Der Videobeweis im Fußball ist richtig. Er hat in seiner Einführungsphase noch die eine oder andere Kinderkrankheit. Der Widerstand dagegen speist sich zu häufig aus irrationalen Argumenten. Wir brauchen dafür aber einen kühlen Kopf.
„Ein Fehlpfiff, der das Spiel manipuliert, muss per Videobeweis zu korrigieren sein. Alles andere ist der Rückfall in eine institutionalisierte Ungerechtigkeit namens ‚Tatsachenentscheidung‘. Diese ist ein archaisches, für Manipulation anfälliges Konstrukt und steht den Grundregeln des Sports im Wege. Sie zielen auf Objektivität und faire Resultate.“
„Der Sinn (des Videobeweises) ist, dass er überall dort saubere Urteile fällt, wo das möglich ist. Dass dies nicht immer klappen kann, wird von Videogegnern zwar gern hervorgehoben, ist aber kein taugliches Argument. Denn über Szenen, die selbst in feinster Auflösung nicht zu klären sind, darf sich jeder nach Kräften empören – nur hat hier niemand die Wahrheit gepachtet.“ (Thomas Kistner, SZ 19.9.17)