Archive for the ‘Philosophie’ Category

5456: Bundesministerin Karin Prien (CDU) würde emigrieren.

Freitag, Oktober 10th, 2025

Wenn die AfD einmal Kanzlerpartei werden würde, wanderte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) vorher aus. Prien hat jüdische Vorfahren. „Wenn die AfD den Bundeskanzler stellt, dann werde ich sicherlich vorher Deutschland verlassen. Das kann ich, glaube ich, heute so sagen. Das wäre nicht mehr mein Land. Und ich fürchte aber, dass das schon sehr spät ist.“ Dem deutschen Staat gelinge es schon heute nicht mehr, „Jüdinnen und Juden wirklich wirksam zu schützen vor den Angriffen auf der Straße.“ (SZ 10.10.25)

5454: Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) wird 80.

Samstag, Oktober 4th, 2025

Die „Süddeutsche Zeitung“ wird 80. Nach zwölf Jahren Nazi-Propaganda wurde sie 1945 von den US-Amerikanern in München begründet. Hat heute sehr viele Leser. Unter anderen mich. Ihre Gründung war Privileg und Bürde zugleich. Oberstes Ziel: Wahrhaftigkeit. Mittlerweile ist die Zeitung nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt zu Hause. Man kann sie auf einer Website und in Podcasts lesen. Ihre Werte: Aufklärung, Freiheit, Demokratie. Das klappt so einigermaßen. Voraussetzung dafür ist unabhängiger Journalismus. Nicht so wie Donald Trump es will.  Heute sind die Zeitungen wegen der stark gewachsenen Medienkonkurrenz wirtschaftlich unter Druck. Die Werbung geht zurück. Um so mehr braucht es unerschrockene Redaktionen, die bei ihrer Linie bleiben und sich nicht an die Macht anpassen. Ohne solche Medien wie die „Süddeutsche Zeitung“ gäbe es keine Demokratie. Dessen müssen wir uns bewusst bleiben (Judith Wittwer, SZ 4./5.10.25).

5453: Rechtsextremismus teilweise direkt aus der DDR

Freitag, Oktober 3rd, 2025

Nationalsozialismus, Faschismus und Rechtsextremimus werden als kapitalistisch betrachtet. Dafür sprechen auch mehrere Gründe. Nun aber leitet Klaus Schroeder den Rechtsextremismus speziell in Ostdeutschland weithin aus der DDR ab. Schroeder ist Professor und Leiter des Forschungsverbuds SED-Staat und der Arbeitsstelle Politik und Technek an der Freien Universität Berlin.

Er schreibt:

Ganz eindeutig ist es nicht, wie Rechtsextremismus zustande kommt. Die DDR betrachtete sich als antifaschistisch und betrieb eine Staatswirtschaft mit Vollbeschäftigung. Die allerdings in die Pleite führte. Hilfsweise wurde in der Ideologie der DDR die breite Bevölkerung von der Verantwortung für den Nationalsozialismus ausgenommen. In der DDR waren ohnehin Lippenbekenntnisse weit verbreitet. Viele Menschen dort betrachteten sich als Deutsche und nicht als DDR-Bürger. Ein liberaler Lebensstil wurde ausgeschlossen und Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung akzeptiert. Eine richtige Konfliktkultur gab es nicht. Die DDR-Bürger kannten sich im Ausland nicht aus. Mit den Ausländern im eigenen Lande hatten sie wenig Kontakt. Im Laufe der Entwicklung traten zunehmend Punks und Skinheads auf den Plan. Natürlich bei den Jungen. Dadurch kam es zu antikommunistischen und antisemitischen Parolen. Fußballfans verstärkten die Phänomene. Zum Ende der DDR hin nahm die Gewaltkriminalität bei Jugendlichen stark zu. Eine große Rolle spielte auch der starke Alkoholkonsum. Ausländerfeindliche Parolen nahm die DDR-Bevölkerung hin. Das geschah zunächst eher im Verborgenen und wurde dann immer offener. Skinheads, Hoooligans und Faschos bekamen immer mehr Einfluss. In der DDR oft „Gammler“ genannt. Ausländer erschienen immer mehr als Störfaktoren. Die jungen Leute von heute, die nach dem Fall der Mauer 1989 geboren sind, lernen das flächendeckend im Familienverbund. So ist in der späten DDR der Boden für einen gefährlichen Rechtsextremismus bereitet worden. Er trägt heute Früchte (FAZ 2.10.25).

5451: Moldau bleibt auf Europa-Kurs,

Donnerstag, Oktober 2nd, 2025

Die proeuropäische Regierungspartei PAS hat in Moldau die Wahl gewonnen. Mit 49,8 Prozent. Der prorussische Patriotische Block kam auf 24,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 52 Prozent. Das ist richtungsweisend. Moldau ist seit 2022 EU-Beitrittskandidat. Ursula von der Leyen begrüßet das Wahlergebnis. Es gibt uns in Europa Hoffnung (SZ 30.9.25).

5450: SPD will Hilfe für die Stahlbranche.

Mittwoch, Oktober 1st, 2025

Die SPD verlangt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) mehr Hilfe für die Stahlbranche. Sie fürchtet um Arbeitsplätze. Das geht aus einer Beschlussvorlage aller SPD-Fraktionschefs hervor. Die SPD hat sogar eigens eine Kommission gebildet (SZ 29.9.25).

5449: Betrug beim Bürgergeld

Dienstag, September 30th, 2025

Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet viele Verdachtsfälle auf bandenmäßigen Betrug beim Bürgergeld. Bis August wurden 293 Verdachtsfälle neu eingeleitet. 320 Verfahren wurden erledigt. In 151 Fällen wurde Strafanzeige gestellt. 2024 waren insgesamt 421 Fälle erfasst und 209 Strafanzeigen gestellt worden. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Bei bandenmäßigen Leistungsmissbrauch werden häufig Bürger aus Osteuropa nach Deutschland gelockt (SZ 29.9.25).

5448: Differenzen in der Missbrauchsaufklärung bei der EKD

Freitag, September 26th, 2025

Die Missbrauchsaufklärung in der EKD funktioniert nicht. Der Sprecher des Beteiligungsforums Sexuelle Gewalt, Detlef Zander, hat gerade sein Amt niedergelgt. Es gebe unüberbrückbare Spannungen bei der Aufarbeitung. In Niedersachsen etwa gibt es keine funktionierende Aufarbeitungskommission. Die Arbeit hat erst 2022 begonnen, nachdem die Vorgängerinstitutionen bereits gescheitert waren (SZ 25.9.25).

5447: Ex-Bahn-Manager verzichtet auf Posten.

Freitag, September 26th, 2025

Nach massiver Kritik der Gewerkschaft EVG verzichtet der frühere Bahn-Manager Dirk Rompf auf den Chefposten der DB-Infrastruktursparte InfraGo. Das hat er der neuen Bahn-Chefin Evely Palla mitgeteilt. Er habe sich aber nichts vorzuwerfen. Nach Ansicht der Gewerkschaft hat der frühere Manager der DB Netz „das Spardiktat massiv durchgezogen und ist mitverantwortlich, dass die Infrastruktur in so einem Zustand ist“ (SZ 26.9.25).

5446: Bundespräsident lädt Papst nach Deutschland ein.

Mittwoch, September 24th, 2025

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Papst Leo XIV. nach Deutschland eingeladen. Die „Stimme aus Rom“ spiele eine entscheidende Rolle beim Zusammenhalt der Gesellschaft. Das ist das Ergebnis der  Audienz, die Steinmeier im Vatikan erhielt. Steinmeier äußerte seine Sorge über die Kriege in der Ukraine und in Gaza. Thema soll auch der Mitgliederschwund der katholischen Kirche sein. Er sei eine Folge von Säkularisierungstrends, aber auch von den Mirrbrauvhsskandalen (SZ 23.9.25).

5445: Kanzler-Beauftragter für Investitionen

Mittwoch, September 24th, 2025

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Commerzbank, Martin Blessing (62), zu seinem persönlichen Investitions-Beauftragten ernannt. Er soll ausländische Investitionen nach Deutschland holen. Besoldet wird er mit einem symbolischen Euro (SZ 23.9.25).