Die Rechten (z.B. AfD, Rassemblement Nationale) mögen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht, weil er ihnen zu links ist. Sie wollen ihn abschaffen. Eine entsprechende Initiative in der Schweiz ist bei einem Bürgerentscheid allerdings krachend gescheitert. Mit 60 Prozent stimmten die Schweizer für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Initiative hatte die Rundfunkgebühr von 370 auf 200 Franken kürzen wollen. Die Rundfunkgebühr ist in der Schweiz wegen der Viersprachigkeit (deutsch, französisch, räto-romanisch, italienisch) so hoch. Wissenschaftliche Studien haben übrigens eine Linkslastigkeit des schweizerischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht belegen können (Thomas Kirchner, SZ 9.3.26).
Archive for the ‘Kunst’ Category
5651: Schweizer Bürgerentscheid für öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Montag, März 9th, 20265646: Wolfram Weimer handelt unklug.
Freitag, März 6th, 2026Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, ein parteiloser, aber stockkonservativer Politiker, hat drei linke Buchhandlungen von der Verleihung des deutschen Buchhandelspreises ausgeschlossen und den Verfassungsschutz eingeschaltet. Eine in Berlin, eine in Bremen und eine in Göttingen („Rote Straße“). Das ist rechtlich zumindestens fragwürdig. Zumal die Buchhandlungen früher schon ausgezeichnet worden sind. Von einer unabhängigen Jury. Dazu sollten wir uns vor Augen führen, dass in Deutschland die Meinungs- und Kunstfreiheit herrschen. Auch übrigens für den Verfassungsschutz. Illegal ist das Vorgehen des Staatsministers möglicherweise nicht, aber unklug. Man darf in Deutschland Marxistin sein und frei linke Literatur lesen (SZ 6.3.26).
5635: Berlinale in der Krise
Freitag, Februar 27th, 2026Die Berlinale befindet sich in der Krise. Das größte Publikums-Filmfestival der Welt leidet unter den politischen Protesten gegen Israels Gazakrieg. Dadurch ist auch die Festival-Leiterin, Tricia Tuttle, unter Druck geraten. Sue ist in der internationalen Filmwelt bestens vernetzt, hochkompetent und bei Filmemachern beliebt. Ein ausgezeichneter palästinensicher Regisseur bezichtigte die Bundesregeirung der Zensur. Daraufhin verließ Umweltminister Carsten Schneider (SPD) den Saal.. Es gibt auch den Verdacht, dass Kulturstaatsminister Wolfram Weimer Tuttle loswerden will. Sie war noch von Claudia Roth (Grüne) ins Amt gebracht woren. Von der deutschen Filmakademie stellten sich Vicki Krieps, Iris berben, Ilker Catak, Daniel Kehlmann, Volker Schlöndorff, Wim Wenders und Margarete von Trotta hinter Tricia Tuttle. Catak sagte, dass er nie wieder einen Film an die Berlinale geben würde, wenn Tricia Tuttle entlassen würde (David Steinitz, SZ 27.2.26).
5632: Neuer Louvre-Direktor
Donnerstag, Februar 26th, 2026Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Kunsthistoriker Christophe Leribault, 62, zum neuen Louvre-Direktor ernannt. Gegenwärtig leitet er noch das Schloss Versailles. Seine Vorgängerin, Laurence des Cars, war vier Monate nach dem Jahrhundertdiebstahl und weiteren Skandalen (u.a. mit Eintrittskarten) zurückgetreten. Sie hatte auf viele Probleme des Louvre hingewiesen, war aber nicht in der Lage gewesen, sie abzustellen. Leribault hat schon das Musée d’Orsay geleitet. 2006 war er spgar im Louvre tätig gewesen, in der Grafikabteilung. Er ist ein erfahrener Kunsthistoriker und gilt als tatkräftig. Es gibt beim größten Museum der Welt einen riesigen Sanierungsbedarf (Oliver Meller, SZ 26.2.26).
5631: Franz Xaver Kroetz 80
Mittwoch, Februar 25th, 2026Der Dramatiker Franz Xaver Kroetz, der 80 Jahre alt geworden ist, versucht sich gerade dadurch interessant zu machen, dass er sich der Öffentlichkeit weithin verweigert. Er hat über 60 Stücke geschrieben. Im Geiste von Marieluise Fleißer, Ödön von Horvath und Bertolt Brecht. Häufig hat er sein Publikum provoziert. Er gehörte zur Schickeria. War mit Marie-Theres Relin verheiratet, der Tochter von Maria Schell. Deren Bruder Maximilian hat sogar einen Oscar gewonnen. In der deutschen Filmgeschichte ist Kroetz „unsterblich“ als Klatschreporter Baby Schimmerlos in Helmut Dietls „Kir Royal“. Aufgefallen ist Kroetz auch durch seine Mitarbeit in der DKP von 1972 bis 1980. 1982/83 schrieb er Kolumnen für die „Bild“. 2021 erschien ein dünner Gedichtband „Ich spüre Herbst“ (Christine Dössel, SZ 25.2.26).
5626: Michael Wolffsohn entlastet Herbert von Karajan.
Montag, Februar 23rd, 2026Michael Wolffsohn war von 1981 bis 2012 Professor für neuere Geschichte an der Hochschule der Bundeswehr in München. Er ist sehr bekannt. Geboren wurde er 1947 als Sohn deutscher Juden in Tel Aviv. 1954 ging die Familie nach Deutschland zurück. Michael Wolffsohn wuchs in West-Berlin auf. Er hat Bücher geschrieben über den kalten Krieg, den Nahost-Konflikt, die Politik Israels und einige weitere Themen. Nun legt er im Auftrag des Karajan Instituts ein Buch vor über die Nazivergangenheit des weltberühmten Dirigenten Herbert von Karajan:
Genie und Gewissen, Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus. Freiburg (Herder) 2026, 368 Seiten, 26 Euro.
In einem Interview mit Helmut Mauro (SZ 17.2.26) gibt er Auskunft über seine wesentlichen Erkenntnisse. Und Wolffsohn entlastet Karajan. Als er etwa 1935 zum Generalmusikdirektor in Aachen bestimmt wurde, konnte er den Posten nur bekommen, wenn er NSDAP-Mitglied wurde. Dann ist es zu Umdatierungen gekommen, wie sie seinerzeit üblich waren. Davon waren ja gerade Künstler und Prominente betroffen. Und Begabte. Da besteht bei Karajan nun gar kein Zweifel. Wolffsohn unterscheidet ausdrücklich zwischen Formalnazis wie Karajan und Gesinnungsnazis. Karajan war kein Antisemit!
In der Nazizeit bestand die erkennbare Konkurrenz zwischen Wilhelm Furtwängler, einem Protégée von Goebbels, und Herbert von Karajan, der von Hermann Göring unterstützt wurde. Mit Görings Prestige war es allerdings 1941 vorbei. Nach der verlorenen Luftschlacht gegen Großbriannien. Streit über Karajans Nazi-Gesinnung gabe es dann besonders erst nach 1945. Etwa in den USA, wo es 1955 zu Protesten einer kleinen, rechtsradikalen jüdischen Gruppe vor der Carnegie Hall kam. Die Mehrheit der jüdischen Konzertbesucher sah das ganz anders. Auch in der Bundesrepublik wurden die Karajan-Gegner erst in den sechziger und siebziger Jahren stark. Karajan hat sich zu seiner Nazi-Verfehlung in diser Zeit durchaus geäußert. Wolffsohn sagt: „Er hat sich, wie ich nachweise, sehr wohl und durchaus öffentlich, in zig Interviews damit auseinandergesetzt,“ Karajan hat seine Schuld eingesehen.
5622: Goldener Bär für „Gelbe Briefe“ von Ilker Catak
Montag, Februar 23rd, 2026Zum ersten Mal seit 22 22 Jahren hat wieder ein deutscher Film den goldenen Bären auf der Berlinale gewonnen. Es ist das Politdrama „Gelbe Briefe“ des Berliner Regisseurs Ilker Catak. 2004 hatte Fatih Akin für „Gegen die Wand“ den goldenen Bären bekommen. Die Schauspielerin Sandra Hüller hat den silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle erhalten (SZ 23.2.26).
5611: Cees Nootebooom ist gestorben.
Sonntag, Februar 15th, 2026Im Alter von 92 Jahren ist der große niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom gestorben. Am Ende war er in Deutschland fast wichtiger als in seinem Heimatland. Dazu hatte wohl auch eine Empfehlung Marcel Reich-Ranickis beigetragen. Nooteboom hat neun Romane und über ein Dutzend Gedichtbände verfasst. Er war sich der Sinnlosigkeit des Lebens stets bewusst und hat darüber mit gekonnter Leichtigkeit geschrieben. Ein Fazit deutet sich in dem Essay „In den Bäumen blühen die Steine“ (2023) an. Nooteboom hat auch als Journalist gearbeitet. über einen SED-Parteitag. den Mai 68 in Paris und das Ende des Schahs als Reporter berichtet. Er stand in engem Austausch mit anderen Schriftstellern, Wissenschaftlern, Malern und Theologen. Stammgast war er auf der Frankfurter Buchmesse, immer zum Gespräch aufgelegt. Seine „Gesammelten Werke“ sind bei Suhrkamp erschienen (Thomas Steinfeld, SZ 13.2.26).
5545: Brigitte Bardot ist tot-
Montag, Dezember 29th, 2025Im Alter von 91 Jahren ist die Schauspielerin Brigitte Bardot gestorben. Mit 40 hatte sie sich aus dem Filmgeschaft verabschiedet. Danach war sie nur noch als Tierschützerin, Rassistin und Rechtsextremistein tätig. Dafür ist sie mehrfach von französischen Gerichten verurteilt worden (SZ 29.12.25).
5538: Rosa von Praunheim ist tot.
Donnerstag, Dezember 18th, 2025Rosa von Praunheim ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Der Filmregisseur, der etwa 150 Filme gedreht hat, war eine Ikone der Schwuöenbewegung. Drehte „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.“ 1991 hatte er Alfred Biolek und Hape Kerkeling als Schwule geoutet (SZ 18.12.25).