Archive for the ‘Geschichte’ Category

3036: Wie wir wurden, was wir sind.

Sonntag, September 13th, 2020

Der berühmte und weithin anerkannte Historiker Heinrich August Winkler (geb. 1938), der hoch ausgezeichnet ist, hat die entscheidenden Bücher zum „Westen“ geschrieben:

1. Der lange Weg nach Westen. 2 Bände. München 2000,

2. Geschichte des Westens. 4 Bände. München 2009-2015,

3. Zerbricht der Westen? München 2017.

Nun legt er mit

4. Wie wir wurden, was wir sind. Eine kurze Geschichte der Deutschen. München 2020, 255 S.,

eine deutsche Geschichte vor. Wir fragen uns zunächst, ob das eigentlich nötig ist, kommen aber angesichts der „Vogelschiss“-Politik der AfD und der allgemeinen politischen Unbildung, die uns überall begegnet, zu dem Ergebnis: Es hat sich gelohnt.

Winkler legt seine Analyse in neun Kapiteln vor und kritisiert dabei – zu Recht – stets die deutschen „Sonderwege“. Erfreulich ist, dass das Buch um so differenzierter wird, je aktueller es ist. In einem Nachwort widmet sich der Autor sogar der Corona-Pandemie. Er dringt bis zu Nordstream 2 vor (S. 215). Selbstverständlich können wir bei der Kürze keine stilistische Brillanz erwarten. Die Darstellung ist dicht und nüchtern. Winkler zeigt uns die Zusammenhänge. Sehr gut!

Letztlich ist die Geschichte von Otto, dem Großen (912-973), Martin Luther (1483-1546), Friedrich, dem Großen (1712-1786) und Otto von Bismarck (1815-1898) eine Einheit, bei der einzelne Episoden sich gewiss stark von anderen unterschieden. Es gibt Konstanten: der Antisemitismus herrscht seit Martin Luther. Und die Reichsgründung „von oben“ 1871 hat sich zunächst stärker durchgesetzt als die Karlsbader Beschlüsse (1819). An der deutschen Hauptschuld am Ersten Weltkrieg hat Winkler keine Zweifel. Und er schreibt: „Der 30. Januar 1933 war also weder ein zwangsläufiges Ergebnis der bisherigen Entwicklung noch ein Zufall.“ (S. 85)

Für die Zeit nach 1945 stellt Winkler den politischen Gegensatz von Konrad Adenauer (CDU) und Kurt Schumacher (SPD) in den Mittelpunkt. Er registriert die Rolle der „linksliberalen Medien“ („Spiegel“, „Zeit“, „Stern“, „Frankfurter Rundschau“ und „Süddeutsche Zeitung“) (S. 134). Er zeigt, wie sich die Bundesrepublik Deutschland im „deutschen Herbst“ vom Ende der siebziger Jahre als „krisenfest“ (S. 154) erwiesen hat. Und er zitiert Gustav Heinemann: „Es gibt schwierige Vaterländer. Eines davon ist Deutschland. Aber es ist unser Vaterland.“ Die Funktion des Holocaust wandelt sich (seit dem Kosovokrieg) vollständig von der Delegitimierung deutscher Militäreinsätze hin zu ihrer Legitimierung. Nicht ganz gerecht wird Winkler der 68er Studentenbewegung, deren doktrinären Formen er wohl als junger Wissenschaftler zu nahe gekommen war. Immerhin erkennt er deren Kritik an der Elterngeneration an.

Heinrich August Winkler besitzt die Souveränität, Gerhard Schröders (SPD) Agenda 2010 Gerechtigkeit widerfahren zu lassen (S. 202). Er dringt wesentlich tiefer als andere ein in die Ursachen für die aktuelle politische Spaltung in Deutschland: „Die tieferen Ursachen dieses Ost-West-Gefälles liegen in der Zeit vor der Wiedervereinigung. Anders als in der ‚alten‘ Bundesrepublik hatten sich in der einstigen DDR sehr viel ältere deutsche Staatsvorstellungen und Geschichtsbilder behauptet. Vorurteile gegenüber der westlichen Demokratie waren hier weiter verbreitet als dort, wo sich die Öffnung gegenüber der politischen Kultur des Westens über Jahrzehnte hinweg hatte vollziehen können und aus kontroversen Debatten eine selbstkritische Kultur erwachsen war.“ (S. 206)

Heinrich August Winkler hat eine insgesamt sehr dienliche, kurze deutsche Geschichte vorgelegt. Mögen viele davon profitieren.

 

3035: Marija Kolesnikowa – die neue Jeanne d’Arc

Samstag, September 12th, 2020

Spätestens mit ihrer Verhaftung an der ukrainischen Grenze ist die weißrussische Musikerin Marija Kolesnikowa, 38, zur Ikone der Demokratiebewegung in ihrer Heimat geworden. Die Flötistin und Dirigentin tritt den Soldaten auf Demonstrationen mit dem Herzzeichen entgegen. Sie steht für friedlichen Protest. Kolesnikowa ist unverheiratet und kinderlos und daher schwerer erpressbar als andere Präsidiumsmitglieder des oppositionellen Koordinierungsrats. Vor zwölf Jahren ging sie nach Stuttgart und studierte dort Alte und Neue Musik. Als Kuratorin möchte sie disziplinenübergreifende Kunstformen entwickeln. Sie gilt als Expertin digitaler Kommunikation.

Kolesnikowa vergleicht die menschliche Gesellschaft mit einem Orchester. beide seien in Gruppen gegliedert, in beiden gebe es eine Elite von Stimmführern. Mittlerweile seien die einst männlich dominierten Ensembles weiblicher, diverser und demokratischer geworden. Marija Kolesnikowa ist aber durchaus in der Lage, sich in ein Team einzuordnen. Die Spitzenkandidatur bei der Präsidentschaftswahl in Belarus hatte sie gezielt Swetlana Tichanowskaja überlassen, der Frau des inhaftierten Bloggers Sergej Tichanowski, die sich inzwischen im litauischen Exil aufhält. Eine Stuttgarter Freundin von Kolesnikowa, die in ihrer Freizeit eine begeisterte Surferin und Kickboxerin ist, Viktoria Vitrenko, erkennt mittlerweile, dass Marija Kolesnikowa Teil von etwas geworden ist, das weit größer ist als sie selbst (Kerstin Holm, FAZ 12.9.20).

3031: EU stellt London ein Ultimatum.

Freitag, September 11th, 2020

Die EU hat der britischen Regierung im Brexit-Streit ein Ultimatum gestellt. Sie forderte London auf, die Pläne für einen Bruch des Austrittsvertrags bis spätestens Ende September zurückzuziehen. Andernfalls schrecke die EU nicht davor zurück, rechtliche Schritte gegen das Vereinigte Königreich einzuleiten, sagte EU-Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic nach einem Treffen mit dem britischen Kabinettsminister Michael Grove (AM, SZ 11.9.20).

3028: Grün-Rot-Rot geht gar nicht.

Mittwoch, September 9th, 2020

Boris Herrmann bemüht sich (SZ 9.9.20) wieder einmal zu zeigen, zu was die Linke in einer Bundesregierung beitragen könnte. Meine Intention ist das nicht, aber Herrmann sucht alle Argumente pro zusammen. Eines der Fundamentalprobleme der Linken ist es, dass sie nicht zugleich

staatstragend und staatsablehnend

sein kann. Solange sie sich an Putinfreunde und Autokratenversteher hängt, ist sie politisch nicht brauchbar. Die alten SED- und DKP-Wähler (7 bis 9 Prozent) und andere Alt-Kommunisten verteidigen Putin, Lukaschenko, Maduro und Assad. Das ist unmöglich. Damit disqualifizieren sich die Linken. Außenpolitisch. Das ist der Knackpunkt. Insofern kommt eine grün-rot-rote Koalition auf keinen Fall in Frage. Der Linken-Parteitag muss eine strategische Entscheidung fällen.

Es geht ja nicht darum, weil Donald Trump nicht zurechnungsfähig ist, den Westen abzuschaffen. Sondern es geht darum, den Westen zu reformieren, zu verbessern. Ohne Trump und Co.

Die Linke müsste eine Partei sein

der Mieter,

der Nahverkehrsfahrer,

der Corona-Verlierer,

der kleinen Frau (und des kleinen Mannes),

der Alleinerziehenden,

der Pflegekräfte und

der wohnungsuchenden Familien.

„Eine Partei, die aus falsch verstandener Solidarität Despoten unterstützt, braucht dagegen kein Mensch.“

 

3025: Die Lüge im menschlichen und politischen System

Montag, September 7th, 2020

In ihrer Ausgabe vom 27. August 2020 legt die Wochenzeitung „Die Zeit“ einen Diskurs in mehreren längeren Artikeln über Wahrheit und Lüge vor, der mir relevant vorkommt:

1. Durch seine unzähligen Lügen hat Donald Trump ein System bedient, dessen Stabilität darauf beruht, dass Lügen von Wahrheit nicht mehr unterschieden werden können.

2. Johnson, Bush, Nixon haben gelogen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Trump lügt einfach so, und es ist ihm egal, dass die Wähler wissen, dass er lügt.

3. Lügen ist Teil und Mittel der Politik. Politiker haben Angst, der Lüge bezichtigt zu werden, aber da hat sich was verschoben in den letzten Jahren.

4. Der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker 2011: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“

5. Faktenchecks nützen wenig. Sie sind in der Regel nach einer Woche vergessen.

6. Jesus Christus sagt: „Eure Rede aber sei: Ja! Ja! Nein! Nein! Alles andere ist von Übel.“

7. Aber in der Bibel wird getäuscht und geflunkert, geschummelt und betrogen, verleugnet und gelogen, dass sich die Balken biegen.

8. Eine dieser schönen Geschichten ist die von dem gut aussehenden Josef, den seine neidischen Brüder an eine Karawane verkaufen, die nach Ägypten zieht. Sie wollen ihn und seine Besserwisserei ein für allemal los sein. Und dann macht dieser Josef in Ägypten Karriere.

9. Unter den wissenschaftlichen Theorien hat der radikale Konstruktivismus dies auf den Punkt gebracht, indem er davon ausgeht, dass alles nur in unserer Vorstellung besteht und keiner je gleich wahrnimmt, bewertet und wiedergibt.

10. Die schlichte Fähigkeit zur Narration ist es, die den Menschen überhaupt erst zum Kulturwesen macht. Zur Lüge und zum Belogenwerden braucht es Sprachvermögen, Kreativität und Empathie, damit einem geglaubt wird und damit man glauben kann.

11. Eine erfahrene Bundestagsabgeordnete sagt: „Je weiter man nach oben kommt, desto mehr muss man lügen. Dinge geheim halten. Man verspricht viel zu oft Sachen, die man nicht halten kann. Damit man Ruhe hat.“

12. In Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ sagt ein notorischer Absager: „Kommen unmöglich, Lüge folgt.“

13. Hannah Arendt schreibt, dass menschliches Zusammenleben zerbricht, wenn es den Bezug zur Wahrheit verliert. Sie schreibt aber auch: „Wer nichts will als die Wahrheit sagen, steht außerhalb des politischen Kampfes.“

14. Weit verbreitet ist die Ansicht, dass wir Lügner am Verhalten erkennen. Das ist empirisch aber nicht erwiesen.

(Renate Volbert, Die Zeit 27.8.20; Hannah Knuth/Anna Mayr, Die Zeit 27.8.20; Nina Pauer, Die Zeit 27.8.20; Johanna Haberer/Sabine Rückert, Die Zeit 27.8.20)

3024: Demonstranten und ihre Weltanschauung

Sonntag, September 6th, 2020

1. An der Anti-Corona-Demonstration in Berlin haben mit 40.000 Teilnehmern

wenige Menschen

teilgenommen. Verglichen mit der Friedensdemo im Bonner Hofgarten 1981 oder den Demonstrationen 1989 (Philip Eppelsheim/Morten Freidel FAS 6.9.20).

2. 80 Prozent der Bundesbürger unterstützen die Corona-Politik der Bundesregierung und der Landesregierungen.

3. Die Demonstrations-Teilnehmer waren bunt gemischt. Friederike Haupt (FAS 6.9.20) schreibt: „Es waren Menschen, wie man sie auf Autobahnraststätten trifft, an Baggerseen, in Pizzerien, bei Vaters 75. Geburtstag. Heitere Männer in Karo, grauhaarige Damen mit klugen Brillen, bauchfreie Mädchen, muskulöse Jungs, Opas mit Bärten, Rasta-Frauen. Sie hatten Schilder und Flaggen dabei, von denen die meisten harmlos waren: Bekenntnisse zu Jesus, Frieden, Mut.“

4. Unter den Demonstranten waren viele Linke, Bürgerliche und Anhänger der FDP.

5. Allerdings wurde der Ton häufig von Rechtsextremisten bestimmt.

6. Infolgedessen könnte die Demonstration der AfD nützen, wenn sie sich nicht selbst zerlegt.

7. Der rechtslastige Politikwissenschaftler Werner Patzelt sah bei der Demo sogar Verbindungen zu 1968 und zu den Anti-Atom-Demonstrationen.

8. Nach einer repräsentativen Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung hat knapp ein Drittel der Deutschen einen Hang zu Verschwörungstheorien.

9. Elf Prozent meinen „Es gibt geheime Mächte, die die Welt steuern.“

10. 13 Prozent sehen als diese Mächte Wirtschaftsunternehmen, Banken oder das „Finanzkapital“.

Zwölf Protent Geheimdienste wie die CIA oder den Mossad.

Elf Prozent denken an „reiche Familien“ wie die Rothschilds, die schon in Fritz Hipplers Hetzfilm „Der ewige Jude“ (1940) vorkamen.

Fünf Prozent vermuten dahinter die Mafia oder kriminelle Clans.

Vier Prozent Geheimbünde wie die Freimaurer oder die „Illuminaten“.

Ein Prozent die Juden.

11. „Wir finden dies in Ost und West, bei Alt und Jung, Männern und Frauen.“

12. Nur bei der AfD glauben 56 Prozent an „geheime Mächte“.

13. Auch Nichtwähler nehmen „geheime Mächte“ an.

14. Von den Anhängern von Verschwörungstheorien werden „Systemmedien“ und die „Lügenpresse“ weniger genutzt.

15. Besser Gebildete glauben seltener an Verschwörungstheorien.

3021: Wolfgang Ruge: Stalinismus

Donnerstag, September 3rd, 2020

Wolfgang Ruge (1917 – 2006) entstammte einer kommunistischen Familie, die 1933, wie so viele andere auch, in die Sowjetunion geflohen war. Ruge verbrachte in der bekannten Tragik 15 Jahre in Lagern in Kasachstan und Sibirien. Die Familie konnte erst 1956 in die DDR ausreisen. Wolfgang Ruge war von 1958 bis zu seiner Emeritierung 1983 Historiker im Zentralinstitut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. 2003 erschien seine Autobiografie.

Aber schon kurz nach der Wiedervereinigung 1990 war sein wichtiges Buch

Stalinismus – eine Sackgasse im Labyrinth der Geschichte

in Berlin erschienen. Es ist jetzt wieder aufgelegt worden (Verlag Die Buchmacherei, 192 S., 12 Euro). Zum Glück. Es ist der Beweis dafür, dass einzelne DDR-Wissenschaftler den Stalinismus schon früh kritisch analysiert hatten. Erkenntnisse, die wir heute dringend benötigen. Ruge stellt zwei Aspekte in den Mittelpunkt. Einmal Lenins verengte Sicht der Geschichte als determinierten Prozess (objektiver Gang der Weltgeschichte als Rechtfertigung von Massenverbrechen). Zum anderen die Verwurzelung des stalinschen Herrschaftssystems in der zaristischen Tradition von Autoritarismus, Gewalt, Willkür und einem furchtbaren Lagersystem (Rudolf Walther, SZ 31.8.20).

Wolfgang Ruges Sohn

Eugen Ruge

erhielt 2011 den Deutschen Buchpreis für „In Zeiten abnehmenden Lichts“, worin er die Geschichte der Familie Ruge in der DDR beschreibt. 2019 erschien mit „Metropol“ die Darstellung der Familiengeschichte in der UdSSR.

3019: Das russische Gift

Donnerstag, September 3rd, 2020

Alexej Nawalny ist zweifelsfrei mit Nowitschok vergiftet worden. Daran gab es im Grunde genommen ohnehin keinen Zweifel mehr. Nun hat die Bundeskanzlerin das Ergebnis selbst bekanntgegegeben und den Vorgang im Namen der ganzen Bundesregierung scharf verurteilt. Russland aber wird keinen Unschuldsbeweis liefern können und wollen. Es versteht nur eine Sprache, die der Stärke und Härte und der wirtschaftlichen Sanktionen.

Nordstream 2 muss wieder auf den Tisch.

3017: Macron erhöht Druck auf Libanon.

Mittwoch, September 2nd, 2020

Der französische Präsident Emmanuel Macron erhöht vier Wochen nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut den Druck auf Libanon. Langfristige internationale Hilfe werde nur ausgezahlt, wenn bis zum kommenden Oktober Reformmaßnahmen eingeleitet worden seien. Die nächsten drei Monate seien „fundamental“ für einen wirklichen Wandel. Ansonsten könnten auch Sanktionen gegen das libanesische Führungspersonal verhängt werden. Auf der Feier zum 100. Jahrestag der Gründung Libanons pflanzte Macron einen Zederbaum, das Nationalsymbol des Landes. Wiederum prangerte der französische Präsident die Korruption im Lande an (dpa, SZ 2.9.20).

3016: Die Schande des deutschen Kolonialismus

Dienstag, September 1st, 2020
  1. Alle die halbherzigen Versuche, den deutschen Kolonialismus irgendwie aufzuarbeiten, zeigen die ganze bisher nicht begriffene Misere.
  2. Den deutschen Kolonialismus gab es zwischen 1879 und 1919, also später und kürzer als etwa bei unseren europäischen Nachbarn (Großbritannien, Frankreich).
  3. Nach Kolumbus 1492 waren bald auch deutsche Händler Nutznießer der europäischen Welteroberung.
  4. Radikale Kolonialisten wie der Hamburger Carl Peters betrieben die „rücksichtslose und entschlossene Bereicherung des eigenen Volkes“ auf Kosten anderer.
  5. Die Deutschen herrschten mit Nilpferdpeitsche und Soldaten (u.a. Völkermord an den Herero und Nama).
  6. An der Kolonisation waren die deutschen wirtschaftlichen Eliten besonders aus Bremen und Hamburg beteiligt.
  7. Der anfangs zögerliche Bismarck wies dann „Schutzgebiete“ aus.
  8. Der deutsche Gouverneur von Kamerun, Jesko von Puttkammer, hielt die Einheimischen für das „faulste, falscheste und niederträchtigste Gesindel, welches die Sonne bescheinet, und es wäre sicher am besten gewesen, wenn sie bei der Eroberung des Landes wenn nicht ausgerottet, so doch außer Landes gebracht worden wären“ (der Ton weist auf die deutschen Konzentrationslager voraus).
  9. Der gegenwärtige Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, sieht im deutschen Kolonialismus etwas zivilisierend Gutes.
  10. Bei der Gestaltung des Humboldt-Forums in Berlin zeigt sich drastisch, dass ein richtiges Kolonialismus-Museum fehlt.
  11. In der ganzen EU gibt es kein solches Haus.
  12. „Einzig die westliche Besserwisserei sollte man sich dringend sparen.“
  13. Es ist auch nicht förderlich, wenn Shanty-Chöre aus Bremen-Vegesack und anderswo nach Namibia fahren (Hanno Rauterberg, Die Zeit 20.8.20).