Archive for the ‘Wissenschaft’ Category

2693: Der Bestsellerautor als Märchenerzähler

Donnerstag, Januar 23rd, 2020

Der Förster Peter Wohlleben, 56, ist ein Bestsellerautor. 2015 hat er mit „Das geheime Leben der Bäume“ einen Riesenerfolg gelandet. Für ihn ist der Wald nur als unangetasteter Urwald wertvoll. Damit wird er zur Heilsfigur für alle, für die Umweltschutz bedeutet, dass sich der Mensch rauszuhalten habe. Wohlleben verurteilt die deutsche Forstwirtschaft. Er zieht Vergleiche zwischen Waldbau und Massentierhaltung. Bei ihm kommt ein Baumstumpf vor, der von den umliegenden Buchen mit Nährstoffen versorgt wird und deshalb nicht verfault. Diese Vermenschlichung des Waldes nimmt die Wissenschaft Wohlleben nicht ab.

Für den Göttinger Hochschullehrer für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen, Prof. Dr. Christian Ammers, überschreitet Wohlleben die Grenze zwischen wissenschaftlich belegbaren Fakten und Spekulationen. Ammer beschäftigt sich in seiner Forschung mit der Konkurrenz zwischen Bäumen. „Konkurrenz ist das bestimmende Prinzip zwischen Buchen. … Das ist ein Kampf ums Überleben, kein Sozialstaat, der die Schwachen schützt.“ Peter Wohlleben verziert seine Ausführungen mit Fußnoten, die dem Ganzen den Anstrich einer wissenschaftlichen Arbeit geben. Bei ihm klingt es immer so, als würden die Bäume bewusst Entscheidungen treffen. Der Biologe Torben Halbe wirft Wohlleben vor, nur das in seine Publikationen hineinzunehmen, was in sein Weltbild passt. Rosinenpicken.

In einem großen Übersichtsartikel, der sich kritisch mit dem esoterischen Forschungsgebiet der „Pflanzenneurobiologie“ auseinandersetzt, brachten acht Pflanzenphysiologen den aktuellen Wissensstand auf den Punkt:

„Weder besitzen noch brauchen Pflanzen ein Bewusstsein.“

Wohlleben dagegen sagt, „man muss seine Fantasie benutzen, um eine leise Ahnung zu bekommen, was in einem Baum vorgeht“. Wissenschaftler setzen eher auf wissenschaftliche Methoden als auf Fantasie.

Beim Publikum kommt Wohllebens Weltanschauung verständlicherweise gut an. Sie entspricht dem Zeitgeist. Auch von der Politik wird er inzwischen als Impulsgeber eingesetzt. Der Biologe Halbe hält das für gefährlich: „Derart unterhalten, will sich niemand mehr mit den komplexen Zusammenhängen in der Forstwirtschaft auseinandersetzen, damit, was sie ökologisch und gesellschaftlich bedeuten und was die Alternativen sind.“ Christian Ammer: „Wer Herrn Wohlleben in Talkshows zuhört, muss zu dem Schluss kommen, dass die Nutzung von Wäldern per se etwas Schlechtes ist, insbesondere mit Blick auf den Klimaschutz.“ Tatsächlich sei das Gegenteil der Fall, Waldbau sei ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen die Klimakrise. „Mich macht es traurig zu sehen, wie einfach es ist, allein durch emotionale Darbietung, Dinge als Fakten erscheinen zu lassen, die keine sind. Das sehen wir inzwischen auch in vielen anderen Bereichen und in der Politik.“ (Hanno Charisius, SZ 22.1.20)

„Das geheime Leben der Bäume“ gibt es auch als Film von Jörg Adolph (Naturfilmaufnahmen: Jan Haft), 96 min, Verleih: Constantin (Martina Knoben, SZ 23.1.20).

2692: Grüne uneins über Homöopathie

Mittwoch, Januar 22nd, 2020

Die Grünen hatten eine Kommission eingesetzt, die eine Beschlussvorlage zur Homöopathie erarbeiten sollte. Die ist gescheitert. Der Bundesvorstand ist „einstimmig zu dem Ergebnis gekommen, dass eine vertrauensvolle und erfolgreiche Arbeit dieser Kommission nicht möglich ist“. Im Kern geht es darum, ob die Krankenkassen die Kosten für homöopathische Heilmethoden übernehmen sollen, die bekanntlich nur einen Placebo-Effekt haben. Der Grünen-Bundesvorstand schreibt: „Der Auftrag kann nur erfüllt werden, indem der Bundesvorstand die erforderliche programmatische Arbeit selbst verantwortet.“ (Ulrich Schulte, taz 15.1.20)

2691: Sahra Wagenknecht: Von Goethe zu Marx

Mittwoch, Januar 22nd, 2020

Mit der Partei „Die Linke“ als Nachfolgepartei der SED sympathisiere ich prinzipiell und systematisch in keiner Weise. Ihre Vorgänger haben in so großer Zahl schwerste Verbrechen (z.B. Stalinismus, DDR 1949-1989) begangen, dass ich die Partei heute noch verabscheue. Das sind doch diejenigen, die, nachdem sie in der DDR alles in den Sand gesetzt hatten, heute steile Forderungen stellen. Das ändert sich nicht dadurch, dass sich heute manchmal junge, idealistische Menschen dieser Partei an schließen.

Sahra Wagenknecht (geb. 1969) war für mich in der Partei weithin ein Paradiesvogel (im Bundestag seit 2009). Individualistisch, hoch gebildet. Sie hat Philosophie studiert und 2012 in Volkswirtschaftslehre (VWL) promoviert. Trotzdem hatte sie es von 2015 bis 2019 bis an die Spitze der Linken-Fraktion geschafft. Dort war sie stets umstritten. Den Fraktionsvorsitz hat sie zurückgegeben, weil sie die Politik der „unbegrenzten Zuwanderung“ ablehnt (taz 18./19.1.20). Sie findet es falsch, dass den sozial Schwachen heute erklärt wird, „dass das Weltklima wichtiger ist als ihr Arbeitsplatz und ihre soziale Existenz“. Das sei der sicherste Weg, sie in die Arme der „Rechten“ zu treiben.

Peter Unfried hat Sahra Wagenknecht für die taz (18./19.1.20) interviewt. U.a. weil er die Biografie

Christian Schneider: Sahra Wagenknecht. Die Biographie. Campus 2019, 22,95 Euro,

so aussagekräftig findet. Ich bringe hier Auszüge aus den Antworten Wagenknechts.

„Wenn Individualismus dazu führt, dass einem die Gesellschaft egal ist, dann ist das eher Egoismus oder gar Zynismus. Gerade, wenn man selbst Glück hatte im Leben, und wenn man geprägt ist durch Karl Marx und die Ansprüche linker Theorie, muss man sich an der heutigen Gesellschaft reiben. Warum schreibe ich denn über Fragen einer anderen Weltwirtschaftsordnung? Weil ich die Lebenssituationen, in die viele Menschen heute kommen, demütigend finde.“

„In dem Moment, in dem ich mich mit Goethe beschäftigt habe, begann ich, über Politik und Gesellschaft nachzudenken. Goethes Werk ist ja ein Werk über menschliches Zusammenleben, erstrebenswerte Entwürfe und abzulehnende Verhältnisse. Da habe ich angefangen, darüber nachzudenken: Warum ist die DDR so, wie sie ist? Was hat das noch mit den Ansprüchen zu tun, die die Arbeiterbewegung einst hatte? Und so bin ich dann dazu gekommen, Marx zu lesen.“

„Ich möchte überhaupt wieder mehr geistige Freiheit haben, neue Ideen zu entwickeln, sie dann auch zu äußern und nicht darüber nachzudenken zu müssen, ob ich damit womöglich wieder gegen irgendeinen Kanon linker Glaubenssätze verstoße und meinen Gegnern Vorwände für neue Angriffe liefere.“

2690: Ganztagsbetreuung bringt mehr Steuern.

Dienstag, Januar 21st, 2020

1. Ab 2025 besteht in Deutschland ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder.

2. Ein Teil der dadurch entstehenden Kosten refinanziert sich über höhere Steuereinnahmen.

3. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat festgestellt, dass ein besseres Ganztagsangebot zu steigender Erwerbstätigkeit bei Müttern führt.

4. Die Erwerbsquote steigt um zwei (2) bis sechs (6) Prozent, 40.000 bis 100.000 Vollzeitjobs.

5. Die Steuereinnahmen steigen dadurch um bis zu ein (1) bis zwei (2) Milliarden Euro.

6. Die Refinanzierungsquote beläuft sich auf 32 bis 72 Prozent.

7. Kinder aus schwierigen Verhältnissen können besser gefördert werden.

8. Laut Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Häfte der Grundschüler gegenwärtig eine Ganztagsbetreuung, der Bedarf liegt bei 75 Prozent.

9. In Baden-Württemberg liegt die Ganztagsbetreuung heute bei 21 Prozent, in Hamburg bei 91 Prozent.

10. Der Bund investiert zwei (2) Milliarden in die Ganztagsbetreuung von Grundschülern (Henrike Rossbach, SZ 21.1.20).

2688: 25 Jahre Fritz-Bauer-Institut

Samstag, Januar 18th, 2020

Von einer Israel-Reise 1989 brachten der damalige Frankfurter Oberbürgermeister Volker Hauff (SPD) und der spätere Präsident des Zentralrats der Juden Ignaz Bubis (FDP) die Idee mit für ein Lern- und Dokumentationszentrum des Holocaust nach dem Vorbild von Yad Vashem. 1985 hatte sich die jüdische Gemeinschaft erstmals sehr kämpferisch gezeigt in der Verhinderung von Rainer Werner Fassbinders „Die Stadt, der Müll und der Tod“ auf der Bühne des Frankfurter Schauspielhauses. Die ersten Planungen für das Institut waren überambitioniert. Schwierig wurde die Finanzierung. Der Bund beteiligte sich nicht. Und so mussten die Stadt Frankfurt und das Bundesland Hessen die Kosten für das Institut übernehmen, das am 11. Januar 1995 eröffnet wurde.

Benannt ist es nach dem ehemaligen Hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903-1968). Als Jude musste er vor den Nazis nach Dänemark fliehen, kam aber bald nach Kriegsende zurück und wurde zunächst Staatsanwalt in Braunschweig. Als Jurist hat sich Bauer die größten Verdienste um die Aufarbeitung der Nazi-Vergangeheit der deutschen Justiz erworben. Er hat sich für den Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963) eingesetzt, der gegen erheblichen Widerstand in der Justiz durchgesetzt werden musste. Bauer hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Widerstand von 20. Juli 1944 gegen die Nazis anerkannt wurde. Hinweise von Fritz Bauer haben dazu beigetragen, dass der Massenmörder Adolf Eichmann in Argentinien vom israelischen Geheimdienst gefunden werden konnte. Bekannt wurde Bauer einer größeren Öffentlichkeit wohl erst durch die beiden Spielfilme „Im Labyrinth des Schweigens“ (2014) und „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015).

Im Fritz-Bauer-Institut wurde unter seinem damaligen Direktor Micha Brumlik 2004 die große Ausstellung über den Auschwitz-Prozess gezeigt. Fritz Bauer hatte gesagt: Wir müssen „Gerichtstag halten über uns selbst“. Die Arbeit des Instituts ruht auf vier Standbeinen:

1. der wissenschaftlichen Forschung,

2. permanent zahlreichen Aufklärungsveranstaltungen,

3. einer riesigen Fachbibliothek,

4. Handreichungen über den Holocaust für Lehrer.

Heute ist das Institut durch seine Anbindung an die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt gesichert. Mit 60 Euro pro Jahr kann man dort Mitglied werden. Das „Bulletin des Fritz Bauer Instituts“ referiert regelmäßig umfassend über die neuesten Forschungsergebnisse (Hans Riebsamen, FAZ 18.1.20).

2686: Ines Geipel nimmt sich die DDR-Frauen vor.

Freitag, Januar 17th, 2020

Die DDR-Kritikerin Ines Geipel (geb. 1960), eine ehemalige Weltklasse-Sprinterin, war 1989 in die Bundesrepublik geflohen. Sie ist heute Professorin für Verskunst an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Als ehemalige DDR-Bürgerin ist Geipel prädestiniert für die Analyse der DDR und der Verhältnisse in Ostdeutschland heute. Sie ist eine Ikone im Anti-Doping-Kampf. Dadurch ist sie bei einigen verhasst. Ines Geipel hat schon mehrere Bücher über die DDR veröffentlicht, darunter „Generation Mauer“ und „No Limit: Wieviel Doping verträgt die Gesellschaft“.

In ihrem neuesten Buch:

Ines Geipel: Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass. Stuttgart (Klett-Cotta) 2019, 277 Seiten,

ist sie besonders überzeugend, weil sie sich partiell der Geschichte ihrer Familie direkt annimmt. Sie schreibt über ihren Nazi-Großvater, ihren Stasi-Vater und ihren 2018 an Krebs gestorbenen Bruder. Dabei reflektiert sie auch die Rolle ihrer Mutter.

Über die Rolle der Frau in der DDR schreibt Geipel: „Das mit der Ostfrau ist ein changierendes, brüchiges Bild, je nach Perspektive, Generation, Erfahrung, je nach Innen- oder Außenblick. Lässt sich dieser Mythos trotzdem irgendwie auf einen Nenner bringen? Oder auch: Wie stand es eigentlich mit der Machtfrage? Wer regierte den Staat? Wo war die Ost-Frau in den Institutionen, in der Wirtschaft, an den Unis, in der Kultur, an den Schaltstellen des Landes? Was bestimmte ihren Familien-Alltag? Wo wurde nicht für die Mythos-Frau, sondern mit den realen Frauen Politik gemacht?

Denn mehr Patriarchat als im Osten war praktisch nicht drin.

Ein Traditionsgebäude, in der die Frau nicht nur symbolisch gesehen auf den Mann bezogen blieb. Auch im Realen hing sie fest und blieb die Beauftragte in der zweiten Reihe, die sich abrackerte, die absicherte, bedingte, erfüllte und oft genug forcierte.

Unsere starken Mütter und ihre elenden Verantwortungslosigkeiten, die die Gewalt ihrer Männer nicht stoppten, sondern sie oft genug geschehen ließen, die sich wegduckten, sie ausschwiegen, sie miterleben oder sogar selbst ausführen wollten. Scham und Verrat, Lüge und Selbstschuld, Selbstgesteuertes und komplett Versiegeltes, Biografien und Familiengedächtnisse, in einem Intimschweigen, das durch 56 Jahre Diktaturerfahrung hindurch politisch gemacht wurde und über das der Osten 1989 genuin verfügte. Wie da rankommen?“ (S. 191)

2685: Eckart Conze über das Kaiserreich und die Hohenzollern

Freitag, Januar 17th, 2020

Eckart Conze ist Professor für neueste Geschichte an der Universität Marburg Er scheibt:

„Geschichtsbilder, die die Modernität, die Fortschrittlichkeit und die kulturelle Dynamik des Kaiserreichs und seiner Gesellschaft betonen, überdecken die Persistenz autoritärer Strukturen, die anhaltende soziale Fragmentierung, den aggressiven Militarismus, einen brutalen Kolonialismus und die sozialdarwinistisch unterfütterte Ideologie nationaler Machtstaatlichkeit.

Vor allem aber lassen sie die Kontinuitätslinien, die von 1871 zu 1933 führten, verschwinden. Zu diesen gehört nicht zuletzt der Autoritarismus der national konservativen Eliten, ihre Demokratiefeindschaft, ihr Antiparlamentarismus und in vielen Fällen auch ihr Antisemitismus. Hier lagen die Brücken zum Nationalsozialismus, und hier liegt auch die Bedeutung des Kronprinzen. Vor diesem Hintergrund zielt die Prinzen-Apologie, die uns in Historiker-Gutachten und der öffentlichen Debatte begegnet, weit über die Person des Kaisersohns hinaus. Zusammen mit den Entschädigungsforderungen der Hohenzollern ist sie der Versuch, ein kritisches Bild des Kaiserreichs zu entsorgen und die Eliten des Kaiserreichs aus ihrer historischen Verantwortung zu nehmen.“ (SZ 16.1.20)

2684: Wladimir Putin – für immer

Donnerstag, Januar 16th, 2020

Die gegenwärtigen Machinationen und Taschenspielertricks in Russland mit dem Rücktritt der Regierung Dmitrij Medwedjew dienen dazu, Wladimir Putin lebenslänglich an der Macht zu halten. Sozusagen als Diktator auf Lebenszeit. Das de facto völlig rückständige russische politische System lässt das zu. Medwedjew ist ein Vertrauter Putins. Schon die bisherige Arbeitsteilung zwischen Putin und der Regierung war stets klar: Putin verspricht der Bevölkerung Wohltaten. Und das Misslingen verantwortet die Regierung. Das sieht auch der russische Oppositionspolitiker Michail Kassjanow so. Putin werde „für immer“ Präsident bleiben.

Putin war von 2000 bis 2008 zwei Amtszeiten Präsident, wechselte dann ins Amt des Ministerpräsidenten. Sein Vertrauter Medwedjew trat nach einer Amtszeit als Präsident nicht mehr an, so dass Putin wieder Präsident werden konnte. Usw. (Thomas Kirchner, SZ 16.1.20; Silke Bigalke, SZ 16.1.20; Frank Nienhuysen, SZ 16.1.20)

2683: Vorbeugende Medienpolitik

Mittwoch, Januar 15th, 2020

1. Zweifellos hat das Internet (mit den sozialen Netzwerken) dazu geführt, dass in der Gesellschaft sprachliche Gewalt zugenommen hat. Die Tatsache, dass Gewaltkriminalität insgesamt nicht gewachsen ist, lässt sich darauf zurückführen, dass die sozialen Verhältnisse bei uns relativ gut geordnet sind.

2. Kürzlich kam es bei einem Berliner Gericht zu dem Fehlurteil, dass die Grünen-Politikerin Renate Künast als „Drecksfotze“ bezeichnet werden durfte.

3. Von 1.000 befragten Bürgermeistern erklärte jeder Fünfte, dass er Hass-Mails erhält. Fast zwei Prozent berichten von körperlichen Angriffen.

4. Das geänderte Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll dazu führen, dass Netzwerke Hasspostings nicht nur zu löschen haben. Sie sollen diese mit der IP-Adresse an das BKA weiterleiten.

5. Für die Kontrolle braucht es zusätzliches Personal.

6. Juristen müssen besser darin geschult werden, zwischen Meinungsfreiheit und strafbarer Hetze zu unterscheiden.

7. Die Zeit der straflosen Morddrohung muss vorbei sein.

8. Der Staat ist nicht wehrlos. Er muss sich nur entschlossen wehren wollen (Georg Mascolo, SZ 9.1.20).

2682: Klimawandel – global bekämpfen

Mittwoch, Januar 15th, 2020

Die Überschwemmungen in Indonesien und die Waldbrände in Australien zeigen uns gerade wieder drastisch, dass der Klimawandel nur global bekämpft werden kann. Das darf nicht zur Ausrede dafür werden, regional nichts zu tun. Der australische Ministerpräsident war bis vor kurzem noch auf dem Stand der AfD. Indonesien und Australien sind führende Kohle-Exporteure. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in Straßburg erklärt, woher die

eine Billion Euro

kommen soll, die dazu erforderlich ist, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen: Aus dem EU Haushalt, einem Investitionsförderprogramm sowie aus einem Fonds, aus dem Regionen gefördert werden sollen, die noch stark von Kohle abhängig sind (z.B. Polen) (Karoline Meta Beisel, Kerstin Gammelin, SZ 15.1.20; Arne Perras, SZ 15.1.20).