Archive for the ‘Philosophie’ Category

4334: Die AfD dominiert in Ostdeutschland.

Montag, Mai 22nd, 2023

Wären am Sonntag Wahlen, wäre in den ostdeutschen Bundesländern die AfD mit 26 Prozent die stärkste Kraft, diese rechtspopulistische bis rechtsextreme Partei. Ob wir das wollen oder nicht. 2024 werden die Landtage in Sachsen, Thüringen und Brandenburg gewählt. Dort hat die AfD ungefähr ein Viertel der Wähler auf ihrer Seite. Sie ist erstaunlich stabil. Die angespannte Weltlage nützt der Partei, so sehr sie auch Menschen abstößt, die sie nicht wählen. Das bringt etwa die CDU in große Schwierigkeiten; denn ihr Mantra, nicht mit der AfD oder den Linken zu regieren, kann sie heute schon in Thüringen nicht mehr voll durchhalten. Bei der AfD erscheint als Paradox, dass sie um so mehr Wähler anzieht, je unseriöser sie wird (Anne Hähnig, Die Zeit 11.5.23).

Da komme nun keiner und behaupte, die Ossis seien in allem und jedem genau so wie die Wessis.

4333: Gas und Strom wieder günstiger

Montag, Mai 22nd, 2023

Die Strom- und Gaskunden der örtlichen Grundversorger zahlen wieder niedrigere Preise. 91 Strom- und 80 Gasfirmen senken im Mai, Juni und Juli ihre Tarife. Strom wird im Durchschnitt um rund 14 Prozent günstiger, Gas um 23 Prozent. Insgesamt jedoch „bleibt das Preisniveau hoch“ (SZ 22.5.23).

4332: IG Metall-Steuerpolitik

Sonntag, Mai 21st, 2023

Christiane Brenner ist die designierte IG Metall-Vorsitzende. In einem Interview mit Alexander Hagelüken und Benedikt Peters (SZ 17./18.5.23) sagt sie:

„Der Spitzensteuersatz muss steigen. Wir brauchen eine Vermögenssteuer. Und: Wer Millionen erbt, muss darauf mehr Steuern zahlen. Wir werden der Ampel auf die Füße treten. Die Ungleichheit in Deutschland gefährdet die Demokratie. Die Politik kann auch mal neue Wege gehen. Wer in Norwegen ein Gemälde kauft, zahlt darauf eine Extra-Abgabe. Das Geld fließt in Bildung. Eine solche gesellschaftliche Solidarität wünsche ich mir hier auch.“

4330: Kampfjet-Koalition für die Ukraine

Freitag, Mai 19th, 2023

Großbritannien und die Niederlande haben sich zu einer Kampfjet-Koalition zusammengeschlossen. Sie will der Ukraine Kampfflugzeuge vom Typ F-16 liefern und Piloten dafür ausbilden. Deutschland beteiligt sich daran nicht. Die Bundesrepublik liefert modernste Flugabwehrsysteme (SZ 19.5.23).

4329: Sigmund Freud und Carl Gustav Jung 1909 in Bremen

Donnerstag, Mai 18th, 2023

Anlässllich der Landtagswahlen in Bremen erinnert sich Benno Schirrmeister (taz 12.5.23) an den Beginn des Zerwürfnisses zwischen Freud und Jung in Bremen 1909. Sie waren auf dem Weg zu einer Vortragsreise in die USA. Und besuchten im Bremer Dom den „Bleikeller“. Mit seinen speziellen Leichen. Diese begeisterten Jung und stießen Freud ab. Die „Archetypen“ und das „kollektive Unbewusste“ näherten sich dem Raunen vom deutschen Volksgeist. Begann hier ein „Vatermord“ oder eine „Autoaggression“? Sandor Ferenczy, der in Bremen dabei war, hat dem Ganzen keine so große Bedeutung beigemessen wie Protagonisten selbst.

Später wurde Carl Gustav Jung ein richtiger Nazi (vgl. Ludwig Marcuse: Mein zwanzigstes Jahrhundert. Auf dem Weg zu einer Autobiographie. Frankfurt am Main und Hamburg: Fischer 1968, S. 141-151). Deswegen ist Jung in Deutschland so beliebt. Weil er kein Jude war und die Sexualität im Gegensatz zu Freud ächtete. Drei Zitate genügen hier zum Beleg: „Das arische Unbewusste hat ein größeres Potential als das jüdische.“ „Meines Erachtens ist es ein schwerer Fehler der bisherigen medizinischen Psychologuie gewesen, dass sie jüdische Kategorien … unbesehen auf den christlichen Germanen und Slawen verwandte.“ „Wo war die unerhörte Spannung und Wucht, als es noch keinen Nationalsozialismus gab? Sie lag verborgen in der germanischen Seele, in jenem tiefen Grunde, der alles andere ist als der Kehricht-Kübel unerfüllbarer Kinderwünsche und unerledigter Familienressentiments.“

Das ist klassischer nationalsozialistischer Rassismus. Und heute will das wieder keiner wahrhaben.

1945 erkannte der Schweizer Carl Gustav Jung dann die deutsche Kollektivschuld.

4327: Großbritannien liefert der Ukraine Kampfdrohnen.

Dienstag, Mai 16th, 2023

Premierminister Rishi Sunak kündigte beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij an, dass Großbritannien der Ukraine hunderte Kampfdrohnen mit einer Reichweite von mehr als 200 Kilometern und zahlreiche Flugabwehrraketen liefern wird. Damit können Ziele auf der Krim erreicht werden. Als erstes Land hat Großbritannien damit begonnen, Langstrecken-Marschflugkörper zu schicken. So trägt die Militärhilfe aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland wesentlich dazu bei, die Ukraine beim Erreichen ihrer Kriegsziele zu unterestützen (SZ 16.5.23).

4323: Habermas liegt grundsätzlich falsch.

Samstag, Mai 13th, 2023

Der russische Politik-Professor Grigori Judin schreibt (SZ 13./14.5.23):

„Der Philosoph Jürgen Habermas hat kürzlich dafür plädiert, mit Wladimir Putin zu verhandeln und ihm zu garantieren, dass man Versuche, seine Tyrannei zu stürzen, niemals unterstützen werde. Genau diese Vision zeigt, dass nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wurde: Man will mit Mördern verhandeln, während die Opfer der Unterdrückung vom Verhandlungstisch gejagt werden. Einer solchen Politik wird es nicht gelingen, den Krieg zu beenden, wieder Frieden in Europa zu schaffen und gute Beziehungen zwischen Deutschland und Russland zu etablieren. Sie wird Deutsche wie Russen auf ewig verwundbar durch Putins Erpressung machen.“

4320: In Ostdeutschland lebt der Antiamerikanismus der SED weiter.

Mittwoch, Mai 10th, 2023

Der in der DDR geborene Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk ist ein Spezialist für die Geschichte der DDR. Er hat nach 1990 an der Humboldtuniversität in Berlin studiert. Sein wichtigstes Buch (2009) trägt den Titel „Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR“. Jetzt hat er Katrin Gottschalk in der „taz“ (6.-12.5.23) ein Interview gegeben, in dem er besser als alle anderen das

Sonderbewusstsein in Ostdeutschland

erklärt. Ich führe das hier in Stichpunkten auf:

1. Die Unterstützung der Ukraine gegen den verbrecherischen russischen Angriffskrieg ist in Ostdeutschland viel schwächer als im Westen.

2. Die Revolution von 1989 wurde in der DDR nicht von einer Mehrheit getragen, sondern von verschiedenen Minderheiten.

3. Die Rote Armee hatte in gewisser Hinsicht zu Recht einen guten Ruf, weil sie gekommen war, um Hitler zu besiegen.

4. Die Veränderungen von 1989 wurden in Ostdeutschland so weich abgefedert wie nirgendwo sonst.

5. Der Westen dachte 1989 irrtümlich, sein System sei selbsterklärend, und versäumte es, den Ostdeutschen das freiheitliche System zu verdeutlichen.

6. Noch heute gibt es in Ost und West weithin verschiedene Verständnisse von Begriffen. Etwa bei der Pressefreiheit.

7. In Ostdeutschland ist der Antiamerikanismus der SED immer noch vorherrschend.

8. „In der DDR gab es auch keinen Frieden, sondern beständigen Krieg gegen die Gesellschaft – manifestiert etwa durch die Mauer.“

9. „Die DDR war das größte Freiluftgefängnis in Europa nach 1945. Viele Menschen haben die Diktatur jedoch nicht als Unfreiheit wahrgenommen, ähnlich wie aktuell in Russland oder China.“

4319: Israel tötet drei Dschihad-Anführer.

Mittwoch, Mai 10th, 2023

Bei Luftangriffen auf den Gaza-Streifen hat die israelische Luftwaffe drei Kommandeure des Islamischen Dschihad getötet. Palästinensischen Angaben zufolge wurden noch zehn Frauen und Kinder getötet. Zudem gab es viele Verletzte. Israel bezeichnet die Angriffe als Vergeltung für den heftigen Raketenbeschuss aus Gaza von voriger Woche (SZ 10.5.23).

4316: ICE verfährt sich.

Dienstag, Mai 9th, 2023

Auf der Strecke Hildesheim-Berlin (man könnte auch sagen: Göttingen-Hildesheim-Berlin) hat sich am Sonntag ein Schnellzug der Deutschen Bahn AG verfahren. Zwischen Braunschweig und Wolfsburg wurde der Zug in Richtung Magdeburg fehlgeleitet. Er kam aber nach einer halben Stunde zurück und hat seine Fahrt in Richtung Berlin mit allen Haltestellen fortgesetzt. Das ist – so unglaublich es auch erscheint – nicht das erste Mal. 2013 fuhr ein Zug (ebenfalls auf dem Weg nach Berlin) wegen einer falschen Weichenstellung hinter Fulda Richtung Göttingen statt Richtung Erfurt (SZ 9.5.23).