Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

4952: Ilko-Sascha Kowalczuk: Freiheitsschock. Eine andere Geschichte Ostdeutschlands von 1989 bis heute. München 2024

Mittwoch, August 21st, 2024

Der sehr angesehene Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk hat eine Geschichte Ostdeutschlands von 1989 bis heute vorgelegt, die es in sich hat. Gustav Seibt schreibt dazu (SZ 21.8.24):

„Kaum jemand im Osten habe, so Kowalczuk, die repräsentative, liberale Demokratie verstanden, die Mühsal der Kompromissfindung, die anstrengende Forderung nach eigener Beteiligung im Klein-Klein des politischen Alltags. Das Verhältnis zu Staat und Politik blieb unreif, infantil und paternalistisch, faul, fordernd und dauerenttäuscht zugleich. Man hübscht sich die Vergangenheit mit Geschichtslügen auf, spricht von Solidarität, wo es keine gab, ergeht sich in Gekränktheit, Selbstmitleid und Ostalgie. Es geht also eher um einen Kulturkampf als um soziale Schieflagen, so Kowalczuks Tenor.“

4951: Politbarometer Deutschland, Thüringen und Sachsen

Mittwoch, August 21st, 2024

1. Politbarometer Deutschland 

SPD 14, CDU/CSU 32, Grüne 13, FDP 4, AfD 16, Linke 3, BSW 8, Sonstige 10

2. Politbarometer Thüringen

Linke 15, AfD 30, CDU 21, SPD 7, Grüne 3, BSW 19, Sonstige 5

3. Politbarometer Sachsen

CDU 34, AfD 30, Linke 4, Grüne 6, SPD 6, BSW 11, Sonstige 9

 

4950: Bundeskanzler will weitere Förderung der Halbleiter.

Mittwoch, August 21st, 2024

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat beim ersten Spatenstich der neuen Halbleiterfabrik in Dresden weitere staatliche Hilfen für die Branche zugesagt. „Wenn wir diese Produktion in Europa haben wollen – wo sie nicht unbedingt am günstigsten zu machen ist -, dann müssen wir das finanziell ermöglichen.“ Die Fabrik in Dresden wird vom Chiphersteller TSMC gemeinsam mit Bosch, Infineon und NXP errichtet. Subventionskosten 5 Milliarden Euro (SZ 21.8.24).

4949: Grüne Minister für legale Abtreibungen

Dienstag, August 20th, 2024

Mehrere grüne Minister haben sich in einem gemeinsamen Positionspapier dafür ausgesprochen, Schwangerschaftsabbrüche zu entkriminalisieren und die Versorgungslage zu verbessern. Die deutsche Rechtslage achte die Rechte Schwangerer unzureichend und stigmatisiere Ärzte. Die grünen Minister schlagen eine Fristenlösung vor, also eine Legalisierung des Abbruchs in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft (SZ 20.8.24).

Diese Lösung ist überfällig.

4948: Zentralrat kritisiert Wagenknecht.

Dienstag, August 20th, 2024

Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisiert Sahra Wagenknecht und ihr BSW für ihre Position zu Nahost. „Das BSW befeuert mit seiner eher populistischen Positionierung den Israelhass in Deutschland.“ Wagenknecht vertrete eine „nicht untypische Denkweise in der politischen Linken“. „Die Realitäten in diesem Krieg werden aber nicht anerkannt: Israel kämpft gegen die Terrororganisation Hamas – und nicht gegen die palästinensische Bevölkerung.“ Israel müsse angstfrei leben können (SZ 20.8.24).

4947: Alain Delon ist gestorben.

Dienstag, August 20th, 2024

Er war einer der berühmtesten Schauspieler aller Zeiten. Galt als schön. Alain Delon ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Hatte nicht Schauspieler gelernt, sondern wollte Metzger werden. Mit 17 ging er zur Armee und kämpfte im schließlich verlorenen Indochina-Krieg. Dort lernte er Jean-Marie le Pen kennen und schätzen, den späteren Vorsitzenden der Partei „Front Nationale“ und Vorgänger seiner Tochter Marine le Pen.

Als Typ wurde Delon bald berühmt. Drehte mit Luchino Viscont und Jean-Pierre Melville. Ein erster Hit war „Nur die Sonne war Zeuge“ (1960), im gleichen Jahr „Vier im roten Kreis“. Alain Delon reihte sich in den Kreis der großen Einzelgänger ein wie John Wayne und Humphrey Bogart. Seine natürliche Arroganz stärkte seine Stellung. Er könnte Psychopathen und Mörder. Und dabei blieb stets etwas Spießbürgerliches. Es kamen „Rocco und seine Brüder“ (1960) und „Der Leopard“ (1963). Mit Romy Schneider hatte er eine viel besprochene Affäre (1959-1963). Auf politische Korrektheit nahm er aus Überzeugung kaum Rücksicht, kämpfte gegen Schwule und für reaktionäre politische Thesen. Noch Anfang 2024, als Delon schon schwer krank war, gab es bei ihm eine erfolgreiche Razzia nach Waffen. Nun streiten sich seine drei Kinder ums Erbe (David Steinitz, SZ 19.8.24).

4946: Linken-Vorsitzende kündigen Rücktritt an.

Montag, August 19th, 2024

Die Linken-Vorsitzenden Janine Wissler und Martin Schirdewan haben auf der Website der Partei angekündigt, auf dem Parteitag in Halle im Oktober nicht mehr für den Vorsitz zu kandidieren. Grund ist eine Serie von Wahlniederlagen und wachsende Kritik. Auch der Abgang der Wagenknecht-Kommunisten wirkt sich schädlich aus. Bei der Europawahl hatte die Linke 2,7 Prozent der Stimmen erhalten (SZ 19.8.24).

4945: AfD und Wagenknecht sind antiwestlich.

Sonntag, August 18th, 2024

Die AfD und das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ sind antiwestlich eingestellt. Gegen die parlamentarische Demokratie und den Rechtsstaat. Wagenknecht wird dabei unterstützt von dem saarländischen Kleingärtner, der auch einmal SPD- Vorsitzender und – Kanzlerkandidat war. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte der Erfolg gehabt. Es wird also sehr knapp werden bei den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Wir müssen der CDU die Daumen drücken.

4944: Gena Rowlands ist tot.

Samstag, August 17th, 2024

Im Alter von 94 Jahren ist Gena Rowlands gestorben. Sie war eine Ikone des „Independent Cinema“ und ein Vorbild für viele junge Schauspielerinnen. Mit ihrem Mann

John Cassavetes

drehte sie zehn Filme. Darunter „Eine Frau unter Einfluss“ (1974) mit Peter Falk. Sie spielte aber auch in Martin Scorseses „Alice Doesn’t live here anymore“, in Woody Allens „Eine andere Frau“ (1988) und Jim Jarmuschs „Night on Earth“ (1991). Große Erfolge unter Cassavetes wurden „Gloria“ (1980) und „Love Streams“ (1984). Gena Rowlands Kunst hatte einen großen Einfluss auf den Regisseur Pedro Almodovar (David Steinitz, SZ 16.8.24).

4943: DGB fordert höhere Investitionen.

Freitag, August 16th, 2024

Der DGB Bayern verlangt angesichts der anhaltenden Wirtschaftsflaute höhere Investitionen in

Energieversorgung, Bildung, Infrastruktur, Wohnungsbau und Gesundheitswesen.

Steuersenkungen für Unternehmen, Kürzungen der Sozialleistungen und eine Deregulierung des Arbeitsmarkts lehnt er ab. Eine klare Linie. „Nur durch gesellschaftliche Solidarität und Investitionen in Menschen, nicht in Profite, kann eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung gelingen.“ Besonders wichtig seien Infrastruktur und Wohnungsbau. „Der Staat muss hier seiner Verantwortung gerecht werden und mit den notwendigen Investitionen eine Zukunft gestalten, die Wohlstand, Sicherheit und Gerechtigkeit für alle Menschen hierzulande gewährleistet.“ (SZ 16.8.24)