Nach dem Tod seiner Mutter, Königin Elisabeth II., ist nun Charles III. britischer König. Seine Mutter war eine rundum beliebte Königin. Sie hatte 70 Jahre auf dem Thron gesessen. Charles III. ist mit über 70 Jahren kein junger König. Ob seine Thronbesteigung nach dem Brexit politische Verbesserungen bringt, ist noch offen.
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4023: Charles III. – britischer König
Freitag, September 9th, 20224022: Schulabbrecher in Deutschland
Donnerstag, September 8th, 2022Jährlich verlassen in Deutschland 45.000 Jugendliche die Schule ohne jeden Abschluss. Das sind sieben (7) Prozent eines Jahrgangs. Und weit mehr als vor zehn Jahren. Viele dieser Jugendlichen verbauen sich die Chance auf einen Ausbildungsplatz und qualifizierte Jobs. Das fehlende Zeugnis raubt den Abbrechern oft eine Perspektive für das ganze Leben. Manchmal sind die Probleme sogar hausgemacht: schlechte Bezahlung, wenig Sicherheit, abschreckende Arbeitsbedingungen. Und diejenigen Arbeitgeber, die sich aus einem Tarifvertrag verabschiedet haben, brauchen sich dann nicht zu wundern, dass sie keine jungen Leute bekommen. Selbstverständlich spielt es eine Rolle, dass es öfter gute Alternativen zum bisherigen Job gibt. Dann geht man eben (Roland Preuss, SZ 8.9.22).
4021: Brisantes Material zu Atomwaffen in Trumps Villa
Donnerstag, September 8th, 2022Das FBI hat brisantes Material zu Atomwaffen eines anderen Staates in der Villa von Donald Trump in Florida gefunden. Das berichtete die „Washington Post“. Es handle sich um hoch sensible Informationen, die üblicherweise so gut geschützt seien, dass selbst viele hochrangige nationale Sicherheitsbeamte keinen Zugang dazu hätten.
Das FBI hatte bei der Durchsuchung des Anwesens 26 Kisten mit Hunderten Dokumenten, Fotos und mit teilweise vertraulichen Akten beschlagnahmt. Einige der Dokumente unterliegen der höchsten Geheimhaltungsstufe. Die Unterlagen sollen von Trump nicht vorschriftsmäßig aufbewahrt worden sein. Während seiner Zeit im Weißen Haus soll der Ex-Präsident oft wahllos Unterlagen in Kisten geworfen und mit in seine Privaträume genommen haben (FREU, SAUL, SZ 8.9.22).
4020: Israel gibt Deutschland einen Vertrauensvorschuss.
Mittwoch, September 7th, 2022Der israelische Staatspräsiden Isaac Herzog hat im Bundestag gesagt, sein Land sei stolz auf die Partnerschaft mit Deutschland. Das hatte sein Vater, der damalige Staatspräsident Chaim Herzog, 1987 nicht gesagt. Vielmehr sprach er damals völlig zu Recht davon, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel nach der Schoah niemals würden „normal“ sein können. Im Grund ist das ja bis auf den heutigen Tag die am besten begründete Position.
„Unter dem Deckmantel der Hinwendung zum ‚globalen Süden‘ und der Empathie für jedwede Opfer des Kolonialismus ist die Documenta zu einem Schaufenster des ganz normalen Antisemitismus geworden.“ Das ist die Gegenwart in Deutschland, machen wir uns nichts vor.
„Die bittere Wahrheit .. ist, dass der Antisemitismus in Deutschland seit dem Besuch seines Vaters nicht wirklich weniger geworden ist. Nur vielschichtiger. Darüber dürfen die mittlerweile außerordentlich guten Beziehungen zwischen Deutschland und Israel nicht hinwegtäuschen. In Israel ist viel Vertrauen zu Deutschland gewachsen. Dieses Vertrauen aber kann nur ein Vorschuss sein. Es lebt davon, dass die Deutschen in ihrer Mehrheit der Sehnsucht nach Normalität – also in Wahrheit nach Vergessen – nicht nachgeben.“ (Daniel Brössler, SZ 7.9.22)
W.S.: Erschwert wird das Ganze durch die völkerrechtswidrige Besatzungspolitik Israels und die Aufgabe der Zwei-Staaten-Theorie.
4019: Dominik Graf 70
Dienstag, September 6th, 2022Der Filmregisseur Dominik Graf streift in seinen Filmen gerne durch die Filmgeschichte. Wie in seinem „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ (2021) nach Erich Kästner. Bei Graf gibt es Anarchie, Spontaneität, Lust auf den Augenblick. Das macht seine Filme so glaubwürdig. Der Sohn der Schauspieler Selma Urfer und Robert Graf hat an der Hochschule für Fernsehen und Film in München studiert. Sein Abschlussfilm „Der kostbare Gast“ (1979) gewann gleich einen Bayerischen Filmpreis. Nun wird Dominik Graf 70 Jahre alt.
Er hat einiges getan, um die seinerzeit dominierenden Filme des jungen bzw. neuen deutschen Films ab 1962 (Kluge, Reitz, Herzog, Schlöndorff, Wenders) zu überwinden. Deren Filme waren ihm zu sehr „Belehrungskino“. Das kam gewiss auch von dem deutschen Fimförderungssystem. Dominik Graf war sich für Fernseharbeit nicht zu schade, sogar für Krimis nicht. In seinen Filmen tauchen Schimanski, Hanns von Meuffels, Batic und Leitmayer auf. Es sind nicht die schlechtesten Krimis. „Ich selbst war als Regisseur niemals so glücklich wie in jenen Momenten, in denen ich vermeintliche Krimi-Genre-Konfektionsware bedienen und die Serienfilme auf die Straßen, in die Polizeibüros und gleichzeitig (gemeinsam mit dem Drehbuchautor) auf den Kopf stellen durfte.“ (Fritz Göttler, SZ 6.9.22)
4018: Daniel Barenboim ist krank.
Dienstag, September 6th, 2022Daniel Barenboim, der im nächsten jahr 80 Jahre alt wird, ist seit frühester Jugend ein Weltkünstler. Aus seinem Riesenwerk ragen die Einspieleung von Ludwig Beethovens 32 Klaviersonaten heraus sowie als Dirigent das Werk Richard Wagners. Barenboim ist seit 1992 Musikchef der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und dient damit Deutschland in unnachahmlicher Weise. Den geplanten, vierteiligen „Ring des Nibelungen“ musste er jetzt absagen. Er hat Christian Thielemann gebeten, die Serie zu übernehmen. Regisseur ist Dmitri Tscherniakov, dessen eigenwillige Wagner-Interpretationen bekannt sind. Er sieht in dem „Ring“ das Konzept, das eine Befreiung der Welt von den Göttern beschreibt. Aktueller denn je. Vielleicht kann Daniel Barenboim im nächsten Jahr den „Ring“ schon wieder selbst dirigieren (Reinhard J. Brembeck, SZ 6.9.22).
4017: Boykott gegen Kardinal Woelki
Dienstag, September 6th, 2022Führende Geistliche und Laienvertreter des Erzbistums Köln haben mit einem Boykott gegen Kardinal Rainer Maria Woelki protestiert. Sie sagten in so großer Zahl ihre Teilnahme am Diözesanpastoralrat ab, dass dieser nicht mehr beschlussfähig war. Grund ist der Umgang Woelkis mit Opfern von sexuellem Missbrauch. Der Vorsitzende des Diözesanpastoralrats, der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), bezeichnete die Situation als „unerträglich“. Der Boykott ist „eine neue und noch nie dagewesene Eskalation“ (SZ 6.9.22).
4016: Das Scheitern des Dialogs über Antisemitismus auf der Documenta
Montag, September 5th, 2022Julia Alfandiari und Meron Mendel von der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt berichten von ihren Erfahrungen mit dem Antisemitismus-Dialog auf der Documenta (SZ 5.9.22).
1. Die Documenta hätte eine Sternstunde des Dialogs erleben können.
2. Nach dem Lumbung-Prinzip, welches das indonesische Kuratoren-Kollektiv Ruangrupa ausgerufen hatte.
3. Eine Gruppe junger Frauen fragte, ob es überhaupt noch politisch vertretbar sei, auf der Documenta zu sein.
4. Bald war zu hören: „Die Anne Frank hat hier nichts zu suchen. Habt ihr nicht schon genug Schaden angerichtet?“
5. Eine Kasseler Seniorengruppe: Gebe es nicht ohnehin schon ein großen Einfluss der Juden in unserer Gesellschaft?
6. Erstaunlicherweise gibt es anscheinend wenig Wissen über den Antisemitismus.
7. Es wurde behauptet, die Bildungsstätte Anne Frank betreibe Zensur.
8. Deutschland lasse sich von „seinen“ Juden geißeln.
9. Ein Kunst-Student: „Wenn sich Israel im Nahen Osten so verhält, sollte man sich nicht über solche Bilder wundern.“
10. „Vielleicht hätten wir uns lieber ganz von Kassel fernhalten sollen.“
11. Es ist kein Zufall, dass auf der Anklagebank in Taring Padis „People’s Justice“ neben den westlichen Geheimdiensten, den reichen Weltkonzernen, den Kriegsherren und Diktatoren aller Couleur auch die Figur des ewigen Juden nicht fehlen durfte.
12. Fest ist die Vorstellung verankert, dass Antisemitismus gar nicht objektiv existiert, sondern nur als Vorwurf vorgeschoben wird.
13. Ein Dialog braucht ein gemeinsames Verständnis darüber, dass es nicht nur und nicht hauptsächlich um verletzte Gefühle geht.
14. Von diesem Minimalkonsens sind wir noch weit entfernt.
15. Ruangrupa: „Liebe Besucher*innen, wir bedauern, dass die historischen Bilder und Zeichnungen (…) für einige Besucher*innen nicht verständlich sind und es daher zu Fehlinterpretationen gekommen ist.“
W.S.: Die erste Documenta-Leitung bevorzugte unter dem Vorwand der Zensur das Prinzip des Wegsehens, Ruangrupa ist nicht kompetent genug. Und auf der Documenta haben sich viele Antisemiten getummelt. So darf es nicht weitergehen.
4015: Kein Gas mehr über Nord Stream 1
Montag, September 5th, 2022Die russischen Erpressungsversuche sehen vor, dass kein Gas mehr über Nord Stream 1 nach Deutschland geliefert wird. Als fadenscheinige Begründung wird ein Ölaustritt in einer Kompressorstation genannt. Die Bundesnetzagentur bezweifelt das (SZ 5.9.22).
4014: Weniger Bundestagsabgeordnete
Sonntag, September 4th, 2022Die Fraktionen des Deutschen Bundestags sind sich einig darin, dass die Zahl der Bundestagsabgeordneten verkleinert werden muss. Sie sind sich nur nicht einig darin, wie. Der Bundestag hat eine Regelgröße von 598. Tatsächlich hat das hohe Haus auf Grund von Überhang- und Ausgleichsmandaten 736 Mitglieder. SPD, Grüne und FDP wollen die Sitze vorrangig nach dem Zweitstimmenergebnis verteilen. Auf Grund von Erststimmen sollen Mandate nur noch nach dem Verhältnis der Zweitstimmen vergeben werden. CDU und CSU halten es für verfassungswidrig, wenn in einem Wahlkreis mit der Mehrheit der Stimmen direkt gewählte Bewerberinnen und Bewerber nicht automatisch in den Bundestag einziehen. Das Bundeswahlgesetz bestimmt, dass der Bundestag in personalisierter Verhältniswahl gewählt wird. Das Bundesverfassungsgericht hatte geurteilt, dass Ausgleichsmandate nur in einem gewissen Umfang mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Nach dem bisherigen Wahlrecht ziehen alle direkt gewählten Abgeordneten ins Parlament ein. Eine Kappung der Direktmandate würde sich vorwiegend zu Ungunsten der Union und vor allem der CSU auswirken (Boris Herrmann, Paul-Anton Krüger, SZ 31.8.22).