Aus Anlass ihres 100. Geburtstags ist Hildegrad Knef ein Dokumentarfilm gewidmet: „Ich will alles.“ (Regie: Luzia Schmid). Da kommt Hildegard Knef selbst zu Wort. Sie war ja eine sehr öffentliche Person. In der Nacktszene in „Die Sünderin“, 1946 in „Die Mörder sind unter uns.“ Sie musste wie ihre Leidensgenossinnen Marlene Dietrich und Romy Schneider dagegen kämpfen, dass viele Deutsche mit ihrem Ruhm nicht fertig wurden. Ihre Autobiografie „Der geschenkte Gaul“ war ein Bestseller. „Ich habe Filme mit großen Regisseuren gemacht, denen man schlechte Filme gar nicht zugetraut hätte. Aber dann machten sie den schlechten mit mir.“ Im Chanson war sie einmalig: „Von nun an ging’s bergab.“ „Ich kann mich nicht fügen, kann mich nicht begnügen, will immer noch siegen, will alles oder nichts.“ (Josef Grübl, SZ 2.4.25).
Archive for the ‘Innenpolitik’ Category
5249: Hildegard Knef 100: „Ich will alles.“
Mittwoch, April 2nd, 20255246: Kitas fehlen weiter Erzieher.
Sonntag, März 30th, 2025Die deutschen Kitas leiden unter Personalmangel. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen KItaleitungskongresses (DKLK) hervor. Rund die Hälfte der Kitas arbeitet an einem Tag in der Woche mit weniger Personal als erforderlich. Mehr als jede zehnte Kita kann in über 60 Prozent ihrer Öffnungszeiten nur eingeschränkt arbeiten. Vor diesem Hintergrund verlangt die Bildungsgewerkschaft VBE von der neuen Bundesregierung verstärkte Anstrengungen. Betrachtet werden müssen auch die Überstunden. Wegen des Personalmangels ist es selten möglich, Ausflüge in die Natur zu machen (SZ 26.3.25).
5245: Mehr Gewaltkriminalität
Samstag, März 29th, 2025Laut Politeilicher Kriminalstatistik ist die Gewaltkriminalitä (einfache und schwere Körperverletzung, Totschlag, Mord) 2024 erneut gewachsen. Sie hat seit 2010 einen neuen Höchststand erreicht. Vorher war sie jahrzehntelang gleich geblieben oder sogar gesunken. Als Täter herausragend beteiligt: junge Männer aus Nordafrika. Besonders bei Minderjährigen (Kindern und Jugendlichen) ist die Gewaltkriminalität gestiegen. Auch Sexualdelikte haben zugenommen (SZ 29./30.3.25).
5242: Ein Feiertag kann weg.
Donnerstag, März 27th, 2025Schulden werden ja demnächst genug gemacht. Nun muss darauf geachtet werden, dass nicht Geld für entbehrliche Hilfsleistungen ausgegeben werden: Mütterrente, weniger Gastro-Steuer, Pendlerpauschale, Bauern-Diesel, Prämien für E-Auto-Käufe etc. Vielmehr müssen wir uns kümmern um die
Rente und die Pflege.
Und einer von den neun (9) bundesweiten Feiertagen kann weg. Fast wirklichkeitsfremd sind Tariffforderungen von Verdi nach drei weiteren freien Tagen. Das geht heute kaum noch. Ein Feiertag weniger würde das Arbeitsvolumen steigern und Deutschland helfen, aus der Krise zu kommen. Auch Rentnerinnen und Rentner müssen bei der Sanierung mithelfen. Der Anstieg der Renten sollte an die Inflation gekoppelt sein und nicht an die Löhne. Die Bürger verstehen das, sie sind ja nicht blind (Kerstin Bund, SZ 22./23.3.25).
5240: Die zwei Leben des Hans Rosenthal
Dienstag, März 25th, 2025Viele von uns kennen Hans Rosenthal als erfolgreichen Quizmaster in „Dalli Dalli“. Mit dem berühmten Sprung zu „Das war Spitze“. Hans Rosenthal war ein Markenzeichen des deutschen Fernsehens. Als 1925 geborener Jude hatte er die Nazizeit nur mit Mühe in einer Berliner Laubenkolonie überlebt. Darüber sprach er die meiste Zeit seines Lebens nicht. Erst gegen Ende. Sein Vater war 1937 gestorben, die Mutter 1941. Die Brüder Gert und Hans kamen in ein Waisenhaus. Von dort wurde Gert 1942 deportiert. Hans hat ihn nie wiedergesehen.
1978 war es dann so, dass „Dalli Dalli“ wie immer donerstags ausgestrahlt wurde, ausgerechnet am 9. November. Das ZDF wollte die Sendung nicht verschieben. In dieser Zeit wurde erstmals offiziell der Reichsprogromnacht von 1938 gedacht. Wie Rosenthal damit fertig geworden ist, wissen wir nicht genau. Auch nicht durch seine 1980 erschienene Biografie „Zwei Leben in Deutschland“. Hans Rosenthal starb 1987. Ein einmaliges Leben. Jetzt strahlt das ZDF am 7. April 2025 „Rosenthal“ aus mit Florian Lukas in der Hauptrolle (Holger Gertz, SZ 22./23.3.25).
5238: Dietrich Bonhoeffer – zum Evangelikalen verfälscht.
Montag, März 24th, 2025Im US-Spielfim „Pastor. Spy. Assassin“ von Regisseur Todd Komarnicki wird der deutsche Theologe und Widerstandskämpfer gegen die Nazis, Dietrich Bonhoeffer, zum Evangelikalen verfälscht. Der Film läuft in unseren Kinos. Bonhoeffers Nachfahren protestieren gegen ihn. Aber er passt in die Trump-Propaganda. Bereits 2019 enthüllte der US-Botschafter eine Gedenktafel in Flossenbürg. Dort ist Bonhoeffer kurz vor Kriegsende tatsächlich von den Nazis ermordet worden. Aber nicht aös Evangelikaler, sondern als deutscher Widerstandskämpfer. „Von guten Mächten wunderbar geborgen.“ (Peter Neumann, Die Zeit 13.3.25).
5236: Anselm Kiefer 80
Sonntag, März 23rd, 2025Aus Anlass des 80. Geburtstags von Anselm Kiefer veranstalten das Van Gogh-Museum und das Stedelijk Museum in Amsterdam jeweils eine Sonderausstellung zu Ehren Kiefers. Er steht dafür, sich früh gegen das Verdrängen des nationalsozialistischen Terrors und Völkermords in Deutschland gewendet zu haben. Das gilt bis auf den heutigen Tag. Kiefer lebt seit 1992 in Frankreich. Bei einem ersten Treffen haben sich Emmanuel Macron und Friedrich Merz ihre Vorliebe für Anselm Kiefers Kunst bescheinigt. Der gilt als besonders „deutsch“. Fest verankert in der Romantik. Theoretisch weit ausgreifend bis in die Lyrik Ingeborg Bachmanns und Paul Celans. Außerhalb Deutschlands wird Kiefer mit Vincent Van Gogh in Verbindung gebracht. Höher geht es bald nicht. Kiefer scheut sich auch nicht, Motti wie „Where have all the flowers gone“ (Pete Seeger) zu verwenden. Er ist ein Künstler der Überwältigung im Verfall. Er sagt: „Künstler denken, sie sprechen nicht.“ (Alexander Menden, SZ 10.3.25).
5235: Ex-Mitarbeiterin beschuldigt Facebook.
Samstag, März 22nd, 2025Sarah Wynn-Williams war von 2011 bis 2017 Facebook-Mitarbeiterin. Sie erhebt in ihrem Buch „Careless People“ schwere Vorwürfe gegen ihre alte Firma. In Richtung auf individuelles Fehlverhalten und institutionelle Verantwortungslosigkeit. Beschuldigt wird auch Firmenchef Mark Zuckerberg. Joel Kaplan wirft die Autorin sexuelles Fehlverhalten vor. China habe man politische Zugeständnisse gemacht, um dort Marktmacht zu gewinnen. Am Genozid in Myanmar habe Facebook sich beteiligt. Am Ende sei bei Facebook Geld immer wichtiger als Moral. So auch jetzt gegenüber Donald Trump mit dem Verzicht auf einen Faktencheck. Die Mutterfirma von Facebook, Meta, kämpft mit allen Mitteln gegen Wynn-Williams. Das Buch darf aber weiter verkauft werden. Ein Bestseller (Simon Hurtz, SZ 19.3.25).
5232: Baerbocks UN-Nominierung ist umstritten.
Donnerstag, März 20th, 2025Die Bundesregierung hat Außenministerin Anna-Lena Baerbock für den Vorsitz der UN-Generalversammlung nominiert. Natürlich wäre Frau Baerbock gerne Außenministerin geblieben. Das ließ das Wahlergebnis nicht zu. Die Nominierung Baerbocks stieß auf scharfe Kritik. Denn ursprünglich war die Erfolgs-Diplomatin Helga Schmid für den Posten nominiert worden. Sie war Generalsekretärin der OSZE. Wir sehen, wie rüde es in der politischen Personalpolitik zugeht. In ihrem neuen Job muss Anna-Lena Baerbock einen Nachfolger für UN-Generalsekretär Antonio Guteres finden. Nicht so einfach. Für die Grünen ist der Streit um Baerbocks Nominierung besonders ärgerlich. Denn sie hatten sich bei den Verhandlungen um die Neu-Verschuldung als verantwortungsbewusste Demokraten erwiesen ( Daniel Brössler, SZ 20.3.25).
5231: Jan Dieren (SPD) , Mario Czaja (CDU) und Cahan Bayram (Grüne) haben gegen das Schuldenpaket gestimmt.
Donnerstag, März 20th, 2025517 von 520 Abgeordneten von Union, SPD und Grünen haben im Bundestag für das Schuldenpaket von CDU/CSU und SPD gestimmt. Die drei genannten Abgeordneten nicht. Es wurden 45 persönliche Erklärungen zum Abstimmungsverhalten abgegeben. Hauptsächlich von solchen Abgeordneten, die dem neuen Bundestag gar nicht mehr angehören (Robert Roßmann, SZ 20.3.25).