Wie nicht anders zu erwarten hat „Fridays for Future“ die „westlichen Medien“ beschuldigt, „Gehirnwäsche“ zu betreiben, um Unterstützung für Israel zu organisieren. Weiter reicht es bei denen nicht. In der politischen Analyse sind sie Hinterwäldler. Die deutschen Mitglieder distanzieren sich davon. Das reicht aber nicht. Seit Jahren ist „Fridays for Future“ antisemitisch. Dadurch wird die verdienstvolle Arbeit zehntausender junger Menschen für den Klimaschutz desavouiert. Es bleibt alles so, wie es immer war (Philipp Bovermann, SZ 28./29.10.23).
Archive for the ‘Gesellschaft’ Category
4553: Erschütternde Aussagen von „Fridays for Future“ zu Israel
Samstag, Oktober 28th, 20234552: Russische Anwälte protestieren gegen Unrechtsstaat.
Freitag, Oktober 27th, 2023Über 250 russische Anwälte protestieren mit einer Petition gegen den russischen Unrechtsstaat. Dort herrscht eine vollkommen repressive politische Justiz. Das war in Russland noch nie anders. Beim Zaren, bei Lenin, Stalin und deren Nachfolgern. Der Protest richtet sich gegen die Verfolgung von Verteidigern. Wohnungen und Büros mehrerer Verteidiger des Oppositionellen Alexej Nawalny waren kürzlich durchsucht worden. Drei von Nawalnys Anwälten wurden inhaftiert. Dutzende weiterer Verteidiger sitzen im Knast (SZ 27.10.23).
4551: 224 Geiseln im Gazastreifen
Freitag, Oktober 27th, 2023224 Geiseln befinden sich noch in Hamas-Haft im Gazastreifen. Es kann aber sein, wie der katarische Außenminister erklärte, dass zivile Geiseln binnen Tagen freikommen. Anscheinend hatte die Hamas nicht damit gerechnet, so viele Geiseln zu nehmen. Die sind auch eine Belastung. Bedingung für die Freilassung der Geiseln ist ein Waffenstillstand (SZ 27.10.23).
4550: Antonio Guterres hat einen Fehler gemacht.
Donnerstag, Oktober 26th, 2023UNO-Generalsekretär Antonio Guterres ist ein sehr erfahrener Diplomat. Deswegen hat er gewusst, welche Wirkung seine Worte im Weltsicherheitsrat zum Massaker an vielen Israelis haben mussten. Zwar ist es richtig, dass das mörderische Massaker der Hamas am 7. Oktober nicht „in einem Vakuum“ stattgefunden hat. Damit aber hat Guterres den Eindruck erweckt, Israel sei selber schuld an dem mörderischen Überfall der Hamas. Das ist nicht richtig.
Israels Verhältnis zu den Vereinten Nationen (UN) war immer schwierig. Eine große Zahl von Resolutionen gegen Israel ist dort auf den Weg gebracht worden. Nur die Vereinigten Staaten als Israels engster Verbündeter haben immer wieder dagegen protestiert. In den meisten einschlägigen Resolutionen wurden die Terrorbanden wie die Hamas gar nicht erwähnt.
Eine unglückliche Rolle spielt auch das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA). Es wurde mehrmals von der Hamas unterwandert und hat einige Male Hamas-Leute bezahlt. Im aktuellen Konflikt soll die Hamas sich Öl und medizinische Ausrüstung von dort beschafft haben. Deutschland hat seine Palästina-Hilfe soeben demonstrativ um 50 Millionen Euro erhöht. Damit soll den „gutwilligen“ arabischen Staaten signalisiert werden, dass beides möglich ist, an der Seite Israels zu stehen und trotzdem die palästinensische Bevölkerung nicht zu vergessen. Außenministerin Annalena Baerbock hat eine ausgewogene Rede im Weltsicherheitsrat gehalten (Christian Zaschke, SZ 26.10.23).
4549: Carlo Masala: Der Westen muss seine Politik ändern.
Mittwoch, Oktober 25th, 2023In seinem neuen Buch
Carlo Masala: Bedingt abwehrbereit – Deutschlands Schwäche in der Zeitenwende. München (Beck) 2023, 207 S., 18 Euro,
liest der Professor für Internationale Politik an der Hochschule der Bundeswehr in München der Nato und Deutschland die Leviten. Berechtigt. Er bescheinigt den Deutschen ein schizophrenes Verhältnis zur Bundeswehr. Selbst angesichts des russischen Vernichtungskriegs in der Ukraine mache sich schon wieder Bequemlichkeit bereit. Und Masala ist kein Schwafler. Er kennt die Illusionen des Westens. Die Bundeswehr sieht er in einem erbärmlichen Zustand.
Insbesondere nach der Wiedervereinigung hätte sich Deutschland zu viel ausgeruht. Dabei sei Verteidigung ein gesamtstaatliches Konzept. Wir litten heute noch unter den groben Fehlern der Merkelschen Außenpolitik, die uns von Russland abhängig gemacht habe. Der Versuch, in fremden Staaten Demokratie durch das Militär installieren zu lassen, sei lächerlich. Dazu komme noch die wachsende wirtschaftliche Abhängigkeit von China. Und Russland verfolge seit dem Zaren ein „imperiale Agenda“. Es müsse mehr auf Abschreckung gesetzt werden und auf eingeschränkte Beziehungen zu Russland. Wie im kalten Krieg. Für den Westen reicht es nicht, gutes Geld zu verdienen und nicht aggressiv aufzutreten. So funktioniere die Welt nicht.
W.S.: So düster die Analyse von Carlo Masala ausfällt, sie ist plausibel. Wir müssen es nur wahrhaben wollen.
Vielleicht geht es manchen von Ihnen wie mir. Dass wir erkennen, wie sicher die Struktur des Kalten Krieges war.
4548: Schleuserchef festgenommen
Mittwoch, Oktober 25th, 2023Die Polizei hat bei einer Razzia in Monheim (Nordrhein-Westfalen) einen Schleuserchef festgenommen. Seine Gruppe soll für den Tod von mehr als 100 Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer verantwortlich sein. Der 41-jährige Libanese habe von Duisburg aus Boote organisiert, um Flüchtlinge aus dem Libanon nach Italien zu bringen. Bei dem Unglück im September 2022 seien 100 bon 170 Menschen gestorben. Insgesamt ermittelt die Polizei gegen fünf Männer mit libanesischer, syrischer und marokkanischer Staatsbürgerschaft (SZ 25.10.23).
4547: Schweden im November in der Nato
Mittwoch, Oktober 25th, 2023Nachdem die Türkei die Blockade des schwedischen Nato-Beitritts aufgegeben hat, kann nach Mitteilung des Generalsekretärs Jens Stoltenberg der Beitritt im November erfolgen. Vorgesehen ist er auf einem Außenminister-Treffen (SZ 25.10.23).
4546: Catherine Deneuve 80
Dienstag, Oktober 24th, 2023Die französische Schauspielerin Catherine Deneuve ist 80 Jahre alt geworden. Sie gilt als eine der schönsten Schauspielerinnen auf der Welt, in einer kühl erscheinenden Schönheit. Francois Truffaut sagte über sie: „Sie ist so schön, dass ein Film, in dem sie spielt, auch ohne Geschichte auskommt.“ Deneuve hat seit 1957 in über 140 Filmen gespielt und eine Weltkarriere gemacht. Sie hat gedreht mit Roman Polanski, Luis Bunuel und Francois Truffaut. Ihr erster Welterfolg war „Ekel“ 1967, der zweite im gleichen Jahr „Belle de Jour“. Dabei steht Deneuve in dem Ruf, sich von der wichtigsten Regisseuren kein X für ein U vormachen zu lassen. Mit ihr und Gerard Depardieu drehte Truffaut „Metro“ (1980). Sie hat eine sehr große Zahl höchster Auszeichnungen erhalten: den Goldenen Löwen, die Goldene Kamera, den César, den Goldenen Ehrenbär, mehrere Nominierungen für den Oscar. Sie ist Mitglied der französischen Ehrenlegion.
Catherine Deneuve hat es geschafft, in der lesbischen Community angesehen zu sein. Sie ist auch als Sängerin erfolgreich, als Designerin und als Journalistin. Fast unglaublich. Ihr vielfältiges soziales Engagement kommt zum Ausdruck in ihren Einsatz gegen das Verbot der Abtreibung, sie kämpft gegen die Todesstrafe (nicht nur in den USA), setzt sich für die Opfer von Landminen ein und kämpft gegen die Genitalverstümmelungen bei Frauen auf der ganzen Welt. Kinder hat sie von den Schauspielern und Regisseuren Roger Vadim und Marcello Mastroianni. Die wiederum sind auch Schauspieler.
4545: Motto des Deutschen Evangelischen Kirchentags: „Mutig, stark, beherzt“
Dienstag, Oktober 24th, 2023Der nächste Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 30.4. bis 4.5.2025 in Hannover statt. Unter dem Motto „Mutig, stark, beherzt“. Das gab die Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund bekannt. Das Motto ist an eine Stelle im ersten Korintherbrief angelehnt. „Der Kirchentag ist das größte zivilgesellschaftliche Ereignis der Bundesrepublik.“ Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay sagte: „Wir sind eine Stadt der religiösen Vielfalt.“ (SZ 24.10.23)
4544: Christiane Benner IG-Metall-Vorsitzende
Dienstag, Oktober 24th, 2023Die 55-jährige Christiane Benner ist mit 96,8 Prozent der abgegebenen Stimmen für vier Jahre zur IG-Metall-Vorsitzenden gewählt worden. Ein sehr gutes Ergebnis. Damit wird die IG Metall zum ersten Mal von einer Frau geführt. Benners Vorgänger Jörg Hofmann, 67, war nach zwei Amtszeiten aus Altersgründen nicht mehr angetreten (SZ 24.10.23).