Archive for the ‘Wirtschafts- und Finanzpolitik’ Category

2450: Söder (CSU) für Kohleausstieg 2030

Dienstag, Juni 25th, 2019

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besteht auf einem Kohleausstieg 2030, obwohl er aus der CDU dafür Widerspruch bekommt. „Wir glauben, dass mehr möglich ist, wenn man es jetzt angeht.“ „Ich bin sicher, dass es viel schneller gehen wird.“ Die Kohlekommission hatte sich für einen Ausstieg 2038 ausgesprochen. Für die Bundesregierung geht es in erster Linie um Verlässlichkeit. Söder bezeichnete den Klimaschutz als moralische Verpflichtung. „Groko muss große Antworten geben und keine kleinen – sonst wär’s ne Kleinko.“ (dpa, wiw, SZ 25.6.19)

Die Kohleregionen in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg sollen für den Kohleausstieg Bundeshilfen in Höhe von 40 Milliarden Euro erhalten. Söder: „Aber wir können ja nicht aufhören zu denken, weil wir im Herbst Wahlen haben.“ Die finden in Sachsen, Branndenburg und Thüringen statt.

Es zeigt sich, dass Söder dann, wenn wichtige Entscheidungen auf dem Spiel stehen und Bayern nicht unmittelbar betroffen ist, zu starken fortschrittlichen Maßnahmen bereit ist.

2447: Grüne Bundesregierung würde teuer.

Sonntag, Juni 23rd, 2019

Manche Vorhaben der Grünen sind sehr beliebt: Klimafonds, Kindergrundsicherung, Abschaffung von Hartz IV. Aber sie sind auch teuer. Bei einer Regierungsbeteiligung im Bund müssten die Grünen zeigen, wie sie ihre Vorhaben finanzieren wollen. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat einen Klimafonds gefordert: neue Stromleitungen, höhere Dämme für Überflutungsgebiete, Pflanzen neuer Baumsorten, die mit Hitze besser klarkommen. Kosten: 100 Milliarden Euro. Eine Art Klima-Bundesagentur soll dafür Kredite aufnehmen. So soll die im Grundgesetz festgeschriebene Schuldenbremse umgangen werden. Subventionen für Diesel, Kerosin und – nicht zuletzt – für

die Landwirtschaft

könnten gestrichen werden. Dort versickern nach Angaben der Grünen jährlich 50 Milliarden Euro.

Die von den Grünen favorisierte Kindergrundsicherung soll Kindergeld, Kinderzuschlag sowie Kinderregelleistungen für Hartz IV-Familien ablösen. Pro Kind unabhängig vom Elterneinkommen 280 Euro monatlich. Bei Geringverdienern und Arbeitslosen bis zu 500 Euro. Mehrkosten: 10 Milliarden Euro. Dafür soll der

Soli nicht abgeschafft werden.

Abschaffen wollen die Grünen den steuerlichen Kinderfreibetrag. Er soll sicherstellen, dass Eltern gegenüber Kinderlosen nicht zu stark besteuert werden. Die Grünen wollen das Arbeitslosengeld II,

das ist Hartz IV,

abschaffen. Eine Einschränkung im Vergleich zum bedingungslosen Grundeinkommen gibt es. Wer wie viel bekommt, soll von Einkommen, Vermögen und Bedarf abhängen. „Wir wollen das Aufkommen der Steuern aus Kapital- und Gewinneinkommen und großen Vermögen wieder erhöhen.“

Ihre Vorschläge wollen die Grünen bis zum Bundesparteitag im Herbst 2020 geklärt haben. Falls die große Koalition vorher beendet wird, könnte das zu spät sein. Grünen-Wähler verdienen überdurchschnittlich viel. Mit 3.000 Euro haben sie das zweitgrößte mittlere Einkommen nach der FDP (3.400 Euro). 72 Prozent der Grünen-Wähler sind Angestellte, 10 Prozent Beamte, 9 Prozent Arbeiter (loe./mas., FAZ 22.6.19).

Die Grünen-Vorschläge, von denen mir viele sehr sinnvoll erscheinen, bedeuten also Steuererhöhungen und vermutlich auch eine Erweiterung der Bürokratie. Das sind die üblichen Wermustropfen bei solchen Projekten.

2443: Ost-CDU wackelt – in Richtung AfD

Freitag, Juni 21st, 2019

Die CDU hat auf ihrem letzten Parteitag beschlossen: „Die CDU Deutschland lehnt Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative für Deutschland ab.“ Generalsekretär Ziemiak twittert: „Für ALLE noch einmal zum Mitschreiben: Die CDU lehnt jede Koalition oder Zusammenarbeit mit der AfD strikt ab!!!“ Der CDU-Chef von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht, beteuerte auf einer extra einberufenen Pressekonferenz, es werde „keine institutionelle oder strategische Zusammenarebeit mit der AfD“ geben.

So weit, so gut.

Dann aber behaupten die stellvertretenden Fraktionschefs der CDU in Sachsen-Anhalt, Ulrich Thomas und Lars-Jörn Zimmer, CDU und AfD hätten ähnliche Ziele. Die Union habe Wähler verprellt, indem sie „multikulturelle Strömungen linker Parteien und Gruppen“ nicht ausreichend entgegengetreten sei. Sie beklagen „ungesteuerte Migration“ und eine „Zunahme an neuer brutaler Kriminalität“. Koalitionen mit der AfD dürften nicht generell ausgeschlossen sein (Robert Rossmann, SZ 21.6.19).

Ja, wenn die CDU so denkt wie die AfD, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass dies Wasser auf die Mühlen der AfD ist und die AfD Wahlen gewinnt (drei Landtagswahlen in den neuen Bundesländern).

Es schaudert einen.

2437: Görlitz hat einen CDU-Oberbürgermeister.

Dienstag, Juni 18th, 2019

Die Oberbürgermeister-Stichwahl in Görlitz/Ostsachsen (57.000 Einwohner) hat Octavian Ursu (CDU) gewonnen. Das war wohl nur möglich auf Grund eines Wahlbündnisses von CDU, SPD, Linken und Grünen. Knapp geschlagen wurde der AfD-Kandidat Zweiter. Er hatte die letzte Wahl vor der Stichwahl gewonnen. Görlitz gehört zum Wahlkreis des sächsischen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. Der hatte hier 2017 verloren.

Ursu ist ein Mann der leisen Töne. Der 1967 in Rumänien geborene Mann kam 1990 als Solotrompeter nach Görlitz, hat hier geheiratet und zwei Töchter. Görlitz ist Europa-Stadt und eignet sich bestens als Modell für Vielfalt und offene Grenzen. Es trägt den Namen „Görliwood“, weil u.a. „Inglorious Basterds“ und „Der Vorleser“ hier gedreht worden sind. Zahlreiche Regisseure, Schauspieler und Produzenten hatten an die Görlitzer Wahlbürger appelliert: „Gebt euch nicht Hass und Feindseligkeit, Zwietracht und Ausgrenzung hin.“

(Antonie Rietzschel, SZ 17.6.19; Ulrike Nimz, SZ 18.6.19)

2432: Grüne erwägen Kanzlerkandidatur.

Sonntag, Juni 16th, 2019

1. Der Fraktionschef der Grünen im Bayerischen Landtag, Ludwig Hartmann, hat eine grüne Kanzlerkandidatur ins Gespräch gebracht. „Wenn es die Umfragen weiterhin hergeben, bin ich für eine klare Kanzlerkandidatur und gegen eine Doppelspitze bei der nächsten Bundestagswahl.“

2. Zuletzt hatten die Grünen 2005 einen Spitzenkandidaten, den damligen Vizekanzler und Außenminister Joschka Fischer. Aber der hatte damals – im Gegensatz zu heute – keine Chance.

3. Bedenken gegen eine Kanzlerkandidatur äußert Hessens grüner Sptzenpolitiker Tarek Al-Wazir: „Könnte es sein, dass die Stärke der Grünen gerade darin liegt, dass wir uns nicht an jedem Tag mit der Frage beschäftigen: Und was wird aus mir? Deshalb sollten wir uns jetzt nicht eine Debatte über Kanzlerkandidaten aufnötigen lassen.“

4. Schwierig würde es mit einer Urwahl im Fall von vorgezogenen Bundestagswahlen. Etwa im März 2020.

5. Die Bestimmung eines Kanzlerkandidaten würde einen Keil zwischen das Führungs-Duo Anna-Lena Baerbock und Robert Habeck treiben, das bisher verlässlich zusammenarbeitet.

6. Außerdem würde eine Kanzlerkandidatin oder ein Kanzlerkandidat der ur-grünen Überzeugung widersprechen, dass Geschlechtergerechtigkeit nur mit einer Doppelspitze demonstriert werden kann.

7. Andererseits gibt es das Erfordernis, dem Wahlbürger vor der Wahl möglichst ehrlich den Spitzenkandidaten oder die Spitzenkandidatin zu benennen.

8. Im direkten Umfrage-Vergleich liegt Robert Habeck zur Zeit überall vor Anna-Lena Baerbock.

9. Frau Baerbock hat aber eindeutig, seit sie dem Führungs-Duo angehört, Profil gewonnen und sich in Fernseh-Debatten bewährt.

10. Robert Habeck gilt vielen Parteifreunden als sprunghaft (T.G., FAS 16.6.19).

2428: Brexit-Wahlkampf führt in den Abgrund.

Freitag, Juni 14th, 2019

Catrin Kahlweit (SZ 14.6.19) beschreibt die Verheerungen des Brexit Wahlkampfs. Gerade auf den Favoriten Boris Johnson geht sie ein.

„Als Journalist in Brüssel war Boris Johnson bekannt dafür, dass er Horror-Artikel über die Bürokratie zusammenschusterte, die ‚Times‘ feuerte ihn wegen ausgedachter Zitate, als Londoner Bürgermeister setzte er einige Megaprojekte in den Sand, als Außenminister fiel er durch Wurschtigkeit und mangelnde Detailkenntnis auf. Und in der Vote-Leave-Kampagne log er, dass sich die Balken bogen, Stichwort: das 350 -Milliarden-Versprechen auf einem roten Bus. Aber: der Mann kann Wahlen gewinnen, sagen sie bei den Tories, das habe er in London zwei Mal bewiesen. Und seine burschikose Art erreiche die Menschen.“

„Die Tories werden damit zu Anarchisten: Sie ahnen, dass sie für das Chaos stimmen. Aber es fühlt sich verdammt gut an.“

„Die Tories wollen sich selbst vor der Auslöschung und vor der Spaltung bewahren, indem sie einen Mann an die Spitze lassen, der – wenn es nach Charakter und Lebensleistung geht – nicht zum Premier taugt.“

Johnsons einziger Programmpunkt: Er werde den Brexit „abliefern“. Details stören da nur.

Es geht wohl nur darum, Nigel Farrages Siegeszug zu stoppen.

„Der Wahlkampf ist damit zum Rennen in den Abgrund geworden. Die politischen Botschaften werden danach beurteilt, ob sie mit dem Siegesversprechen auch die Partei revitalisiern können – selbst wenn der Sieg über Brüssel am Ende gar nicht errungen wird.“

„Wahrscheinlicher werden .. zwei Optionen. No Deal – oder No Brexit.“

2424: Kritik an Michael Kretschmer (CDU)

Dienstag, Juni 11th, 2019

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) muss im Herbst Landtagswahlen bestehen. Bei der Europawahl war in Sachsen die AfD, die russlandfreundlich agiert, die stärkste Partei. Vor dem Besuch eines internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg (Russland) hatte Kretschmer den Abbau der Wirtschaftssanktionen gegen Russland verlangt. Sie seien für Sachsen und Ostdeutschland ein großes Problem. Zahlreiche Betriebe in Ostdeutschland hatten ihre Kontakte zu einstigen Partnern aus der Sowjetunion reaktiviert. Die EU hatte die Sanktionen verhängt, weil Russland die Bestimmungen des Minsker Friedensabkommens von 2015 nicht erfüllt hatte. Die Verlängerung der Sanktionen erfolgte bisher halbjährlich.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kritisierte Kretschmer und erklärte, „dass die Sanktionen so lange in Kraft bleiben sollten, wie die Gründe für ihr Zustandekommen fortbestehen“. Annegret Kramp-Karrenbauer sagte: „Die Wirtschaftssanktionen sind die Reaktion auf das völkerrechtswidrige Verhalten der russischen Regierung auf der Krim und in der Ostukraine.“ Der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger bemerkte: „Herr Ministerpräsident, haben Sie einen außenpolitischen Berater? Falls ja, sofort feuern.“ Michael Kretschmer verteidigte sich damit, dass er sagte: Zwar brauche es „die Befriedung dieses Ukraine-Konfliktes, in dem jeden Tag Menschen sterben. Aber wir wollen auch, dass die Sanktionen so schnell wie möglich enden.“

Die CDU ist also uneins über ihren Kurs gegenüber Russland und der Ukraine.

Ähnlich wie Kretschmer äußerte sich der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD): „Deutsche Alleingänge bringen nichts. Aber wir können Türöffner sein.“ Zustimmung aus Sachsen erhielt Ministerpräsident Kretschmer von dem AfD-Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla (lock, FAZ 8.6.19; SZ 11.6.19).

2421: Dohnanyi: Grüne leben von Hoffnungen und Forderungen.

Sonntag, Juni 9th, 2019

Der ehemalige Bundesminister und Erste Bürgermeister Hamburgs, Klaus von Dohnanyi, ist mit seinen 91 Jahren der Elder Statesman der SPD. Er nimmt – wie auch früher schon – auf parteitaktische Manöver keine Rücksicht. Für die „Welt“ (8.6.19) hat ihn Jana Werner insbesondere zum Klimawandel interviewt. In Auszügen gebe ich hier nur Aussagen Dohnanyis wieder:

„Beim Thema Elektromobilität etwa hält Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Vorschlag seiner Partei, im Jahr 2030 nur noch Elektroautos zuzulassen, für ‚unseriös‘. Mit solchen, nicht ausdiskutierten Themen können wir zwar Menschen fangen, nicht aber die Probleme lösen.

Wir müssen die wirklichen Probleme aufdecken. Es ist aus meiner Sicht eine Illusion, kurzfristig durch Wärmedämmung von Häusern viel zu erreichen. Müssten wir nicht innen anfangen, weniger heizen und uns einen warmen Pullover und dicke Socken anziehen, wenn uns kalt ist? Der Autoverkehr kann auch nicht sehr schnell konfliktlos begrenzt werden. Wie sollen denn die Pendler vom Land ohne Auto in die Städte kommen? Und beim Thema Urlaub: Sollten wir nicht lieber mit dem Zug in den Harz fahren als mit dem Flugzeug auf die Bahamas? …

Wir Bürger und Verbraucher haben eine Lebensform entwickelt, die wohl unvereinbar mit den Zielen der Klimapolitik wird. Es ist unser Lebensstil, der den Klimawandel produziert. Das zu diskutieren, traut sich aber keiner. Solange wir das nicht verstehen, werden wir die Entwicklung nicht aufhalten. Wir müssen unser Verhalten ändern.

Wo sind denn die Grünen, wenn die Stromleitungen von Norden nach Süden blockiert werden, weil sich Bürger sogar gegen unterirdische Trassen wehren? Ich habe weder Robert Habeck noch Annalena Baerbock dort in einer Diskussion gesehen. Die Bürgermeister werden von ihnen alleingelassen. Wenn die Grünen nicht, wie in Baden-Württemberg, die Regierungsverantwortung selber tragen, leben sie mehr von Hoffnungen und Forderungen als von konkreter Politik.

 

2420: Söder (CSU), Kretschmann (Grüne), Weil (SPD) retten die deutsche Automobilwirtschaft.

Samstag, Juni 8th, 2019

Die Ministerpräsidenten der drei deutschen „Autoländer“ Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen, Markus Söder (CSU), Winfried Kretschmann (Grüne) und Stephan Weil (SPD) haben auf der Bundespressekonferenz ihre gemeinsamen Ziele formuliert. In ihren Bundesländern sind die Automarken Mercedes, BMW, Volkswagen, Porsche und Audi angesiedelt. Die Ministerpräsidenten empfinden diese Firmen als die „größte Automobilwirtschaft der Welt“. Es geht um Mobilität und Arbeitsplätze. Dazu legten die Ministerpräsidenten ein gemeinsames dreiseitiges Papier vor. Das Automobil werde in den nächsten Jahren neu erfunden werden.

Söder, Kretschmann und Weil wollen den Wirtschaftsfaktor Auto mit der Moderne versöhnen. Kretschmann: „In Zukunft werden vor allem Anbieter von Lösungen für eine emissionsfreie und klimafreundliche Mobilität Chancen im globalen Wettbewerb haben.“ Die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen wollen enger kooperieren. Es geht dabei um eine „flächendeckende, länderübergreifende Ladeinfrastruktur“. Aber auch um gemeinsame Forschungsprojekte. Die ausländische Konkurrenz sei eine Herausforderung.

Die Bundesregierung sei bisher viel zu langsam vorangegangen. Söder: „Uns eint der Wille, die Zeitenwende der Automobilwirtschaft zu einer Erfolgsgeschichte zu machen für die Menschen, für unsere Unternehmen und für das Klima.“ Stephan Weil forderte die Zusammenführung von Umweltschutz und Arbeitsplatzerhalt (Eckart Lohse, FAZ 8.6.19).

Das geht in die richtige Richtung.

2419: Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) wirbt für Nestlé.

Freitag, Juni 7th, 2019

In einem auf Twitter verbreiteten Video hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) gemeinsam mit dem Deutschlandchef des Unternehmens Nestlé die Zucker- Fett- und Salzreduktionsstrategie der Firma gelobt. Rezo twitterte daraufhin: „Hätte ich exakt diesen Tweet mit genau so einem Video gepostet, hätte ich es als Werbung kennzeichnen müssen.“

Wenn Klöckners Partei im Umgang mit den sozialen Medien behäbig wirkt, ist Frau Klöckner dort sehr aktiv. Sie gibt sich schlagfertig und humorwoll, hat dieses Mal aber einen Shitstorm ausgelöst. Nestlé steht für viele hochgezuckerte Produkte. 2018 hat der Konzern 1,7 Millionen Tonnen Plastikverpackungen produziert.

Der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter: „Das geht gar nicht, sich als Ministerium so eng an eine Firma zu binden.“ (Markus Balser/Uwe Ritzer, SZ 7.6.19; Robert Rossmann, SZ 7.6.19; Silvia Liebrich/Isabel Pfaff, SZ 7.6.19).

Der nicht entschlossenen Politik Julia Klöckners (CDU) ist es nicht gelungen, das Ausmaß der Umweltzerstörung durch die deutsche Landwirtschaft (Gülle usw.) zu reduzieren.