Archive for the ‘Außenpolitik’ Category

4212: Bill Gates will mit künstlicher Intelligenz (KI) Gesundheit verbessern.

Donnerstag, Februar 16th, 2023

Der Microsoft-Gründer Bill Gates will mit künstlicher Intelligenz (KI) Probleme im Bildungs- und Gesundheitssystem lösen. KI könne als Tutor wirken oder Diagnosen liefern. „In afrikanischen Ländern gibt es viele Menschen, die ihr ganzes Leben lang keinen Arzt zu Gesicht bekommen. KI könnte dafür sorgen, dass sie Zugang zu Diagnostik und besserer Beratung bekommen.“ (SZ 16.2.23)

4211: Die Ära Merkel: eine erschreckende Bilanz

Mittwoch, Februar 15th, 2023

Die 16 Jahre der Ära Merkel sind längst nicht abgearbeitet. Trotzdem zeigen sich bei allen guten Ansätzen, die es bei ihr gegeben hat, überwiegend schlechte Ergebnisse. Und viele können sie heute kaum kritisieren, weil sie selbst mitgemacht haben. Bei Merkel wurden die regenerativen Energien nie ernsthaft ausgebaut, die Bundeswehr vergammelte.

Es gibt zu wenige Windräder und Wärmepumpen, zu wenige E-Ladestationen und Dächer mit Fotovoltaik, die Wälder sind krank und die Arten sterben und die Deutsche Bahn ist in einem bejammernswerten Zustand. In der Pflege, in Kitas und Schulen fehlt das Personal. Die Mieten sind im Durchschnitt zu hoch. Es gibt keine rationale Einwanderungspolitik. Und die Bürokratie ist nicht hinreichend digitalisiert. Merkels Russlandpolitik war ein einziges Desaster.

Da hilft wenig die Feststellung, dass es bei Angela Merkel keine Skandale gab.

Die zwei Prozent des Bruttosozialprodukts für Verteidigung waren mit der SPD eventuell wirklich nicht zu machen, aber Frau Merkel hat es uns nicht erklärt (wie Olaf Scholz). Heute hören wir von ihr Beschönigungen.

Angela Merkel hat daran mitgewirkt, dass die globale Dominanz des Westens gefährdet ist. Und die Erzählung, dass es den Kindern einmal besser gehen soll als ihren Eltern, glaubt heute keiner mehr.

Eine erschreckende Bilanz (Bernd Ulrich, Die Zeit 2.2.23).

4208: Ford streicht 2.300 Stellen in Köln und Aachen.

Mittwoch, Februar 15th, 2023

Auf dem Weg zur Elektromobilität streicht Ford in Europa in den nächsten Jahren 4.000 Stellen. 2.300 in der Europazentrale in Köln und im Forschungszentrum Aachen. Der Konzern richte sich auf ein „kleineres, fokussierteres und zunehmend elektrisches Portfolio aus“, sagte Deutschland-Chef Martin Sander (SZ 15.2.23).

Ford kommt mit seinen Ma0nahmen zu spät.

4207: Patrick Bahners analysiert die AfD.

Dienstag, Februar 14th, 2023

Angesichts der vielen, teils dürftigen Analysen der AfD kommt einem die Studie von Patrick Bahners fundiert und bedacht vor:

Die Wiederkehr. Die AfD und der neue deutsche Nationalismus. Stuttgart (Klett-Cotta) 2023, 544 S., 28 Euro.

Bahners ist Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) und liefert auch deswegen wohl einige Erkenntnisse, die nicht überall bekannt sind. Mitbegründer der AfD war sein Redaktionskollege Konrad Adam. Und „Schirmherr“ dieses Projekts war anscheinend Joachim Fest. Mit der Vereinigung Deutschlands empfanden viele Deutsch-Nationale (wohlgemerkt keine Nazis, aber deren Steigbügelhalter) die Chance, Deutschland könne wieder „normal“, nämlich nationalistisch, werden. Eine brandgefährliche Annahme.

Und es war auch nicht so, dass die Hauptbegünder der AfD 2013 wie Bernd Lucke oder Hans-Olaf Henkel harmlose Ökonomen waren. Henkel beispielsweise neigte zu „sozialdarwinistischen Ideen“. Die Ökonomie spielt aber dennoch eine Hauptrolle bei der AfD-Gründung. Denn deren wichtigster Protagonist, Alexander Gauland, ein ehemaliger Christdemokrat, wurde von der Annahme geleitet, ökonomisches Denken verderbe die menschliche Seele. Bahners sieht in Gauland den Protagonisten eines anthropologischen Nationalismus. Dieser geht aber partiell bis in CDU und CSU hinein. So dann, wenn Horst Seehofer die Flüchtlingspolitik als „Herrschaft des Unrechts“ bezeichnet.

Die AfD operiert mit der Fiktion von Redeverboten in Deutschland, dies dürfe man nicht mehr sagen oder das. Für Bahners ist etwa der Chefredakteur der „Welt“, Ulf Poschardt, kein Liberaler, sondern ein virtuoser Nihilist. Und so fort. Die AfD ist also weder ein belangloses, kleines Phänomen, noch weltanschaulich zu unterschätzen. Teile ihrer Ideologie finden wir – leider – auch in anderen politischen Gruppierungen und Parteien. Uns bleibt da nur unser Grundgesetz (Thomas Assheuer, Die Zeit 2.2.23).

4203: EU: Verschärfung der Migrationspolitik

Sonntag, Februar 12th, 2023

Die EU hat beschlossen, „unverzüglich erhebliche Mittel bereitzustellen, um die Mitgliedsstaaten bei der Stärkung der Grenzschutzkapazitäten und -infrastruktur, der Überwachungsmittel einschließlich der Luftüberwachung und der Ausrüstung zu unterstützen“. Kriegen wir also jetzt doch Grenzzäune? In Verbindung mit klaren Regeln, wie diese zu überwinden sind, wäre das gar nicht so schlecht. Österreich fordert seit langem Zäune, die EU hat sie bisher stets abgelehnt. Angesichts der vielen verschiedenen Krisen steigt aber die Zahl der Asylsuchenden. Gleichzeitig braucht Europa die geordnete Zuwanderung von Fachkräften. Dass es handlungsfähig ist, zeigt es bei der Aufnahme von vier Millionen Ukrainern. Dadurch geraten Schulen, Kitas und Wohnungsbau an ihre Grenzen. Nötig ist ein Gesamtkonzept, in dem der Grenzschutz, die Rückführung abgelehnter Asylbewerber und die legale Zuwanderung geregelt sind (Karoline Meta Beisel, SZ 11./12.2.23).

4201: Wahlen in Berlin

Freitag, Februar 10th, 2023

Aus den bekannten Gründen wird in Berlin am Sonntag nochmals gewählt. Dabei kann Berlin machtpolitisch und wirtschaftlich nicht mit New York, London oder Paris mithalten. Aber es hat seine Kultur, seine Clubs und sein Lebensgefühl. Und die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sagt nicht ganz zu Unrecht: „Berlin ist eine Fast-vier-Millionen-Stadt. Wir werden hier immer eine besondere Lage haben, auch an Silvester.“ Der vor gut einem Jahr Jahr gewählte Senat hat weithin gezeigt, dass er sein Handwerk beherrscht. Es steht eine Verwaltungsreform an.

Die Hauptprobleme sind klar: Wohnen und Verkehr. Hier sind die Unterschiede zwischen Senat (SPD, Grüne, Linke) und Opposition besonders groß. Beim Wohnen fördert der Senat Genossenschaften, hat ein Vorkaufsrecht für Bezirke eingerichtet, einen Mietendeckel eingeführt und Pläne zur Enteigung von großen Wohnungsunternehmen vorgelegt. Das Berliner Motto lautet: „Bauen, bauen, bauen.“ Dabei kam der Klimaschutz allerdings bisher zu kurz. Man könnte noch viel mehr tun. London hat eine City-Maut für Autos, in Paris sind weite Teile der Innenstadt für Autos gesperrt. Und wenn in Berlin die Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) ein paar hundert Meter der Friedrichstraße zur Fußgängerzone umwidmet, droht nach Meinung der Opposition der Untergang (Jan Heidtmann, SZ 10.2.23).

4200: Hedwig Richter über Freiheit, Demokratie und ökologische Transformation

Donnerstag, Februar 9th, 2023

Die Historikerin Prof. Dr. Hedwig Richter, geb. 1973, forscht und lehrt an der LMU in München. Ihre Schwerpunkte sind Migration, Demokratie- und Geschlechtergeschichte und demokratisch gestützte Klimakrisenpolitik. Für ihre Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet. In einem Interview mit Jan Feddersen (taz 4.-10.2.23) spricht sie über Freiheit, Demokratie und ökologische Transformation.

taz: Sie plädieren in ihren Texten, in ihren Tweets, auf Kolloquien und öffentlichen Veranstaltungen für Verzicht im Namen der Abwehr des Klimawandels. Ist das nicht besonders unpopulär: Denn wer will schon auf Dinge im eigenen Lebensstil verzichten?

Richter: Zum einen: Es geht doch um unsere Freiheit. Wer nichts tut, wird Freiheit sehenden Auges massiv einschränken. Und dann braucht es für die ökologische Transformation alles – neue Technologien, Anreize durch Preise, aber eben auch Verzicht. Demokratie heißt für mich nicht die Abwesenheit von Zumutungen, im Gegenteil. Die Gewählten sind verpflichtet, wenn nötig, die notwendigen Veränderungen zuzumuten. Wenn etwa eine Flut ansteht, muss Politik evakuieren, auch wenn die Menschen das nicht mögen. Um die Freiheit präventiv zu schützen, muss die Demokratie eine funktionierende Armee haben, damit sie sich gegen die Putins dieser Welt schützen kann. Und so weiter. Demokratische Politik muss im Anthropozän die Lage zur Kenntnis nehmen und für den Schutz und die Freiheit der Menschen sorgen. Übrigens auch die Freiheit der kommenden Generationen, wie das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat.

 

4199: Rekordgewinne für Ölkonzerne

Donnerstag, Februar 9th, 2023

Der hohe Preis für Rohöl hat den großen Ölkonzernen Rekordgewinne beschert. Exxon, Chevron, Shell, BP und Total haben zusammen im vergangenen Jahr fast 195 Milliarden Dollar verdient. Viele Firmen brauchen wieder mehr Öl für die Produktion. Außerdem wurde weniger Geld in neue Ölquellen gesteckt. Nutznießer sind die Aktionäre. Sie profitieren von Dividenden und Aktienrückkäufen. 101 Milliarden Dollar sind 2022 an die Aktionäre geflossen. Durch den hohen Ölpreis ist Sprit teuer. Fossile Brennstoffe sind in der Energiekrise wieder wichtiger geworden (BBR, SZ 9.2.23).

4196: Flüchtlingsgipfel im Februar

Dienstag, Februar 7th, 2023

Gemeinden und Landkreise klagen zunehmend über einen hohen Migrationsdruck. Nicht zuletzt durch den russischen Vernichtungskrieg in der Ukraine. Deswegen hat Innenministerin Nancy Faeser (SPD) noch für Februar einen Flüchtlingsgipfel einberufen. Beteiligt werden die Länder, die kommunalen Spitzenverbände und die Bauministerin Klara Geywitz (SPD). Der letzte Flüchtlingsgipfel hatte im Oktober stattgefunden. Da hatte der Bund zusätzliche Bundesimmobilien zur Verfügung gestellt. Im November wurden dann weitere Zahlungen an die Länder beschlossen. Offensichtlich reicht das nicht. Mittlerweile sind 1,05 Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland gekommen. Dazu im Jahr 2022 244.000 Asylbewerber. Der Präsident des Deutschen Landkreistages hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, selbst den Flüchtlingsgipfel einzuberufen (SZ 7.2.23).

4193: EKD-Ratsvorsitzende befürchtet Eskalation des Kriegs.

Montag, Februar 6th, 2023

Die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus befürchtet bei der Lieferung von Leopard 2-Kampfpanzern an die Ukraine durch Deutschland eine Eskalation des Kriegs. „Wir haben immer betont: Die Verteidigung muss Ziel der Waffenlieferungen sein, Angriffswaffen stellen das infrage.“ Ihr werde „zunehmend unheimlich“. Grundsätzlich stellt sich die Vorsitzende jedoch hinter die Unterstützung der Ukraine durch die Lieferung von Waffen. „Die evangelische Kirche unterstützt alles, was dem Frieden dient und Leben schützt. Wir stehen an der Seite der Angegriffenen.“ Frau Kuschus wies hin auf die Aufnahme von Flüchtlingen durch Deutschland (SZ 6.2.23).