Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

5161: Die linksliberale Presse bekämpft Friedrich Merz (CDU).

Montag, Januar 27th, 2025

Die Zeitungen und Zeitschriften, aus denen ich mich neben den Nachrichten und politischen -, Wirtschafts- und Kulturmagazinen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens hauptsächlich informiere: „Süddeutsche Zeitung“, „taz“, „Göttinger Tageblatt“, „Spiegel“ und „Stern“ bekämpfen seit langem Friedrich Merz, den Kanzlerkandidaten der CDU. Das dürfen sie. Vielleicht sollen sie es sogar. Das kommt von der Pressefreiheit, deren Wert gerade heute gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Friedrich Merz  hat der CDU wieder eine Struktur verliehen, die zur Zeit des Merkel-Chaos verschwunden war. Er kennt sich, auch als ehemaliger Blackrock-Manager, mit der Wirtschaft aus. Er steht für äußere (Nato) und innere Sicherheit. Und die Freundschaft mit Frankreich. Er möchte Schwarz-Grün. In Europa sieht er – richtigerweise – unsere einzige Chance. Und in der Migration muss etwas geschehen, sonst übernimmt 2029 die AfD die Kanzlerschaft.

Was wollen die genannten Zeitungen und Zeitschriften eigentlich? Olaf Scholz als Kanzler behalten und die kaputte Ampel zurück ? Oder den bayerischen Großsprecher Markus Söder ?

5160: Vor dem Rechtsruck gab es einen Linksruck.

Montag, Januar 27th, 2025

Die Entwicklung insbesondere der westlichen Welt ist gegenwärtig gekennzeichnet davon, dass viele Gesellschaften nach rechts rücken: Trump (USA), Orban (Ungarn), Meloni (Italien), Vico (Slowakei), Wilders (Niederlande), Kickl (Österreich). Jochen Bittner (Die Zeit 16.1.25) macht uns überwiegend mit guten Argumenten darauf aufmerksam, dass es vorher überall lange einen Linksruck gegeben habe.

1. Der intellektuelle Diskurs wurde verdrängt von „wahren“ „progressiven“ Lehren.

2. Die Zeit liefe uns davon. Die anderen lebten immer noch in der falschen Welt. Die Moral gebiete uns eine schnelle und nachhaltige Veränderung.

3. Der Klimawandel wurde apokalyptisch verkündet.

4. Wir sollten uns nicht auf Pro-und-contra-Debatten einlassen; denn die zerstörten den wahren Diskurs.

5. In der Migrationsdebatte wurde nicht genau genug zwischen Flüchtlingen und Migranten unterschieden.

6. Die Corona-Pandemie hat die Konflikte überdeckt und verzerrt.

7. Das deutsche Selbstbestimmungsgesetz ermöglicht es jedem, sein Geschlecht beliebig frei zu wählen und zu verändern.

8. Wer Bedenken äußert gilt als „Terf“ (trans exclusionary radical feminist“).

9. Tatsächlich brauchen wir „vielstimmige Institutionen“: Parteien, Redaktionen, Universitäten.

10. Im olympischen Boxring konnten physische Männer bei den Frauen gewinnen.

11. Es gab noch nie so wenig Einfluss der traditionellen Qualitätsmedien auf die Diskussionen.

12. Der Begriff „Remigration“ differenziert nicht zwischen abgelehnten Asylbewerbern und Migranten.

13. Verbreitet wurde das Motto: „Mehr Mut zur Demagogie.“

14. Das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ kuschelt mit dem russischen Faschismus und pflegt den Antiamerikanismus der Rechten.

5159: Eva Szepesi war als Zwölfjährige in Auschwitz.

Montag, Januar 27th, 2025

Eva Szepesi war als Zwölfjährige in Auschwitz. Allein, ohne ihre Eltern. 50 Jahre hat sie geschwiegen, seither redet sie und klärt auf. Sie geht zwei bis drei Mal im Monat zum Friseur. Eine KZ-Wächterin hatte ihr in Auschwitz die Zöpfe abgeschnitten (SZ 25./26.1.25).

5158: Klimaaktivistin darf in Bayern nicht Lehrerin werden.

Montag, Januar 27th, 2025

Das Land Bayern verwehrt der Klimaaktivistin Lisa Poettinger nach einem erfolgreichen Lehramts-Studium den Eintritt ins Referendariat. Wegen „Tätigkeit und Mitgliedschaft“ in „extremistischen Organisationen“. Frau Poettinger hatte als Mitglied der Gruppe „Offenes antikapitalistisches Klimatreffen“ an Protesten gegen den Braunkohleabbau und die Automesse IAA teilgenommen (SZ 27.1.25).

Berufsverbot ?

5157: „Neue Sachlichkeit“ – aktuell wie je

Sonntag, Januar 26th, 2025

1925 veranstaltete Gustav Friedrich Hartlaub  in Mannheim die erste Ausstellung zur „Neuen Sachlichkeit“ (Max Beckmann, Otto Dix, George Gross, Christian Schad u.a.). Mit 124 Bildern. Meistens von Männern. 2025 wird das Ganze in Mannheim  rekonstruiert. Mit viel mehr Frauen. Anita Rée, Lotte Laserstein, Jeanne Mammen, Ilona Singer, Kate Dien-Bitt u.a. Gefeiert wurde und wird das neue Gebot der Künstlichkeit. Die dargestellten Menschen erscheinen erschöpft und ernüchtert. „Realistisch“. Die Rekonstruktion kommt in dem Moment, wo wir Jens Biskys „Die Entscheidung“ lesen. Wo die Sehnsucht nach Rationalität (auch und gerade in der Politik) stark ist. Offenbar sind wir noch keinen Schritt weiter als 1925.

Schirmherr Frank-Walter Steinmeier: „Und auch heute können wir daraus lernen, die Dinge so zu sehen, wie sie sind: sachlich.“ Schon Hartlaub unterschied 1925 zwischen „Rechten“ und „Linken“. Bei den Nazis wurden die „Rechten“ (Franz Radziwill, Georg Schrimpf, Alexander Kanold) Professoren. Die „Linken“ wie George Grosz mussten emigigrieren. Ihre Werke erschienen 1937 als „entartete Kunst“. Kurt Tucholsky schrieb dazu: „Wir hatten geglaubt, der Zeit entrinnen zu können. Aber man kann das nicht. Sie kommt nach.“ „Gegenwartsüberforderung, Utopieverlust, Emotionskontrolle, Kriegsangst, Spiel mit Identitäten. Das sind die großen Themen der Neuen Sachlichkeit – und das sind großen Themen unserer aktuellen Zwanzigerjahre. Kein Wunder also, dass die wahre Kunst der Stunde hundert Jahre alt ist. Aber vielleicht, so sollten wir als gebrannte Kinder sachlich fragen, könnte statt Kälte auch Wärme eine mögliche Haltung zu den Dingen sein.“ (Florian Illies, Die Zeit 12.12.24)

5156: Auslandsstudium beliebt bei deutschen Studenten

Samstag, Januar 25th, 2025

Wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat, ist ein Auslandsstudium bei deutschen Studenten beliebt. Im Jahr 2022 waren 138800 deutsche Studenten im Ausland. Mehr als vor der Pandemie. Ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die beliebtesten Zielländer waren Österreich, die Niederlande und die Schweiz (SZ 25./26.1.25).

5155: Es liegt nicht nur an Olaf Scholz, sondern an der SPD.

Freitag, Januar 24th, 2025

Die Ampel hat schlecht regiert und ist deswegen auseinandergeflogen. Verantwortlich gemacht dafür wird – verständlicherweise – der Bundeskanzler (mit seiner Führungsschwäche). Aber diese Analyse greift zu kurz. Scholz‘ persönliche Eigenschaften reichen zur Erklärung nicht aus. Er ist ein Intellektueller und beispielsweise ein großer Leser. Viel wichtiger ist der Zustand der SPD, ihre Zerrissenheit. Und die Tatsache, dass in ihr Politiker wie Ralf Stegner und Rolf Mützenich mächtig sind. Die gehen in die falsche Richtung und sind nicht eng genug mit dem Westen verbunden. Bei ihnen kommt stets ein latenter Anti-Amerikanismus zum Vorschein. Etwa bei der Stationierung von US-Raketen in Deutschland. Deswegen war die Ukrainepolitik der Bundesregierung auch so zögerlich und unentschlossen. Solch eine Partei gehört – obwohl dort auch andere Politiker tätig sind – in die Opposition.

5154: Deutsche Migrationspolitik ist gescheitert.

Freitag, Januar 24th, 2025

Begonnen hat das Fehlverhalten, wie bei manchen anderen schweren Fehlern auch, mit Angela Merkel. Nun lassen die vielen Fälle von Morden durch Migranten (Würzburg, Regensburg, Magdeburg, Aschaffenburg u.a.) keinen anderen Schluss zu, dass die deutsche Migrationspolitik gescheitert ist. Bund und Länder machen dazu gegenseitig Vorwürfe. Die Großsprecher aus Bayern haben versagt. Und von Europa eine Lösung zu erwarten, ist verfehlt, weil Europa sich nicht einig ist. Resignation ist angesagt. Das alles ist Wasser auf die Mühlen der AfD.

5153: Deutscher Film für den Oscar nominiert.

Freitag, Januar 24th, 2025

Der Film des in Hamburg lebenden iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ ist für Deutschland in der Kategorie „Bester internationaler Film“ für den Oscar nominiert. Der Film dreht sich um die Massenprotestte in Iran nach dem Tod von Gina Mahsa Amiri 2022. Er wurde nach der Flucht des Regisseurs überwiegend in Deutschland produziert (SZ 24.1.25).

5152: RBB verliert im Fall Gelbhaar vor Gericht.

Donnerstag, Januar 23rd, 2025

Das Landgericht Hamburg hat es dem RBB untersagt, weiter konkrete Vorwürfe gegen den Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar zu erheben. Das verletze ihn in seinen Persönlichkeitsrechten. „Je schwerer der Vorwurf, desto stichhaltiger müssen die Verdachtsmomente sein.“ Gelbhaar war u.a. sexueller Belästigung von Frauen vorgeworfen worden. Er hatte seine Kandidatur für den Bundestag verloren. Eine der Anklägerinnen, die sogar eine eidesstaatliche Erklärung abgegeben hatte, existiert anscheinend gar nicht. Sieben Frauen halten ihre Anschuldigungen aufrecht. Das Gericht sieht gerade in einer Zeit kurz vor einer Wahl keine ausreichende Grundlage für die RBB-Berichterstattung. Gegen das Urteil will der RBB keine Beschwerde einlegen. RBB-Chefredakteur David Biesinger sagte: „Uns ist als RBB in der Recherche ein Fehler unterlaufen. Journalistische Standards sind nicht vollumfänglich eingehalten worden.“ (AVOS, SZ 23.1.25).