Archive for the ‘Sport’ Category

1916: Jupp Heynckes schlägt Thomas Tuchel vor.

Donnerstag, März 8th, 2018

Der scheidende Trainer des FC Bayern München Jupp Heynckes schlägt als seinen Nachfolger Thomas Tuchel vor. „Ich denke, dass Thomas Tuchel die Qualität hat, auch einen FC Bayern zu trainieren.“

Heynckes äußert sich auch zu den Gegenkandidaten, von denen sich in letzter Zeit Nico Kovac durch seine Arbeit bei Eintracht Frankfurt anbot. „Es ist schon von Nutzen, wenn er im nächsten Jahr erst mal international mit seiner Eintracht spielt und diese Erfahrung sammelt.“

Zu Julian Nagelsmann (1899 Hoffenheim): „Er ist ohne Zweifel ein riesiges Trainer-Talent, aber eben erst 30 Jahre alt, er muss sicher noch weiter lernen.“

Zu Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig): „Er muss die Arbeit bei einem Topklub erst verinnerlichen und dann einen weiteren Plan haben.“ (Benedikt Warmbrunn, SZ 8.3.18)

Dem ist nichts hinzuzufügen.

1914: „Thomas Bach muss zurücktreten!“

Mittwoch, März 7th, 2018

Als bester Dokumentarfilm wurde bei der Oscar-Verleihung der Film „Icarus“ ausgezeichnet. Er schildert die Enthüllung des Staatsdopings in Russland anlässlich der Olympischen Spiele in Sotschi 2014. Dort sprach IOC-Präsident Thomas Bach über einen „nie da gewesenen Angriff auf die Integrität der Spiele“. Zugleich sorgte er dafür, dass Russland nicht zu hart bestraft und nach einigen Wochen in die Sportfamilie zurückgeholt wurde. Damit stellte sich das IOC an die Seite der Doper. Das störte die meisten Menschen nicht. Sie wollen sich Olympia nicht kaputtmachen lassen.

Der Regisseur von „Icarus“, Bryan Fogel, sieht das anders. Noch in der Oscar-Nacht forderte er: „Thomas Bach muss zurücktreten!“ Der Präsident des IOC sei für ihn „ein Gauner“, seine Russland-Politik Betrug. „Was für eine korrupte Organisation, der Mann sollte sich selbst schämen.“

Ja, so weit sind wir schon, dass die Illusions-Maschine Hollywood über die Korruption und den Betrug im internationalen Sport aufklären muss (Thomas Kistner, SZ 7.3.18).

 

1911: Froome und Wiggins gedopt

Dienstag, März 6th, 2018

Die mehrfachen Tour de France- und Olympiasieger Chris Froome und Bradley Wiggins waren beide gedopt. Dem Radrennsport ist seit vielen, vielen jahren nicht zu trauen (Thomas Kistner, SZ 6.3.18).

1885: Katarina Witt hat Donald Trump nicht angerufen.

Sonntag, Februar 18th, 2018

Die mehrfache Eiskunstlauf-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin aus der DDR, Katarina Witt, geb. 1965, ist zum sechsten Mal als Expertin für Eiskunstlauf bei den Olympischen Spielen. Claudius Seidl hat sie für die FAS (18.2.18) interviewt.

FAS: Sie engagieren sich .. für eine Kampagne der Deutschen Welle (DW), in der es um „Diversity“ geht, um Vielfalt also. Hat das auch etwas mit dem Sport zu tun?

Witt: Es hat damit zu tun, dass ich das Privileg hatte zu reisen, die DDR zu verlassen. Ich bin immer gern zurückgekommen, zu meiner Familie. Aber wenn ich unterwegs war, habe ich das als Gewinn gesehen: Menschen, die anders aussehen, eine andere Sprache sprechen, vielleicht eine andere Hautfarbe haben. Und die mir freundlich entgegentreten.

FAS: Dem Palast der Republik weinen Sie keine Träne nach?

Witt: Als es losging, fand ich es nicht in Ordnung, ich dachte: Wenn es nur um Asbest ginge, müsste man sehr viel im Westen auch niederreißen. Heute finde ich, man soll nach vorne schauen, nicht an jedem alten Lampenladen festhalten. …

FAS: Man erzählt sich, Donald Trump sei Ihnen zu nahe getreten.

Witt: Ich saß bei ihm im Büro, es ging um Geschäfte, ob er sich an einem Projekt beteiligt, aus dem dann doch nichts geworden ist. Er gab mir seine Telefonnummer. Das war irgendwann in den frühen Neunzigern.

FAS: Und Sie haben ihn angerufen?

Witt: Natürlich nicht. Später, bei meiner Show im Madison Square Garden, habe ich ihn wiedergesehen. Er hatte mir zuvor schon Blumen aufs Zimmer geschickt, Lilien, ich hasse Lilien. Wir standen da herum, eine Journalistin, drei, vier Frauen. Und Trump kommt dazu und sagt: Sie sind die einzige Frau, der ich meine private Nummer gegeben habe – und die nie angerufen hat. Ich sagte: Irgendwer muss ja mal den Anfang machen. …

1884: Tommie Smith erhält den Dresdner Friedenspreis.

Samstag, Februar 17th, 2018

Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-City schrieb der US-amerikanische Sprinter Tommie Smith Geschichte. Er gewann den 200 m-Lauf vor dem Australier Peter Norman und seinem Landsmann John Carlos. Bei der Siegerehrung reckte Smith mit gesenktem Kopf den rechten Arm mit einem schwarzen Handschuh hoch, Carlos den linken. Aus Protest gegen den Rassismus in den USA. Das Foto davon wurde zu einer

Ikone der Bürgerrechtsbewegung.

Unmittelbar danach wurden die beiden von den Spielen ausgeschlossen und konnten künftig nicht mehr für die USA starten. Smith war 24 Jahre alt und hatte mit 19,8 sec einen Weltrekord aufgestellt, der elf Jahre nicht verbessert wurde. IOC-Präsident Avery Brundage sagte, die Aktion sei „eine üble Demonstration gegen die amerikanische Flagge durch ‚Neger'“.

Smith und Carlos wurde zu Hause zum Ziel von Anfeindungen und erhielten Morddrohungen. Smith‘ Eltern arbeiteten auf einer Baumwollfarm in Texas. Sie wurden in Naturalien bezahlt, eine mildere Form der Sklaverei. Weiße und Schwarze gingen nicht auf die gleiche Schule. In Kalifornien, wohin die Familie zog, wo es schon integrierte Schulen gab, mussten schwarze Kinder zur Schule laufen, weiße benutzten den Bus.

Vor den Olympischen Spielen 1968 hatten schwarze US-Mannschaftsmitglieder erstmals einen Boykott erwogen, der in einer Abstimmung aber knapp abgeschmettert wurde. Smith beschloss, die Bühne Olympia zu nutzen. „Ich wusste nicht wie, aber es war klar, dass ich gewinnen musste, sonst hätte es keinen Sinn gehabt.“ Während die Sprinter das Siegerpodest verließen, buhte das Publikum. Smith wurde sogleich von einem US-Reporter interviewt, der fragte: „Tommie, bist du stolz ein Amerikaner zu sein?“ „Obwohl ich mein ganzes Leben lang gelernt hatte, im Gespräch mit einem Weißen den Blick zu senken, hob ich den Kopf, schaute dem weißen Reporter direkt in die Augen und sagte: ‚Ja, ich bin stolz, ein schwarzer Amerikaner zu sein.'“

Smith blieb Bürgerrechtler. Er arbeitete später als Football-Profi und Soziologielehrer an Colleges in Kalifornien, spezialisierte sich auf Sport und Gesundheit. Es vergingen sehr viele Jahre, ehe seine Leistungen auch in den USA gewürdigt wurden. Inzwischen ist er Mitglied der Hall of Fame des Leichtathletikverbands. Barack Obama hat ihn zweimal ins Weiße Haus eingeladen. Smith protestiert heute gegen

Polizeigewalt gegen Schwarze.

Dass Football-Spieler dagegen auf den Knien protestieren, findet er gut. Ebenso, dass sich die

Fußballer von Hertha BSC

damit solidarisiert haben. Hertha BSC-Manager Paul Keuter übergibt Tommie Smith am Sonntag in der Semperoper den Dresdner Friedenspreis für sein gesamtes bürgerrechtliches Engagement und seinen Einsatz für Gleichberechtigung. Der Mitinitiator des Friedenspreises und Nobelpreisträger Günter Blobel nennt Smiths Protest von 1968

„eine der beeindruckendsten Demonstrationen gegen Rassendiskriminierung. Die Geste ist geblieben, was sie damals war: mutig und stark.“ (Stefan Locke, FAZ 17.2.18)

1874: Olympia bringt keinen Frieden.

Samstag, Februar 10th, 2018

So begrüßenswert der gemeinsame Einmarsch von Süd- und Nordkorea unter einer neutralen Flagge bei den Olympischen Winterspielen in Pyöngchang 2018 war und so sympathisch die Kontaktaufnahmen der beiden Seiten, so dürfen wir deswegen für eine friedliche Entwicklung nichts erwarten. Sie entspräche nicht den Interessen Nordkoreas. Diese repressive kommunistische Diktatur, die zur Versorgung ihrer Bevölkerung auf Nahrungsmittel der Vereinten Nationen (UN) angewiesen ist, hat als ihre Staatsräson die Feindschaft zu den USA und Japan und zur damit verbundenen „freien Welt“. Sie hat sich sogar ein Stück weit aus der Einflusssphäre Russlands zum einen und der Volksrepublik China andererseits gelöst. Wie das finanziell funktionieren konnte, weiß ich nicht. Russland und China vertreten Nordkoreas Interessen im UN-Weltsicherheitsrat nur, weil es dabei gegen die USA geht.

Die Olympischen Spiele haben noch nie eine friedliche Entwicklung gefördert. Als Beispiele nehme ich hier nur solche, die in großer terminlicher Nähe zu Olympischen Spielen standen. Olympia hat nicht verhindert

– die Niederschlagung des ungarischen Aufstands 1956 durch die Sowjetunion,

– den Einmarsch der Warschauer Pakt-Staaten in die CSSR 1968,

– die Eroberung Afghanistans durch die Sowjetunion 1980 und

– die Annexion der Krim durch Russland 2014.

1850: Jupp Heynckes denkt an die Putzfrau.

Sonntag, Januar 21st, 2018

Jupp Heynckes war mir unabhängig von seiner großen Klasse als Fußballer (Spieler, Trainer, Manager) immer sehr sympathisch. Dass er auch international so erfolgreich werden würde, habe ich vorher nicht gewusst. Nun bestätigt er das in einer Nebenbemerkung eines großen FAS-Interviews (21.1.18, Interviewer: Christian Eichler). Da sagt er:

„Hier habe ich hundertprozentige Top-Profis. Aber auch die muss man führen. Zum Beispiel ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass in der Umkleidekabine Trikots und Schuhe nach dem Training nicht irgendwo auf dem Boden liegen bleiben und die Putzfrau sich dann darum kümmern muss. Ich sage den Spielern,

das könnte eure Mutter sein,

die hier am Morgen alles einsammeln muss.“

1835: Schäfer: 50 + 1 ist ein Segen.

Mittwoch, Januar 10th, 2018

Robert Schäfer, 41, ist seit 2016 Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf. Der Volljurist hat den Verein stabilisiert. Er steht seit Saisonbeginn auf einem Aufstiegsplatz der zweiten Liga. Robert Schäfer hat in einem Beitrag für die FAZ (6.1.18) begründet, dass und warum die

50 + 1-Regel

für den deutschen Fußball sehr gut ist. Ich paraphrasiere hier seine Aussagen verkürzt:

Fußball ist in Deutschland populärer denn je und wirtschaftlich erfolgreich. In der Bundesliga kommen von Freiburg bis Dortmund im Schnitt pro Spiel

41 500 Zuschauer

ins Stadion (England 35 800, Spanien 27 700, Italien 22 200, Frankreich 21 000). Dieser Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Ausländische Investoren wittern Rendite. Daher ist im deutschen Fußball eine mehrheitliche Übernahme durch Investoren verboten. Die von den Vereinen begründeten Kapitalgesellschaften behalten die Mehrheit. Dagegen haben

Inter Mailand und der FC Southhampton

in letzter Zeit bereits mehrmals den Eigentümer gewechselt. Eine Lizenz bekommt eine Kapitalgesellschaft in Deutschland nur, wenn ihr in jeder Hinsicht die letzte Entscheidung zusteht.

Dadurch gewährleisten die deutschen Vereine Kontinuität, den Erhalt wichtiger

Werte, Marken, Namen und Traditionen.

So bleibt der Fußball erschwinglich und demokratisch. Dafür gibt es beim DFB aktuelle Regeln und Auflagen zum sinnvollen Haushalten. Die Abschaffumng der 50 + 1-Regel würde den Fans den Fußball wegnehmen. Wie in England, Spanien und Italien. Dort sind die Klubs im Besitz von Milliardären. Fans und Mitglieder haben keinen Einfluss mehr. Die Eintrittspreise steigen. Steigt der Investor aus,

bleibt der Verein verschuldet zurück.

Den deutschen Vereinen wird von ihren Anhängern eine Verehrung entgegengebracht wie es bei anderen Unternehmen nicht vorkommt. Dieser Rückhalt ist gefährdet, wenn es nur noch ums Geld geht. Das zeigt das Beispiel

1860 München.

Die 50 + 1-Regel gefährdet auch nicht das Wachstum. Dafür ist bei der Champions League hauptsächlich das Erreichen der K.O.-Runde wichtig. Nicht der Titel. Hier braucht es zusätzliches Kapital. Trotzdem haben sich zuletzt ausländische Vereine, bei denen in der heimischen Liga die Leistungsdichte nicht so hoch ist wie in Deutschland, gegen deutsche Klubs durchgesetzt. Wie der

FC Basel und der FC Porto.

50 + 1 ist eine gute Grundlage für Wachstum im Fußball. Der dreimalige Europa-League-Sieger FC Sevilla ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit einem überschaubaren Budget und harter Arbeit sportliche Erfolge erreicht werden können. Die deutschen Vereine können durch

clevere Transfers, gute Ausbildung und gezielte Nachwuchsförderung

erfolgreich sein und Werte schaffen. Das ist nachhaltiger als ein einmaliger Erlös aus dem Verkauf eines Anteils. Es bringt mehr, zuerst an der sportlichen Qualität zu arbeiten, also besseren Sport für das aktuell eingesetzte Geld zu erreichen.

1797: Im Radsport nichts Neues: Doping

Freitag, Dezember 15th, 2017

Der vierfache Tour de France-Sieger Christopher Froome (Großbritannien) war gedopt. Ich habe nichts anderes erwartet. Wir sollten dem internationalen Hochleistungssport endgültig unsere Aufmerksamkeit entziehen, der gekennzeichnet ist von Betrug. In Pyöngchang finden bald die nächsten Betrugsspiele statt.

Beim Fußball warten wir noch ab.

1793: Mutko ist Organisationschef der Fußball-WM 2018

Dienstag, Dezember 12th, 2017

Witalij Mutko, der ehemalige

Sportminister Russlands,

wurde vom

IOC

lebenslang gesperrt, weil er für das Staats-Doping rund um die Olympischen Spiele in Sotschi verantwortlich war. Einschließlich den Urin-Austausch gedopter russischer Athleten mit Hilfe des Geheimdienstes. Inzwischen ist er

stellvertretender Ministerpräsident Russlands

und als solcher der Organisationschef der Fußball-WM 2018 in Russland.

Fifa-Chef

Gianni Infantino hat dazu erklärt: „Die Unterstützung für die Veranstaltung ist absolut einmalig. Ich bin mir sicher, dass in Russland die beste Weltmeisterschaft aller Zeiten stattfinden wird.“ (Michael Ashelm/Anno Hecker FAS 10.12.17)