1969 erschien sein „Macht und Herrschaft in der Bundesrepublik“ und wurde das zentrale Werk der 68er-Zeit. Urs Jaeggi explizierte Begriffe wie „Herrschaft“, „bürgerliche Demokratie“, „links“ und „konservativ“. Das saß. Er prägte die Wahrnehmung einer ganzen Generation. Zu seinen Schülern zählte Rudi Dutschke. Später wurde er ein erfolgreicher Erzähler, der 1981 sogar den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann. Noch später wechselte er zur bildenden Kunst. Nun ist Urs Jaeggi im Alter von 89 Jahren gestorben (Gustav Seibt, SZ 16.2.21).
Archive for the ‘Wissenschaft’ Category
3273: Urs Jaeggi gestorben
Dienstag, Februar 16th, 20213272: Die republikanische Partei ist nicht mehr zu retten.
Montag, Februar 15th, 2021Hubert Wetzel (SZ 15.2.21) schreibt:
„Hat Donald Trump den Mob aufgehetzt, der am 6. Januar das Kapitol gestürmt hat? Ja. Haben die Demokraten das bewiesen? Ja. Hätte Trump wegen ‚Anstiftung zum Aufstand‘ verurteilt werden müssen? Ja. Aber er wurde nicht verurteilt – weil zu viele Republikaner das aus politischen Gründen, aus Angst oder Opportunismus nicht wollten.“
„Man kann aus dem Prozess drei Lehren ziehen. Erstens: Die republikanische Partei lässt sich nicht mehr retten. Da, wo früher Ehre, Integrität, Prinzipien oder auch nur Überlebensinstinkt waren, ist heute nur noch Trump, Trump, Trump.“
„Zweitens: Die Zeit, in der ein Impeachment das äußerste Mittel des Parlaments war, um einen gefährlichen Präsidenten loszuwerden, ist vorbei. Man sollte sich nach zwei Trump-Impeachments binnen dreizehn Monaten nicht wundern, wenn Amtsenthebungsverfahren künftig zur normalen Waffe des politischen Grabenkriegs in Washington werden.“
„Und drittens: Gegen böse politische Geister wie Donald Trump gibt es in einer Demokratie nur eine Abhilfe – Wahlen. Es ist Aufgabe der republikanischen Wähler zu verhindern, dass Trump je wieder ihr Präsidentschaftskandidat wird. Und es ist, wenn die Republikaner dabei wieder versagen, Aufgabe der amerikanischen Wähler zu verhindern, dass Trump noch einmal Präsident wird.“
3271: In der Pandemie verlagert sich die Kriminalität.
Sonntag, Februar 14th, 2021In der Pandemie verringert sich die Kriminalität, weil die Menschen mehr zu Hause sind und die Polizei mehr in der Öffentlichkeit agiert. Es gibt „verringerte Tatgelegenheiten“. Die Aussagen hier gründen sich auf die 2020 vom Bundesinnenministerium (BMI), dem Bundeskriminalamt (BKA) und den Landeskriminalämtern publizierten Daten. Bei den Wohnungseinbrüchen gab es bereits von 2015 bis 2019 einen Rückgang bis auf 87.145 Fälle. Die Kriminalität verschiebt sich hin zu Büro-, Arbeits-, Lager- und Verkaufsräumen. In der Zeit des ersten Lockdowns 2020 verringerte sich die Zahl der Delikte insgesamt um 18 Prozent. Die Zahl der Autodiebstähle ging signifikant zurück, stieg aber mit den Lockerungen im Sommer wieder an. Autodiebstähle werden vorzugsweise von professionellen Banden („reisenden Tätern“) begangen, die an einem Ort zuschlagen und dann blitzschnell wieder verschwinden.
Demgegenüber ist die Cyberkriminalität gestiegen. Etwa in Verbindung mit Erpresserschreiben. Im Darknet wird eine große Bandbreite von Waren und Tutorials mit Coronabezug angeboten. Die Zahl der Betrugsseiten hat sich erhöht. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, sagt: „Natürlich sehen wir in vielen Bereichen zurückgehende Fallzahlen. Aber wir müssen von wachsender Kriminalität in Bereichen ausgehen, die überwiegend im Dunkeln liegen und die wir deshalb in der Statistik nicht sehen. Dazu gehören zum Beispiel häusliche Gewalt und Geldwäsche.“ (Nikolaus Doll und Martin Lutz, Die Welt 30.1.21)
3270: Die Hohenzollern sollten auf ihre Entschädigungsforderungen verzichten.
Samstag, Februar 13th, 2021Entschädigt werden für Verluste aus der Zeit des Nationalsozialismus und danach kann nur, wer den Nazis nicht Vorschub geleistet hat. Das ist bei den Hohenzollern aber nicht der Fall. Ihr „Chef“ am Ende der Weimarer Republik und am Anfang der Nazizeit war Wilhelm Prinz von Preußen (gestorben 1951). Er ist vielfach in NS-Uniform fotografiert worden und im Jahr 1933 bei Treffen mit Hermann Göring und Magda und Joseph Goebbels abgelichtet. Er marschierte neben Heinrich Himmler (SS) und Ernst Röhm (SA) und er verstand sich blendend mit den Nazis. „Der Prinz war das verbindende Glied zwischen Nazis und Rechtskonservativen.“ (Heribert Prantl, SZ 13./14.2.21) Er warb beim Adel, in der nationalen und internationalen Presse für die Hitler-Regierung.
Der Historiker Stephan Malinowski (Universität Edinburgh) führte bei einer Anhörung der Grünen im Bundestag aus, Wilhelm Prinz von Preußen habe zwischen 1931 und 1934 Millionen Menschen beeinflusst. Die Historikerin Karina Urbach (Universität Princeton) fügte hinzu: „Wenn jemand wie Wilhelm dem Nationalsozialismus nicht Vorschub geleistet hat – wer denn dann?“ Der Historiker Christopher Clark, der ursprünglich für die Hohenzollern gegutachtet hatte, hat sich und sein Urteil revidiert. „Sich angesichts der Historie als Opfer zu gebärden, wie es die Hohenzollern heute tun, ist unanständig. Sie verlangen die Rückgabe von tausenden Kunstschätzen aus den Museen; sie fordern Millionen an Entschädigungszahlungen für ihre Enteigung in Ostdeutschland durch die sowjetische Besatzungsmacht nach 1945.“ „Diese Wahrheit ergibt sich aus allgemein zugänglichen Quellen, aus Staatsarchiven, Wochenschauen und einer umfangreichen wissenschaftlichen Literatur.“ (Heribert Prantl, SZ 13./14.2.21)
Übrigens gibt es die Rechtskonservativen auch heute noch. Legitimerweise. In der Union und bei der AfD. Sie waren 1933 keine Nazis, sie waren deren Steigbügelhalter.
3267: Wahrscheinlich bleibt Russland noch lange politisch rückständig.
Mittwoch, Februar 10th, 2021Es geht um russische Politik.
Nicht um russische Literatur, Kunst oder Musik.
Und die russische Politik ist seit den Zeiten des Zaren gekennzeichnet durch Terror und Mord. Das hat der Kommunismus in seiner Hochphase (Stalinismus, 1929-1956) einfach übernommen. Sibirien heißt das Schlüsselwort. Reste davon haben sich bis heute gehalten. Deren eindrucksvollster Vertreter ist der so gut deutsch sprechende Wladimir Putin. Ein Autokrat alter Schule, der sich bereichert wie andere Oligarchen auch. Er kommt aus dem Geheimdienst. Und hat sich in den letzten zwanzig Jahren die Aura der Unbesiegbarkeit zugelegt. Seine Herrschaft ist durch „Volksabstimmung“ im Grunde lebenslänglich gesichert.
Das wird jetzt durch den Fall Alexej Nawalny, den Putin vergiften wollte, ein bisschen angekratzt. Vermutlich aber nicht auf Dauer. Zwar hat die Bevölkerung Russlands in den letzten Jahren zehn Prozent ihres Einkommens verloren. Warum aber sollte das die Oligarchen stören, die sich unter Putins Ägide systematisch bereichern. Eine Hand wäscht die andere. So ging das in Russland schon immer. Ein Trauerspiel. Auf Nord Stream 2 kommt es dabei gar nicht mehr an.
3266: WHO: Coronavirus Sars-Cov-2 stammt von Fledermäusen.
Mittwoch, Februar 10th, 2021Das Coronavirus Sars-Cov-2 stammt laut WHO ursprünglich von Fledermäusen. Einen Laborunfall hält die WHO für „extrem unwahrscheinlich“. In Wuhan, wo die Pandemie im Dezember 2019 ausgebrochen war, gab es aber wenig greifbare Ergebnisse. Wie das Virus auf Menschen übergegangen ist, bleibt bisher unklar (SZ 10.2.21).
3265: „Jeckes Museum“ muss einpacken.
Dienstag, Februar 9th, 2021In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Palästina für 80.000 Juden aus Deutschland Zufluchts- und Rettungsort. Es gab dort die Frage: „Kommst du aus Zionismus oder kommst du aus Deutschland?“ Die aus Deutschland Zugewanderten erwarben sich ihren Ruf als „Jeckes“, also diejenigen, die auch bei der Feldarbeit die Jacketts anbehielten. Eine andere Interpretation sieht in den „Jeckes“ „einen Juden, der schwer von Begriff“ ist. Ursprünglich war Jeckes eher ein Schimpfwort, heute wohl ein Kompliment. „Die Jeckes waren alle sehr stolz auf ihr deutsches Kulturerbe, die konnten immer Goethe auswendig zitieren“, sagt Ruthi Ofek, die Direktorin des „Museums der deutschsprachigen Juden“ („Jeckes-Museum“) in Tefen (Obergaliläa). Ihr hört man ihren salzburgischen Akzent heute noch an.
Ich war selbst 1971 sechs Wochen in Israel und war äußerst angetan von den Jeckes. Sie verbüfften uns damals junge Leute aus Deutschland dadurch, dass sie Deutschland viel besser fanden als wir 68er. Und sie kannten sich in der deutschen Geschichte, der deutschen Literatur und in der Musik aus Deutschland viel besser aus als die meisten von uns. Eine tragische Konstellation, die vom „Frohsinn“ der Jeckes überspielt wurde. Der Holocaust kam auch vor. Meistens trafen wir uns in Museen oder Bibliotheken und lernten etwas über Johann Wolfgang Goethe, Heinrich Heine, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Karl Marx, Theodor Herzl, Martin Buber. Viele unserer Gesprächspartner waren Mediziner, Juristen, Wissenschaftler, Ökonomen, Musiker. Es war wunderbar.
Das „Museum der deutschsprachigen Juden“ wurde 1968 gegründet. In Naharija im Norden Israels, in einer ohnehin sehr von Jeckes geprägten Gegend. Seit 30 Jahren ist Ruthi Ofek die Direktorin. Die Familie des 1926 im badischen Kippenheim geborenen Industriellen, Stef Wertheimer, hat das Museum über die Jahrzehnte finanziert. Sie will nun mehr die Archivarbeit ermöglichen. Das könnte das Ende des Museums bedeuten. Dann müsste es einpacken. An der Universität Haifa gibt es bereits einen Rettungsplan. Der Professor für Geschichte und Direktor des Zentrums für deutsche und europäische Geschichte, Stefan Ihrig, will das Museum an die Universität Haifa übernehmen. Hoffentlich reichen die Finanzen. Der deutsche Bundesaußenminister, Heiko Maas (SPD), sagt: „Die Jeckes in Israel sind für mich Geschichte und Zukunft zugleich.“ (Peter Münch, SZ 5.2.21)
3264: Millionenklage gegen die SZ gescheitert
Montag, Februar 8th, 20211. Am 25. Juni 2013 hatte die SZ in dem Artikel „Wetten auf den Absturz“ über das Solarunternehmen „Solar Millennium“ von Johannes Kuhn berichtet, dem der Absturz drohe und in dem es den Verdacht auf Insiderhandel gebe.
2. Der kurz darauf erfolgende Untergang der Firma kostete 30.000 Anleger ca. 100 Millionen Euro.
3. In einem von Kuhn angestrengten Unterlassungsverfahren gab die SZ zunächst nach, um ihren Informanten zu schützen.
4. Jahre später klagte Kuhn vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth auf Schadensersatz. Die SZ und zwei ihrer Redakteure sollten 78 Millionen Euro zahlen. Das hätte den Verlag in die Knie zwingen können.
5. Kuhn behauptete den Zusammenhang zwischen dem SZ-Artikel und einem anderen, geplatzten Geschäft in Indien.
6. Ein Geschäftspartner Kuhns bezog sich auf einen Artikel des Zürcher „Tages-Anzeigers“, der den Ursprungsartikel der SZ erheblich verändert hatte. Im Oktober 2018 wies das Landgericht Nürnberg-Fürth die Klage Johannes Kuhns ab. Der ging in Berufung.
7. Das OLG Nürnberg empfahl Kuhn, seine Berufung zurückzunehmen, was dieser ablehnte. Daraufhin wies das OLG Kuhns Berufung ab.
8. Die Entscheidung des OLG Nürnberg macht klar, an was sich Journalisten im Fall von „Verdachtsberichterstattung“ halten müssen.
9. Bei einem Streitwert von 78 Millionen Euro muss der unterlegene Unternehmer 1,5 Millionen Euro an Gerichts- und Anwaltskosten zahlen.
10. Wenn Zeitungen oder Zeitschriften aus Kostengründen vor einer Verdachtsberichterstattung zurückschrecken, könnte das zu einem „verfassungsrechtlich relevanten Einschnürungseffekt“ führen und die Pressefreiheit einengen.
11. Das OLG Nürnberg nannte fünf Kriterien als Voraussetzung für Verdachtsberichterstattung:
„Journalisten müssen sorgfältig recherchieren, ob der Vorwurf zutreffen kann. Dafür müssen sie tragfähige Hinweise haben. Es muss sich um einen Vorgang von ‚gravierendem Gewicht‘ handeln. Die Darstellung darf den Betroffenen nicht vorverurteilen und den Eindruck erwecken, er sei bereits überführt. Zudem muss der Betroffene vor Veröffentlichung die Gelegenheit zur Stellungnahme haben.“ Diese Kriterien habe die SZ eingehalten (Annette Ramelsberger, SZ 5.2.21).
3263: Die Medien-Intellektuellen in der Bundesrepublik
Sonntag, Februar 7th, 2021Der kürzlich gestorbene Historiker Axel Schildt hat zum Ende seines Lebens ein dickes Buch vorgelegt:
Medien-Intellektuelle in der Bundesrepublik. Göttingen (Wallstein) 2020, 896 Seiten.
Die meisten von uns werden es wohl nicht lesen. Schildt ist es aber gelungen, ein farbiges Bild deutscher Intellektueller zu zeichnen. Er hat sich anscheinend schon sehr lange mit dem Thema beschäftigt. Er zeigt u.a., welch großen Einfluss (ökonomisch und publizistisch) der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf die westdeutschen Intellektuellen gehabt hat. Kennzeichnend war zudem der lange und stetige Zustrom von DDR-Intellektuellen bis 1961. Eine große Rolle haben auch nach allen Seiten offene Verleger wie Ernst Rowohlt (1887-1960) gespielt. Es ist hier nicht möglich, auch nur annähernd alle Facetten des Buches darzustellen. Ich möchte mich deswegen darauf beschränken, einige wichtig Gruppen zu benennen.
Am Anfang der Bundesrepublik hatten die, gelinde gesagt, Erzkonservativen noch einen großen Einfluss: Ernst Jünger („Der Kampf als inneres Erlebnis“ 1922), Martin Heidegger („Sein und Zeit“ 1926), Carl Schmitt („Der Begriff des Politischen“ 1927). Sie fanden Nachfolger in den fünfziger Jahren: Arnold Gehlen („Die Seele im technischen Zeitalter“ 1957), Helmut Schelsky („Die skeptische Generation“ 1957).
Erst in den sechziger Jahren kriegten Vertreter der linken „kritischen Theorie“ Gehör: Siegfried Kracauer („Von Caligari zu Hitler“ 1946), Theodor W. Adorno („Dialektik der Aufklärung“, gemeinsam mit Max Horkheimer, 1947), Jürgen Habermas („Strukturwandel der Öffentlichkeit“ 1962). Es meldeten sich die schon aus den zwanziger Jahren bekannten Vertreter der „konservativen Revolution“ zurück: Hans Zehrer („Der Mensch in dieser Welt“ 1948), Friedrich Sieburg („Die Lust am Untergang“ 1954), Paul Sethe („Zwischen Bonn und Moskau“ 1956).
Treibende Kräfte in der sehr vielfältigen „Gruppe 47“ meldeten sich zu Wort: Alfred Andersch („Sansibar oder der letzte Grund“ 1957), Hans Magnus Enzensberger („Einzelheiten“ 1962), Martin Walser („Ein fliehendes Pferd“ 1978). Es kamen nur wenige Frauen vor: Margret Boveri („Der Verrat im 20. Jahrhundert“ 4 Bde. 1956-1960), Marion Gräfin Dönhoff („Namen, die keiner mehr nennt“ 1963), Hannah Arendt („Eichmann in Jerusalem“ 1963).
Ein beeindruckendes Panorama!
3262: Von Schneider zu Schwerte
Sonntag, Februar 7th, 2021In der „taz“ vom 27. Januar 2021 rezensiert Bernd Müllender die Doktorarbeit von Angelina Pils aus Hildesheim. Sie beschäftigt sich mit dem ehemaligen SS-Wissenschaftler Hans-Ernst Schneider, der beteiligt war an der Schein-Forschung von Heinrich Himmlers „Ahnenerbe“. Dort kam es zu Menschenversuchen und Morden in Dachau. 1945 wechselte Schneider seine Identität zu „Hans Schwerte“ aus Hildesheim. Seine Frau Annemarie ließ Schneider für tot erklären. 1947 heiratete Schwerte seine Schein-Witwe wieder, adoptierte seine leibliche Tochter und startete eine neue wissenschaftliche Karriere als Germanist.
In Salzburg arbeitete er als Honorarprofessor. 1965 gelangte er nach Aaachen an die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH). Inzwischen gebärdete er sich als Faust-Forscher und linksliberal und machte Karriere. Er war bei den Studenten sehr beliebt. Von 1970 bis 1973 war er Rektor. Aber die Gerüchte über seine SS-Vergangenheit verdichteten sich. 1995 flog die Doppelidentität auf. Der Professorentitel wurde aberkannt, Beamtenbezüge und Pension zurückgefordert. Das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse musste er zurückgeben. Eine schwierige Zeit begann. Angelina Pils hat Schneiders Tagebucheintragungen von 1942 bis 1999 ausgewertet. Darin gebe es „keine Einträge reflektierter Reue. Er hat die NS-Zeit einfach abgetrennt.“ Damit war er wohl kein Einzelfall. 1999 starb Schneider in einem bayerischen Seniorenheim.
Bernd Müllender hat die Doktorarbeit von Angelina Pils fachmännisch rezensiert und wissenschaftlich seriös eingeordnet.
Aber ich frage mich, warum bei ihm nicht Claus Leggewies Buch „Von Schneider zu Schwerte“. München – Wien. 1998, 363 Seiten, genannt wird, das bei mir seit 1998 in der Bibliothek steht. „taz“, pass auf!