Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

966: Stefan Kornelius über Griechenland

Donnerstag, Juni 18th, 2015

Der Außenpolitik-Chef der SZ (18.6.15) schreibt über Griechenland: „Es ist unendlich schwer, die rhetorischen Sticheleien eines Yanis Varoufakis zu ertragen. Der Finanzminister und am Ende auch Ministerpräsident Alexis Tsipras haben für eine Aufladung gesorgt, die inzwischen das fundamentale Prinzip aller europäischen Zusammenarbeit gefährdet: den Kompromiss. Die Europäische Union ist eine Gemeinschaft, die keine Verlierer kennen darf. Gäbe es stets Triumph und Demütigung – Europa würde nicht existieren können. Hier liegt die eigentliche politische Schuld der Regierung Tsipras. Sie hat das Maß verloren, sie kennt nur schwarz und weiß. …

Griechenland fordert also nicht nur Nachgiebigkeit zugunsten der eigenen Schatulle, sondern zerstört auch die Glaubwürdigkeit der Euro-Zone. Also geht es – wieder einmal – um alles oder nichts: um die Überlebensfähigkeit des Euro. …

Die Krise wird ungeachtet aller Zahlungsfristen weitergehen. Griechenland wird seine Schuld nicht begleichen, Europa wird kein weiteres Geld zuschießen. Eine Parallelwelt in Form von Schuldverschreibungen wird in Griechenland zirkulieren, für den Euro wird es Kapitalverkehrskontrollen geben. All das wird enorme emotionale Spannungen provozieren. Griechenland wird ein ökonomischer ‚failed state‘ sein – ein gescheiterter Staat. Eine Tragödie, die für die Euro-Zone schwer erträglich ist. Alles andere wäre schlimmer.“

965: Israels Dilemma

Mittwoch, Juni 17th, 2015

Israel befindet sich in einer denkbar schlechten Lage. Die Regierung Netanjahu regiert mit einer Stimme Mehrheit. Sie hat die Zwei-Staaten-Lösung abgelehnt. Ein Koalitionspartner, die national-religiöse Partei „Jüdisches Heim“, verlangt sogar eine Annexion von Teilen des Westjordanlandes und eine Ausweitung der Siedlungen.

Im Gegensatz zu 2009, als Ehud Barack (Arbeitspartei) sich zum Minister machen ließ, und 2013, als Zipi Livni dies tat, hat Izchak Herzog (Zionistische Union) es abgelehnt, als Feigenblatt in die Regierung zu gehen. Er möchte sich nicht für Netanjahus Image missbrauchen lassen.

Unterdessen forderten 16 europäische Außenminister (der deutsche war nicht dabei) eine Kennzeichnung für Produkte aus Siedlungen im Westjordanland, Schweden und der Vatikan haben Palästina als Staat anerkannt (Tamara Tsvaigrach „Ha’aretz“, Die Zeit 28.515). Israel ist international isoliert.

964: Transgender-Stream gegen Feminismus

Dienstag, Juni 16th, 2015

Caitlin Jenner auf dem Cover von „Vanity Fair“ unterstreicht den Transgender-Siegeszug. Als Bruce war sie 1976 in Montreal für die USA Olympiasieger im Zehnkampf. Wie weit die 65-Jährige, die zweimal verheiratet war und Kinder hat, nun Frau ist, hat uns nicht zu interessieren. Sie zeigt jedenfalls klare weibliche Formen. Dies nun wieder stört Feministinnen wie Elinor Burkett, die für die Überwindung von Weiblichkeitsattributen lange gekämpft haben.

Es gibt einen Grundsatzkonflikt zwischen Feministinnen und Transgender-Aktivisten. Einige von ihnen gehen so weit, feministischen Initiativen den Gebrauch des Wortes „Frau“ untersagen zu wollen, weil es diejenigen ausgrenze, die nicht als Frau geboren wurden. Burkett hingegen spricht Frauen, die nicht als solche geboren wurden, den Wissensanspruch über Weiblichkeit ab (Peter Richter, SZ 10.6.15).

963: Missbrauch durch die Stasi

Dienstag, Juni 16th, 2015

Die 1971 geborene Angela Marquardt, die seit 2008 in der SPD ist und zum Kreis um Angela Nahles gehört, war zunächst als stellvertretende PDS-Vorsitzende und grelle Punkerin mit der großen Klappe bekannt geworden. 2002 wurde sie öffentlich mit ihrer 100-seitigen IM-Akte konfrontiert. Weil sie angab, sich an ihre Spitzeltätigkeit nicht erinnern zu können, hagelte es Häme. Hauptsächlich aus der PDS. Nun hat Angela Marquardt ein Buch über die Stasi-Zeit veröffentlicht:

„Vater, Mutter, Stasi“ Köln (Kiepenheuer & Witsch) 2015, 248 S.; 14,99 Euro.

Es ist wohl Notwehr und stellt einen Akt der Selbstermächtigung und Selbstbefreiung dar.

Marquardt wuchs in eine Stasi-Familie (Zwei Generationen) hinein. Ihr Martyrium begann, als sie neun war. Ihr leiblicher Vater quälte sie brutal. Später der Stiefvater, ein seelisch verwahrloster Stasi-IM, der sie mit 14 Jahren das erste Mal missbrauchte. Die Mutter, Pädagogin und IM, empfahl die Tochter an die Stasi. Was konnte ein Kind in dieser Atmosphäre der Abhängigkeit und des Ausgeliefertseins tun? Nur eins: den Irrsinn für normal zu erklären. Die so verständliche Verstörtheit hat das Buch. Es schildert das blanke Überleben. Die Autorin hat den Spuk bezwungen (Ines Geipel, Die Zeit 28.5.15).

962: Regionale Ordnungsmacht EU bedroht: Grexit, Brexit etc.

Dienstag, Juni 16th, 2015

Die

Obama-Doktrin

besagt, dass der Schwerpunkt der US-amerikanischen Interessen im 21. Jahrhundert im pazifischen Raum liegt. Das hatte zwar auch schon Richard Nixon verkündet, aber heute ist es ernst zu nehmen. Dadurch ist die EU viel stärker auf sich selbst gestellt als bisher und muss sich dafür rüsten. Das zeigt sich u.a. im Konflikt um die Ukraine. Russlands einziges Interesse liegt bekanntlich in der Instabilität dieses Staates. Seine eigene Lage ist gekennzeichnet durch innenpolitische Schwäche und Militarismus nach außen. Darauf muss sich die EU besser einstellen (von Waffen hätte Russland sich nicht abschrecken lassen). Die EU muss Gemeinsamkeit beweisen. Für Portugiesen und Italiener scheinen Krim und Donbass weit weg, die Balten und Polen empfinden die Lage in der Ukraine als unmittelbare Bedrohung.

Ein klarer geostrategischer Blick hätte den postimperialen Raum vom westlichen Balkan bis zum Kaukasus an den

jugoslawischen Zerfallskrigen

der neunziger Jahre erkennen können. Und an den Kriegen in Tschetschenien, Armenien, Aserbaidschan und Georgien. Abgesehen vom schändlichen Versagen der westlichen Truppen in Srebrenica. Das eigene moralische Wohlbefinden war den Europäern (und gerade den Deutschen) wichtiger als der Tod von Bedrohten.

Der zweite postimperiale Raum in Nahost ist noch gefährlicher. Dort besteht die Gefahr, dass die potentiellen Hegemonialmächte

Iran,

Saudi-Arabien und

Ägypten

in den Krieg geraten. Daran hat die EU kein Interesse. Sie muss also in beiden postimperialen Räumen (1. Balkan bis Kaukasus und 2. Nahost) an funktionierenden Friedensordnungen interessiert sein. Und etwas dafür tun können.

Dabei ist die EU intern bedroht. Vom

Grexit,

von den Parlamentswahlen in Spanien, wo ein ähnliches Ergebnis droht wie in Griechenland,

vom Brexit

und von weiteren möglichen Austritten aus der EU und der Euro-Gruppe. Das muss verhindert werden unter der Führung Deutschlands als „Macht der Mitte“. Die Briten sind europabezogen zu unzuverlässig, die Franzosen ökonomisch zu schwach (Herfried Münkler, Die Zeit 28.5.15; Joschka Fischer, SZ 15.6.15).

961: Magna Carta – 800 Jahre

Montag, Juni 15th, 2015

Als der

englische König Johann Ohneland

am 15. Juni 1215 auf einer Wiese nahe der Themse seine Unterschrift unter die

Magna Carta Libertatum

setzte, wurde damit die Grundlage gelegt für die über die Jahrhunderte folgende Verbreitung der Menschenrechte in der Welt bis hin zur US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 (mit der Erklärung der Menschenrechte). Unser westliches Programm. Es geschah nicht freiwillig, sondern unter dem Zwang der

Barone.

Kein „freier Mann“ sollte verhaftet, gefangen gesetzt oder sonst entrechtet werden außer auf Grund eines rechtmäßigen Urteils von Seinesgleichen oder des Rechts des Landes. Das galt tatsächlich für den Adel oder diejenigen, die genug Grundbesitz hatten, nicht für alle. Aber es war der Anfang. Im 17. Jahrhundert nutzten in Großbritannien die Parlamentarier die Magna Carta im Kampf mit den unbelehrbaren Stuarts und gegen den Absolutismus. Eine britische Lösung mit der Fähigkeit, Tradition und Rebellion zu verbinden (1628 Petition of Rights, 1679 Habeas-Corpus-Akte, 1689 Declaration of Rights). In Frankreich herrschten seinerzeit noch Sonnenkönige als absolute Herrscher.

960: Französisch Fremdsprache in Frankreich ?

Sonntag, Juni 14th, 2015

Französische Philosophen äußern sich regelmäßig klar und ohne zu große Rücksichtnahme auf die „Political Correctness“. Das kennen wir in Deutschland so nicht. Klar ist auch

Alain Finkielkraut,

als er zur geplanten Schulreform in Frankeich von Georg Blume (Die Zeit 21.5.15) befragt wird.

Zeit: Aber die französische Schule hat sich im Kern doch gerade nicht geändert. Immer noch steht der Lehrer vor der Klasse, wissen die Schüler nicht, wie Gruppenarbeit läuft. Deshalb will die neue Mittelstufen-Reform 20 Prozent des Unterrichts freigeben für neue Methoden und mehr fächerübergreifenden Unterricht einführen. Finnland macht das seit Jahren – und ist Pisa-Sieger.

Finkielkraut: Was Sie sagen, ist falsch, falsch, falsch! Bitte etwas mehr historische Bescheidenheit! Seit den Tagen Platons bedeutet unterrichten, dass der Meister zu seinen Schülern spricht. Die westliche Zivilisation basiert darauf. Heute erzählt man uns, dass Lehrer lernen müssen, anders zu unterrichten. Aber das entintellektualisiert die Lehrer. Welche Unverschämtheit! Tatsächlich raubt die Reform den Lehrern die Unterrichtsfreiheit. Und welchen Sinn macht fachübergreifender Unterricht in einer Zeit, wo Französisch zur Fremdsprache für die Mehrheit der Schüler wird, sie Satzbau und Orthografie nicht beherrschen und ein immer kleineres Vokabular haben? Aber darum kümmert man sich nicht, man macht lieber Projektarbeit.

959: Gerhard Zwerenz 90

Samstag, Juni 13th, 2015

1944 war er in Polen aus der Wehrmacht desertiert. In der DDR studierte er bei Ernst Bloch, dessen utopisches Denken er schätzte. Aber er war stets unangepasst und musste deshalb 1956 die SED verlassen, fühlte sich seither als Antikommunist. In der BRD aber, in die er 1957 geflüchtet war, eckte er ebenso häufig an. Hier wurde er Schriftsteller. Sein autobiografischer Roman

„Kopf und Bauch. Die Geschichte eines Arbeiters, der unter die Intellektuellen gefallen ist.“ (1971)

ist heute noch lesenswert. 1973 folgte der Roman

„Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond“,

der Rainer Werner Fassbinder als Vorlage für sein Skandalstück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ gedient hat. Seither konnten beide als Antisemiten gesehen werden. Seinem „Vorbild“ Kurt Tucholsky fühlte sich Zwerenz stets verbunden. Das zeigt sein Essay

„Soldaten sind Mörder“ (1988).

1994 wurde Gerhard Zwerenz für die PDS für vier Jahre in den Bundestag gewählt. Nun ist er neunzig Jahre alt geworden.

958: Von Caligari zu Hitler

Freitag, Juni 12th, 2015

2014 hat Rüdiger Suchsland seinen Dokumentarfilm „Von Caligari zu Hitler“ (113 min) herausgebracht. Er lehnt sich eng an Siegfried Kracauers Buch „Von Caligari zu Hitler“ (1947) an. Und das vermutlich deshalb, weil Kracauer seine Thesen über den Film im Deutschland der Weimarer Republik so plausibel vorgetragen hatte, dass, bei aller berechtigten Kritik, diese bis auf den heutigen Tag Bestand hat. Und wir könnten aus ihr für die Gegenwart lernen, was vielen von uns allerdings zu mühselig ist.

Siegfried Kracauer (1889-1966),

Soziologe, Jude, Emigrant,

war nämlich einer der Begründer der Soziologie in Deutschland. Schon 1922 veröffentlichte er

„Soziologie als Wissenschaft“.

Mit seiner Schrift

„Die Angestellten“ (1930)

eröffnete er das Verständnis für die seinerzeit neue Schicht der Angestellten („Die kleinen Ladenmädchen gehn ins Kino.“).

Vor allem anderen aber war Siegfried Kracauer der Filmkritiker der „Frankfurter Zeitung“ (der Vorläuferin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“). Seine Kritiken aus den zwanziger Jahren dienten ihm als Basismaterial für seinen Bestseller

„Von Caligari zu Hitler“ (1947).

Dieses Buch hat in Deutschland eine besondere Editions-Karriere gemacht. In völlig verstümmelter Form erschien es zunächst 1958 bei Rowohlt (wo noch zu viele Wehrmachtsoffiziere und Nazis im Lektorat steckten) unter dem Titel „Von Caligari bis Hitler“. Erst 1979 wurde die von Karsten Witte herausgegebene authentische Version publiziert.

In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts warteten alle Filminteressierten auf Kracauers

„Theorie des Films“,

die 1964 auf Deutsch erschien (1960 amerikanisch). Darin erkannte Kracauer den Film als Medium der „Errettung der äußeren Wirklichkeit“ vor den Ideologien der Welt. Damals eine große Enttäuschung und ein Fehlurteil, was nichts daran ändert, dass heute noch selbst viele intelligente Filmbeobachter die

„Realität“

als Qualitätsmaßstab für einen Film nehmen. Durch den „Konstruktivismus“ (etwa bei Peter Krieg oder Norbert Jochum) ist diese Perspektive weithin ad absurdum geführt. Siegfried Kracauer verarbeitete die Massenaufmärsche der Nazis und ihre Großkundgebungen in seinem Buch

„Das Ornament der Masse“ (1963),

das heute noch dazu dienen kann, die Inszenierungskunst der Nazis zu verstehen.

In „Von Caligari zu Hitler“ nimmt Kracauer an, dass Filme die Mentalität einer Nation unvermittelter reflektierten als andere künstlerische Medien. Erstens seien Filme niemals das Produkt eines Individuums. Und zweitens richteten sich Filme an die anonyme Menge und sprächen sie an. Letztlich bestimmten eben doch die Bedürfnisse des Publikums die Natur der Filme.

„Was die Filme reflektieren, sind weniger explizite Überzeugungen als psychologische Dispositionen – jene Tiefenschichten der Kollektivmentalität, die sich mehr oder weniger unterhalb der Bewusstseinsdimension erstrecken.“ Kracauer geht nicht von einem feststehenden Nationalcharakter aus. Er „befasst sich mit dem psychologischen Grundmuster eines Volkes in einer eingegrenzten Zeit.“ Dazu schrieb Volker Schlöndorff schon 1980: „Vielleicht haben wir doch so einen verdammten Nationalcharakter, den Kracauer nicht wahrhaben wollte und nur der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zuschrieb.“

Nach Kracauer ist es der SPD in der Weimarer Republik nicht gelungen, die Macht von Armee, Bürokratie, Großgrundbesitz und besitzenden Klassen zu beseitigen. Die Neigungen der Mittelklasse hätten alle Schichten durchdrungen. Die Kommunisten seien unfähig gewesen, die Arbeiter zu verstehen. Ökonomische, soziale und politische Faktoren genügten nicht zur Erklärung der Machtergreifung des Nationalsozialismus. Erkannt werden müssten vielmehr die „inneren Dispositionen des deutschen Volkes“. „Die Aufdeckung dieser Dispositionen im Medium des deutschen Films könnte dazu beitragen Hitlers Aufstieg und Machtergreifung zu verstehen.“

Der Titel von Kracauers Buch nimmt Bezug natürlich auf Robert Wienes Film „Das Kabinett des Dr. Caligari“ (1919), den Erich Pommer produziert hatte. Und im Anschluss an Kracauers Thesen entbrennt regelmäßig der Streit darüber, ob

Fritz Lang

etwa in seinen „Nibelungen“ (1924) die „Ornamente der Masse“ vorgezeichnet oder ob er sie schon damals

dekonstruiert

habe. Seinen „Dr. Mabuse, der Spieler“ (1934) verboten die Nazis, obwohl Goebbels ihn eigentlich zum Reichsfilmintendanten hatte ernennen wollen. Fritz Lang zog es vor zu emigrieren.

957: Fritz Bauer – der Aufklärer

Mittwoch, Juni 3rd, 2015

Der 1903 in Stuttgart geborene Jude Fritz Bauer wurde Jurist. Er ging 1934 ins Exil nach Dänemark. Nach 1945 wurde er in der Bundesrepublik zu einem bedeutenden Aufklärer. 1952 konnte er als Generalstaatsanwalt in Braunschweig durchsetzen,

dass in Hitler-Deutschland jedermann zur Notwehr berechtigt gewesen war.

Er verklagte Adenauers Staatssekretär Hans Globke, der die Nürnberger Rassegesetze (1935) juristisch kommentiert hatte.

Auf sein Drängen hin konnte der israelische Geheimdienst Mossad Adolf Eichmann aus Argentinien herausholen.

Als hessischer Generalstaatsanwalt setzte er den großen Auschwitz-Prozess in Frankfurt 1963 in Gang.

Er gehörte zu den Wegbereitern der großen Strafrechtsreform, die 1969, ein Jahr nach seinem Tod, in Kraft trat.

Fritz Bauer wurde als „Mossad-Agent“ verunglimpft. Der Homosexuelle nahm sich 1968 das Leben.

1995 wurde in Frankfurt das „Fritz-Bauer-Institut“ gegründet. Seit 2000 ist es ein An-Institut der Universität Frankfurt. Sein Sitz ist das IG Farben-Haus auf dem Campus Westend. Sein Forschungsschwerpunkt ist die „Erinnerung und moralische Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust“. Gegenwärtiger Direktor ist Prof. Dr Raphael Gross. Die Zeitschrift des Hauses erscheint regelmäßig als „Bulletin des Fritz Bauer Instituts“. Sie verhilft zu einem vollständigen Überblick über die Holocaust-Forschung.