Archive for the ‘Sport’ Category

Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) setzt im Kampf gegen Doping Thermographie ein.

Sonntag, September 18th, 2011

Im Wege des „Clean Sport Programmes“ setzt die FEI neuerdings möglichst flächendeckend, so dass alle Pferde getestet werden, die Thermographie ein. Mit dieser Wärmemessung werden die Beine von Springpferden darauf getestet, ob sie durch Manipulationen ihrer Besitzer oder Reiter durch Wärme empfindlich gemacht werden, dass sie die Beine beim Springen hochziehen.

Dopingsünder können jetzt bis zu zwei Jahre gesperrt werden. Rund 1.000 Substanzen stehen auf der Dopingliste, 180 weitere Mittel sind zwar verboten, werden aber als „kontrollierte Medikation“ weniger streng bestraft. Seit der Einführung der Thermographie ist nach Angaben der FEI die Zahl der Dopingfälle um mehr als 50 Prozent weltweit gesunken. Die Wärmekamera ist allerdings nur zu einem Drittel an der Untersuchung beteiligt, der Tierarzt inspiziert die Beine und prüft die Empfindlichkeit durch Abfühlen mit der Hand.

Topmediziner Armin Klümper und Joseph Keul untersucht auf Freiburger Tagung „Sportmedizin und Doping in Europa“

Donnerstag, September 15th, 2011

Namhafte internationale Referenten bestimmen den Geist auf dem in Freiburg stattfindenden wissenschaftlichen Symposium „Sportmedizin und Doping in Europa“. Das berichtet Thomas Kistner in der SZ vom 14.9.2011. Das Symposium ist Resultat jener Untersuchungskommission, die seit 2007 den Freiburger Dopingsumpf untersucht. Über viele Jahre hatten sich hier bundesdeutsche Spitzenathleten wie Jan Ulrich Hilfe geholt. Es ist kein Geheimnis, dass insbesondere die Ärzte Armin Klümper und Joseph Keul hier führend tätig waren. Die Untersuchungskommission unter Leitung ihrer Chefin Letizia Paoli will 2012 ihren Endbericht vorlegen.

Die meisten deutschen Sportmediziner sind übrigens in Freiburg nicht erschienen. Das kommentierte der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Hans-Joachim Schiewer, mit den Worten: „Das entscheidet jeder für sich, es gibt keine Zwangsmaßnahmen.“ Allerdings musste Schiewer zu Beginn des Symposiums schon in einen „Abgrund“ schauen, mit welcher Chuzpe Athleten und Sportmediziner Gesundheitsrisiken hinnehmen und Regeln umgehen.

Die neue baden-württembergische Gesundheitsministerin Theresia Bauer (Grüne) hat angekündigt, die neue Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft Doping solle in Freiburg statt wie bisher geplant in Stuttgart errichtet werden. Das löst nicht überall Begeisterung aus, kommt mir allerdings schlüssig vor. Die von der Universität Freiburg eingesetzte Untersuchungskommission unter Leitung von Hans-Joachim Schäfer hatte 2008 einen Zwischenbericht vorgelegt, nach dem die beiden an der Universitätsklinik beschäftigten Radsportärzte Andreas Schmidt und Lothar Heinrich die Hauptschuldigen waren. Sie wurden suspendiert. Sind sie nur als Sündeböcke benutzt worden, um das „Umfeld“ der Freiburger Universitätsklinik einschließlich der mit ihr verbundenen Sponsoren zu decken?

Auch die große Kommission unter Leitung der in Belgien über die Mafia und organisierte Kriminalität lehrenden Strafrechtlerin Paoli stößt auf Widerstand. Die Kommission soll die Freiburger Sportmedizin seit den siebziger Jahren erforschen. Teilweise verwehren Rechtsgutachten den Zugriff auf die Akten der Schäfer-Kommission. Der Nachfolger des 2000 gestorbenen Joseph Keul, Hans-Hermann Dickhuth, ist in eine Plagiatsaffäre verwickelt, die nach Aussage des Rektors „bis Ende des Jahres“ abgehandelt werden soll. Keine guten Voraussetzungen für eine lückenlose Aufklärung.

Insofern gilt es schon als Erfolg der an Aufklärung interessierten Kräfte wie Hans-Werner Franke und Wolfgang Jelkmann, dass das Symposium überhaupt stattfindet. Der Gründungs-Chef der Welt-Antidoping-Agentur Wada Richard Pound, einst Kandidat auf ein Spitzenamt im IOC, rügt die finanzielle Zurückhaltung der Sportverbände. Die Regierungen wollten ihre Wada-Beiträge gar kürzen. Der 2004 in Kraft getretene Wada-Kodex ist noch kein Mal auf seine Einhaltung geprüft worden. Dabei regelt der Kodex Sanktionen gegen Sportverbände. Pound: „Oder glauben Sie im Ernst, das IOC würde ein Land wie Deutschland von den Olympischen Sommerspielen in London rauswerfen?“

Wettbetrug im Tennis leichter als in anderen Sportarten

Donnerstag, September 8th, 2011

Insider wissen, dass Wettbetrug im Tennis leichter ist als in anderen Sportarten. Es muss Einfluss nur auf einen Spieler genommen werden, der absichtlich einen Satz oder ein Match verlieren soll. Es wird mit Insiderinformationen gearbeitet. Das Wetten geschieht per Mail oder im Netz. Faules Spiel ist fast nie nachzuweisen. Und ein absichtlich ins Aus geschlagener Ball ist kaum zu erkennen. Trotzdem gibt es fast nur Gerüchte.

Aus dem Jahr 2007 ist der Fall des bei Karlsruhe lebenden Russen Nikolai Davidenko bekannt, der später freigesprochen wurde. Auf seinen damaligen Gegner, einen krassen Außenseiter aus Argentinien, waren mehrere Millionen Euro gewettet worden. Der ehemalige Scotland-Yard-beamte Jeff Rees fand heraus, dass die großen Summen dem Umfeld Davidenkos zuzurechnen waren. Davidenko stritt alles ab. Rees untersuchte 73 Fälle in fünf Jahren und spricht von „kriminellen Elementen“ im Tennis. In seinem Büro in London arbeiten vier Mitarbeiter.

Sie stoßen immer wieder auf die gleichen Personen. So wurde der Argentinier Juan Ignacio Chela verdächtigt, am 23. Februar 2011 in Acapulco absichtlich gegen seinen über 70 Plätze unter ihm stehenden Daviscup-Teamkollegen Eduardo Schwank aufgegeben zu haben. Chela servierte beim 6:3, 5:1 zum Matchgewinn. Trotzdem wurde noch auf Schwank gezockt. Der kam auf 4:5 heran. Chela gab bei 6:3, 5:6 auf. Solche Spiele werden häufig, während sie noch laufen, von den Wettanbietern aus dem Programm genommen.

Die Tennisverbände ITF, ATP und WTA setzten Jeff Rees 2008 als Chef der Tennis Integrity Unit (TIU) ein. Sie hat allerdings seither nur zwei Urteile gesprochen. Jekaterina Bytschkova wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie nicht sofort gemeldet hatte, dass ihr jemand Geld für eine Niederlage geboten hatte. Ende Mai 2011 wurde der Österreicher Daniel Köllerer lebenslänglich gesperrt, nachdem die TIU bei ihm in drei Fällen Wettbetrug festgestellt hatte. Köllerer hat beim Sportgerichtshof Cas in Lausanne Berufung eingelegt.

„Welt“-Sportchef Jens Hungermann erläutert Fehlen einiger Stars bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Südkorea.

Sonntag, August 28th, 2011

In einem Kommentar (27.8.2011) erläutert der „Welt“-Sportchef Jens Hungermann. warum einige Stars wie wie der Ex-Weltrekordler über 100 Meter Asafa Powell (Jamaika) bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Daegu/Südkorea fehlen. Hungermann führt das auf die Blutkontrollen für jeden der knapp 2.000 Teilnehmer zurück. Dies lasse hoffen. Die Proben würden sofort gescreent und nach der WM im Labor in Lausanne noch einmal eingehender untersucht und gelagert. Sie tragen zur Erstellung eines Blutprofils bei, das bei Auffälligkeiten auch ohne nachgewiesene Dopingsubstanzen zu Sanktionen führen kann. „Dies ist die Zukunft der Dopingbekämpfung im Leistungssport.“ Da können wir Hungermann nur zustimmen.

Die flächendeckenden Blutkontrollen sind teuer, aber nach Hungermanns Überzeugung beinahe unumgänglich, wenn es darum geht, den Eindruck eines zu laschen Vorgehens gegen Manipulateure zu entkräften. Hungermann nimmt an, dass der Welt-Leichtathletik-Verband die Blutkontrollen 16 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft bekannt gemacht hat, um die Vermarktung der WM nicht durch Dopingsünder zu gefährden. „Wer von den Dopern klug war, hat seine Nachhilfemittel oder -methoden entweder früh abgesetzt – oder er bleibt der Party lieber ganz fern.“

So startet Asafa Powell nicht. Usain Bolt geht an den Start. Bedeutet das nun, dass er nicht gedopt ist ?

jens.hungermann@welt.de

FC Bayern gegen Joseph Blatter

Sonntag, August 28th, 2011

Im schweizerischen Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ kritisiert der FC Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge den Fifa-Präsidenten Joseph Blatter. Er vergleicht ihn mit Hosni Mubarak, den gestürzten ägyptischen Präsidenten.

Es heißt dort: „Mubarak hätte sich vor einem Jahr auch nicht vorstellen können, dass er aus dem Amt gejagt würde. Blatter hat kein gutes Image. Der Fifa-Präsident muss die Verantwortung für das übernehmen, was in seinem Laden passiert. Es liegt an ihm, dass es dort korrekt, seriös und sauber zugeht.“

Wird Deutschlands WM-Bewerbung 2006 untersucht ?

Donnerstag, August 18th, 2011

Die Fifa möchte anscheinend durch die Zusammenarbeit mit Transparency International (TI) ihren schlechten Ruf aufpolieren. In einem zehnseitigen Papier mit dem Titel „Saubere Hände“ empfiehlt TI der Fifa u.a. die Einsetzung einer Kommission mit unabhängigen Vertretern des Fußballs (Verbände, Klubs, Spieler, Fans) und mit Vertretern von außerhalb des Fußballs (Sponsoren, Medien, Zivilgesellschaft) zur Untersuchung von „Affären“. Per Ausschreibung sollen die Experten für die Ermittlungen auch in der Vergangenheit ausgewählt werden. Damit kämen auch Sepp Blatters Aktivitäten zur Sprache. Etwa das Millionengeschenk von Anfang Mai 2011 im Wahlkampf an den Nord- und Mittelamerika-Verband Concaf.

Die Sportbeauftragte von TI, Syvia Schenk, frühere Präsidentin des Bundes deutscher Radfahrer, spricht von einem „Riesenexperiment“. Für sie sind die Vergaben der Fußballweltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022an Katar „Kernprobleme“. Ein erstes Treffen zwischen Schenk und Blatter gab es am Tag des Frauen-WM-Finales. Schenk hat dem deutschen Fifa-Vorstandsmitglied Theo Zwanziger schon vorgehalten: „Wenn Katar besonders auf deutsches Betreiben untersucht werden soll, gehört auch Deutschlands WM-Bewerbung für 2006 untersucht – es gibt ja auch hier zumindest Gerüchte.“

Wir erinnern uns: Der Ozeanien-Vertreter im Fifa Vorstand, Charles Dempsey, war kurzfristig vor der Wahl abgereist und hatte sich so enthalten.

Fraglich ist, ob die Fifa wirklich eine Durchleuchtung durch Transparency International (TI) will. Ich bin gespannt.

Inzwischen ist auch Sepp Blatters Whistleblower Chuck Blazer, der Concacaf-Generalsekretär, der Blatters Konkurrenten Mohamed Bin Hammamm bei der Fifa verpfiffen hatte, in Verdacht geraten. Das FBI ermittelt gegen ihn wegen des Vorwurfs, dass der karibische Fußballverband CFU ständig auf Blazers Offshore-Konten eingezahlt habe. Zuletzt im März  250 000 Dollar. Blazer bezeichnet das Geld als Rückzahlung eines persönlichen Kredits. Von wem? Blazer soll auch an den Concacaf-Merketingverträgen mitverdienen.

Streik in der spanischen Fußballliga wahrscheinlich

Donnerstag, August 18th, 2011

Wahrscheinlich kommt es  an den ersten beiden Spieltagen der ersten und zweiten spanischen Fußballliga zum Streik. Die Spielergewerkschaft AFE und die Profi-Liga LFP konnten sich nicht einigen, den Streik abzuwenden. Am 19.8. gibt es eine neue Verhandlungsrunde. Der Ausstand könnte den Ligabetrieb ins Chaos stürzen, weil bis zur Europameisterschaft 2012 nicht genügend Termine frei sind, an denen ausgefallene Spiletage nachgeholt werden können.

Zahlreiche Vereine sind ihren Spielern die Gehälter schuldig geblieben. Die spanischen Profiklubs sind mit rund vier Milliarden Euro verschuldet. Nach Angaben der Spielergewerkschaft blieben die Vereine 200 Spielern allein in der vergangenen Saison Gehaltszahlungen von 50 Millionen Euro schuldig. Etwa die Hälfte der 42 Profivereine ist von der Pleite bedroht.

Klubs wie

Real Saragossa, Betis Sevilla, RCD Mallorca, FC Malaga, UD Levante, Real Sociedad San Sebastian und Sporting Gijon haben Insolvenz angemeldet. Damit haben sie erreicht, dass sie im Gläubigerverfahren nicht zum Zwangsabstieg verurteilt werden dürfen.

In der Zeit von 1979 bis 1984 hat es vier Streiks gegeben. Zuletzt gab es 2010 zwei Streikdrohungen, die aber zurückgenommen wurden.

Na, dann spielt man schön!

Magath fordert zu Recht Videobeweis.

Mittwoch, August 17th, 2011

Nach dem mit 0:1 verlorenen Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München fordert der Trainer des VfL Wolfsburg, Felix Magath, wie ich finde völlig zu Recht, den Videobeweis. In dem durch ein Tor von Luis Gustavo in der 91. Spielminute entschiedenen Spiel hatte in der 40. Minute Patrick Helmes für die Wolfsburger ein reguläres Tor erzielt, das aber wegen vermeintlichem Abseits nicht gegeben wurde.

In solch entscheidenden Situationen kann der Videobeweis helfen. In diesem Fall hätte er gezeigt, dass zwar der Ball von Marco Russ kam, aber trotzdem hätte als Tor zählen müssen. Solche Tore können über die Tabellenposition am Ende der Saison und die Teilnahme am internationalen Fußball miteintscheiden. Die Fußballromantiker machen hier nur flaue Sprüche („Alle Menschen machen Fehler.“). Durch den Videobeweis würde die Fairness im Sport gestärkt und damit zu Recht der Stellenwert des Sports in der Gesellschaft, die selber viel unfairer ist. Insbesondere fordere ich die vielen klammheimlichen Gegner des FC Bayern München auf, sich für den Videobeweis einzusetzen, damit endlich das Märchen beendet wird, der FC Bayern erreiche seine dominante Position nur durch Dusel und Schiedsrichterbegünstigung. 

Lukasz Piszcek (Borussia Dortmund) droht eine weltweite Sperre.

Mittwoch, August 17th, 2011

Im polnischen Fußballverband wollen einige durchsetzen, dass Lukasz Piszcek (Borussia Dortmund) weltweit gesperrt wird. Für die polnische Nationalmannschaft ist er nach einem Spruch der Disziplinarkommission bereits bis 2012 gesperrt. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann Piszcek auch in der Bundesliga und in der Champions League nicht spielen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fifa und DFB eine Strafe für Korruption ignorieren werden“, meint deren Vorsitzender Artur Jedrych.

Piszcek hatte sich wegen der Beteiligung an einer Spielmanipulation 2005/06 selbst angezeigt und war im Juni vom Bezirksgericht Breslau zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung und 25.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Borussia Dortmund möchte sich zu dieser Angelegenheit nicht äußern.

„Wenn ich als Verband den Toursieger für positiv erkläre, kostet das den Sport 30 Millionen Euro.“

Sonntag, Juni 26th, 2011

Der Sportdirektor des Radrennstalls HTC-Highroad, Rolf Aldag, hat kein Verständnis dafür, dass Titelverteidiger Alberto Contador bei der Tour de France an den Start gehen darf (SZ 25./26.6.2011). „Wir haben eine Substanz, die auf der Liste steht, und wir haben eine positive A- und B-Probe. Da ist mir absolut unerklärlich, wieso Contador nicht gesperrt wird.“ Contador wurde bei der Tour de France 2010 positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet. Die Entscheidung über eine Sperre fällt der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne erst im August 2011.

Nach Aldags Ansicht versagt das Anti-Doping-Programm im Radsport. „Entweder es gibt dort einen Fehler, dann muss man ihn eingestehen und darf den Fahrer nicht weiter beschädigen. Oder es gibt den Fehler nicht, dann muss man aber auch das Reglement anwenden.“ Nach Aldags Ansicht gibt es im Radsport keine unabhängige Organisation, die mit dem Anti-Doping-Kampf betraut ist. „Wenn ich als Verband den Toursieger für positiv erkläre, kostet kostet das den Sport 30 Millionen, denke ich“, sagt Aldag.

Aldag selbst hatte im Mai 2007 ein Dopinggeständnis abgelegt.