Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

2811: Österreich-Urlaub möglich

Montag, April 20th, 2020

Wie die österreichsiche Tourismusministerin Elisabeth Köstlinger mitteilte, können Urlauber aus Ländern, die gegenüber der Corona-Krise gut aufgestellt sind wie Deutschland, im Sommer 2020 nach Österreich kommen (SZ 20.4.20).

2810: „Fanszenen Deutschland“ gegen „Geisterspiele“

Sonntag, April 19th, 2020

Die „Fanszenen Deutschland“, bei denen ein großer Teil der wichtigsten Ultragruppierungen zusammengeschlossen ist, haben sich gegen eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga in Form von „Geisterspielen“ ausgesprochen. An den aktuellen Vorstößen im Fußball kritisieren sie auch die Zahl von etwa 20.000 nur für die Mannschaften und ihre Betreuer benötigten Covid-19-Tests. Angesichts des Mangels an solchen Tests sei eine Bevorzugung des Fußballs „absurd“. Eine Privilegierung der Bundesliga dürfe es nicht geben. Der Zusammenschluss „Pro Fans“ spricht sich für „Geisterspiele“ aus, weil vielen Vereinen das Wasser bis zum Halse stehe (jaeh, Frankfurt, FAZ 18.4.20).

2809: Keine kürzeren Sommerferien

Sonntag, April 19th, 2020

Die Länder-Bildungsminister lehnen weit überwiegend den Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, CDU, klar ab, die Sommerferien zu verkürzen. Das hatte Schäuble ins Gespräch gebracht, um versäumten Unterricht nachzuholen. Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), sagte, das sei Ländersache. Für sie stehe eine solche Lösung „nicht zur Diskussion“. Bayerns Kultusminister sagte, er „möchte an die Ferien nicht rangehen“. Niedersachsen findet die Debatte „nicht hilfreich“. Etc. (dpa, FAS 19.4.20).

2808: Ulrich Kienzle ist tot.

Samstag, April 18th, 2020

Ulrich Kienzle begann seine Karriere 1963 beim SDR. Von dort wechselte er zum WDR. Von 1974 bis 1980 war er Korrespondent für den Nahen Osten, wofür er bei uns Interessierten heute immer noch steht, dann für das südliche Afrika. Es folgten zehn Jahre als Fernsehchefredakteur von Radio Bremen.

1990 ging Kienzle als Leiter der Außenpolitik zum ZDF, wo er das „auslandsjournal“ leitete und mit Moderator Bodo Hauser bei „Frontal“ landete. „Noch Fragen, Kienzle?“ Mit einem Bein blieb Kienzle immer der Auslandskorrespondent. 1990 führte er das sagen-umwobene Interview mit Saddam Hussein, in dem bereits die gesamte politische Entwicklung des Nahen Ostens danach aufschien. In Talk-Shows bewies Ulrich Kienzle seine souveräne, unaufgeregte Streitbarkeit. Das höchste Lob, das wir einem Journalisten zollen (Michael Hanfeld, FAZ 18.4.20).

2807: Karstadt Kaufhof kämpft um Öffnung der Filialen.

Samstag, April 18th, 2020

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof lässt gerichtlich klären, ob sie ihre Geschäfte in Nordrhein-Westfalen wieder öffnen darf. Das Oberverwaltungsgericht Münster teilte mit, das Unternehmen wende sich in einem Eilverfahren gegen die Corona-Schutzverordnung. Das Land kann nun Stellung beziehen. Der Karstadt Kaufhof-Sachverwalter Frank Kebekus teilte mit, dass er mit einer Öffnung der Filialen Anfang Mai rechne (joja, Düsseldorf, FAZ 18.4.20).

2806: Weltweite Reisewarnung bleibt bestehen.

Samstag, April 18th, 2020

Das Auswärtige Amt hält an seiner weltweiten Reisewarnung fest. Außenminister Maas (SPD) sagte am Freitag, zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne man keine Prognose darüber abgeben, wie lange die Warnung noch in Kraft sein müsse. „Solange es Ausgangssperren gibt in vielen Ländern, wird dort auch kein Urlaub zu machen sein.“ Man versuche, die Aufhebung der Reisebeschränkungen „so gut es geht“ europäisch abzustimmen. Mit dem Rückholprogramm sind inzwischen rund 240.000 Deutsche nach Hause zurückgekehrt (Lt. Berlin, FAZ 18.4.20).

2805: Harari: Die Natur des Menschen verändert sich nicht.

Freitag, April 17th, 2020

Der israelische Bestsellerautor Yuval Noah Harari, 44, ist eine Art Popstar unter den Historikern und international gehandelten Welterklärern. Von ihm stammt etwa „Eine kurze Geschichte der Welt“. Thorsten Schmitz hat ihn für die SZ interviewt (17.4.20).

SZ: Als Historiker ist es ihr Job, weit zurück in die Vergangenheit zu schauen. Wird die Corona-Krise als Fußnote in der Geschichte enden oder ist sie eines der prägendsten Ereignisse unseres Jahrhunderts?

Harari: Irgendwo dazwischen vielleicht. Es ist verfrüht, die Corona-Krise jetzt schon historisch einzuordnen, aber sie ist mit Sicherheit keine existentielle Bedrohung für die Menschheit. Menschen haben in der Vergangenheit schlimmere Pandemien überlebt wie z.B. die Pest im 14. Jahrhundert und die Spanische Grippe 1918. Auch Aids war im Anfangsstadium weitaus tödlicher als das Coronavirus jetzt. Wer in den achtziger Jahren HIV-positiv getestet wurde, war zum Tode verurteilt. Wer jetzt mit dem Coronavirus infiziert ist, selbst ältere Personen, hat eine relativ gute Chance, das zu überleben.

SZ: Viele Menschen machen unsere globalisierte Welt verantwortlich für die Ausbreitung des Virus.

Harari: Im Gegenteil, die Globalisierung hilft uns, es einzudämmen. Epidemien hat es schon viel länger gegeben, weit vor Beginn der Globalisierung. Als die Pest-Pandemie ausbrach, gab es keine Flugzeuge oder Hochgeschwindigkeitszüge, deren Passagiere die Seuche weitergetragen haben in andere Länder. Die einzige Zeit, in der es keine Epidemien gab, war das Steinzeitalter. Und da wollen wir ja nicht wieder hin. Außerdem gibt es viel weniger Epidemien, seit wir in einer globalisierten Welt leben. Sie sind auch weniger vernichtend, gerade weil die Wissenschaft international kooperiert und man Informationen austauscht.

SZ: Werden unsere persönlichen Beziehungen unter der sozialen Distanz leiden?

Harari: Ich glaube nicht, dass wir eine fundamentale Veränderung in unserem Sozialverhalten der Menschen erleben werden nach Monaten mit Ausgangssperren und Kontaktverboten. Menschen sind soziale Wesen, wir mögen Kontakt, wir haben viele Pandemien erlebt, Aids etwa hat nicht die Natur der Menschen verändert.

2803: Hermann Schreiber ist gestorben.

Donnerstag, April 16th, 2020

Im Alter von neunzig Jahren ist Hermann Schreiber gestorben, einer der großen deutschen Journalisten nach 1945. Beim „Spiegel“ (seit 1964) gehörte er zu den vier Redakteuren, die dort mit Namen auftreten durften. Für eine kritische Vietnam-Reportage bekam Schreiber 1966 den Theodor-Wolff-Preis. Er schrieb Bücher über Willy Brandt, Henri Nannen und Philip Rosenthal. 1979 wechselte er zu Gruner & Jahr, wurde Chefreporter, dann Chefredakteur von „Geo“. Am stärksten aber trat er vierzehn Jahre lang mit Kollegen auf als Moderator der NDR-Talkshow. Informiert, soigniert, souverän (Willi Winkler, SZ 16.4.20).

2802: Zwei Chefredakteurinnen für die „taz“

Mittwoch, April 15th, 2020

Die „taz“-Genossenschaft hat zwei Frauen als neue Chefredakteurinnen berufen: Ulrike Winkelmann und Barbara Junge. Frau Winkelmann, die vom Deutschlandfunk kommt, wird am 1. August ihre neue Aufgabe übernehmen. Frau Junge ist seit 2016 stellvertretende Chefredakteurin. Sie übernimmt ihre Aufgabe unmittelbar nach Ausscheiden des gegenwärtigen Chefs Georg Löwisch am 1. Mai. Katrin Gottschalk bleibt stellvertretende Chefredakteurin und wird Leiterin der digitalen Produktentwicklung (KHIL, SZ 15.4.20).

2801: IWF: Größte Wirtschaftskrise seit 100 Jahren

Mittwoch, April 15th, 2020

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet auf Grund der Covid 19-Pandemie die größte Wirtschaftskrise seit 100 Jahren (seit der großen Depression 1929/30). Das globale Wirtschaftswachstum werde um drei (3) Prozent sinken, der Welthandel um elf (11) Prozent. In der Euro-Zone (etwa in Frankreich und Deutschland) würden die Volkswirtschaften um sieben (7) Prozent schrumpfen. Jeder zehnte (10.) Arbeitnehmer in der Euro-Zone könnte 2020 ohne Job sein. In Spanien dürfte die Arbeitslosigkeit wieder 20 Prozent erreichen. Wann ein geeigneter Impfstoff verfügbar sei, stehe noch nicht fest. Der IWF erwartet, dass die wirtschaftliche Stärke aus der Zeit vor dem Virus lange nicht erreicht werde (Cerstin Gammelin, SZ 15.4.20).