Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

3097: Angela Dorn: Wissenschaft braucht den Diskurs.

Donnerstag, Oktober 22nd, 2020

Die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (CDU), schreibt (Die Zeit, 8.10.20):

„Für die gesamte Hochschullandschaft hat die Corona-Krise den persönlichen Kontakt viel zu kurz kommen lassen. Wissenschaft braucht Diskurs; Forschen und Lernen brauchen Austausch. Nicht nur in Lehrveranstaltungen: Diskussionen zwischen Naturwissenschaftlerin und Soziologe beginnen oft in der Studentenkneipe. Zum Studium gehört der Blick über den Tellerrand, der mit dem Leben in einer Hochschulstadt verbunden ist.

Und auch die Gesellschaft braucht den Austausch mit Forschenden. Corona hat Wissenschaft viel sichtbarer gemacht, Wissenschaftskommunikation spielt eine große Rolle. Virologie-Podcast erreichen Millionen von Menschen. Dass sich zugleich krudeste

Verschwörungstheorien

verbreiten, zeigt nur um so mehr: Die Welt braucht klare Fakten, verständlich erklärt.“

3096: Anzeigenblätter gehören zur Presse.

Mittwoch, Oktober 21st, 2020

Anzeigenblätter finanzieren sich zu 100 Prozent aus Werbung. Sie sind deswegen nicht besonders angesehen. Es gibt von ihnen ca. 1.200 Titel mit einer Gesamtauflage von fast 80 Millionen. Der Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Anzeigenblätter (BVDA), Sebastian Schaeffler, sagt: „Wir leben davon, dass wir durch die Präsenz im Briefkasten eine große Werbewirkung erzeugen.“ Und: „Wir sind Teil der Presselandschaft und wichtig für den demokratischen Willensbildungsprozess.“ Das stimmt, auch wenn wir nüchtern konstatieren, dass 80 Prozent der Anzeigenblätter zu den großen Regionalzeitungsverlagen gehören.

Durch Corona hatten die Anzeigenblätter einen Umsatzrückgang von 90 Prozent zu verzeichnen. 15 Prozent von ihnen sind verschwunden. Sie sollten in die staatliche Presseförderung (220 Millionen Euro vom Staat in den nächsten Jahren) einbezogen werden. Deutsche Gerichte haben die Anzeigenblätter immer wieder zur „Presse“ gezählt und sogar die Anzeige an sich geschützt. Das erscheint gerade angesichts von Fake News, Verschwörungserzählungen und Schüren von Angst sehr angebracht (Alexander Graf, taz 14.10.20).

3095: Digitaler Faschismus

Dienstag, Oktober 20th, 2020

Die Sozialwissenschaftler Maik Fielitz und Holger Marcks forschen zu rechtem Online-Aktivismus und Möglichkeiten seiner Eindämmungen. Sie haben ein Buch geschrieben:

Digitaler Faschismus. Die sozialen Medien als Motor des Faschismus. Berlin (Duden) 2020, 256 S., 18 Euro.

Für die taz (17./18.10.20) hat sie Doris Akrap befragt.

taz: Herr Fielitz, Herr Marcks, als Angela Merkel das Internet als Neuland bezeichnete, haben alle gelacht. Dabei wissen wir von den Zurichtungen durch die digitale Revolution weniger, als wir denken. Sie konstatieren in ihrem Buch nun einen „digitalen Faschismus“. Was ist das?

Fielitz: Der Rechtsextremismus hat sich über seinen Medienaktivismus neu erfunden. Seine Mythen von der nationalen Bedrohung, der ein nationales Erwachen folgen soll, verbreiten sich nun vor allem digital und sind nicht mehr so sehr an eine Organisation gebunden. Er vereint eine wabernde Masse aus Freizeitprovokateuren, Wutbürgern, Verschwörungsideologen und knallharten Neonazis, die über soziale Medien Ängste schüren, Verwirrung stiften und den Eindruck einer großen wütenden Masse suggerieren.

taz: Welche Dynamiken der sozialen Medien machen sich Rechtsextreme zunutze?

Marcks: Zum Beispiel die Logik der Zahlen, die in den sozialen Medien besonders stark ausgeprägt ist. Sie verstärken den sogenannten

Matthäus-Effekt:

Wer hat, dem wird gegeben. Sachen, die eine gewisse Aufmerksamkeit genießen, strahlen Relevanz und Glaubwürdigkeit aus. Durch einen gezielten Online-Aktivismus kann die extreme Rechte ihre Version der Realität nun besser auf das Radar vieler Menschen bringen. Die extreme Rechte profitiert dabei von Rating- und Rankingstrukturen. Es entstehen regelrechte Like- und Teilkartelle, in denen man sich gegenseitig ermuntert, Inhalte zu verbreiten.

Fielitz: Die neue Qualität des digitalen Faschismus besteht darin, dass seine Narrative nicht durch einen zentralen Propagandaapparat gesteuert werden und somit Leute leichter erreichen können. Vielfach merken sie gar nicht, dass sie gerade rechtsextreme Propaganda liken oder teilen. Sie folgen keinem Befehl eines Führers mehr. Der digitale Faschismus zieht seine Dynamik stärker aus Affekten nund Emotionen.

Marcks: Die EU-Kommission arbeitet an einem Digitalgesetz, der erste Entwurf soll im Dezember kommen. Die Frage ist, wie weitreichend die Forderung nach mehr inhaltlicher Verantwortung der Betreiber umgesetzt wird. Die Eigentumsfrage sollte allerdings dringend diskutiert werden, einschließlich der Frage, ob soziale Medien in die öffentlich-rechtliche Hand gehören.

3094: Putin lobt den Hitler-Stalin-Pakt von 1939.

Dienstag, Oktober 20th, 2020

Im Hitler-Stalin-Pakt vom 24. August 1939 schlossen das deutsche Reich und die Sowjetunion einen Nicht-Angriffs-Pakt mit einem Zusatzabkommen über die Aufteilung Polens. Mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. 6. 1941 brach Nazi-Deutschland diese beiden Verträge. Wladimir Putin hat mehrfach den Hitler-Stalin-Pakt gelobt. Michael Thumann schreibt dazu (Die Zeit, 8.10.20):

„Mehrmnals hat er die Aufteilung Ostmitteleuropas zwischen Hitler und Stalin im August 1939 verteidigt. Im vergangenen Juni nun nutzte er den Jahrestag des Weltkriegsendes, um einen Aufsatz zu veröffentlichen, in dem er den Pakt zu einer reinen Defensivmaßnahme gegen die westlichen Nachbarn erklärte. Die Polen beschimpfte er darin als Antisemiten. Mit ähnlicher Verachtung hatte er zuvor der Ukraine gleich die ganze Staatlichkeit abgesprochen.“

3093: Karl Ove Knausgard – ein „literarischer Pädophiler“ ?

Montag, Oktober 19th, 2020

Karl Ove Knausgard (geb. 1968) ist heute ein weltberühmter Schriftsteller. Insbesondere sein sechsbändiges, stark autobiografisches Hauptwerk „Min Kamp“ (2009-2011), das 4.000 Seiten umfasst, auf deutsch erschienen 2011 – 2017, steht für Knausgards Literatur. Er hat darin kaum Rücksicht auf Frau, Freunde und Familie genommen, weshalb es zu Rechtsstreitigkeiten und heftigen privaten Auseinandersetzungen kam. Knausgard ist zum dritten Mal verheiratet und lebt heute in London. Durch seinen großen literarischen Erfolg konnte Knausgard in internationalen Zeitschriften Essays und Kritiken publizieren. U.a über den norwegischen Terroristen Anders Breivik und über Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“. Von den deutschsprachigen Schriftstellern schätzt er Christian Kracht und Peter Handke.

Inzwischen gibt es einen weiteren literarischen Skandal um Knausgard. Und zwar um seinen ersten Roman „Ute av verden“ (1998), der auf Deutsch erst 2020 erschienen ist („Aus der Welt“). Für diesen Roman erhielt Knausgard den norwegischen Kritikerpreis. Die epische Breite des realistischen Romans sei mit der modernen Haltlosigkeit des Individuums verknüpft worden. Die Kritiker waren des Lobes voll. Als der Roman 2015 in Schweden erschien, bezichtigte die feministische Literaturwissenschaftlerin Ebba Witt-Brattström Knausgrad der „literarischen Pädophilie“. Das Buchcover der ersten Auflage von „Ute av verden“ („Aus der Welt“) ziert das Schwarz-Weiß-Foto eines nackten Mädchens. Wie Adam Soboczynski (Die Zeit, 8.10.20) schreibt, handelte es sich um das Foto eines Spanners. „Man würde heute nicht eine Sekunde zögern, diese Aufmachung als problematisch einzustufen, und ein Verlag würde sie heute auch nicht mehr ohne enormen Reputationsschaden auswählen können. Das Cover passt aber zweifellos zum Plot.“

Knausgard schildert in seinem ersten Roman die Probleme eines verklemmten und unter seinem gefühlskalten Vater leidenden Aushilfslehrers, der einer dreizehnjährigen Schülerin verfällt:

Beim zweiten Mal „ging ich behutsam vor, diesmal war ich ruhig und ängstigte sie nicht, diesmal lief es gut. Der kaum wahrnehmbare Geruch von Schweiß und Seife, der von ihrer Haut ausging, der süße Atem, die weichen Brüste und ihre Hände, die mir durch die Haare fahren, ich kann nicht genug davon bekommen, ich ziehe ihr den Slip aus und lege mich an sie, spüre das befreiende Gefühl ihrer Haut an meiner, das schwache Aroma von Urin, als ich mit der Wange über ihren Schenkel streiche, die nackte, warme Haut, meine Lippen, die sie zärtlich und behutsam küssen, die glatten Haare, die weichen, feuchten Hautfalten. Ihre Augen, die mich ansehen. Die Atemzüge. Das kleine beschmutzte Herz, das in der Brust schlägt und schlägt.“

Was 1998 noch eine „fesselnd reine“ Liebesgeschichte war, veranlasst 2020 den Luchterhand-Verlag dazu, von einer „eigentlich unmöglichen Liebesgeschichte“ zu sprechen.

So ändern sich die Zeiten von 1998 bis 2020.

In seiner Antwort auf die schwedischen Vorhaltungen schreibt Knausgard 2015: „Als Pädophiler bezeichnet zu werden, ist keine angenehme Erfahrung. Ich habe vier Kinder, die ältesten haben angefangen, Zeitung zu lesen, und ich warte nur auf die Frage: Papa, was ist Pädophilie? Warum sagt sie, dass du ein Pädophiler bist.?“

Im Interview mit Adam Soboczynski 2020 bestreitet Knausgard, jemals eine Beziehung zu einer Dreizehnjährigen gehabt zu haben. Und auf die Frage, woher der Wunsch rühre, die Literatur wieder verstärkt unter moralischen Gesichtspunkten zu betrachten, antwortet er nach langem Zögern: „Ich weiß es nicht. Jede Generation hat den Schlüssel zu ihrer eigenen Zeit.“ Habe das nicht, überlegt er, schon Ernst Jünger oder so gesagt?

W.S.: Ausgerechnet! Welch ein Fortschritt.

3092: Berlinale-Direktor Alfred Bauer war vorher Nazi.

Montag, Oktober 19th, 2020

Alfred Bauer war von 1951 bis 1976 Direktor der Berlinale. Er hatte sie selbst begründet. Erfolgreich. Mit großen Verdiensten für die deutsche Kunstszene. Mittlerweile hat ein Gutachten (gestützt auf Akten aus dem Berliner Landesarchiv und Dokumenten aus dem Bundesarchiv) ergeben, dass Alfred Bauer vorher Nazi gewesen war. In einer hochrangigen Position bei der Reichsfilmintendanz, dem bürokratischen Steuerungsorgan der NS-Filmproduktion. Aber, liebe Freunde, das wussten wir Filmfritzen (Teile der deutschen Filmwissenschaft) doch sowieso.

Dr. Tobias Hof, der Autor des 61-seitigen Gutachtens, belegt Bauers zentrale Tätigkeit als Referent der Reichsfilmintendanz, seine Mitgliedschaft in der NSDAP sowie seine widersprüchlichen Aussagen vor den Entnazifizierungsinstanzen. Bauer hat den Einsatz von Zwangs- und Fremdarbeitern in der NS-Filmproduktion mit geleitet. Nach dem Krieg stilisierte er sich, wie viele andere auch, zum Antifaschisten und Opfer des NS-Regimes. Als diese Tatsachen in der „Zeit“ (Nr. 6/20) erstmalig bekannt gemacht wurden, setzte die Berlinale-Leitung umgehend die Verleihung eines nach Alfred Bauer benannten Preises aus.

Anders die Biennale in Venedig. Sie war von dem Industriellen Giuseppe Volpi begründet worden, einem Vertrauten Mussolinis und späterem Finanzminister. Bis heute sind ein Kino und die Darstellerpreise des Festivals nach ihm benannt (Katja Nicodemus, Die Zeit 8.10.20).

3091: „Staatlich subventionierter Klimabetrug“

Sonntag, Oktober 18th, 2020

SUVs als Geländewagen profitieren am meisten von der Subvention von Elektroautos. Deren PLug-in-Hybrid-Motoren werden mit bis zu

6.750 Euro

bezuschusst. Bis Ende September sind knapp 120.000 Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingegangen. Die Bundesregierung lobt das als „starken Impuls für die Elektromobilität in Deutschland“. Die hoch subventionierten Autos haben zwei Motoren,

einen Verbrenner und einen Elektromotor

samt extern aufladbarer Batterie. Der Absatz ist im September gegenüber dem Vormonat um 463 Prozent gestiegen. Aber niemand kann wissen, wie viel mit diesem Auto tatsächlich elektrisch gefahren wird und wie viel mit herkömmlichen Sprit.

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir spricht deshalb von „staatlich subventioniertem Klimabetrug“. „Viele fahren fast ausschließlich mit dem fossilen Verbrenner und nutzen die E-Mobilität nur zur Startbeschleunigung an der Ampel. Das hat verheerende Folgen für die Glaubwürdigkeit der Branche und für den Klimaschutz. Da passiert zu wenig. Und Verkehrsminister Andreas Scheuer ist bei den Blockierern mal wieder vorne dran.“ (mec, FAS 18.10.20)

Fazit: Die Automobilindustrie betrügt uns weiter.

Frage: Warum ist Andreas Scheuer (CSU) noch Verkehrsminister?

3090: Der Mörder von Paris hatte Unterstützer.

Sonntag, Oktober 18th, 2020

Der Mörder von Paris ist 2002 in Moskau geboren worden. Er hat russische und tschetschenische Vorfahren und genoss in Frankreich den Flüchtlingsstatus. Er hatte einen 47-jährigen französischen Geschichtslehrer enthauptet, der im Unterricht bei der Behandlung des Themas Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ gezeigt hatte. Der Täter war mit einem Messer und einer Softair-Pistole bewaffnet. Vor dem Mord hatte es Drohungen gegen den Lehrer und die Schule (bei Paris) gegeben. Nach dem Mord wurde der Gewalttäter von der Polizei erschossen. Neun mutmaßliche Unterstützer sind verhaftet worden (dpa, FAS 18.10.20).

Ich warte darauf, dass aus dem Kreis muslimischer Geistlicher solche Gewalt- und Mordtaten scharf verurteilt werden.

3089: US-Kongressausschuss attackiert Google, Amazon, Facebook und Apple.

Freitag, Oktober 16th, 2020

Nach einer anderthalbjährigen Untersuchung hat die demokratische Mehrheit im Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses einen Bericht über die „großen Vier“ oder „GAFA“ vorgelegt,

Google,

Amazon,

Facebook und

Apple.

Darin werden die genannten Firmen als Monopolisten verurteilt. Allein der Anhang des Berichts, der auflistet, welche Unternehmen die vier Konzerne gekauft haben, umfasst 44 Seiten. Die vier wertvollsten Unternehmen der USA sowie ihre mächtige Stellung im Handel, in sozialen Netzwerken, bei App-Stores und Suchmaschinen haben einen Marktwert von

mehr als fünf Billionen Dollar.

„Unternehmen, die einst Außenseiter-Start-ups waren, die den Status quo herausgefordert haben, sind Monopole geworden, wie wir sie zuletzt in der Ära der Ölbarone und Eisenbahn-Tycoons gesehen haben.“ Im Juli 2020 hatte das Repräsentantenhaus per Videoschalte die Firmenchefs

Jeff Bezos (Aamazon),

Tim Cook (Apple),

Mark Zuckerberg (Facebook) und

Sundar Pichai (vom Google-Mutterkonzern Alphabet)

vorsprechen lassen. Das Problem der Kampagne für ein neues Kartellrecht ist, dass in den USA der Leitgedanke gilt, dass Monopole nur dann ein Problem sind, wenn sie den Konsumenten schaden. Die aber nutzen intensiv die Angebote der Firmen.

Die Demokraten wollen zeigen, dass ihr Verständnis für den freien Markt bei der Konzentration von Macht und Geld im IT-Sektor aufhört. Einige Republikaner haben weniger Interesse an Wettbewerbspolitik. Sie versuchen, die Debatte auf Fragen der Meinungsfreiheit zu verengen. Sie behaupten – wie Donald Trump – eine angeblich einseitige „Zensur“ konservativer und rechter Inhalte durch Facebook und Google.

Der Ausschuss-Bericht trägt die Handschrift des demokratischen Abgeordneten David Cicilline, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Wettbewerbsrecht, und seinem Team: „Ich bin voller Hoffnung, dass wir, wenn Joe Biden im Weißen Haus sitzt, endlich diese Monopol-Situation beenden und ein freies und offenes Internet wieder herstellen können.“ (Jannis Brühl, SZ 8.10.20)

3088: Wurde Anis Amri von einem arabischen Clan unterstützt?

Donnerstag, Oktober 15th, 2020

Der Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des Terroranschlags auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin 2016 von Anis Amri tagt seit März 2018. Mittlerweile hat sich ein ehemaliger V-Mann des Verfassungsschutzes Mecklenburg-Vorpommern gemeldet und behauptet, bei seinem Anschlag sei Anis Amri von einer arabischen Großfamilie in Neukölln unterstützt worden. Aus der Familie sei Unmut darüber geäußert worden, dass es nicht mehr Tote gegeben habe. Anscheinend sind nicht alle Erkenntnissse des V-Manns an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet worden. Insofern sind die kriminellen Hintergründe des Attentäters Anis Amri bislang nur unzureichend aufgeklärt. Die linke Bundestagsabgeordnete Martina Renner fordert: „Wenn das Ziel die Aufklärung des schwersten dschihadistischen Terroranschlags ist, müssen die Verantwortlichen jetzt handeln.“ (Florian Flade, SZ 15.10.20)