bank, Jürgen Ponto, ermöglicht.

„Nach ihrer Festnahme ging es Schlag auf Schlag: Am 12. Juni 1990 wurde Inge Viett in Magdeburg festgenommen; zwei Tage darauf Monika Helbing und Ekkehard von Seckendorff-Gudent sowie in Senftenberg Christine Dümlein und Werner Lotze. Am 15. Juni waren Sigrid Sternebeck und Ralf Friedrich in Schwedt an der Reihe, am 18. Juni Silke Maier-Witt und Henning Beer in Neubrandenburg. Zehn steckbrieflich gesuchte RAF-Terroristen waren in nur zwölf Tagen aufgespürt worden.

Die Ermittlungen ergaben, wie es die zehn Linksextremisten in die DDR geschafft hatten. Susanne Albrecht etwa war nach etwas mehr als drei Jahren im Untergrund im September 1980 über Prag nach Ost-Berlin gekommen. Eingefädelt hatte diese Art von ‚Exil‘ die Terroristin Inge Viett, die über gute Beziehungen zur DDR-Staatssicherheit verfügte.“ (Sven Felix Kellerhoff, Die Welt 6.6.20)

Alle RAF-Terroristen bekamen milde Strafen und wurden in den Neunzigern bereits aus der Haft entlassen.

 

2881: Wie wir die USA sehen können.

Samstag, Juni 6th, 2020

Große Teile der US-Bürger, Schwarze, Weiße, Latinos oder Asiaten, fühlen sich von der politischen Klasse im Stich gelassen. Festgesetzt hat sich das Bild von einer Elite, die es sich auf Kosten der Mehrheit gutgehen lässt. Zu dieser Ansicht kann man von rechts oder links gelangen. Einerseits will der ehemalige Berater Stephen Bannon die Zerstörung der gegenwärtigen Gesellschaft. Andererseits will ein Linker wie der Demokrat Bernie Sanders mehr soziale Gerechtigkeit. Die Analysen beider Männer haben aber vieles gemeinsam. Das war übrigens einer der Gründe dafür, dass manche Anhänger von Sanders bei der letzten Wahl in das Lager Donald Trumps gewechselt waren, als Hillary Clinton zur Präsidentschaftskandidatin gemacht wurde.

Sanders will die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Der Universitätsbesuch soll kostenlos sein. Es soll eine Krankenversicherzung für alle geben. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass in einem so reichen Land wie den USA 27,5 Millionen Menschen keine Krankenversicherung haben.

Bill Clinton und Barack Obama haben nicht viel dafür getan, das Vertrauen in die Politik wieder herzustellen. Obama ging in seinen getragenen Reden mit den vielen rhetorischen Pausen vielen US-Amerikanern auf den Geist. Große Worte, keine Taten. Auf einzelnen Politikfeldern hat er vollkommen versagt, etwa in der Syrienpolitik!

Die meisten großen Städte in den USA werden von Demokraten regiert. Dort läuft es nicht besser als auf dem Land. Hier konzentrieren sich die Probleme. Der Mittelstand wird kleiner. Die Polizei benachteiligt systematisch Schwarze. Diese stellen 13 Prozent der Bevölkerung, aber 24 Prozent der von der Polizei getöteten Menschen und 38 Prozent aller Gefängnisinsassen.

„Man mag von dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden halten, was man will. Er ist kein sonderlich beeindruckender Kandidat. Aber er ist ein integrer Mann, er kann zuhören, und er genießt das Vertrauen von großen Teilen der schwarzen Bevölkerung. Vielleicht kann Biden, zumindest für vier Jahre, eben jener Präsident der Heilung sein, den das Land jetzt braucht.“ (Christian Zaschke, SZ 6./7.6.20)

2880: Rassismus: ein Problem im deutschen Journalismus

Samstag, Juni 6th, 2020

Wenn wir die personelle Zusammensetzung der Redaktionen bei der Presse und beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland betrachten, stoßen wir auf ein klassisches Mittelschichten-Phänomen. Menschen mit gefüllten Bücherregalen, mit einem finanziellen Polster in der Einstiegsphase. Jeder fünfte (5.) Einwohner Deutschlands hat einen Migrationshintergrund, aber nur jeder 50. Journalist. Auch mit der Polizeigewalt haben wir Probleme, Das zeigt der Fall Oury Jalloh. Der Mann aus Sierra Leone verbrannte vor fünfzehn Jahren an Händen und Füßen gefesselt auf einer Polizeiwache in Dessau-Roßlau (Ostdeutschland).

Von deutschen Journalisten werden Menschen mit Migrationshintergrund gerne in die Betroffenenecke gestellt, statt in die Expertenecke. Dafür gelten weiße Gesprächspartner als unvoreigenommene Beobachter. Dabei wird objektive, seriöse Berichterstattung über Rassismus nur möglich, wenn die Stimmen der sichtbaren Minderheit gehört werden. Im Journalismus auf Menschen mit Migrationshintergrund zu verzichten, ist ignorant. Wir brauchen die Vielfalt in der Berichterstattung. Nur so ist Ausdifferenzierung möglich (Dunja Ramadan, SZ 6./7.6.20).

Im übrigen wird hier deutlich, dass diese Kritik am deutschen Journalismus gerade das

Gegenteil

von dem bedeutet, was die Verfechter der These von

„Lügenpresse“

meinen.

2879: Spike Lee analysiert und betet.

Samstag, Juni 6th, 2020

Der bekannte US-Regisseur Spike Lee, geb. 1957, gehört zum „New American Cinema“ der achtziger und neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts („Do the Right Thing“ 1988, „Malcom X“ 1992, „Inside Man“ 2006, „Kobe Doin‘ Work“ 2009, „BlacKkKansman“ 2018). Sein Thema ist der Rassismus und speziell die Diskriminierung von Afroamerikanern. So sieht er in den Überschwemmungen in New Orleans in Folge des Hurrikans Catrina keine Naturkatastrophe, sondern eine Kette von menschlichem Versagen auf Grund von Rassismus. Noch vor der Ermordung von George Floyd hat Rüdiger Sturm Spike Lee für die SZ (6./7.6.20) interviewt.

SZ: Warum sind die Wunden dieser Spaltung nie verheilt? Und wäre das überhaupt möglich?

Lee: Wenn Sie wissen wollen, warum die Wunden nicht verheilen, müssen Sie sich anschauen, wie die USA entstanden sind. Dieses Land verdankt seine Existenz der Tatsache, dass man den Ureinwohnern ihr Land weggenommen und viele Menschen versklavt hat. Das war der Anfang und ist bis heute der Grund, warum die USA so mächtig geworden sind. Mich stört es, wenn heute von Gründervätern gesprochen wird – diese weißen Männer, sie hielten Sklaven. Wenn das die Entstehungsgeschichte eines Landes ist, dann stimmt doch etwas nicht. George Washington, der erste Präsident der Vereinigten Staaten, besaß 123 Sklaven. Amerikanische Ureinwohner wurden in Konzentrationslager gesperrt. Diese Anfänge begleiten uns bis heute.

SZ: Eine Welt, in der Afroamerikaner noch immer in Gefahr sind – und wie Bürger zweiter Klasse behandelt werden.

Lee: Absolut! Gerade erst wieder hat die große Pandemie wieder die Ungerechtigkeiten unseres Gesundheitssystems offengelegt. Die Todesrate unter Schwarzen ist viel höher als bei allen anderen. Wenn wir daraus nichts für die Zukunft lernen und etwas ändern, sind diese Menschen umsonst gestorben. Dass diese Lektion nicht umsonst ist, dafür bete ich, das ist meine Hoffnung.

Bei seinen Gegnern gilt Spike Lee als Italiener-Hasser. Er verfüge über reichlich negative Stereotype gegenüber Franzosen, Hispanics, Koreanern und Juden. Ja, als Antisemit gilt Spike Lee auch.

2876: Israel ist bereit zur Annexion.

Mittwoch, Juni 3rd, 2020

Im Koalitionsvertrag für die gegenwärtige israelische Regierung steht, dass die Annexion von 32 Prozent des Westjordanlands vorgesehen ist. Verteidigungsminister Benny Gantz hat der Armee den Befehl erteilt, sich auf die im Juli bevorstehende Annexion vorzubereiten. Das stellt den Palästinensern einen Staat in Aussicht, der lediglich aus zerstückelten Flächen besteht. Kürzlich fanden Gespräche zwischen der israelischen Regierung und US-Vertretern statt (Botschafter David Friedman, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, Nahostberater Avi Berkowitz).

Das Verhandlungsangebot von US-Außenminister Mike Pompeo hatte der palästinensische Präsident Mahmud Abbas im Mai abgelehnt. Er zog Teile der palästinensischen Sicherheitskräfte aus dem Westjordanland ab. Die Auflösung der Autonomiebehörde käme einer palästinensischen Selbstausschaltung gleich. UN und Weltbank warnten in getrennten Berichten vor einem wirtschaftlichen Kollaps auf der Westbank. Die Palästinenser hatten die für sie weit besseren Verhandlungsangebote der israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barack und Ehud Olmert (von der Arbeitspartei) abgelehnt (Alexandra Föderl-Schmid, SZ 3.6.20)

Die falsche Politik der israelischen Regierung und der Trump-Administration sind eine Katastrophe für Nahost. Programmiert ist die Eskalation der Gewalt. Russland und Iran in Syrien, beide keine Friedensbringer, warten auf ihre Chance. Die Lage in Irak und Jemen ist äußerst instabil. Das wird böse enden. Israel ist militärisch in der Region eindeutig am stärksten, aber offenbar nicht in der Lage, Friedenspolitik zu betreiben. Die EU hat mit ihrer Nahostpolitik versagt, kann sich jetzt aber nicht mehr davor drücken, wirklich Verantwortung zu übernehmen. Ich bin hier äußerst skeptisch.

2873: taz-Dokumentation: AfD verunglimpft Nazi-Opfer.

Dienstag, Juni 2nd, 2020

Björn Höcke hatte 2017 die „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert. Der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland sah im 8. Mai 1945 für Deutschland den „Verlust von Gestaltungsmöglichkeit“. Darin erkennt Peter Laudenbach (taz 26.5.20) die Gestaltungsmöglichkeit, Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Schwule, Roma, Behinderte und Zwangsarbeiter zu ermorden.

Die taz publiziert einen kurzen (unvollständigen) Überblick über die Übergriffe, Beschädigungen, Beschmierungen auf und von NS-Gedenkstätten in vier Jahren (Mai 2016 – Mai 2020). Es sind 53. Hin und wieder werden uns bekannte Namen erwähnt. So wurden aus einer Besuchergruppe der AfD-Abgeordneten Alice Weidel in Sachsenhausen die NS-Morde in Frage gestellt. Im Zusammenhang mit den Übergriffen wurden folgende NS-Opfer genannt: der Schriftsteller Wolfgang Borchert („Draußen vor der Tür“), der Priester Heinrich König, der Theologe Werner Sylten, die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde in München, Charlotte Knobloch, der Teenager Anne Frank.