Archive for the ‘Wissenschaft’ Category

5127: Kooperation bei Europas Rüstung

Freitag, Januar 3rd, 2025

Der Chef des Rüstungsunternehmens „Leonardo“ (Jahresumsatz 15 Milliarden Euro), Roberto Cingolani (Rom), schlägt mehr Zusammenarbeit in der europäischen Rüstungsindustrie vor. „Wir wollen Allianzen in der europäischen Verteidigungsindustrie vorantreiben.“ Die europäischen Rüstungsfirmen seien nicht groß genug. Die Effizienz nationaler Rüstungsindustrien in Europa sei nicht hoch genug. Die Ernennung eines EU-Kommissars für Verteidigung sei „ein wichtiger Schritt nach vorne“ (SZ 2.1.25).

5126: Knackpunkte bei der Betrachtung der DDR

Donnerstag, Januar 2nd, 2025

Bei der Betrachtung der DDR gibt es noch viel Streit. Ich möchte hier einige Punkte aufführen, an denen das gerade deutlich wird:

1. Die DDR ist noch nicht vergangen. Sie schwirrtte in vielen Köpfen. Besonders in Ostdeutschland. Dort neigen die Menschen natürlich nicht dazu, alles schlecht zu finden, was mit der DDR zu tun hatte. Bei den Älteren waren sie es ja selbst.

2. Vieles an der DDR ist noch weithin unerforscht: z.B. Wochenkrippen und Jugendwerkhöfe.

3. Die Mauer wurde 1961 nicht gebaut, um Menschen zu schützen, sondern um die Massenflucht zu stoppen.

4. Vielfach stehen die Bürgerrechtler und Dissidenten im Mittelpunkt der Betrachtungen und nicht die zahlreichen DDR-Durchschnittsspießer, die sich um Anpassung an das Regime bemüht haben.

5. Heute noch weit verbreitet ist die Auffassung, dass man dann, wenn man sich nach DDR-Vorstellungen ichts zuschulden hatte kommen lassen, man auch keine Probleme kriegte.

6. Selbstverständlich war die DDR nicht nur Stasi und Mauer, aber diese Phänomene beherrschten den Staat.

7. Viele Menschen in Ostdeutschland haben keine Lust, sich ihr Leben vor 1990 schlechtreden zu lassen.

8. Ein beherrschendes Element bei der Betrachtung der DDR ist, dass viele Menschen darüber noch zu wenig wissen. Besonders die im Westen der Republik.

5123: Oma und Opa statt Kita

Montag, Dezember 30th, 2024

Die Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft, Monika Schnitzer, kritisiert die unzureichende Kinderbetreuung in Deutschland. Es werde auf Großeltern oder private Babysitter zurückgegriffen. „Wer das nicht kann, hat keine andere Wahl als seine Arbeitszeit zu verkürzen.“ Nötig seien mehr Geld und mehr Personal für Kitas. „Es kann nicht sein, dass junge Väter schief angeschaut werden, wenn sie nur noch 80 Prozent arbeiten wollen, damit sie es der Mutter ebenfalls ermöglichen, 80 Prozent zu arbeiten.“ (SZ 30.12.24)

5122: NS-Raubkunst ist noch nicht zurückgegeben: ein Skandal

Sonntag, Dezember 29th, 2024

600.000 Kunstwerke wurden von den Nazis aus jüdischem Besitz geraubt. Zurückgegeben ist davon das Wenigste. Ein Skandal. 2024. Zehntausende davon hängen in öffentlichen Museen. Hauptsächlich in Deutschland. Erst die „Washingtoner Prinzipien“ aus den neunziger Jahren verpflichteten die Räuber zur Zurückgabe. Geschehen ist fast nichts. Viele jüdische Familien fühlen sich doppelt bestohlen: Erst durch die Nazis, dann durch die Bundesrepublik, welche die Rückgabe nicht schaffte. Auch der Ampelkoalition ist es nicht gelungen. Künftig sollen Schiedsgerichte auf Wunsch der Beraubten entscheiden. Hoffentlich funktioniert das. Anscheinend ist es bequemer, die Kunst zu behalten und mit dem Unrecht zu leben. Ungeheuerlich (Jörg Häntzschel, SZ 27.12.24).

5120: Bitte keine Olympischen Spiele nach Deutschland !

Sonntag, Dezember 29th, 2024

1. Sie sind zu teuer. Ca. 16 Milliarden Euro.

2. Sie zerstören in großem Maße die Welt (CO 2 etc.).

3. Wir müssen in den Breitensport investieren.

4. In den Schul- und Schwimmsport.

5. Wir brauchen Investitionen in die Infrastruktur (Digitalisierung, Bahn, Autobahn etc.).

6. Wir müssen uns gegen Russland verteidigen können.

7. Gigantismus ist nicht angesagt.

8. Bei den Olympischen Spielen in Paris wurden 13.000 Obdachlose einfach aus der Stadt geschmissen.

5119: Gerd Koenen hofft auf Schwarz-.Grün.

Samstag, Dezember 28th, 2024

Der ehemals kommunistische Historiker Gerd Koenen ist einer der besten Kenner des Kommunismus und des europäischen Ostens. Im Interview mit Jannis Koltermann (FAZ 28.23.24) über Russlands Aggressionspolitik macht er signifikante Bemerkungen.

FAZ: Rechnen Sie mit einer veränderten Ukrainepolitik unter einer neuen Bundesregierung nach den Wahlen?

Koenen: Ich hoffe es, weil mich das ewige Lavieren von Olaf Scholz fast in den Wahnsinn getrieben hat. Was hat er für einen Tanz gemacht, um dann mit einem Jahr Verspätung ein paar Panzer aus den Arsenalen zu holen. Diese ndemonstrative Besonnenheit hatte nicht nur faktisch fatale Auswirkungen auf den Kriegsverlauf, sie war auch ein verhängnisvolles, demobilisierendes Signal. Die entscheidende Frage des kommenden Jahres wird sein, ob Europa sich zusammenfinden kann, in dem Moment, in dem die USA sich aus dem Krieg oder sogar aus NATO-Verpflichtungen zurückziehen. Dabei kommt Deutschland natürlich eine Schlüsselrolle zu. Was das angeht, gehen meine Hoffnungen in Richtung Schwarz-Grün – möglichst ohne bayerische Nebenaußenpolitiken.

5114: Parlament schützt das Bundesverfassunngsgericht.

Sonntag, Dezember 22nd, 2024

Bundestag und Bundesrat haben die Sicherung des Bundesverfassungsgerichts beschlossen. Dazu war die Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Union, SPD, Grüne, FDP und Linke stimmten dafür. AfD und BSW dagegen. Durch den Beschluss werden Einfallstore für Feinde der Demokratie geschlossen. Die Amtszeit der Richter wird auf zwölf Jahre begrenzt, ihre Wiederwahl ist ausgeschlossen, die Altersgrenze liegt bei 68 Jahren. Diese Regelungen sind in das Grundgesetz aufgenommen. Bisher ist das im Bundesverfassungsgerichtsgesetz geregelt (SZ 21.12.24).

5113: Sonntagsfrage

Freitag, Dezember 20th, 2024

CDU/CSU 33, AfD 19, Grüne 14, SPD 14, BSW 5, FDP 3, Linke 3

5112: Ines Geipel vermisst den Osten neu.

Donnerstag, Dezember 19th, 2024

Die sehr bekannte ehemalige DDR-Weltklassesprinterin Ines Geipel (SC Motor Jena) ist (seit 2001) Professorin für Verskunst an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Sie ist zudem Schriftstellerin (auch Romane und Gedichte) und Journalistin. Und sehr umstritten. Weil sie das System der DDR beim Namen nennt. Sie selbst wurde von mehreren Stasi-Mitarbeitern ausgespäht. Ihr Vater war Stasi-Auslandsspion, dessen Aufgabe es war, DDR-Republikflüchtlinge in der BRD zu „verunsichern“. Ein ganz schlimmer Finger. Davor hat Ines Geipel nie die Augen verschlossen. Eine rühmliche Rolle hat sie bei der Aufklärung es Staats-Dopings der DDR gespielt, einem System, dem sie selbst angehörte. Aber Ines Geipel ist nicht für beschönigende Darstellungen bekannt. Sie war 1989 über Ungarn aus der DDR geflohen und hatte das Glück, dass die Mauer kurz danach fiel und sie alle ihre Freunde und Mitstreiter wiedertreffen konnte. In der DDR hatte sie Germanistik studiert, in der BRD Psychologie und Soziologie. Sie hat viele Bücher veröffentlicht. Vor fünf Jahren erschien „Umkämpfte Zone“. Nun

„Fabelland. Der Osten, der Westen, der Zorn und das Glück.“ Frankfurt am Main 2024, 309 Seiten, 26 Euro.

Hier wird Geipel nicht milder, sondern schärfer. Und greift insbesondere die vielen Opportunisten bei den Themen DDR und DDR-Sport an. Die Perspektive, dass der Wesaten an der Rückständigkeit des Ostens schuld sei, hält sie für komplett falsch. Vielmehr nimmt sie 56 Jahre Diktatur in Deutschland seit 1933 in den Blick. Und sie setzt sich mit der Tatsache auseinander, dass es in der DDR nie eine plausible Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus nie gegeben hat. Im Gegensatz zur BRD, wo bei weitem auch nicht alles Gold war, was glänzte, was wir als Betroffene wissen, wo es aber „Ansätze“ gab („Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ 1951/1955, Auschwitz-Prozess 1962-1965, „Holocaust“ 1979 etc.). Hier geht die Auseimnandersetzumng mit den Nazis heute noch weiter. Z.B. mit ihren „Steigbügelhaltern“. Geipel meint, dass die Ostdeutschen sich 1989 selbst aus einem andauernden Bevormundungsstatus selbst entlassen hätten, um gleich im nächsten zu landen. Wenn wir auf die AfD schauen, … (Joachim Käppner, SZ 18.12.24).

 

5111: EU-Verfahren gegen Tiktok

Mittwoch, Dezember 18th, 2024

Die EU-Kommission hat ein Verfahren gegen die chinesische Social Media-Plattform Tiktok eingeleitet. Wegen möglicher Wahlmanipulationen. „Wir müssen unsere Demokratien vor jeglicher Art ausländischer Einmischung schützen“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Es gäbe Hinweise, dass Tiktok in die rumänischen Präsidentschaftswahlen eingegriffen habe. Der chinesische Mutterkonzern Bytedance erklärte, er habe der EU umfangreiche Informationen zur Verfügung gestellt (SZ 18.12.24).