Archive for the ‘Geschichte’ Category

5667: Nachfolgerin für den Bundespräsidenten gesucht

Freitag, März 20th, 2026

Frank-Walter Steinmeier ist noch ein Jahr im Amt. In der Union gibt es mehrere Nachfolgekandidatinnen. Es muss diesmal ja eine Frau sein:

Karin Prien, Ilse Aigner, Julia Klöckner, Annegret Kramp-Karrenbauer, Monika Grütters.

Die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung sind noch unklar, weil noch vier Landtagswahlen stattfinden: Rheinland-Pfanz, Sachsen-Anhaöt, Mecklenburg-Vorpommern und berlin. Die Experten der Plattform Wahlrecht haben ausgerechnet, dass nach den gegenwärtigen Mehrheitsverhältnissen in der Bundesversammlun CDU und CSU 435 Stimmen haben, AfD 259, SPD 252, Grüne 194, Linke 79, FDP 11, freie Wähler 19, BSW 10, Fraktionslose 2.

Na, dann mal viel Spaß (Robert Roßmann, SZ 19.3.26).

5665: Trump will Kuba übernehmen.

Mittwoch, März 18th, 2026

Donald Trump hat Kuba erneut gedrohr#t und angekündigt, dass er es übernehmen will. Nun ist das hochkorrupte und wirtschaftlich schwache Land gefährdet. Trump sprach von „in irgeneiner Form übernehmen“. “ Ich glaube, ich kann damit machen, was ich will.“ Die kubanische Wirtschaftskrise hat sich durch die Ölblockade nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro noch verschärft. Das Land verfällt. Trump will den kubanischen Präsidenten Miguel Diaz Canel absetzen (SZ 18.3.26).

5664: Mahnmal für SED-Opfer

Mittwoch, März 18th, 2026

Mehr als dreißig Jahre nach dem Ende der SED-Diktatur soll in Berlin ein Mahnmal für die Opfer errichtet werden. Am Dienstag startet ein internationaler Wettbwerb für die künstlerische Gestaltung: „Denkmal zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland“. Das Denkmal soll im Spreebogenpark zwischen Bundesknzleramt und Bundestag stehen. Das geht  auf einen Bundestags-Beschluss zurück. Ein Preisgericht entscheidet im November über den Siegerentwurf. Der Bau ist für 2027/28 geplant (SZ 18.3.26).

5662: Siegfried Lenz 100

Dienstag, März 17th, 2026

Siegfried Lenz, einer unserer größten Schriftsteller nach 1945, wäre heute 100 Jahre alt geworden. 2014 ist er gestorben. Durch seinen Jahrgang geriet er noch in die Wirren des Weltjkriegsendes. Er desertierte. Kam aus Dänemark nach Hamburg, das seine neue Heimat wurde. Lenz interessierte sich wirklich für die „kleinen Leute“ und schrieb über und für sie. Er schloss einen „Pakt mit dem Leser“. 1951 erschien „Es waren Habichte in der Luft“. 1955 der Erzählungsband „So zärtlich war Suleyken“. Überall findet sich eine Auseinandersetzung mit Ostpreußen. Lenz stand der  SPD nahe, unterstützte die Politik Willy Brandts. War persönlich befreundet mit Helmut Schmidt. Siegfried Lenz entwickelte sich zu einer moralischen Instanz. Mit „Deutschstunde“ (1968) gelang ihm der auch internationale Durchbruch. Darin spielte der Maler Max Ludwig Nansen eine Hauptrolle. Geschildert nach Emil Nolde, von dem wir aus späteren Jahren wissen, dass er ein überzeugter Nazi und Rassist war (Lothar Müller, SZ 17.3.26).

5661: Boris Palmer will OB von Tübingen bleiben.

Dienstag, März 17th, 2026

Boris Palmer will Oberbürgermeister von Tübingen bleiben. Das hat er Cem Özdemir mitgeteilt. Davor hatte es Spekulationen darüber gegeben, dass er Minister im neuen Kabinett Özdemir wird. Özdemir hatte im Wahlkampf die Nähe zu Palmer gesucht. Und der hatte mehrfach seine Unterstützung zugesagt. Nach einer Umfrage befürwortet mehr als ein Drittel der Befragten, dass Palmer Minister wird. Umsonst (SZ 17.3.26).

5660: Herfried Münkler über Jürgen Habermas

Montag, März 16th, 2026

Der Politologe  Münkler schreibt:

„Man wird es wohl als tragisch bezeichnen müssen, dass die „entgegenkommenden Verhältnisse“, auf denen der Geltungsanspruch von Habermas Theorie beruht hat, in den letzten Jahren mehr und mehr erodiert sind . und das in dreierlei Hinsicht: der Aufstieg populistischer Bwegungen nicht nur in Deutschland, sondern überall in der freien Welt, widerspricht den fundamentalen Annahmen, die Habermas seiner „Theorie des kommunikativen Handelns“ zugrunde gelegt hat. Nicht der „zwanglose Zwang des besseren Arguments“, sondern das Ressentiment bestimmt das Wahlverhalten eines wachsenden Anteils der Wählerschaft. Ironischerweise hat ausgerechnet der von Habermas stiefmütterlich behandelte Friedrich Nietzsche den Begriff des Ressentiments als Analysekategorie in die deutsche Philosophie eingeführt. Sodann ist inzwischen das von habermas lange favorisierte Projekt einer Demokratisierung Europas zum Mittel der Zerstörung eines handlungsfähigen Europa sgeworden. Will die Europäische Union sich gegenüber Russland, China und den USA behaupten, so muss sie auf Handlungsfähigkeit und nicht auf weitere Demokratisierung setzen. Schließlich kommt noch das Zerbrechen der der wertgestützten und regelbasierten internationalen Ordnung hinzu, in der vernünftige Deliberation kaum noch eine Chance auf Wirkmächtigkeit hat. Habermas dürfte unter diesen Entwicklungen in den letzten jahren sehr gelitten haben.“

Herfried Münkler gehört zu den wenigen, die Habermas richtig einschätzen. Ansonsten wird er überschätzt.

5659: Bischof Bentz bittet um Verzeihung.

Montag, März 16th, 2026

Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat um Verzeihung gebeten für den sexuellen Missbrauch in seinem Erzbistum von von 1941 bis 2002. Eine wissenschaftliche Studie hatte 210 Beschuldigte und 489 Betroffene zutage gefördert. Weit mehr als vorher angenommen. „Es ist mir persönlich wichtig, um Verzeihung zu bitten – im Nemen der Kirche von Paderborn.“ Ihm sei natürlich klar, dass das Ganze nicht ungeschehen gemacht werden könne. Als Folge soll die Priesterausbildung auf den Prüfstand gestellt werden (SZ 14.3.26).

5648: Polens Präsident stoppt EU-Kredite.

Sonntag, März 15th, 2026

Polens Präsident Karol Nawrocki hat per Gesetz Miliardenkredite aus dem EU-Rüctungsprogramm gestoppt. „Die Sicherheit Polens darf nicht von fremden Entscheidungen abhängen“, sagte Nawrocki. Aus dem Safe-Programm waren für Polen 150 Milliarden Euro günstiger Kredite zum Ausbau der Verteidigungsfähigkeit vorgesehen (SZ 14.3.26).

5657: Jürgen Habermas ist tot.

Sonntag, März 15th, 2026

Im Alter von 96 Jahren ist in Starnberg der Philosoph Jürgen Habermas gestorben. Er gehörte der zweiten Generation der „Frankfurter Schuke“ an (1. Generation: Max Horkheimer, Theodor W. Adorno et alii). Habermas war der wichtigste Philosoph in Deutschland nach 1945. Und einer der produktivsten. Zu seinen vielen Publikationen gehören „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (1962) und „Theorie des kommunikativen handelns“ (1981). Habermas spielte in der medienwissenschaft eine wichtige Rolle

5654: Wolfram Weimer sollte zurücktreten.

Mittwoch, März 11th, 2026

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat in seinem ersten Amtsjahr bereits so viel kulturpolitisches Porzellan zerschlagen, wie sich das vorher wohl kaum einer hatte vorstellen können. Die letzten Fälle sind der von Tricia Tuttle auf der Berlinale und der Deutsche Buchhandelspreis. Dabei schaltete Weimer den Verfassungsschutz ein (mit dem Haber-Verfahren) und entzog dann drei Buchahndlungen in Berlin, Bremen und Göttingen die Nominierung. Die Verleihung hat Weimer abgesagt. Er hat das  Paradox nicht begriffen, dass Kunst einerseits frei sein mus und manchmal auch anstößig und dass sie andererseits mit öffentlichen Geldern gefördert gehört. Insofern ging Weimer gegen die Kunst selbst vor. „Indem er das Vertrauen von Kultur und Kunst zerstört hat, hat er sich in die Handlungsunfähigkeit manövriert.“ Er sollte zurücktreten. Wir dürfen unsere Kunst nicht Spießern vom Tegernsee überlassen (Jörg Häntzschel, SZ 11.3.26; Felix Stephan, SZ 11.3.26).