Archive for the ‘Wirtschafts- und Finanzpolitik’ Category

2202: Rot-Rot-Grün: die neue Koalition ?

Sonntag, November 18th, 2018

Die Grünen wollen Hartz-IV hinter sich lassen, die SPD auch. Die Linke sowieso. Damit sind sie natürlich Konkurrenten bei den gleichen Wählern. Vor allem aber zeichnet sich hier eine von vielen herbeigesehnte neue Koalition ab, die den Bundeskanzler stellen möchte.

Als vor 15 Jahren Rot-Grün die Reform des Arbeitsmarkts schaffte mit der Agenda 20/10, war nicht abzusehen, dass SPD und Grüne sich nie wirklich zu diesem Erfolg bekennen würden. Heute lobt nur die Union dieses Projekt. Auch wenn sie über die Regeln nachdenkt, die Hartz IV-Beziehern nur einen geringen Zuverdienst erlauben. Seinerzeit gab es fünf Millionen Arbeitslose, heute herrscht auf vielen Jobcenter-Fluren gähnende Leere. Unser Problem sind die Aufstocker, die trotz Arbeit Leistungen beziehen müssen. Hauptkientel: alleinerziehende Mütter (Frank Pergande, FAS 18.11.18).

Sind die Kosten klar? Robert Habeck (Grüne) spricht von 30 Milliarden Euro pro Jahr. Ja, werden die Grünen dafür dann noch gewählt?

2199: „Wohnen ist ein Menschenrecht.“

Donnerstag, November 15th, 2018

Heribert Prantl schreibt in der SZ (15.11.18):

„Immer mehr Menschen mit wenig Einkommen konkurrieren um immer weniger bezahlbare Wohnungen. Der Bundesgerichtshof hat jetzt ein soziales Fiasko abgewendet: Viele Kommunen hatten, von Geldnot und neoliberalem Zeitgeist getrieben, in den Nullerjahren hunderttausende Wohnungen an private Investoren verkauft. Privatisierung war das gefährlich falsche Zauberwort. Die Investoren wollten und wollen mehr Geld sehen – und daher die Altmieter loswerden.

Die Justiz hat den Privatisierungswahnsinn nicht abwenden können. Sie konnte aber jetzt die bittersten Folgen verhindern. Sie konnte verhindern, dass Investoren auf dem Rücken von Altmietern (etwa von früheren Bergleuten, die ein lebenslanges Wohnrecht hatten) ihren Reibach machen. Die Richter urteilten: Die Schutzklauseln für die Mieter, Sozialcharta genannt, die Kommunen in die Verkaufsverträge geschrieben haben, gelten; die Mieter können sich unmittelbar auf diese Klauseln berufen und Kündigungen damit abwehren. Gut so. Alles andere wäre ein Verbechen am Sozialstaat gewesen.

In den vergangenen dreißig Jahren hat sich der Bestand an Sozialwohnungen von gut vier Millionen auf weniger als 1,5 Millionen verringert. Geblieben sind die Menschen, die solche Wohnungen brauchen. Um sie sollten sich nicht nur die Gerichte kümmern.“

2197: Eichel für europäische Digitalsteuer

Dienstag, November 13th, 2018

Der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) fordert eine europäische Digitalsteuer. Und zwar schnell. Es könne nicht angehen, dass große US-Internetkonzerne in Deutschland kaum Steuern zahlten. Er stellt sich hinter die Parteivorsitzende Andrea Nahles, die im Sommer ein „Daten-für-alle“-Gesetz verlangt hatte. Darin sollen Firmen wie Facebook und Google verpflichtet werden, einen anonymisierten und repräsentativen Teil ihrer Daten offenzulegen, sobald sie einen bestimmten Marktanteil überschreiten. Diese Daten sollen dann auch andere Unternehmen nutzen können (FEWI, SZ 13.11.18).

2196: Malthus zu den Mieten

Dienstag, November 13th, 2018

Der englische Pfarrer Thomas Robert Malthus (1766-1834) ist ein Klassiker der Nationalökonomie. Das liegt an seinem 1798 erschienen „Essay on the Principles of Population“, in dem er vor Überbevölkerung warnt. Die Menschen vermehrten sich in geometrischen Wachstumsraten (also wie 1, 2, 4, 8, 16), während die Produktion von Lebensmitteln nur linear wachse (1, 2, 3, 4, 5). In der Volkswirtschaftslehre genießt Malthus nur ein geringes Ansehen. Denn seine düsteren Vorhersagen sind nie eingetreten, weil der Kapitalismus produktiver war als Malthus angenommen hatte. Allerdings stößt er seit langem an seine ökologischen Grenzen, was wir an vergifteten Lebensmitteln erkennen.

Nun schlägt Nikolaus Piper in der SZ (9.11.18) vor, Malthus Thesen auf den Wohnungsmarkt anzuwenden. Dort treibt das Immobilienkapital (einschließlich des gesamten Maklerwesens) die Mieten und Immobilienpreise in die Höhe. Teilweise in einer sehr hohen Geschwindigkeit. Grund und Boden lassen sich nicht vermehren, deswegen kann es hier keinen Produktivitätsfortschritt geben. In Deutschland sind die steigenden Mieten das größte Armutsrisiko.

Die Immobilienpreise steigen weltweit. Im Euro-Raum sind sie seit 1991 real um 25,8 Prozent gestiegen, in den USA um 51,3 Prozent, in Neuseeland gar um 255,7 Prozent. Da war die Entwicklung in Deutschland mit 2,9 Prozent noch moderat. In Deutschland leben heute auch nur 3,5 Prozent mehr Menschen als 1991. Aber die Verteilung im Raum ändert sich rapide. Es hat die große Binnenwanderung von Ost nach West, von den neuen in die alten Bundesländer stattgefunden. Die Bevölkerung von Sachsen-Anhalt ist seit 1991 um 21,9 Prozent geschrumpft. Die von Baden-Württemberg um 11,3 Prozent gestiegen, in Bayern um 12,8 Prozent. Die Bevölkerung Münchens ist in einem Jahrzehnt um 16 Prozent gestiegen, von Frankfurt um 15, in Berlin um 11 Prozent.

Weil sich der Lebensstil vor allem junger Leute ändert, gibt es mehr Single-Haushalte als früher, die entsprechend mehr Platz brauchen. Der durchschnittliche Wohnraum pro Person ist von 41,2 (2005) auf 46.5 Quadratmeter gestiegen. Das schlägt sich in den Mieten nieder. In den sieben größten Städten Deutschlands sind die Mieten allein seit 2010 um

42 Prozent gestiegen.

Anders als zu Malthus Zeiten ist der knappe Faktor dabei nicht die landwirtschaftliche Anbaufläche, sondern der städtische Baugrund. Gelindert werden kann diese Knappheit durch Verdichtung, Bebauung der Freiflächen oder Ausdehnung des Speckgürtels. Dem sind aber Grenzen gesetzt, wenn man den Flächenfraß bekämpfen will. Die fünf Weisen haben in ihrem Jahresgutachten dazu Vorschläge gemacht, sie haben aber auch kein Patentrezept. Hauptursache der Mieten- und Immobilienpreis-Explosion sind laut Nikolaus Piper die genannten demografischen Veränderungen. Aber auch die Niedrigzinspolitik und die Spekulation tragen dazu bei.

 

2190: Ministerin Schulze (SPD) will weniger Glyphosat.

Mittwoch, November 7th, 2018

Bauern, die umstrittene Pestizide wie Glyphosat weiter nutzen wollen, sollen künftig mehr für den Naturschutz tun. Das will das Umweltbundesamt, das dem Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz untersteht, erreichen. So müsste jeder Landwirt, der ab 2020 noch mit Glyphsat arbeitet, zum Ausgleich andere Teile seiner Flächen ganz ohne Pestizide bearbeiten. „Wir müssen die Ausgleichsflächen ausweiten“, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Nach 2023 müsse endgültig Schluss sein mit Glyphosat.

So sollen die Folgen der Pestizide zumindestens gelindert werden. Sie gelten als eine Ursache des Insektensterbens. Mit dem „Unkraut“ vernichten sie häufig auch Lebensräume für Tiere. Schon in der alten großen Koalition herrschte ein erbitterter Streit über die erneute Zulassung von Glyphosat in der EU. Der damalige Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sorgte damals mit einem Alleingang für eine Mehrheit in Brüssel.

Für die Wiederzulassung von Glypgosat ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zuständig, das dem Landwirtschaftsministerium unter Julia Klöckner (CDU) untersteht. Für diese Zulassung braucht das BVL das Einvernehmen des Umweltbundesamtes, das Svenja Schulze (SPD) untersteht. Ministerin Klöckner zeigt sich reserviert. Das Thema könnte die Koalition erneut spalten.

Der Bayer-Konzern, der Glyphosat produziert (übernommen von Monsanto), kritisiert, die Debatte sei „von politischen Interessen statt von fundierten wissenschaftlichgen Erkenntnissen geprägt“. Glyphosat sichere Ernten. Insofern kann es über die Interessenlagen, die bei dem Thema bestehen, keinen Zweifel geben (Michael Bauchmüller/Markus Balser, SZ 7.11.18).

2189: Streit über Pränataldiagnostik

Montag, November 5th, 2018

Eine fraktionsübergreifende Abgeordnetengruppe im Deutschen Bundestag spricht sich gegen die Kostenübernahme von Trisomie-Bluttests aus. Gegenwärtig tragen die Krankenkassen für Frauen ab 35 Jahren oder, wenn der Verdacht auf einen Gendefekt besteht, die Kosten einer Fruchtwasseruntersuchung. Mit dem seit 2012 zugelassenen „nichtinvasiven Pränataltest“ auf Trisomie 21 soll das Risiko von Fehlgeburten gesenkt werden.

Unterstützung erhält die fraktionsübergreifende Abgeordnetengruppe von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Diese lehnt ebenfalls die Aufnahme des Tests in den Leistungskatalog der Krankenkassen ab. Sie spricht ebenso wie viele Behindertenverbände von „erheblichen ethischen Bedenken“ und befürchtet einen weiteren Einzug eugenischen Denkens in die Gesellschaft.

Ganz anders der Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel (CDU). Er forderte die Krankenkasen auf, die Kosten für derartige Bluttests zu übernehmen, mit denen Schwangere herausfinden können, ob ihr Kind an Trisomie 21 leidet. Rüddel sagte, es gehe nicht an, dass die Krankenkassen bei einer Risikoschwangerschaft eine Fruchtwasseruntersuchung bezahlten, aber nicht den weniger gefährlichen Bluttest. „Wenn es in dieser Debatte eine ethische Frage gibt, dann diese, ob es zu rechtfertigen ist, finanziell schlechter gestellten Schwangeren ein größeres Risiko für eine Fehlgeburt zuzumuten als anderen Frauen. Ich meine nein.“ Für den privat zu bezahlenden Bluttest berechnen Gynäkologen 200 bis 400 Euro, er wird jedoch auch im Internet angeboten.

Die EKD legte ein Papier vor, das ebenso wie Rüddel für eine Kostenübernahme des Tests eintritt. Zusätzlich fordert die EKD eine kassenfinanzierte und umfassende Aufklärung über die Pränataldiagnostik (FAZ 3.11.18).

2183: Trittin zu flügelübergreifenden Koalitionen

Samstag, November 3rd, 2018

Ex-Bundesminister Jürgen Trittin (Grüne), ein Ex-Kommunist (KBW), gilt in seiner Partei als Linker und zugleich als pragmatischer Stratege. Er wurde von Ansgar Graw zur Lage der CDU befragt (Welt 3.11.18):

Welt: Die Grünen hätten lieber einen CDU-Vorsitzenden Jens Spahn? Oder Annegret Kramp-Karrenbauer?

Trittin: Das muss die CDU für sich entscheiden, nicht wir Grüne. Doch Herr Merz, Herr Spahn und Frau Kramp-Karrenbauer haben dasselbe Dilemma wie auch schon Frau Merkel, nämlich, dass in Deutschland eine Koalition unter Demokraten nur möglich ist, wenn sie lagerübergreifend ist. Allerdings gibt es in der CDU derzeit verschiedene Ideen, wie man diesem Dilemma entkommen könnte.

Welt: Nämlich?

Trittin: Man kann rufen: ‚Vorwärts in die 80er Jahre, folgt mir alle nach, ihr Marktradikalen“, das wäre so das Konzept von Merz. Oder: ‚Ich blinke weiter nach rechts in der Flüchtlingsfrage“, wie Jens Spahn es tut. Oder: ‚Ich bin zwar pragmatisch in der Sache, aber in lebensrechtlichen Fragen bin ich stockkonservativ“, das ist der Ansatz von Annegret Kramp-Karrenbauer. Aber das Dilemma des Zwangs zu lagerübergreifenden Koalitionen bleibt, und darum gibt es in der Union an einem wachsenden Rand Überlegungen, es aufzulösen, indem man den österreichischen Weg geht.

Welt: Der österreichische Weg?

Trittin: Den österreichischen Weg ist die konservative ÖVP gegangen, indem sie sich nach Jahrzehnten in der großen Koalition von dem Dogma gelöst hat, nicht mit der FPÖ zu koalieren. Stattdessen hat sie die Partei, an deren demokratischer Verfasstheit in vielerlei Hinsicht Zweifel angebracht sind, an die Macht gebracht und mit Schlüsselministerien ausgestattet. …

Welt: In Bayern und in Hessen haben die Grünen deutlich zugelegt. Aber das jeweilige Lager Mitte-links und links der Mitte , bestehend aus Grünen, SPD und Linkspartei, ist nicht gewachsen, die Mehrheit blieb Mitte-rechts und rechts der Mitte.

Trittin: Zutreffend. In Hessen ist das Lager rechts der Mitte von 2013 bis 2018 von 51 auf 52 Prozent stabil geblieben. In Bayern hat sich eine Zweidrittelmehrheit rechts der Mitte zu einer 70-zu-30-Mehrheit vergrößert. Ich habe mich nicht unbedingt beliebt gemacht in meiner Partei, als ich diese Zahlen ausgesprochen habe in der allgemeinen Freude. Aber gerade weil das so ist, habe ich ja betont, dass dieses Dilemma, dass dieser Zwang zu flügelübergreifenden Koalitionen für alle Parteien gilt, auch für uns.

Welt: Rechnen Sie damit, dass Merkel Kanzlerin bleibt bis 2021?

Trittin: Ich halte das für eher unwahrscheinlich. Ich glaube, dass die Widersprüche zwischen der SPD und der künftigen CDU wachsen werden, und das wird zum Ruf nach Neuwahlen führen. Dass diese Wahlperiode tatsächlich bis 2021 dauern wird, ist durch die jetzt anstehende Personalentscheidung bei der CDU ungewisser denn je geworden.

2179: Ulrich Greiner über den verantwortungsbewussten Zeitgenossen

Dienstag, Oktober 30th, 2018

„Die Gebote der säkularisierten Rechtfertigung sind unübersehbar geworden. Der verantwortungsgeplagte Zeitgenosse kann sich leicht darin verirren. Wenn er an die Überfischung der Meere denkt und zum tiefgekühlten Zuchtfisch greift, muss er sich die Verseuchung des Wassers durch Chemikalien vorhalten lassen. Wenn er sich vegetarisch ernährt, wird er überlegen, ob der Verzehr von Salat und Gemüse aus heimischem Anbau je nach Jahreszeit nicht höhere Energiekosten verursacht als Importe aus warmen Regionen. Ersetzt er tierisches Eiweiß durch Tofu, so muss er die mörderischen Umstände des Soja-Anbaus in Rechnung stellen. Packt er seine Einkäufe, um den Plastikmüll zu mindern, in eine Papiertüte, so hört er zu seinem Kummer, dass die Herstellung von Papiertüten energieaufwendig und umweltschädlich ist. An Urlaubsreisen darf er gar nicht denken. Fliegen wäre kriminell, das Auto verbietet sich, und die Bahn kann er sich nicht leisten. So steigt er denn auf sein Fahrrad und träumt von der Postkutsche.“ (Die Zeit 18.10.18)

2177: Merkels Rückzug ist aller Ehren wert.

Montag, Oktober 29th, 2018

Die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), im Dezember nicht wieder für den CDU-Vorsitz zu kandidieren und 2021 nicht als Kanzlerkandidatin zur Verfügung zu stehen, ist aller Ehren wert. Sie macht sich damit um Deutschland und ihre Partei verdient. Das hessische Wahlergebnis macht dieses Vorgehen gerade so eben möglich. Wir können aufatmen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), Hessens wahrscheinlich auch neuer Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) haben Angela Merkel entsprechend gewürdigt.

Angela Merkel hat um die Union (CDU und CSU) die größten Verdienste. Wer außer ihr hätte bei diesem machtbewussten Kanzlerwahlverein die Kraft zur Integration gehabt, die einmal politisch richtig und zweitens erforderlich war, um so viele entscheidende Wahlen zu gewinnen. Ihre konservativen Gegner in der Partei (u.a. Friedrich Merz) hätten das nie geschafft. Nun kann die CDU zeigen, dass sie das Ziel, die Kraft und die Fähigkeit besitzt, sich zu erneuern. Die beste Kandidatin dafür ist Annegret Kramp-Karrenbauer. Die gegenwärtige CDU-Generalsekretärin war im Saarland Ministerin, Ministerpräsidentin und hat feste Beziehungen zu den Sozialausschüssen (frühere Protagonisten: Hans Katzer, Heiner Geisler, Norbert Blüm). Dadurch bürgt sie für den Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Auch bei den Themen Klimaschutz, Westbindung, Wohnungsbau und Rentengerchtigkeit ist ihr viel zuzutrauen.

In Hessen kann Schwarz-Grün weiter regieren. Das ist gut für das Bundesland. Rot-rot-grüne Bündnisse sind gerade in politisch harten und bewegten Zeiten nicht geeignet, einen stabilen, demokratischen und sozialstaatlichen Kurs zu steuern. Das Problem sind die Linken. Dass die AfD nur Häme für Merkels Vorgehen bereithält, verwundert nicht. Es passt ins Bild. Vielleicht hat die AfD bereits den Höhepunkt bei ihren Wahlergebnissen erreicht. Das wäre gut.

2174: SPD muss in Berlin notgedrungen weiterregieren.

Samstag, Oktober 27th, 2018

Constanze von Bullion schreibt in der SZ vom 27./28.10.18:

„Egal, wie die Wahl in Hessen ausgeht, in Berlin muss die SPD weiterregieren, notgedrungen. Ein Regierungsbruch und damit ein Ende der Regentschaft von Angela Merkel würden der Partei zwar für einen Moment die Genugtuung verschaffen, nicht alles mit sich machen zu lassen. Gelöst aber wäre damit kein einziges ihrer Probleme. Denn es sind nicht die Kompromisse mit der zänkischen Union, die die SPD kaputtmachen. Es ist die Mittelmäßigkeit ihrer eigenen Hauptdarsteller, das Fehlen von Leidenschaft und Unbequemlichkeit, das die SPD auszehrt wie die Schwindsucht. Es fehlt an ureigenen Anliegen, am Mut zur offenen Kontroverse, etwa beim Streitthema Migration, das in der SPD nicht angepackt, sondern ängstlich weggeschwiemelt wird.“