Archive for the ‘Philosophie’ Category

3446: Die Grünen und ihre Kanzlerkandidatin

Montag, Juni 14th, 2021

Eine kurze Zeit lang erschien es vielen so, als hätten die Grünen die Bundestagswahl 2021 bereits gewonnen und würden die Bundeskanzlerin stellen. Nun ist es doch anders gekommen, aber das war ja zu erwarten. Immerhin aber wurde Annalena Baerbock mit 98,5 Prozent der Stimmen zur Kanzlerkandidatin gewählt. Fast einmalig.

„Die gefällige Inszenierung aber konnte nicht überdecken, dass die Kandidatin nicht mehr ist, wer sie mal war. Die Grünen haben jetzt in aller Brutalität erfahren, was es bedeutet, die Kanzlerschaft zu beanspruchen. Es ist höchste Zeit, dass die Partei sich professionalisiert und wappnet – auch mit Kaltblütigkeit. Denn es reicht eben nicht, dass sich in Annalena Baerbock eine einnehmende und kämpferische Politikerin aufgemacht hat, nächste Bundeskanzlerin zu werden. Ihre Kandidatur ist ein Signal der Erneuerung, für jüngere Generationen, für Frauen, für die Veränderungsbereiten im Land. Die blendenden Umfragewerte aber, die ihren Start zunächst begleitet haben, erwiesen sich als instabil. Nach einer Reihe von Fehlern zahlt Baerbock jetzt den Preis für den frühen Jubel. Obwohl der Parteitag ein ambitioniertes Wahlprogramm auf den Weg gebracht hat, wirkt die Kandidatin angeschlagen. Dass sie Kanzlerin wird, bezweifeln derzeit auch Parteifreunde. Aus gutem Grund.“ (Constanze von Bullion, SZ 14.6.21)

Hier gilt es aber, gerecht zu sein und zu konstatieren, dass Frau Baerbock so viel Hass und Frauenhass – auch in einem Teil der Massenmedien – auf sich zieht, wie es in der Geschichte der Bundesrepublik noch niemals der Fall war. Auch bei Angela Merkel nicht. Das analysiert und beschreibt exakt Jagoda Marinic in der SZ (11.6.21). Sie bezieht – erfreulicherweise – auch und gerade die ein, die eventuell politisch gar nicht voll auf Baerbocks Linie liegen. Denn bei dem Anlauf von Frau Baerbock geht es ja grundsätzlich um

Weltoffenheit, Modernisierung und Emanzipation.

Und die Anhänger dieser Werte sind doch deutlich zu unterscheiden von denjenigen, die eher mit Nationalismus, Patriarchalismus und Veränderungsfurcht zu identifizieren sind. Es steht also mehr auf dem Spiel als nur die politische Mehrheit bei der Bundestagswahl am 26. September.

„Ohne großes Tamtam haben die (grünen, W.S.) Delegierten die Konflikte im Wahlprogramm abgeräumt. Gefordert wird nun ein überschaubarer Anstieg des CO2-Preises und ein Sozialprogramm, das viel stärker als früher Geringverdiener in den Blick nimmt. Aber auch der Schulterschluss mit der Industrie wird gesucht. Mit dem Thema Freiheit begeben sich die Grünen in die Nähe liberaler Reviere. Die politische Konkurrenz wird sich anstrengen müssen, ähnlich differenzierte Antworten auf komplexe Fragen zu finden.“

„Baerbock braucht neben mehr Kaltblütigkeit auch professionelle Redenschreiberinnen und -schreiber und einen Stab, der imstande ist, die Angriffe in einem extrem beschleunigten, teils schon toxischen Wahlkampf abzuwehren. Sonst wird die Kandidatin nicht durchdringen mit der Botschaft, die auch von diesem Parteitag ausgegangen ist, dass die Grünen über enormes Potential verfügen.“ (von Bullion)

Die Grünen werden noch gebraucht.

3445: Die FDP ist nicht solide.

Montag, Juni 14th, 2021

Die FDP ist wieder in den Landtag von Sachsen-Anhalt eingezogen. Das deuten viele als Aufstieg. Aber die Analyse ist oberflächlich, weil dabei die Austauschprozesse zwischen FDP, CDU und AfD außer Acht gelassen werden. Die FDP ist ihrer Sache nicht sicher. Das zeigt die Wiederwahl von Thomas Kemmerich zum Thüringer FDP-Vorsitzenden. Das ist der Mann, der sich mit den Stimmen der AfD zum Thüringer Ministerporäsidenten hatte wählen lassen. Er hat bis heute nicht eingesehen, dass das ein Fehler war. Und liegt damit überkreuz mit dem Vorsitzenden Christian Lindner, der gerne an dem Narrativ festhält, die Ministerpräsidentenwahl seinerzeit sei aus dem Moment heraus geschehen (Daniel Brössler, SZ 14.6.21).

3444: Documenta-Mitbegründer Haftmann – NS-Partisanenbekämpfer

Sonntag, Juni 13th, 2021

Werner Haftmann (1912-1999) war nach 1945 einer der bekanntesten Kunsthistoriker in Deutschland und hat mit Arnold Bode 1955 die Documenta in Kassel begründet (die kommende Documenta 15 wird von einem indonesischen Künstlerkollektiv vorbereitet). Dadurch wurde hier die klassische Moderne bekanntgemacht und durchgesetzt. Als Direktor der Neuen Nationalgalerie in Berlin hat Haftmann sich mit populären Einkäufen verdient gemacht. Er hatte in den dreißiger Jahren in Florenz promoviert und sprach Italienisch. Sein zweibändiges Buch „Malerei im 20. Jahrhundert“ galt lange Zeit als Standardwerk.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass Haftmann NSDAP- und SA-Mitglied war und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Italien in der Partisanenbekämpfung eingesetzt wurde. Erforscht hat dies der Kölner Historiker Carlo Gentile, der am Martin-Buber-Institut für Judaistik der Universität Köln arbeitet. Er konnte sich auf Quellen aus Archiven der ehemaligen Sowjetunion stützen. Während auf der ersten Documenta 1955 jüdische Künstler wie Otto Freundlich und Rudolf Levy und als „kulturbolschewistisch“ geltenden Künstler wie Käthe Kollwitz und George Grosz nicht gezeigt wurden, präsentierte man Ernst Barlach, Christian Rohlfs und Emil Nolde, der sich den Nazis als Vertreter einer „deutschen Sendung“ angedient hatte, aber nicht voll akzeptiert wurde. Unter Leitung seines neuen Direktors Raphael Gross zeigt das Deutsche Historische Museum in Berlin ab Mitte Juni 2021 die Ausstellung „Documenta Politik und Kunst“. Dort ist noch mehr über Werner Haftmann zu erfahren.

Gegen Ende des Krieges wurde Haftmann im Hinterland der Front in Italien zur Partisanenbekämpfung eingesetzt. Er bekleidete eine Leutnantstelle. Der Kampf wurde brutal und mit Folterungen geführt. Am Ende kommandierte Haftmann ein Jagdkommando von 40 Mann. Einzelne Partisanen wurden erschossen. Dieser Taten wurde Haftmann gleich nach 1945 beschuldigt. Es gelang ihm aber, seine Nazi-Vergangenheit zu verbergen. Erst nach seinem Tod 1999 erfolgte Aufklärung. So hat sich die Bundesrepublik mit der Hilfe alter Nazis den Weg zurück in den Kreis der Kulturnationen auch in der Kunst erkämpft. Mit Beschönigen, Beschweigen, Verbergen und Lügen (Catrin Lorch, SZ 7.6.21; Carlo Gentile, SZ 7.6.21; Interview von Niklas Maak mit Raphael Gross, FAS 13.6.21).

3442: Winterkorn zahlt 11,2 Millionen Euro.

Samstag, Juni 12th, 2021

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von VW, Martin Winterkorn, zahlt 11,2 Millionen Euro für seine Fehler im Dieselskandal. Das teilte der VW-Aufsichtsrat mit. Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler zahlt 4,1 Millionen Euro. Ursprünglich hatte VW eine Milliarde Euro Schadensersatz von Winterkorn gefordert. Dem Vergleich müssen auf der Hauptversammlung am 22. Juli 2021 die Aktionäre noch zustimmen. Gleichzeitig soll VW 270 Millionen Euro von der Haftpflichtversicherung erhalten, die der Konzern für seine Manager abgeschlossen hat.

Winterkorn war von 2007 bis 2015 Vorstandsvorsitzender. Dann stürzte er über den Dieselskandal. Bisher hat die Wiedergutmachung VW mehr als 30 Milliarden Euro gekostet. Vor allem Strafen und Schadensersatzzahlungen in den USA. Der Imageschaden ist beträchtlich. Inzwischen hat die Berliner Staatsanwaltschaft Winterkorn wegen uneidlicher Falschaussage 2017 vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags angeklagt (Caspar Busse, SZ 10.6.21).

3441: Franziska Giffey verliert ihren Doktortitel.

Freitag, Juni 11th, 2021

Das Präsidium der Freien Universität (FU) Berlin hat einstimmig beschlossen, Franziska Giffey den Doktortitel abzuerkennen. Der Titel sei durch „Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung“ erworben worden. Giffey habe Texte und Literaturnachweise von Autoren übernommen, ohne dass dies hinreichend vermerkt worden sei. Giffey dazu : „Diese Entscheidung akzeptiere ich.“ Sie habe aber ihre 2009 eingereichte Arbeit („Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft“) nach bestem Wissen und Gewissen verfasst.

Die Überprüfung durch die FU zog sich über zwei Jahre und drei Monate hin. 2019 hatte sich die Universität noch auf eine Rüge beschränkt. Dies war von Experten in Frage gestellt worden. Daraufhin beschloss die FU eine neuerliche Prüfung. Danach hatte Frau Giffey darauf verzichtet, den Titel zu führen. Im Mai 2021 war sie als Familienministerin zurückgetreten, kurz nachdem ihr das Gutachten der zweiten Prüfungskommission vorgelegt worden war (Jan Heidtmann, SZ 11.6.21).

Franziska Giffey will im September weiter für die SPD als Spitzenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin kandidieren.

Für uns kann es nicht in Frage kommen, dass Betrüger für das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin kandidieren.

Aber wie konnte dann Ursula von der Leyen ihren Doktortitel behalten?

3439: „Panorama“ wurde schon immer von der Union angegriffen.

Mittwoch, Juni 9th, 2021

„Panorama“ wird 60 Jahre alt und steht in der beachtlichen Reihe politischer Magazine von ARD und ZDF („Monitor“, „Report München“, „Report Baden-Baden“, „Kontraste“, „Fakt“, „Frontal“) gut da. Unumstritten war die Sendung nie. Hauptsächlich wurde sie von der Union angegriffen, obwohl die Redaktionsleiter durchaus verschiedene politische Farben trugen:

Gert von Paczensky, Rüdiger Proske, Joachim Fest, Peter Merseburger.

„Nach der gestrigen ‚Panorama‘-Sendung scheint kein Zweifel mehr daran zu bestehen, dass ihre öffentlich-rechtliche Anstalt nunmehr dazu übergegangen ist, wohl angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl, offen, unverhüllt und frech Wahlpropaganda für die Linke zu betreiben. (…) Darf ich fragen, woher sie den traurigen Mut hernehmen, für eine solche Fülle von Gemeinheiten auch noch höhere Zwangsgebühren zu verlangen?“ Das klingt nach Sachsen-Anhalt 2021, stammt aber aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion 1969. Die Union hatte schon damals Ossi-Qualitäten (wie Haseloff).

Der gegenwärtige „Panorama“-Redaktionsleiter (seit 2009) Volker Steinhoff (ausgebildet an der Georgia Augusta) verweist darauf, dass solche Angriffe für „Panorama“ nichts Besonderes seien. Beim ersten NDR-Fernseh-Chefredakteur, Gert von Paczensky, forderte „Bild“ 1963 „Der Spitzbart muss weg.“. Diese prinzipiell gegen den SED-Generalsekretär Walter Ulbricht gerichtete Formel ließ sich in der Meinung von „Bild“ gut auf Paczensky anwenden. 1971 schaltete August von Finck senior, ein ehemaliger Hitler-Bewunderer, eine zweiseitige Anzeige gegen „Panorama“. Heute finanziert er zum Teil die Eskapaden von Peter Gauweiler (CSU) gegen Europa. Das liegt alles auf einer Linie.

Ein Artikel in der „Bild“-Zeitung bewirkte, dass ein bereits abgenommener „Panorama“-Film, in dem eine Abtreibung zu sehen war, nicht gesendet werden durfte. Das erinnert uns an Polen 2021. Franz-Josef Strauß (CSU)  bezeichnete den NDR als „Reichsfernsehkammer“. Das ist heute alles wie gehabt (René Martens, taz 4.6.21). Haseloff lässt grüßen.

 

3438: Die Universitäten sind schuld an den Plagiatsaffären.

Dienstag, Juni 8th, 2021

1. „Der Doktorgrad ist beschädigt. Den einen ist er zum Signum karrieregeiler Hochstapler und halbseidener Schummlerinnen geworden, anderen war die Titelhuberei immer schon Ausdruck intellektueller Überheblichkeit.“

2. „Schuld an dieser Entwicklung sind zwei Gruppen. Zunächst natürlich die Plagiatoren selbst: Karl Theodor zu Guttenberg, Annette Schavan, Franziska Giffey und andere. … Und dann die Universitäten, sie haben der schleichenden Degradierung ihres wichtigsten Grades jahrelang zugesehen. Das gilt insbesondere für die

medizinischen und juristischen,

auch für einige philosophische Fakultäten.“

3. „Warum die eine ihren Doktortitel behalten durfte

(wie Ursula von der Leyen),

der andere ihn aberkannt bekam, der nächste ihn freiwillig zurückgab? Unklar. Warum die Ex-Doktoranden angeklagt wurden, betreuende Professorinnen aber nicht? Man weiß es nicht.“

4. „In der Öffentlichkeit sind die Universitäten nicht als souveräne Institutionen aufgetreten, die hohe wissenschaftliche Standards verteidigen.“

5. „Keine Universität war dabei so überfordert wie die FU Berlin. Seit 27 Monaten versucht das Präsidium, zu einem Schluss in Sachen Giffey zu kommen. … Die Universität hat sich auf ihre Binnenperspektive beschränkt, als sei die interessierte Öffentlichkeit lästig, als sei man keine Transparenz schuldig.“

6. „Die meisten Promotionen dauern Jahre, erfordern Ausdauer, kosten Nerven, sind schlecht bezahlt. Sie bringen am Ende hochqualifizierte Arbeitnehmer hervor. Oder einen Impfstoff: …“

7. „Den Zweifel an der redlichen Promotion auszuräumen, ist Aufgabe der Universitäten: …“

8. „Ein Rückzug der Universitäten nach innen wirkte hierzulande nach den öffentlichen Plagiatsdramen wie eine Bestätigung des Vorurteils, dass der Doktortitel ja doch vor allem ein Statussymbol ist.“

(Anna-Lena Scholz, Die Zeit 27.5.21)

3437: Drosten: Sars-Cov-2 wohl von Pelztieren

Montag, Juni 7th, 2021

Der Berliner Virologe, Prof. Dr. Christian Drosten, hält Pelztierfarmen für den Ursprung von Sars-Cov-2. Er begründete das mit dem Coronavirus Sars-1, das vor knapp 20 Jahren von China aus zu einer Infektionswelle geführt habe und weltweit etwa 800 Todesopfer forderte. Sars-1 stamme aus Marderhunden oder Schleichkatzen und sei mit Sars-Cov-2 eng verwandt. Es handle sich um eine Hypothese.

In China würden Marderhunde in großem Stil für Pelze gezüchtet. Dabei würden auch wilde Marderhunde in die Zuchtbetriebe gebracht. Sie könnten zuvor Fledermäuse gefressen haben, die als Ursprung von Sars-Cov-2 gelten. „Marderhunden und Schleichkatzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen. Die stoßen Todesschreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich der Mensch mit dem Virus anstecken.“ (dpa, SZ 7.6.21)

3435: Friederike Mayröcker gestorben

Sonntag, Juni 6th, 2021

Im Alter von 96 Jahren ist die österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker in Wien gestorben. Ihr schriftstellerisches „Ich“ war immer mittendrin, kannte den erhabenen Blick nicht, staunte. Als verheiratete Frau und Lehrerin lernte sie 1954 den Schriftsteller Ernst Jandl kennen. Für über 50 Jahre wurden sie ein Paar. Sie wollten leben, um zu schreiben. Sie zogen nie zusammen, verzichteten auf Kinder, kochten nie irgendetwas, telefonierten von einer Wohnung zur anderen und trafen sich abends bei ihm. Nach Mayröckers Frühpensionierung 1969 „sprudelte es aus ihr heraus wie aus einem Geysir“ (Julia Encke, FAS 6.6.21, Paul Jandl, Literarische Welt 5.6.21; Andreas Platthaus, FAS 5.6.21; Meike Fessmann, SZ 5./6.6.21).

3434: Daniel Cohn-Bendit: Fußball-EM „unsinnig“

Sonntag, Juni 6th, 2021

Der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit bezeichnete die Austragung an elf (11) Spielorten in zehn (10) Ländern bei der Fußball-EM (ab 11. Juni 2021) „mit dieser Reiserei von Baku in Aserbeidschan über St. Petersburg bis Glasgow und Sevilla“ als „unsinnig“. Den Druck auf Ausrichterstädte, zu den Spielen Zuschauer zuzulassen, nannte Cohn-Bendit „pervers“ (FAS 6.6.21).

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hätte es besser gefunden, wenn die EM „an drei Orten stattgefunden hätte, sodass zahlreiche Reisen nicht hätten stattfinden müssen. Insbesondere Spiele in England hätte ich wegen der Ausbreitung der indischen Mutation nicht zugelassen.“

Die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestags, Dagmar Freitag (SPD), sagte, man könne „nur noch mit dem Kopf schütteln. Ein Abstand von 1,5 Metern kann in einem mit 61.000 Zuschauern voll besetzten Budapester Stadion einfach nicht eingehalten werden. Und das erwünschte Vermeiden von Umarmungen, Jubel und High Fives entspricht schlichtweg nicht der Lebenswirklichkeit bei einer hochemotionalen Sportveranstaltung.“

Daniel Cohn-Bendit: „Ich glaube nicht, dass diese Europameisterschaft die Menschen in Europa zusammenbringt. Das wird bloß ein Fernsehereignis, nicht mehr. Auch wenn es in ein paar Ländern vielleicht Zuschauer geben wird, weil sich die Lage gebessert hat, ist diese Europameisterschaft trotzdem ein Unding. …“