Die Berater von Mesut Özil haben ihren Mann gezielt in die Lage gebracht, in der er sich jetzt befindet. Warum? Weil es für sie am besten ist. Sie bekommen mehr Aufmerksamkeit und Rendite. Ganz auszuschließen ist Einflüsterung aus der Türkei nicht.
Meinungen dazu:
Annette Widmann-Mauz (Integrationsbeauftragte der Bundesregeierung, CDU): „Bei allem Verständnis für die familiären Wurzeln müssen sich Nationalspieler Kritik gefallen lassen, wenn sie sich für Wahlkampfzwecke hergeben. Zugleich darf diese berechtigte Kritik nicht in pauschale Abwertung von Spielern mit Migrationshintergrund umschlagen.“
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) glaubt nicht, „dass der Fall eines in England lebenden Multimillionärs Auskunft gibt über Integrationsfähigkeit in Deutschland“.
Cem Özdemir (Grüne): „Es ist sehr bedauerlich, wie sich Özil jetzt äußert. Damit spielt er denen einen Steilpass zu, die unsere Demokratie ablehnen hier wie dort. Özils Foto bleibt falsch, und seine Erklärung überzeugt nicht. Mindestens so desaströs ist das Agieren der DFB-Spitze. Grindel zerhackt unsere Integrationsgeschichte. Wollen die, dass bald junge Deutsch-Türken für Erdogan spielen? DFB braucht Neubeginn.“
Grünen-Chef Robert Habeck: „Wie der DFB mit Grindel sich noch mal als weltoffen und lautstark gegen Rassismus präsentieren will, ist fraglich.“
Thomas Hitzlsperger: „Mesut ist kein bösartiger Mensch. Er wollte die Projektionen seiner Berater wie die seines Verbandes möglichst kompromisslos befriedigen. Das Ergebnis in dieser Sache: Es gibt nur noch Verlierer.“
(SZ 24.7.18)