Roger Berkowitz ist akademischer Direktor des Hannah Arendt Center for Politics and Humanities am Bard College in New York. In einem Aufsatz über KI erläutert er uns in der SZ (5.5.25) Hannah Arendts politische Theorie am Beispiel von KI:
1. Die Maschinenlogik der KI bedroht die menschliche Welt der Erscheinungen, der Unvorhersehbarkeit, der widersprüchlichen Bedeutungen.
2. KI kann weder bedauern noch staunen oder vergeben. Sie kann nicht lachen. Sie denkt in dem Sinn nicht, dass sie nach Bedeutung strebt.
3. Das menschliche Feld, in dem Zweifel, Pluralität und Staunen noch möglich sind, müssen wir verteidigen.
4. Ansonsten verlieren wir die zerbrechliche. notwendige Kontingenz.
5. Der Wunsch nach menschlicher Gerechtigkeit, der immer nur ein Wunsch bleibt, muss bewahrt werden.
6. Hannah Arendt nannte ihre Schriften „Übungen im Denken“. Sie praktizierte ein Gespräch mit sich selbst und mit der Welt.
7. Sie lehrt, dass das Denken nicht dazu dient, Probleme zu lösen, sondern dazu, in sinnvollerer Weise menschlich zu werden.
8. „Wir werden das verheißene Land nicht erreichen, aber wir werden ein Land der Verheißung errichten.“
9. In einer Zeit, in der die Wissenschaften von der US-Regierung systematisch bekämpft werden, ist es hilfreich, sich daran zu erinnern, dass die Geisteswissenschaften wenig kosten, aber viel bieten.