Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

1369: Boris Palmer über grüne Hegemonie und Joachim Gauck

Sonntag, November 6th, 2016

Boris Palmer ist seit 2007 für die Grünen Oberbürgermeister von Tübingen. Claudia Kade und Jacques Schuster haben ihn für die „Welt“ (5.11.16) interviewt.

Welt: Sie haben die Vermögenssteuer angesprochen. Wie ist Ihre Position dazu?

Palmer: Nicht über die Vermögenssteuer reden. Sie wird eh nicht eingeführt.

Welt: Warum sind Sie sich da so sicher? In einer rot-rot-grünen Koalition könnte es doch klappen.

Palmer: Ich sehe nicht, dass die Linkspartei fähig ist, sich an einer Bundesregierung zu beteiligen. Ich halte Rot-Rot-Grün in nächster Zeit für unrealistisch. Daraus leite ich ab, dass es keine Vermögenssteuer geben wird.

Welt: In Umfragen sagen immer mehr Menschen, sie hätten das Gefühl, nicht mehr frei ihre Meinung äußern zu dürfen. Wie müssen die Grünen als selbsterklärte Verfechter der offenen Gesellschaft darauf reagieren?

Palmer: Wir müssen uns klarmachen, dass wir ein Teil des Problems sind und ein Teil der Lösung sein können. Wir haben unsere Themen in der Gesellschaft teilweise hegemonial verankert. Wir haben sie aus einer Minderheitensituation durchgesetzt – damals durchaus auch in einer radikalen Sprache. Das hat aber dazu geführt, dass diejenigen, welche jetzt in der Minderheit sind, sich ausgegrenzt und zurückgelassen fühlen. Es ist nun unsere Aufgabe, auf diese Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Da empfinde ich meine Partei als eher widerwillig.

Welt: Oder loten die Grünen aus, ob ein schwarz-grüner Kandidat (für das Amt des Bundespräsidenten, W.S.) eine Chance hätte? Wäre es einen Versuch wert?

Palmer: Bei der Besetzung dieses Amtes sollten andere Erwägungen eine Rolle spielen. Ich habe den Eindruck, dass die allermeisten Menschen im Land sehr glücklich sind mit Joachim Gauck. Und das liegt nicht daran, dass er irgendeine Regierungskonstellation herbeigeführt hätte, sondern daran, dass er das Amt als Mensch ausfüllt. Ich würde Joachim Gauck gern noch weitere fünf Jahre behalten.

1368: Kretschmann = der schwäbische Gauck

Freitag, November 4th, 2016

Für Heribert Prantl (SZ 4.11.16) ist Winfried Kretschmann „bei den Grünen zu Hause; aber ein linker, liberaler Konservativer ist er auch dort. Kretschmann ist die schwäbisch-katholische Reinkarnation von Joachim Gauck.“

„Die Kretschmann-Grünen stehen mittlerweile näher bei Merkel als die CSU. Die anderen Grünen ärgert das; sie wollen Äquidistanz halten zu Merkel und Rot-Rot.“

Wir verstehen, warum Gauck und Kretschmann von den Linken so vehement abgelehnt werden. Hass wie gegen Joschka Fischer ist das noch nicht, aber fast.

1367: Christoph Türcke ist gegen Inklusion.

Freitag, November 4th, 2016

Christoph Türcke, 68, lehrte von 1995 bis 2014 Philosophie an der Hochschule für Grafik und Buchhandel in Leipzig. Er hat viele Bücher publiziert und war stets dadurch gekennzeichnet, dass er schwierige Sachverhalte für Nicht-Philosophen verständlich machen konnte. Er war journalistisch aktiv. Nun hat ihn KAWE für die taz (28.10.16) interviewt.

taz: Zum Beispiel sind Sie gegen die Inklusion …

Türcke: Inklusion ist für mich ein neoliberales Projekt. Und alle linken Parteien springen auf. Das ist kein Basisprojekt, sondern kommt von ganz oben, den Vereinten Nationen.

taz: Und was ist schlimm daran?

Türcke: Das klingt wunderbar, aber das sollen Staaten umsetzen, die dafür nicht das Geld haben. Mancher Lehrer sagt: Endlich haben wir wieder eine pädagogische Vision! Schulklassen-Kommunismus! In Wirklichkeit führt das zu einem deregulierten Unterricht.

taz: Sie kritisieren auch die Zettelwirtschaft in der Schule.

Türcke: Der Arbeitsblattunterricht, jeder bekommt das auf ihn zugeschnittene Arbeitsblatt, macht den Lehrer zur Lernbegleitperson. Der Zettel wird damit zum Individualpauker. Mit den Schülern redet der Zettel im Imperativ: Kreuze an, fülle aus, mache dies, mache das. Das ist individualisierte Frontalpädagogik.

taz: Aber die Lehrer sind trotzdem noch da …

Türcke: Die Lernbegleiter teilen die Zettel aus und vermitteln diesen Frontalunterricht als Sachzwang. Das ist das Einüben von Sachbearbeitung.

taz: Brauchen wir Lehrer-Persönlichkeiten?

Türcke: Über den Persönlichkeits-Begriff will ich jetzt nicht streiten. Aber Bildung braucht das lebendige Verhältnis von Individuen. Lehren bedeutet, etwas zu zeigen. Das ist die Basis des Lernens. Bis in die Rahmenrichtlinien können wir sehen, wie die Elementartechniken als Lernziele relativiert werden. Wenn Lehrer nichts mehr zeigen, sondern nur noch begleiten, dann bringt auch das Fördern mit immer mehr Zetteln nichts mehr.

1366: US-Wahl: Verdrängen der alten Kultur

Donnerstag, November 3rd, 2016

Der Politikwissenschaftler Christian Grünwald, 40, versucht in der SZ (3.11.16) zu zeigen, dass der Erfolg Donald Trumps im Wesentlichen der digitalen Revolution in Silicon Valley zu verdanken ist. Er bemüht dazu Joseph Schumpeters Theorie der

„schöpferischen Zerstörung“.

Danach gilt das Verdrängen des Alten und der Angriff auf das Etablierte als kategorischer Imperativ. „Infolge der digitalen Revolution geraten .. Massenorganisationen und vertikale Hierarchien immer mehr unter Druck – die Krise der Volksparteien und repräsentativen Demokratie, mitsamt des ihr nachgelagerten Soziotops der Experten aus Wissenschaft und Journalismus, ist Ausdruck dieser Entwicklung.“

Wegen der Netzneutralität beansprucht in der Online-Welt der Blog von lächerlichen Verschwörungstheoretikern die gleiche Dignität wie die Website der ‚New York Times‘.

„Die Logik der digitalen Dienstleistungsgesellschaft folgt einem viel höheren Grad an Flexibilität, die politische Teilhabe wird unverbindlicher, spontaner und unberechenbarer. Langfristige Bindungen fallen weg, die Gesellschaften werden granularer und differenzieren sich weiter aus. Meinungen und Programme werden zunehmend durch Emotionen ersetzt – Hypes und Skandalisierung sind die Folge schneller Erregungswellen eines hochvernetzten Systems. Rassismus, Sexismus, Beleidigung: Der Populist Trump nutzt geschickt die Erregung der Netzwelt, um sich die mediale Aufmerksamkeit zu sichern.“ Und der mündige Bürgerverbraucher reagiert nicht etwa mit Boykott, sondern mit begeisterter Nutzung des Angebots. Und: „Wer laufend provoziert, ist auch laufend auf allen Kanälen präsent.“

„Die Philosophie des Silicon Valley, die Lust auf Verdrängung und Kaputtmachen des Etablierten, der unbedingte Reiz des Neuen, das mag in der Wirtschaft unter Ausklammerung sozialer Folgekosten funktionieren, in der politischen Sphäre ist es eine Katastrophe.“ Christian Grünewald findet es an der Zeit, dass sich die Silicon Nerds endlich der Reichweite ihres Handelns und damit auch ihrer Verantwortung bewusst werden.

„Der Politiker Donald Trump wäre ohne den Siegeszug der Philosophie des Silicon Valley niemals groß geworden. Was nicht ohne Ironie ist, da einerseits der Geschäftsmann Trump als prototypischer Vertreter des ‚Old Business‘ gilt, und andererseits die meisten Silicon-Valley-Milliardäre Hillary Clintons Wahlkampf nach Kräften unterstützen.“

1365: Der Kritiker Alfred Kerr (1867-1948)

Donnerstag, November 3rd, 2016

Dass erst 2016 die erste Biografie Alfred Kerrs (1867-1948) erscheint, ist verwunderlich; denn Kerr war der Protagonist der deutschen Kritik von der Jahrhundertwende bis 1933, ein Vorbild im deutschen Journalismus. Vielleicht war es seine nicht zu übersehende Arroganz, die dafür sorgte, dass er nicht besonders beliebt war. Sie spielt in der Biografie von

Deborah Vietor-Engländer: Alfred Kerr. Die Biographie. Reinbek (Rowohlt) 2016, 720 S., 29,98 Euro,

nicht ganz die Rolle, die ihr bei diesem selbstbewussten Journalisten zukommt.

Alfred Kerr wurde als Alfred Kempner in Breslau geboren. Er studierte Germanistik und Romanistik in Breslau und Berlin und wurde mit einer Arbeit über

Clemens Brentano

promoviert. Den Ironiebegriff der Romantik machte sich Kerr ganz zu eigen. Früh kam er zu seinem eigentümlichen Stil, den er selber so charakterisierte:

„Aus einem Gedanken macht der Stückeschreiber ein Stück. Der Schriftsteller einen Aufsatz. Ich einen Satz.“

Kerr bezeichnete Schleuder und Harfe als seine Waffen. Er war ein Meister der Pointe und bekannte, er könne nur „jauchzen oder rülpsen“. Alfred Kerr sah die Kritik als Kunst und als gleichberechtigte literarische Gattung neben Epik, Dramatik und Lyrik. Das passt, wenn wir die geeigneten Kritiker haben …

Alfred Kerr hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Theater fast der wichtigste Platz der gesellschaftlichen Auseinandersetzung wurde, ein Leitmedium. Sein Hausgott war

Heinrich Heine (1797-1856).

Und sein Todfeind demgemäß Karl Kraus (1874-1936) in Wien. Der kramte in den zwanziger Jahren Kerrs chauvinistische Verse aus dem Ersten Weltkrieg hervor. In Berlin allerdings prägte Kerr die an herausragenden Gestalten nicht eben arme Kritik. Er selbst schrieb u.a. für die „Neue Rundschau“ und das „Berliner Tageblatt“ und hatte großen Einfluss auf die Presse im kaiserlichen Deutschland und in der Weimarer Republik. Alfred Kerr brachte einen neuen, direkten Ton ins akademisch vermuffte Rezensionswesen. Er war ein Meister des Sarkasmus.

Alfred Kerr reiste viel. Nach Italien, Frankreich, England, aber auch nach Palästina und in die USA. Daraus sind manche Reisebücher entstanden. Mit der Machtübernahme der Nazis 1933 war das alles schlagartig vorbei. Kerr wurde die Stellung gekündigt, die Staatsbürgerschaft aberkannt und der Doktortitel entzogen. Er floh zunächst nach Paris, dann nach London. Dort packte ihn die Armut. Denn sein Nimbus wurde ihm zum Verhängnis. Niemand traute sich, einer Berühmtheit wie ihm Arbeit anzubieten. Davon hat er sich nicht mehr erholt. Er kehrte nach 1945 zwar noch nach Deutschland zurück, nahm sich aber nach einem Schlaganfall 1948 das Leben. Dass in einer der letzten Berliner Premieren, die er bespricht, Gustaf Gründgens den Mephisto spielt, also die Rolle, die als Nazi-Günstling politisch seine Lebensrolle wurde, ist eine makabre Pointe (Christopher Schmidt, SZ 18.10.16).

1364: Ökologischer Regionalismus = manchmal Provinzialismus

Montag, Oktober 31st, 2016

Den ökologischen Regionalismus verstehe sogar ich: Kurze Wege, wenig Energieverbrauch, Förderung der Vielfalt etc. Tobias Moorstedt (SZ 18.10.16) arbeitet heraus, dass diese Perspektive manchmal die Grenze zum

Provinzialismus

überschreitet. Es sei eine „naive Kinderbuchvorstellung“, sich die Welt ohne internationale Arbeitsteilung auszumalen, in der die Menschen so gut wie keinen Handel treiben, sondern in kleinen Zellen und ganz autark für sich selbst sorgen. „Mode aus Paris“ und „I love New York“ gäbe es wohl bald nicht mehr. Stattdessen: „I love Bad Lamspringe“.

„Das ist ja das Deprimierende am Provinzialismus: die närrische Vorstellung, alles selbst machen zu können, der im Grunde so arrogante wie ignorante Verzicht auf die Skills, Techniken und Ansprüche von Experten.“ Warenaustausch über ferne Grenzen hat eine sehr lange Tradition. Wenn wir Glück haben, fallen mit den Handelsbeschränkungen auch ein paar

„Absperrgitter im Kopf“.

„Glaubt wirklich jemand, dass es einer Näherin in Bangladesh besser geht, wenn wir die Fabrik, in der sie arbeitet, schließen, um nur noch ökologisch, fair und nachhaltig in Prenzlauer Berg zu produzieren?“ Sogar Thilo Bode, der Autor des Buchs „Die Freihandelslüge“, sagt: „Ich bin Ökonom und erst einmal für den Freihandel. ich bin nicht gegen Globalisierung. Ich will eine andere Globalisierung.“ Die Moral-Mathematik „nah = gut“ ist zu simpel. Eine bessere Globalisierung ist ohne Kosmopolitismus nicht möglich.

„Ein kosmopolitischer Konsument kauft demnach Oliven aus Marokko und nicht von einer Burn-out-Therapie-Farm im Breisgau. … Ein kosmopolitischer Konsument will die besten Sardinen, die schnellsten Rennräder und die schönsten Krawatten, ist aber weit davon entfernt, es sich in seiner Best-of-WWWarenwelt gemütlich zu machen. Er liest das Kleingedruckte auf dem Preisschild und setzt sich für faire Produktionsbedingungen ein. Er stellt die eigenen Ansichten und Routinen auch mal infrage, bestellt Ameisen im Restaurant und fragt sich, ob ein balinesischer Sarong am Casual Friday eine mögliche Outfitentscheidung wäre. Ein kosmopolitischer Konsument setzt sich fremden Dingen und Gedanken aus, um sich weiterzuentwickeln, und er setzt sich gleichzeitig dafür ein, dass genau das auch Menschen in anderen Orten der Welt möglich ist. … Die Welt hat mehr zu bieten als das, was in die Gemüsekiste von nebenan passt.“

1363: Luthers Ambivalenz

Montag, Oktober 31st, 2016

Mit dem heutigen Reformationstag, dem 31. Oktober 2016, der in Deutschland weithin übergangen wird, beginnt nun endgültig die große „Lutherei“, die Feiern zum 500sten Jahrestag der Reformation. Und wir brauchen dann keine unzeitgemäße Heldenverehrung zu befürchten, wenn wir auch auf die Stimmen der Klugen, Besonnenen und Mahnenden hören. Matthias Drobinskis Stimme gehört dazu. Ich stelle ihn mir als aufgeklärten Katholiken vor. Er scheibt (SZ 31.10./1.11.16):

„Martin Luther bietet sich gut zur

Selbstvergewisserung

an. Ja, andere haben vor ihm und zugleich mit ihm Ähnliches gedacht, aber manchmal verdichten sich historische Prozesse doch in einzelnen Personen. Wer heute über die

Freiheit des Menschen

redet und über sein Gewissen, kommt um Martin Luther nicht herum; wer Deutsch spricht sowieso nicht. Wer fragt, warum man in Europa und Nordamerika denkt, wie man denkt, der landet beim Reformator. Und auch, wer die Glaubenslandschaften der westlichen Welt durchstreift, die katholischen eingeschlossen:

Ohne Luther würde Papst Franziskus

heute anders glauben.

Doch da ist die andere Seite Martin Luthers: der Hass auf Juden, Muslime, Katholiken, alle Andersdenkenden, um so stärker, je älter der Wittenberger wurde; seine Entscheidung gegen die aufständischen Bauern, jene Zwei-Reiche-Lehre, die jahrhundertelang die protestantische Obrigkeitshörigkeit begründete. Luther war, was er über den Menschen lehrte:

’simul justus et peccator‘,

Gerechter und Sünder zugleich.Und so trägt jedes Gedenken an Luther, jede Vergegenwärtigung eines Menschen an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit,

das Kainsmal dieser Ambivalenz.

Wer heute Luther in die Gegenwart holt, muss wissen, dass andere dies vor ihm getan haben – um zu zeigen, dass der Protestant besser ist als der Katholik, der Deutsche dem Franzosen überlegen, der Christ höher steht als der Jude.

Ja, man kann es heute feiern, dass Martin Luther vor bald 500 Jahren das Christentum erneuern wollte – und nebenbei die Welt veränderte. Man kann es feiern im Bewusstsein des Widersprüchlichen, Unvollkommenen und Uneindeutigen, das diese Feier mit sich bringt; man kann es feiern in Erinnerung an das Leid, das aus dieser Weltveränderung kam – das immer kommt, wenn einer hasst und abgrenzt und abwertet. Dann wird das Reformationsjahr ein Fest für alle.“

 

1362: Wähler wollen gar nichts wissen.

Sonntag, Oktober 30th, 2016

Die US-amerikanischen Sozialwissenschaftler Christopher Achen (Princeton) und Larry Bartels (Vanderbilt) zeigen, dass der Erfolg von Populisten diesseits und jenseits des Atlantiks u.a. auch darauf zurückgeführt werden kann, dass die Wähler überall einer gefährlichen Selbstglorifizierung unterliegen und de facto häufig gar keine Details von Politik wissen wollen.

Hauptsächlich demonstrieren sie das in ihrem „New York Times“-Aufsatz „Do Sanders Supporters Favor His Policies?“. Darin belegen sie, dass Unterstützer von Bernie Sanders im US-Wahlkampf, sobald es konkret wurde, deutlich weniger linke Politikpositionen vertraten als die Anhänger seiner damaligen Rivalin Hillary Clinton. Wie Sanders im Einzelnen vorgehen wollte, blieb für seine Anhänger unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Sie wollten gar nicht wissen, was sie mit ihrer Wahl de facto in die Wege leiten würden. Viel wichtiger war für sie, dass sie sich als Teil einer sie bestärkenden Bewegung fühlen konnten. Ähnliches gilt dafür, wie der

Brexit

zustandegekommen ist.

So erklärt sich vermutlich auch die Resistenz der Anziehungskraft von

Donald Trump

gegen alle Politische „Realität“. „Eine große Minderheit, die sich einig weiß in ihrem – stolzen und gekränkten – Selbstwertgefühl um die Merkmale

weiß,/männlich,/misogyn,/nationalistisch,/politisch libertär und unkorrekt,/

identifizieren sich mit dem Provokateur als Leitfigur einer Trotz- und Widerstandskultur. Politisches Detailwissen, politische Steuerung, politische Folgen sind daneben kaum der Rede wert und lenken nur von dem verbindenden Grundgefühl ab.“ (Andreas Zielcke, SZ 27.10.16)

1361: Philip Roth verschenkt seine Bibliothek.

Samstag, Oktober 29th, 2016

Der große US-amerikanische Schriftsteller Philip Roth („Sabbaths Theater“) hat die rund 4000 Bücher seiner privaten Bibliothek in Connecticut der Bibliothek in Newark vermacht. „Ich bin 83 und habe keine Erben. Wenn ich Kinder hätte, wäre es vielleicht eine andere Sache. Es ist keine große Büchersammlung, aber sie bedeutet mir etwas, und ich wollte, dass sie so aufgehoben wird, wie sie ist.“ (Die Welt 29.10.16)

1360: Die Linken = zwei verschiedene Parteien

Samstag, Oktober 29th, 2016

Der Vorstoß von Dietmar Bartsch (Die Linke), Angela Merkel gemeinsam mit SPD und Grünen abzuwählen („Herr Gabriel könnte nächste Woche Kanzler sein, wenn er und die SPD wollten.“), stößt bei Toni Hofreiter von den Grünen auf kein Verständnis. „Wenn ich mir Herrn Bartsch und Frau Wagenknecht anhöre, kann ich manchmal kaum glauben, dass sie in einer Partei sind.“ (Die Welt 29.10.16)

Andere Parteien bestehen gewiss auch aus mehreren Gruppen. Aber Union (CDU und CSU) und SPD vermeiden solch halsbrecherische Manöver, wie sie bei Linken und Grünen noch vorkommen.