Archive for the ‘Sport’ Category

1253: Maria Scharapowa zwei Jahre gesperrt

Freitag, Juni 10th, 2016

Der Tennis-Weltverband ITF hat Maria Scharapowa wegen der Einnahme des verbotenen Mittels Meldonium für zwei Jahre gesperrt. Scharapowa war im Januar bei den Australian Open positiv getestet worden. Sie bekam „mildernde Umstände“ und nicht die Höchststrafe von vier Jahren, weil sie nicht wissentlich, sondern nur fahrlässig gehandelt habe. Anders als die Biathlon-, Eisschnellauf- und Radsport-Weltverbände, die Sportler in ähnlichen Fällen freigesprochen hatten, entschied sich das ITF für eine Sperre. Meldonium ist ein Herzpräparat, das in

Russland

beliebt ist und die Durchblutung fördern soll (SZ 9.6.16).

1243: Gauland beleidigt Boateng.

Sonntag, Mai 29th, 2016

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat Jerome Boateng (FC Bayern München) beleidigt, der einen ghanaischen Vater und eine deutsche Mutter hat und in München-Grünwald wohnt. Gauland sagte der FAS (29.5.16): „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

Hier kommt zum Ausdruck, was Personen wie Gauland gerne unter dem Mantel der Wohlanständigkeit verbergen. Als „feiner Pinkel“ hat er schon Propaganda für den ebenfalls gerne als Biedermann auftretenden Walter Wallmann (CDU) gemacht. Politische Beobachter erwarten ohnehin, dass bei der AfD bald die vorgeschobenen Darstellerinnen wie Frauke Petry von Menschen wie Alexander Gauland an der Macht abgelöst werden. Damit würde sich

blanker Rassismus

durchsetzen.

Der DFB-Präsident Reinhard Grindel hat die Äußerungen Gaulands als „geschmacklos“ bezeichnet. Boateng sei „ein herausragender Spieler und ein wunderbarer Mensch, der sich übrigens auch gesellschaftlich stark engagiert und für viele Jugendliche ein Vorbild ist“. Oliver Bierhoff: „Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Aussagen konfrontiert werden. Sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine.“

In seiner Grünwalder Wohngegend, im Getränkemarkt und auf der Tankstelle ist Boateng übrigens beliebt. Er ist kein Moslem, sondern gläubiger Christ. In einem Gespräch mit der FAS (hier: 1046, 7.10.15) hatte Boateng gesagt, er könne sich vorstellen, Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft zu werden. „Als erster farbiger Kapitän wäre das mit Blick auf die Integration auch ein starkes Zeichen nach außen, auf das ich sehr stolz wäre.“

Ich (W.S.) betrachte mich als fußballbegeisterten Zuschauer. Schon vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 war mir aufgefallen, dass viele Fans sich über die Siege der deutschen Mannschaft nicht richtig freuen konnten, nicht einmal über den Gewinn der Weltmeisterschaft. Das lag daran, dass Spieler wie Sami Khedira, Mesut Özil und Jerome Boateng dabei Hauptrollen spielten. Die Kritik an Bundestrainer Joachim Löw, der vielen nicht „germanisch“ genug erscheint, ließ sich kaum unterdrücken.

Aber wenn man Weltmeister wird!

Wir Deutschen sind ja keineswegs alle Rassisten. Ich fühle mich aber von Rassisten wie Alexander Gauland bedroht.

1242: Rummenigge: „Thomas Tuchel finde ich spannend.“

Samstag, Mai 28th, 2016

Der Vorstandsvorsitzende von Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, ist von Anno Hecker und Christian Eichler für die FAZ (28.5.16) interviewt worden.

FAZ: Früher fand der FC Bayern Trainer und Spieler meist in der Bundesliga. Bei Spielern ist das schon lange nicht mehr so. Inzwischen auch bei Trainern?

Rummenigge: Es gibt in der Bundesliga nicht viele Spieler, die dem FC Bayern noch zusätzliche Qualität geben können. Bei Trainern sehe ich das mittlerweile wieder anders. Da gibt es einige, die heranwachsen. Ich finde Thomas Tuchel spannend, ohne dass das jetzt heißt, dass er der nächste Bayern-Trainer wird. Aber ich finde seine Entwicklung, seine Fußballphilosophie sehr gut, und es überrascht mich nicht, dass Borussia Dortmund mit ihm eine Wende geschafft hat. Oder auch Julian Nagelsmann in Hoffenheim – es gibt jetzt ein paar junge Trainer in Deutschland, die etwas von der Spielidee Pep Guardiolas haben: Weg vom alten Eisen, vom Medizinball, hin zu einer moderneren Trainingslehre. Diese jungen neuen Trainer kommen aus einer Generation, die ich sehr interessant finde.

1235: Führender Doping-Staat der Welt: Russland

Dienstag, Mai 24th, 2016

Doping gibt es auf der ganzen Welt. Wenn auch in der staatlich geförderten Variante nicht überall. Hier ragt ein Staat heraus: Russland in der

Putin-Ära.

Das wissen wir spätestens seit dem Geständnis des ehemaligen obersten russischen „Dopingbekämpfers“ Grigorij Rodtschenko in der „New York Times“. Wissen konnte man vorher schon viel davon. Wenn man wollte. Die meisten von uns wollen das gar nicht wissen.

Die Doping-Spiele von London 2012 und Sotschi 2014 haben eine in Bezug auf Doping schlechte Bilanz. Am schlimmsten: die russische Leichtathletik (Julian Hans, René Hofmann, SZ 19.5.16; Evi Simeoni, FAZ 21.5.16). Es ist wie schon zu Zeiten der

Sowjetunion.

Wladimir Putin will verloren gegangene Macht zurückgewinnen. Am einfachsten scheint ihm das im Sport möglich. Deswegen hat er den Betrug „angeordnet“.

Ein Ausschluss Russlands etwa von den Olympischen Spielen würde den ganzen internationalen Sport in Frage stellen. Obwohl er moralisch gerechtfertigt wäre. Damit ist also nicht zu rechnen. Der globale Leistungssport ist ohnehin moralisch bankrott. Er hält sich am Leben durch seine Attraktivität im Fernsehen und in Verbindung damit dadurch, dass hier sehr viel Geld verdient wird. In erster Linie unter der Ägide des IOC unter Präsident Thomas Bach (Deutschland).

Also geht die große Misere des internationalen Leistungssports weiter.

Wollen wir das eigentlich?

1230: Der Videobeweis muss her gegen den „Bayern-Bonus“.

Samstag, April 23rd, 2016

Der Stammtisch hat es schon immer gewusst, dass es beim Fußball den „Bayern-Bonus“ gibt, die Bevorzugung des FC Bayern München bei Schiedsrichterentscheidungen. Das ist nun auch wissenschaftlich erhärtet. Und im Ergebnis höchst unerfreulich. Der Frankfurter Volkswirtschaftsprofessor Eberhard Feess hat Daten zu Schiedsrichterentscheidungen zwischen

2000 und 2014 aus 4.248 Erstliga-Spielen

statistisch ausgewertet. Die Schiedsrichterentscheidungen wurden kategorisiert nach

richtig, strittig und falsch.

In der Erhebung wurden nur die Entscheidungen aus der Kategorie „falsch“ herangezogen. Also: Tore, die nicht gebeben, Elfmeter, die nicht verhängt wurden, etc. Zu den 666 Fehlentscheidungen bei den Elfmetern kamen noch 1.290 mit der Hilfe von Fernseh-Aufzeichnungen hinzu, die von den Datensammlern als „strittig“ bewertet wurden.

Auszüge aus den Ergebnissen:

1. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Mannschaft benachteiligt wird, steigt, wenn sich Mannschaften mit „unterschiedlichem Status“ (gemessen am Tabellenstand) gegenüberstehen.

2. Ist eine Mannschaft am Spiel beteiligt, für die es noch um etwas geht (Auf- und Abstieg oder Teilnahme an internationalen Wettbewerben), zögern die Schiedsrichter, gegen sie zu pfeifen.

3. Der „Heimvorteil“ ist statistisch erwiesen. Zur Wirkung kommt er meistens „unbewusst“.

4. Der „Heimvorteil“ ist um so größer, je mehr Zuschauer im Stadion sind.

5. Für eine Mannschaft ist es klüger, die Schiedsrichterentscheidungen zu kritisieren, statt sie hinzunehmen.

6. Ist der FC Bayern am Spiel beteiligt, ist die Wahrscheinlichkeit von Fehlentscheidungen zugunsten der Bayern signifikant höher.

7. Jeder kann wissen, dass dann, wenn in München gespielt wird, die Auswärtsmannschaft mit Benachteiligungen zu rechnen hat.

8. Die Fehler der Schiedsrichter gleichen sich nicht aus.

Liebe Freunde, gegen diese ganze erwiesene Misere hilft nur der

Videobeweis!! (Christoph Becker, FAZ 16.4.16)

2014: Doping im Fußball

Dienstag, April 5th, 2016

Die britische Anti-Doping-Agentur

Ukad

hat in der Bonar-Affäre versagt. Vermutlich nicht zuletzt deswegen, weil es dabei auch um

Doping im Fußball

ging. T.K. schreibt dazu in der SZ (5.4.16):

„Das Thema Doping hat im Fußball eine völlig andere Tragweite als in jedem anderen Sport. Die finanzielle Sonderstellung, die der Fußball hat, ermöglicht es ihm, sich dem Diktat globaler Sportorganisationen wie der Wada oder auch dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) weitestgehend zu entziehen. Sonderwege geht die Branche seit jeher auch im Umgang mit der Dopingbekämpfung: Bei der Fußball-WM ist die Wada bis heute nicht einmal ins Testprogramm involviert und bezüglich der Meldepflichten im Kontrollsystem gelten für Profis großzügigere Regelungen als für Athleten in anderen Sportarten.“

 

1213: Nico Rosberg hat eine Briefkastenfirma.

Dienstag, April 5th, 2016

Dass Oligarchen, Potentaten und Diktatoren ihre Geschäfte häufig über Briefkastenfirmen abwickeln, wussten wir. Nun zeigt sich, dass auch ein einfacher Autorennfahrer wie Nico Rosberg (Geburtsort: Wiesbaden, Wohnort: Monaco), der im Kreise fahren kann, hier engagiert ist.

1212: Leicester City – gedopt ?

Montag, April 4th, 2016

Leicester City führt zur Zeit überrasachenderweise mit sieben (7) Punkten Vorsprung vor Tottenham Hotspur die Premiere League an. Beruht dieses moderne Märchen eventuell auf Doping? Das Thema

Doping im Fußball

ist ja eine der letzten heiligen Kühe im Spitzensport. Nahegelegt wird diese Annahme durch Recherchen der ARD (Hajo Seppelt) und der „Sunday Times“. Sie haben mit versteckter Kamera den Londoner Gynäkologen

Mark Bonar

befragt (zu sehen in der ARD-Sportschau am 3.4.16). Dieser hat eingeräumt, über die vergangenen

sechs Jahre

150 Spitzensportler

mit verbotenen medizinischen Hilfsmittel behandelt zu haben. Darunter sollen Spieler von Leicester City, FC Chelsea und FC Arsenal sein sowie Tour de France-Fahrer, Tänzer, Boxer, Tennis- und Cricketspieler.

Bonar: „Natürlich sind einige der Behandlungen, die ich mache, im Profisport verboten.“ Er habe das aber schon mit vielen Spielern gemacht. „Fußballer werden sowieso kaum getestet, und ältere Spieler über 30 müssen was machen, die können mit jungen Spielern um die 18 sonst gar nicht mithalten.“ Auch einen ganz Großen habe er behandelt. Ihm habe er Epo, Testosteron und Wachstumshormone geben. Über einen von ihm behandelten Tour de France-Fahrer schwärmt er: „Wie einer von denen bei der Tour die Steigungen bewältigt hat, das war unglaublich.“

Der Fall erinnert an den seines gynäkologischen Kollegen Eufemiano Fuentes aus Spanien, der vor ca. zehn Jahren spanische Sportler gedopt hatte. Daraufhin wurden spanische Radfahrer, Tennisspieler und Fußballer international besonders erfolgreich. Die spanische Fußballnationalmannschaft, die vorher seit 1930 erst ein WM-Viertelfinale erreicht hatte, wurde 2008 und 2012 Europameister und 2010 Weltmeister …

Im November 2015 hatte der französische Arsenal-Trainer Arsène Wenger der französischen Sportzeitschrift „L’Equipe“ gesagt, seine Mannschaft habe schon viele Male gegen Teams spielen müssen, die wohl gedopt gewesen seien. Im Fußball gibt es ja seit Toni Schumacher viele Doping-Enthüllungen und Geständnisse von Ex-Profis. Sie sind aber nie zum Anlass genommen worden, einmal gegen den Betrug durchzugreifen (Thomas Kistner; SZ 4.4.16).

 

1192: Bachelot: Rafael Nadal war gedopt.

Freitag, März 11th, 2016

Roselyn Bachelot ist ausgebildete Pharmazeutin. Von 2007 bis 2010 war sie im Kabinett von Präsident Nicolas Sarkozy französische Sportministerin. Sie bezieht sich auf die Patellasehnen-Verletzung von Rafael Nadal 2012 nach seiner Niederlage in Wimbledon:

„Wir wissen, dass die berühmte Verletzung von Rafael Nadal, wegen der er sieben Monate lang pausieren musste, darauf zurückzuführen war, dass er bei einer Dopingkontrolle positiv getestet wurde.“

„Wenn ein Tennisspieler mehrere Monate lang aussetzen muss, liegt das daran, dass er positiv auf Doping gestestet wurde und das vertuscht werden soll. Das passiert nicht immer, aber durchaus häufig.“ (JC, SZ 11.3.16)

 

1190: Dopingfälle im Tennis seit 1995

Mittwoch, März 9th, 2016

1995: Mats Wilander (Schweden) Kokain (drei Monate Sperre),

1998: Petr Korda (Tschechien) Nandrolon (ein Jahr),

2000: Juan Ignacio Chela (Argentinien) Methyltestosteron (drei Monate),

2001: Guillermo Coria (Argentinien) Nandrolon (sieben Monate),

2003: Mariano Puerta (Argentinien) Clenbuterol (neun Monate),

2007: Martina Hingis (Schweiz) Kokain (zwei Jahre),

2009: Richard Gasquet (Frankreich) Kokain (zweieinhalb Monate),

2012: Barbora Strycova (Tschechien) Sibutramin (sechs Monate),

2013: Marin Cilic (Kroatien) Nikethamid (neun Monate),

2013: Viktor Troicki (Serbien) verweigerte Blutprobe (ein Jahr),

2016: Maria Scharapowa (Russland) Meldonium (noch offen).

(Jürgen Schmieder, SZ 9.3.16)