Archive for the ‘Sport’ Category

3318: Rassistischer Drohbrief gegen Alfred Gislason

Mittwoch, März 17th, 2021

Der Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft, der seit 30 Jahren in Deutschland lebende Isländer Alfred Gislason, hat einen rassistischen Drohbrief bekommen und ihn anschließend im Netz veröffentlicht. Der Vorgang mache ihm keine Angst. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) verurteilte den Brief und kündigte rechtliche Schritte an (SZ 17.3.21).

Der Vorfall zeigt, wie weit und tief menschenverachtender Rassismus in Deutschland verbreitet ist.

3314: Marvin Hagler ist tot.

Montag, März 15th, 2021

Die meisten von uns verstehen nichts vom Boxen (das macht nichts). Ich schon. Habe bei der Armee im Schwergewicht geboxt. Und insbesondere die Weltklasseboxer aus den USA im Fernsehen bewundert. Für mich als Kind waren die Helden in den fünfziger Jahren Sugar Ray Robinson und Gene Fullmer. Typischerweise Mittelgewichtler (ca. 66-72 Kilo) (die Box-Gewichtsklassen: Fliegen, Bantam, Feder, Leicht, Welter, Mittel, Halbschwer, Schwer; neuerdings Superschwer).

Die besten Mittelgewichtler haben häufig die Beweglichkeit und technische Finesse der leichteren Klassen und fast die Schlagkraft der schwereren. Wunderbar. In den achtziger Jahren gab es nochmals eine Hochzeit im Boxen. Im Mittelgewicht durch Marvin Hagler, Sugar Ray Leonard, Roberto Duran und Thomas Hearns. Marvin („Marvellous“) Hagler war Weltmeister von 1980 bis 1987. Ein Jahrhundert-Kampf war der von 1985 gegen Thomas („Hitman“) Hearns. Der war sehr hochgewachsen, seinen Spitznamen hatte er von seinen hart geschlagenen Geraden und Haken, ein wunderbarer Boxer. Hagler und Hearns mochten sich nicht. Daher bekam ihr Kampf im „Cesar’s Palace“ in Las Vegas 1985 das Label „The War“. Hagler griff unerbittlich („Beinarbeit“) an, zermürbte Hearns und schlug ihn der in der dritten Runde k.o. Danach trat er zurück und wurde Schauspieler. Im Alter von 66 Jahren ist er nun gestorben (David Pfeifer, SZ 15.3.21).

3307: Joachim Löw: endlich weg !

Mittwoch, März 10th, 2021

Es gibt nicht viele Ämter in Deutschland, die so wichtig genommen werden, wie das Amt des DFB-Bundestrainers. Das kann ich meinen Bekannten, die keine Ahnung vom Fußball haben, kaum verständlich machen. Fast kein anderer Nationaltrainer ist so lange im Amt wie Joachim Löw. Die Nationalmannschaft hatte mit ihm 15 Jahre lang insgesamt eine gute Zeit. Am Ende aber häufte sich das Versagen. Das versuchte Joachim Löw mit staatstragendem Gebaren (z.B. in einem „Kicker“-Interview) zu übertünchen. Bei der 0:6-Niederlage gegen Spanien ging das nicht mehr. Zur Hilfe kam ihm aber der Machtkampf im DFB. Dort herrscht ein kaum vorstellbares HickHack mit starken lächerlichen Einschüssen. Wir brauchen einen fähigen Bundestrainer (Philipp Selldorf, SZ 10.3.21).

3281: Sabine Töpperwien ist nur noch Fan.

Montag, Februar 22nd, 2021

Die langjährige Radio-Sport-Chefin des WDR, Sabine Töpperwien, ist nur noch Fan, nämlich im Ruhestand. 1997 hatte sie die Reportage vom Uefa-Cup-Finale Inter Mailand gegen Schalke o4 mit Manni Breuckmann abgeliefert (Stern 4.2.21). Sie hat bei uns studiert (Institut für Publizistik, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Zentrum für interdisziplinäre Kommunikationswissenschaft). Wir waren das gefragteste Fach in der Sozialwissenschaftlichen Fakultät (Soziologie, Politikwissenschaft, Sozialpsychologie, Sozialpolitik, Publizistik).

2001 gab es für 42 Publizistik-Numerus-Clausus-Plätze 1.347 Bewerbungen. Meine eigenen Zahlen (1980-2010) kenne ich natürlich: 364 Examensarbeiten, 630 mündliche Prüfungen, 145 Vorträge, 406 Klausuren. Einige bekannte Studierende haben bei uns absolviert: Werner Blinda (Radio Bremen), Matthias Naß (Die Zeit), Rolf Töpperwien (ZDF), Ekkehard Launer (Tagessschau), Wolfgang Kapust (WDR), Michael Darkow (GfK), Klaus Gietinger (Autor, Regisseur), Katharina Wolkenhauer (Tagesthemen), Kay Meiners (Gewerkschaftliche Monatshefte), Wilhelm Tacke (NDR), Christine Jüttner (Göttinger Tageblatt), Eckhart Pohl (NDR), Bernhard Möllmann (ARD-Programmdirektion), Sabine Töpperwien (WDR), Volker Steinhoff (Panorama), Justus Demmer (dpa), Hans-Christian Winters (Cuxhavener Nachrichten), Peter-Matthias Gaede (Geo), Katja Reider (Autorin), Daniel Satra (NDR), Okka Gundel (WDR), Normen Odenthal (ZDF) und viele andere. An der Eberhard-Karls-Universität Tübingen forscht und lehrt Prof. Dr. Martina Thiele Kommunikationswissenschaft.

3277: Flick wehrt sich gegen AfD.

Samstag, Februar 20th, 2021

Der Trainer des FC Bayern München, Hansi Flick, hat per einstweiliger Verfügung eine Unterlassung gegen den AfD-Bundestagsabgeordntenen Johannes Huber erwirkt. Dieser hatte ein Bild von Flick mit der Überschrift „Bayern-Trainer Flick kontert Lauterbach.“ gepostet und Flick mit dem Satz zitiert: „Man kann die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören.“ Dadurch sah sich Flick sinnentstellt zitiert. Johannes Huber hat den Post inzwischen gelöscht. Flick hat sich mit Lauterbach mittlerweile ausgesprochen (FAZ 20.2.21).

3249: Biathlon: Korruption und Doping jahrelang vertuscht

Freitag, Januar 29th, 2021

Ein im November 2018 in Auftrag gegebener Bericht der Internationalen Biathlon Union (IBU) besagt, dass im internationalen Biathlon jahrelang Korruption und Doping vertuscht worden sind. Verantwortlich dafür waren der norwegische Präsident Anders Besseberg (1992-2018) und die Generalsekretärin Nicole Resch (Deutschland). Insbesondere russische Machenschaften haben sie dabei jahrelang gedeckt. Dafür wurde

Geld gezahlt, es gab teure Uhren, kostenlose Jagdausflüge, Luxusurlaube und die Dienste von Prostituierten.

Präsident Besseberg habe bei „allem, was er tat, konsequent russische Interessen bevorzugt“. „Das von Herrn Besseberg proklamierte Engagement für sauberen Sport war eine Farce.“ Frau Resch soll vor den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 abnorm hohe Blutwerte beim Russen Jewgeni Ustjugow ignoriert haben. Ustjugow gewann später gedopt mit der Staffel Gold. In Österreich und Norwegen laufen Strafverfahren gegen Besseberg und Resch. Der gegenwärtige IBU-Präsident Ole Dahlin zeigte sich über das Fehlverhalten seines Vorgängers schockiert (SZ 29.1.21).

3184: Russland darf nicht an Olympischen Spielen und Fußball-WM teilnehmen.

Freitag, Dezember 18th, 2020

Wegen Staats-Dopings darf Russland nicht an den Olympischen Spielen in Tokio 2021 und an der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022 teilnehmen. Das entschied der Internationale Sportgerichtshof Cas. Er halbierte damit die Ende 2019 von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verhängte Strafe. Russische Sportler dürfen unter bestimmten Bedingungen als „neutrale Athleten“ starten (sid, SZ 18.12.20).

3176: Schmutziges Sommermärchen

Samstag, Dezember 12th, 2020

Es erhärtet sich der Verdacht, dass die Vergabe der Fußball-WM 2006 nach Deutschland mit unlauteren Mitteln erreicht wurde. Entsprechende Daten liegen der SZ und dem „Spiegel“ vor. Danach hat

Leo Kirch

gemeinsam mit der Schweizer Vermarktungsagentur CWL unter Geschäftsführer

Günter Netzer

und mit Wissen des DFB mit dubiosen Methoden Stimmenfang betrieben. Stimmberechtigte Fifa-Mitglieder aus Malta und der Karibik erhielten Provisionen für angebliche Beratungsdienste bei Eishockey-Rechten zugeschanzt. Gleichzeitig sorgte der DFB dafür, dass sich Kirch bei anderer Gelegenheit „eine goldene Nase“ verdienen konnte, wie es in einer Mail vom DFB hieß (SZ 12.12.20).

3166: Der Jogi muss weg.

Mittwoch, Dezember 2nd, 2020

Wir wissen nicht erst seit dem 0:6 von Sevilla, wie begrenzt die Möglichkeiten von Jogi Löw als Bundestrainer sind. Sondern auch das Desaster bei der WM 2018 zeigt das. In letzter Zeit war der Jogi besonders „erdenfern“. Und wir konnten erkennen, was er alles nicht tut, etwa führen. Trotzdem bescheinigt ihm die DFB-Spitze ein „klares Konzept“. Da profitiert Joachim Löw von dem Streit in der DFB-Führung und der Schwäche von Präsident Keller, der viele Gegner hat. Da kann der Jogi selbst als „kämpferisch“ erscheinen und sogar behaupten, seine Weiterbeschäftigung nach der Niederlage gegen Spanien hätte man früher haben können.

Unterstützung erhält Jogi natürlich aus dem Profilager, das seine eigenen Ziele verfolgt und nicht immer hauptsächlich die Nationalmannschaft im Blick hat. Hier wird uns klar, dass die wirklichen Spitzenspieler bei den Terminierungen von Fifa und Uefa völlig überlastet sein müssen. Und dann manchmal flügellahm sind. Joachim Löw lässt sich dann nicht blicken. Und seine Verteidiger sagen: Das hat er doch schon immer so gemacht. Stimmt! Das Thema Hummels-Boateng-Müller stellt sich nicht. Aber die Mitverantwortung von Oliver Bierhoff wird klar. Der muss mit dem Jogi weg. Dem fiel ja nach der 0:6-Niederlage nichts anderes ein, als mit seinen Ko-Trainern Marcus Sorg und Andreas Köpke zu konferieren. Und mit seinem Mentor Urs Siegenthaler (Philipp Selldorf, SZ 1.12.20; Christoph Kneer, SZ 1.12.20; Philipp Selldorf, SZ 2.12.20). Das bringt alles nichts.

Worum es wirklich geht, ist, dass noch kein neuer Mann gefunden worden ist. Aber es gibt dafür geeignete Personen. Man muss sie nur wollen und suchen. Und wenn Kandidaten wie Hansi Flick, Thomas Tuchel und Jürgen Klopp, die am Stammtisch hoch geschätzt werden, gegenwärtig nicht zur Verfügung stehen, dann heißt das nicht, dass man in England, Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Italien niemand finden kann. Ja, es kommen auch Ausländer in Frage! Das wissen wir doch. Von seinen bereits erwiesenen Kompetenzen her ein guter Mann wäre Ralf Rangnick. Aber der ist nicht volkstümlich genug, was heute auch wichtig ist. Außerdem hatte er sich einstmals bereits einen Burn Out geleistet. Der kommt also auch nicht in Frage.

Also: Sucht mal schön. Denn wer suchet, der findet!

3138: DFB und DFL: Streit um Fernsehgelder

Donnerstag, November 12th, 2020

VfB Stuttgart, FC Augsburg, Arminia Bielefeld und Mainz 05 hatten kürzlich einen Vorstoß unternommen, um die Fußball-Fernsehgelder, wie sie fanden, gerechter zu verteilen. Daraufhin wurden sie vom FC Bayern-Präsidenten Karl-Heinz Rummenigge nicht zu einem Treffen der Klubs der ersten Bundsliga in Frankfurt eingeladen. Rummenigge: „Den Solidarpakt haben wir nicht gebrochen – sie haben uns den Fehdehandschuh hingeworfen.“ Bisher sahnen die Spitzenklubs den Löwenanteil der Fernsehgelder ab.

An dem Konflikt zeigt sich, wie erbarmungslos im deutschen Fußball um Fernsehgelder gekämpft wird. Die Nicht-Einladung der vier Vereine wurde auch von Klubs kritisiert, die an der Runde teilnahmen, wie Werder Bremen. Auch die Fan-Organisationen plädieren für eine andere Verteilung der Gelder, welche die unteren Klubs der Bundesliga stärker berücksichtigt. Das ist Karl-Heinz Rummenigge anscheinend egal. Es geht für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 um etwa 4,4 Milliarden Euro. Am 7. Dezember gibt es ein Treffen der 36 Erst- und Zweitligisten. Die Entscheidung trifft das neunköpfige DFL-Präsidium. Da hat FC Bayern München mit Christian Dreesen nur einen Vertreter (Philipp Selldorf, SZ 12.11.20).