Archive for the ‘Außenpolitik’ Category

3146: Israel beschleunigt völkerrechtswidrigen Siedlungsbau.

Dienstag, November 17th, 2020

Zum Ende der Präsidentschaft Donald Trumps beschleunigt Israel den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau im West-Jordanland. Das wird zu einer Kraftprobe zwischen Israel und dem neuen US-Präsidenten Joe Biden. Quasi als Abschiedsgeschenk plant US-Außenminister Mike Pompeo einen Besuch in der Siedlung Psagot. Die hat einen Wein Marke „Pompeo“ auf den Markt gebracht. Alle Fehler der Trump-Administration werden zum Ende seiner Amtszeit nochmals befestigt.

Dabei verkennen wir ja nicht, dass es kürzlich eine außenpolitische Annäherung zwischen einigen arabischen Staaten und Israel gegeben hat. Unter der Bedrohung durch den Feind Iran.

Trump und Pompeo genießen unter israelischen Siedlern Heldenstatus. Die israelische Menschenrechtsorganisation Peace Now sieht in den geplanten neuen Bauvorhaben im Westjordanland „einen tödlichen Schlag für die Friedenssuche und die Möglichkeit einer Zwei-Staaten-Lösung“. (Peter Münch. SZ 17.11.20).

Ja, die israelischen Siedler wollen gar keinen Frieden.

3145: Europas Sicherheit: Deutsch-französischer Streit

Dienstag, November 17th, 2020

Der französische Präsident Emmanuel Macron kritisiert die deutscher Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die sich gegen die von Macron geforderte strategische Eigenständigkeit Europas gewandt hat. „Die Illusion einer europäischen strategischen Autonomie muss aufhören. Die Europäer werden nicht in der Lage sein, die zentrale Rolle Amerikas als Sicherheitsgarant zu ersetzen.“ Macrons Forderung nach einer europäischen Armee ist in Deutschland auf ein verhaltenes Echo gestoßen. Allerdings haben die Verteidigungspolitiker der SPD-Fraktion in einem Diskussionspapier die Gründung einer „28. Armee“ in Europa gefordert. Sie soll 8.000 Soldaten umfassen, direkt der EU-Kommission unterstellt sein und die NATO ergänzen. Damit liegen Fachpolitiker aus der SPD mal wieder völlig richtig, finden aber in der eigenen Partei keine Mehrheit dafür (Daniel Brössler, SZ 17.11.20).

3143: Der Islamismus bekämpft die freie Gesellschaft.

Sonntag, November 15th, 2020

1. Wir kennen zahlreiche gewalttätige, terroristische Angriffe von islamistischer Seite: die Anschläge auf das World Trade Center, die Morde im Club Bataclan, die Enthauptung eines französischen Lehrers, den Anschlag auf eine Kirche in Nizza, den Anschlag in Wien.

2. Werden diese kriminellen Gewalttaten klar benannt, erfolgt von links die Zuordnung „Islamophobie“. Dieser Terrorismus sei eine Folge des Kolonialismus.

3. Der schärfste und gewalttätigste Antisemitismus kommt von islamischer Seite. In fünfstelliger Zahl haben in letzter Zeit Juden Frankreich nach Israel und Kanada verlassen.

4. Der organisierte Feminismus schaut achselzuckend über die Zwangslage muslimischer Frauen hinweg und kümmert sich eher um die Blicke in den Ausschnitt.

5. Der Islamkenner Hamed Abdel-Samad hat die Deutsche Islamkonferenz verlassen, weil dort zunehmend fanatische Moscheeverbände an Einfluss gewännen.

6. Die neuerdings an deutschen Universitäten ausgebildeten Imame werden von den Moscheeverbänden nicht akzeptiert.

7. Einige Verbände in der Deutschen Islamkonferenz stehen den Grauen Wölfen oder den Muslimbrüdern nahe.

8. Für Hamed Abdel-Samad leisten die meisten Islamverbände nicht dieselben positiven Beiträge zum Zusammenhalt der Gesellschaft wie die christlichen Kirchen.

9. Die meisten Islamverbände in Deutschland sind verlängerte Arme ausländischer Regierungen oder muslimischen Bewegungen.

10. Angesagt ist laut Necla Kelek ein Kinderkopftuchverbot.

11. Das befürwortet auch eine Mehrheit der Deutschen (57 Prozent).

12. Manche Mädchen mit Kopftuch fühlen sich kopftuchlosen – überlegen und glauben, denen Vorschriften machen zu dürfen.

13. In Österreich ist das Kopftuch in der Grundschule per Gesetz verboten.

14. Die sexuelle Verfügbarkeit von Frauen ist „Kern und Inbegriff des Verhältnisses von Mann und Frau“ im Islam (Prof. Dr. Tilman Nagel, Göttingen).

15. Nach Ansicht der Rechts-Professoren Martin Nettesheim, Tübingen, und Kyrill-Alexander Schwarz, Würzburg, ist ein Kinderkopftuchverbot mit dem Grundgesetz (GG) vereinbar.

16. Im Bundestag findet das Thema wenig substanzielles Interesse. So sagte Helge Lindh (SPD): „Sie sind nicht Opfer des Kopftuchs; vielmehr sind sie Opfer solcher dämlicher Anträge und Kopftuchdebatten.“ (Ja, unsere SPD, W.S.).

17. „Man bekämpft die Feinde der offenen Gesellschaft nicht dadurch, indem man ihnen die offene Gesellschaft opfert.“ (Deniz Yücel)

(Necla Kelek, Die Zeit 29.10.20; Deniz Yücel, Die Welt 14.11.20; Marcel Leubecher, Die Welt 14.11.20; Raquel Erdmann, Die Welt 14.11.20)

3131: Islamismus bekämpfen

Sonntag, November 8th, 2020

Jacques Schuster (Welt 7.11.20) schreibt:

„Es gibt schon längst einen europäischen Islam. Allerdings nicht den, auf welchen vernünftige Zeitgenossen seit Jahren vergeblich warten. Europäisch ist das Netzwerk aus Islamisten und Salafisten, aus Muslim-Brüdern und IS-Anhängern. Rege tauschen sie sich aus, besuchen sich, empfehlen sich gegenseitig Hasspredigten und schicken ihre Anwerber auf die Suche nach jungen Männern mit psychischen Schwächen oder identitätskrisen, die im starren Weltbild des Islamismus Halt finden oder einfach nur ihren Tatendrang ausleben wollen. Es mutet von daher merkwürdig an, wenn von Einzeltätern die Rede ist.

Der islamistische Extremismus ist etwas Einzigartiges. Zum ersten mal in der Geschichte des Terrorismus hat sich eine Internationale gebildet. Zwar gibt es keine zentrale Führungsfigur wie einst bei der Dritten Internationalen, immerhin aber eine einheitliche gewalttätige Ideologie.

Es überrascht deswegen keine Sekunde, dass der Attentäter von Wien über ein Beziehungsgeflecht von Gesinnungsgenossen in der Schweiz und in Deutschland verfügte. Vielleicht kommen noch weitere aus Frankreich, Belgien oder den Niederlanden hinzu. Polizei und Geheimdienste werden es herausfinden.

Nötig ist auch ein anderer Umgang mit der Türkei. Wenn es stimmt, dass Ankara unter Präsident Erdogan zu einem autoritären Regime mit totalitären Zügen wird, dann darf es nicht sein, dass dieses Regime in Deutschland und Europa Moscheen betreibt.“

3130: Grüne wollen Graue Wölfe verbieten.

Sonntag, November 8th, 2020

Claus Christian Malzahn hat Cem Özdemir (Grüne) zum Verbotsantrag gegen die Grauen Wölfe interviewt (Welt 7.11.20):

Welt: Herr Özdemir, die Grünen im Bundestag wollen in einem fraktionsübergreifenden Antrag mit Union und SPD ein Verbot der Grauen Wölfe in Deutschland durchsetzen. Vereinsverbote sind ein scharfes Schwert. Warum halten Sie das für notwendig?

Özdemir: Bei den Grauen Wölfen handelt es sich um militante Rechtsextremisten, die in aller Welt ihr Unwesen treiben und in Europa immer wieder durch Gewalteskalationen auffallen. Auf das Konto der Grauen Wölfe gehen hunderte Morde in der Türkei. Aber die Grauen Wölfe beschränken ihre Aktivitäten nicht auf die Türkei. Sie bedrohen auch in Deutschland türkeistämmige Oppositionelle und Angehörige von Minderheiten. Es kann doch nicht sein, dass türkische Rechtsextremisten mitten in Berlin, Dortmund oder Hamburg friedliche Bürgerinnen und Bürger einschüchtern, verprügeln oder mit dem Tod bedrohen. Der deutsche Staat muss diese Menschen schützen.

Welt: Der Verfassungsschutz beobachtet die Grauen Wölfe. Warum jetzt ein Verbot?

Özdemir: Rechtsextremismus ist Rechtsextremismus und muss bekämpft werden, egal wo er herkommt. Ich befürchte, dass vielen Menschen hierzulande gar nicht klar ist, mit welchem Bedrohungspotential wir es bei den Grauen Wölfen zu tun haben. Wer weiß denn schon, dass Mehmet Ali Agca, der Mann, der am 31. Mai 1981 in Rom Papst Johannes Paul II. umbringen wollte, ein Grauer Wolf gewesen ist? Die Grauen Wölfe sind in Deutschland nicht weniger extremistisch als in Frankreich.

Welt: Sie wollen den Verbotsantrag mit Union und SPD stellen. Wie haben die Regierungsparteien reagiert?

Özdemir: Das Thema geht alle demokratischen Fraktionen im Bundestag an und eignet sich nicht zur Profilierung einzelner Parteien. Zusammen mit unseren grünen Innenexperten Irene Mihalic und Konstantin von Notz habe ich die Initiative ergriffen, und nun haben wir die Fraktionen angesprochen, um unsere interfraktionelle Initiative eines Verbotes der Grauen Wölfe auf den Weg zu bringen. Die bisherigen Gespräche mit CDU und SPD waren sehr positiv. Dafür bin ich dankbar, und ich bin zuversichtlich, dass wir das als Demokratinnen und Demokraten gemeinsam hinbekommen.

3129: Viel Arbeit für die USA und die EU

Sonntag, November 8th, 2020

Nach der Wahl des neuen US-Präsidenten Joe Biden von den Demokraten kommt viel Arbeit auf die USA und die EU zu. Aufräumarbeiten bei dem, was alles falsch liegt. Wiedereinführung des Respekts. Gemeinsame Weltpolitik. Zusammenarbeit in der Nato. Pariser Klimaschutz-Abkommen. Atom-Abkommen mit Iran. Etcpp.

Die Zusammenarbeit muss vertrauensvoll und nachhaltig sein.

3128: Vor 25 Jahren: Mord an Jitzchak Rabin

Samstag, November 7th, 2020

Am 4. November 1995 wurde der israelische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Jitzchak Rabin von dem jüdischen Fanatiker Yigal Amir ermordet. Der heute noch in Haft befindliche Täter wollte damit den unter Vermittlung des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton mit den Palästinensern unter Jassir Arafat zustande gekommenen Friedensprozess zu Fall bringen. Das ist ihm voll gelungen. Rabins Sohn Yuval Rabin beklagte heute, dass die israelische Gesellschaft keine Lehren aus der Bluttat gezogen habe. Ein scharfer Kritiker von Rabins Friedenspolitik war der gegenwärtige Premierminister Benjamin Netanjahu. Bei einer Gedenkfeier zu Rabins 25. Todestag beklagte er, dass heute seine Familie Morddrohungen erhalte (Peter Münch, SZ 4.11.20).

3126: Dan McCrum („Financial Times“) wird im Bundestag angehört.

Freitag, November 6th, 2020

2014 hat Dan McCrum („Financial Times“) damit begonnen, sich mit Wirecard zu beschäftigen. Ein Jahr später schrieb er die erste Serie von Artikeln über das Unternehmen, das er dort „House of Wirecards“ nannte. Er blieb an dem Thema dran. Das Ende von Wirecard begann mit einem Beitrag Dan McCrums in der „Financial Times“ vom 30. Januar 2019. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin erstattete aber nicht gegen Wirecard Anzeige, sondern gegen Mc Crum. Das gehört in die Reihe von Fehlverhalten deutscher Behörden in letzter Zeit (z.B. NSU, Anis Amri).

Gegen die Wirecard-Vostände Jan Marsalek und Markus Braun ging die Bafin erst ein Jahr später vor. Im Bundestag soll Mc Crum nun als Sachverständiger angehört werden, nicht als Zeuge. „Vor allem für die SPD hat das den Vorteil, dass McCrum nur hinter verschlossenen Türen auftritt. Alles, was McCrum in öffentlicher Sitzung sagen würde, könnte schließlich peinlich werden für die Bafin. Und vielleicht auch für das vom SPD-Politiker Olaf Scholz geleitete Bundesfinanzministerium, dem die Bafin zugeordnet ist und das von der Anzeige gewusst hatte.“ (Christoph Giesen/Klaus Ott, SZ 5.11.20)

3125: Trumps Verhalten

Freitag, November 6th, 2020

Während Joe Biden der erforderlichen Wahlmännerzahl immer näherkommt, beschreibt Stefan Kornelius (SZ 6.11.20) nochmals Donald Trumps Verhalten:

„Die unwürdigen Auftritte Trumps in der Wahlnacht haben einmal mehr gezeigt, dass er nicht nur ein schlechter Präsident ist, sondern vor allem eine Gefahr für die Demokratie. Vom ersten Tage seiner Amtszeit an befand er sich in Scharmützeln mit seiner Partei und der Opposition, mit der Justiz und dem Behördenapparat, mit Recht und Gesetz. Seine Kollision mit dem Recht gipfelte in einem Amtsenthebungsverfahren. Seine Amtsführung war stilbildend in besonders abstoßender Form. Als populistisches Vorbild fand er Nachahmer in aller Welt und brachte die Demokratie in Misskredit, sodass selbst autoritäre Staatsgebilde wie in China als Alternative diskutiert wurden. Das Tempo der demokratischen Auszehrung war atemberaubend, die Bereitschaft zur Unterwerfung und Anpassung empörend.“

3124: Ursula von der Leyen muss zeigen, was sie kann.

Freitag, November 6th, 2020

Parlament und Mitgliedstaaten der EU haben sich darauf geeinigt, dass Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit für EU-Staaten finanzielle Konsequenzen haben können. Das ist ein Durchbruch. Denken wir an Ungarn und Polen. Den Rechtsstaat abzubauen und trotzdem Millionen aus dem EU-Budget zu kassieren, geht nicht. Im neuen Verfahren müssen die Mitgliedstaaten nur mit qualifizierter Mehrheit zustimmen. So wird sich zeigen, wer nur schön redet, und wer bereit ist, Konflikte auszutragen. Damit das Verfahren funktioniert, muss die EU-Kommission Kürzungen vorschlagen. Das könnte die Stunde der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) werden. Als mehrfache Ministerin in Deutschland ist sie durch schwache Leistungen bekannt. Ihre Doktorarbeit ist äußerst zweifelhaft. Jetzt muss sie zeigen, dass sie anders kann (Karoline Meta Beisel, SZ 6.11.20).