Archive for the ‘Philosophie’ Category

4548: Schleuserchef festgenommen

Mittwoch, Oktober 25th, 2023

Die Polizei hat bei einer Razzia in Monheim (Nordrhein-Westfalen) einen Schleuserchef festgenommen. Seine Gruppe soll für den Tod von mehr als 100 Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer verantwortlich sein. Der 41-jährige Libanese habe von Duisburg aus Boote organisiert, um Flüchtlinge aus dem Libanon nach Italien zu bringen. Bei dem Unglück im September 2022 seien 100 bon 170 Menschen gestorben. Insgesamt ermittelt die Polizei gegen fünf Männer mit libanesischer, syrischer und marokkanischer Staatsbürgerschaft (SZ 25.10.23).

4547: Schweden im November in der Nato

Mittwoch, Oktober 25th, 2023

Nachdem die Türkei die Blockade des schwedischen Nato-Beitritts aufgegeben hat, kann nach Mitteilung des Generalsekretärs Jens Stoltenberg der Beitritt im November erfolgen. Vorgesehen ist er auf einem Außenminister-Treffen (SZ 25.10.23).

4546: Catherine Deneuve 80

Dienstag, Oktober 24th, 2023

Die französische Schauspielerin Catherine Deneuve ist 80 Jahre alt geworden. Sie gilt als eine der schönsten Schauspielerinnen auf der Welt, in einer kühl erscheinenden Schönheit. Francois Truffaut sagte über sie: „Sie ist so schön, dass ein Film, in dem sie spielt, auch ohne Geschichte auskommt.“ Deneuve hat seit 1957 in über 140 Filmen gespielt und eine Weltkarriere gemacht. Sie hat gedreht mit Roman Polanski, Luis Bunuel und Francois Truffaut. Ihr erster Welterfolg war „Ekel“ 1967, der zweite im gleichen Jahr „Belle de Jour“. Dabei steht Deneuve in dem Ruf, sich von der wichtigsten Regisseuren kein X für ein U vormachen zu lassen. Mit ihr und Gerard Depardieu drehte Truffaut „Metro“ (1980). Sie hat eine sehr große Zahl höchster Auszeichnungen erhalten: den Goldenen Löwen, die Goldene Kamera, den César, den Goldenen Ehrenbär, mehrere Nominierungen für den Oscar. Sie ist Mitglied der französischen Ehrenlegion.

Catherine Deneuve hat es geschafft, in der lesbischen Community angesehen zu sein. Sie ist auch als Sängerin erfolgreich, als Designerin und als Journalistin. Fast unglaublich. Ihr vielfältiges soziales Engagement kommt zum Ausdruck in ihren Einsatz gegen das Verbot der Abtreibung, sie kämpft gegen die Todesstrafe (nicht nur in den USA), setzt sich für die Opfer von Landminen ein und kämpft gegen die Genitalverstümmelungen bei Frauen auf der ganzen Welt. Kinder hat sie von den Schauspielern und Regisseuren Roger Vadim und Marcello Mastroianni. Die wiederum sind auch Schauspieler.

4545: Motto des Deutschen Evangelischen Kirchentags: „Mutig, stark, beherzt“

Dienstag, Oktober 24th, 2023

Der nächste Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 30.4. bis 4.5.2025 in Hannover statt. Unter dem Motto „Mutig, stark, beherzt“. Das gab die Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund bekannt. Das Motto ist an eine Stelle im ersten Korintherbrief angelehnt. „Der Kirchentag ist das größte zivilgesellschaftliche Ereignis der Bundesrepublik.“ Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay sagte: „Wir sind eine Stadt der religiösen Vielfalt.“ (SZ 24.10.23)

4544: Christiane Benner IG-Metall-Vorsitzende

Dienstag, Oktober 24th, 2023

Die 55-jährige Christiane Benner ist mit 96,8 Prozent der abgegebenen Stimmen für vier Jahre zur IG-Metall-Vorsitzenden gewählt worden. Ein sehr gutes Ergebnis. Damit wird die IG Metall zum ersten Mal von einer Frau geführt. Benners Vorgänger Jörg Hofmann, 67, war nach zwei Amtszeiten aus Altersgründen nicht mehr angetreten (SZ 24.10.23).

4542: Armin Nassehi: Der Antisemitismus ist von hier.

Montag, Oktober 23rd, 2023

Der Soziologe Armin Nassehi belegt, dass der Antisemitismus nicht nur aus der muslimischen Welt kommt, sondern ein ur-europäisches Phänomen ist. Alles andere sei „dummes Gerede“. Die deutsche Linke bezeichnet die Kritik am islamischen Antisemitismus häufig als „Rassismus“. Ein alter Trick. Nassehi zitiert aus Richard Wagners

„Das Judentum in der Musik“.

Die Linke verachtet Israel dafür, dass es für etwas steht, das sie selbst verachtet: eine marktwirtschaftliche Ordnung, pluralistische Offenheit, für eine liberale westliche Toleranz, für die Koalition mit Amerika. Nur vor diesem Hintergrund kann man Terrororganisationen wie Hamas, Hisbollah oder PLO als linke Befreiungsbewegungen sehen. Israel ist immerhin zu Selbstkritik und Selbstkorrektur prinzipiell in der Lage. Das vermögen autokratische Anrainer nicht. Das ist der derzeitige geostrategische Weltkonflikt.

Übrigens kämpft Wladimir Putin gegen das Jüdische in der Ukraine in Gestalt seines Präsidenten Wolodimir Selenskij (Zeit 12.10.23).

4540: Wim Wenders „Anselm. Das Rauschen der Zeit“

Sonntag, Oktober 22nd, 2023

In seinem neuen Dokumentarfilm

„Anselm. Das Rauschen der Zeit“ (93 Minuten)

porträtiert Wim Wenders den „Großkünstler“ Anselm Kiefer hauptsächlich in seinem großen Atelier bei Paris, einem riesigen Themenpark. Besucht werden auch andere Orte der Kieferschen Produktivität. Wenders und Kiefer sind beide Jahrgang 1945 und Freunde. Das ist vermutlich nicht immer gut. Kiefer hat Zeit seines künstlerischen Lebens stets gegen das deutsche Vergessen (des Nationalsozialismus) gekämpft. Mit großen Formaten und ungewöhnlichen Stoffen.Und ohne nachzulassen.

In Deutschland fand er zunächst wenig Anerkennung, um so mehr dafür in den USA, in Großbritannien und Frankreich. Da war das Vergessen nicht so erfolgreich. Kiefer bewegte sich auf den Pfaden der deutschen Romantik. Deren Protagonisten waren der Meinung, dass die Vergangenheit zum Sprechen gebracht werden kann. Das fasziniert Wenders, der eigentlich auch Maler hatte werden wollen. Wenders folgt Kiefer auf dessen Fahrrad durch die riesigen Räume. Er sieht in ihm ein Genie. Einmal steht Anselm Kiefer, wie gemalt von Caspar David Friedrich, auf einem Hügel und schaut ins diesige Tal. Mehr Verbundenheit geht nicht.

Die beiden Freunde hatten das Filmprojekt schon seit langem angebahnt. Wenders zeigt Kiefers Entwicklung als Weg der Erkenntnis und der ästhetischen Reife. Er bedient damit ein romantisches Klischee. Die professionelle Kritik sieht den Film eher kritisch. So schreibt Sophie Jung (taz 11.10.23): „Wim Wenders hat mit diesem Film ein Monument für Anselm Kiefer gedreht, so pathetisch und einseitig ein Monument eben ist. Ein recht verstaubtes Monument übrigens.“ Philipp Bovermann (SZ 11.10.23): „Kiefer hat sich keinen Gefallen getan, sich für dieses eitle Beweihräucherungswerk zur Verfügung zu stellen.“

4539: Margarethe von Trotta „Ingeborg Bachmann. Reise in die Wüste“

Samstag, Oktober 21st, 2023

Margarethe von Trotta hat sich in ihren Filmen über Rosa Luxemburg und Hannah Arendt bereits mit Erfolg wichtigen intellektuellen Frauen gewidmet. Nun geht es um das Scheitern der Liebe von Ingeborg Bachmann und Max Frisch (1958-1963). Dass deren Liebe scheitern wird, zeigt der Film von Anfang an. Die Hauptdarsteller Vicki Krieps und Ronald Zehrfeld erweisen sich ihren Rollen als gewachsen. Zehrfeld ist aber zu dick. Krieps schön. Sie trägt edle Kleider und mehrreihige Perlenketten. Manchmal fragen wir uns, warum liebt sie diesen Mann eigentlich. Vielleicht war es ja so. Ingeborg Bachmann war nicht nur eine moderne und unnachgiebige Frau, sie war auch verträumt. Und sie wollte mit Max Frisch zusammenleben.

Das ging schon deswegen nicht, weil der mit seiner Schreibmaschine einen Umgang pflegte wie mit einer „Kalaschnikoff“. Die Protagonisten waren Konkurrenten. Sie scheitern auch an den Vorstellungen von den Geschlechterrollen um 1960. Max Frisch kommt in diesem Film schlechter weg als in dem 1.038 Seiten umfassenden Briefwechsel der beiden („Wir haben es nicht gut gemacht“ 2023). Das liegt auch am Medium Film, das nicht so viele Möglichkeiten bietet wie Literatur. Aus dem Briefwechsel wissen wir, dass Max Frisch keineswegs der frauenmordende Chauvi war. Der Komponist Hans Werner Henze und der Wiener Filmemacher Adolf Opel kommen im Film gut weg. Und Ingeborg Bachmann erscheint uns als sinnlich, lebenslustig und unglücklich (Kathleen Hildebrand, SZ 20.10.23).

4538: Russland finanziert Rechte.

Samstag, Oktober 21st, 2023

Im Parlamentarischen Kontrollgremium des Deutschen Bundestags teilte der Präsident des Bundesverfassungschutzes, Thomas Haldenwang, mit, dass nach einer Arbeitshypothese des BfV sich Russland und rechtsextreme deutsche Kreise vernetzen. Dabei geht es auch um Finanzierung. Wahrscheinlich auch um die Finanzierung von Parteien am äußersten rechten Rand des Parteienspektrums (SZ 17.10.23).

4537: Serbien und Kosovo müssen sich verständigen.

Samstag, Oktober 21st, 2023

Der Westbalkan (Serbien, Kosovo, Montenegro, Bosnien, Nordmazedonien) gehört zu Europa. Seine Staaten sollten so bald wie möglich in die EU integriert werden. Die EU muss das aber wollen. Auch die politischen Hintersassen in Deutschland, welche die strategische Bedeutung dieses Schritts noch nicht verstanden haben. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Bundeskanzler Scholz haben Serbien und Kosovo aufgefordert, sich zu verständigen. Sonst gibt es kriegersiche Lösungen wie im Nahen Osten. Von der Leyen: „Es ist wichtig für Serbien und Kosovo, miteinander zu kooperieren.“ (SZ 17.10.23)