Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

1708: Die „Mädien“ und die AfD

Mittwoch, September 27th, 2017

1. Die Medien sind an allem schuld (diesen Satz kennen Sie wahrscheinlich alle.).

2. Die AfD will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ARD und ZDF) abschaffen. Das sind für sie zu sehr „Systemmedien“. Dabei sind ARD und ZDF seit der Einrichtung eines dualen Rundfunks 1986 für die „Grundversorgung“ (Information, Bildung, Beratung, Unterhaltung) zuständig. Sie genießen seitens des Bundesverfassungsgerichts eine Bestands- und Entwicklungsgarantie. Nur wenn sie ihren Programmauftrag erfüllen, darf es überhaupt privaten Rundfunk geben.

3. Wie es „die Medien“ machen, falsch ist es immer: 1. Berichten sie über die AFD und ihre zahlreichen gezielten Grenzüberschreitungen (Boateng, Wehrmacht, „Entsorgen“, „Jagen“ etc., von noch Schlimmerem abgesehen), so haben sie die AfD „hochgejazzt“. 2. Begrenzen sie bewusst quantitativ die AfD-Berichterstattung, dann „beschweigen“ sie die „neue“ politische Kraft.

4. Der Konservative Joachim Herrmann (CSU) („Darüber wird in den nächsten Wochen noch zu diskutieren sein, in welchem Ausmaß die beiden öffentlich-rechtlichen Sender massiv dazu beigetragen haben, die AfD nicht klein zu machen, sondern sie groß zu machen.“) und der Alt-Kommunist Hans-Christian Ströbele (Grüne) („Ich empfehle allen, auch ihnen hier beim ZDF oder auch bei der ARD, nicht jeden Furz oder jeden Spruch, den ein AfDler loslässt, selbst wenn der schlimm ist, tagelang, wochenlang immer wieder zu drehen und zu kommentieren. Sie haben die hochgebracht dadurch.“) sind sich einig.

5. Carsten Reinemann (LMU München): „Je häufiger eine Partei in den Medien vorkommt, je positiver über sie berichtet wird oder je stärker ihre Themen im Mittelpunkt stehen, um so eher kann eine populistische Partei profitieren.“

6. Gerade negative Berichterstattung zieht Aufmerksamkeit auf sich.

7. Tanjev Schultz (Universität Mainz) über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: „Diese Sender haben ja den Anspruch, für alle Zuschauer da zu sein. Sie müssen sich also einerseits abgrenzen und distanzieren – andererseits aber auch Zuschauer bedienen, für die die AfD eine echte Wahloption ist.“

8. „Bild“: Nicht die Berichterstattung über die AfD hat die Partei groß gemacht, „höchstens der Mangel an Berichterstattung über manche von der AfD beratenen Themen“.

9. ARD-Chefredakteur Rainald Becker (SWR): „Die Kritik an dem Ergebnis für die AfD müssen sich die Parteien selbst gefallen lassen und nicht im Nachhinein an die Journalisten von ARD und ZDF weiterreichen.“

10. Seit die FPÖ in Österreich ab 1986 mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gezielt Grenzüberschreitungen beging, diskutieren wir, ob und wie die Medien dies verstärken (Karoline Meta Beisel, David Denk, Alexandra Föderl-Schmid, SZ 26.9.17).

1707: Merkel verliert: Unser Problem sind die Ossis.

Montag, September 25th, 2017

Für die große Koalition sind CDU/CSU und SPD abgestraft worden. Die Union verlor 8,5 Prozent (33,0), die SPD 5,2 (20,5). Noch stärker gab die CSU mit 11 Prozent Stimmen ab. Gewinner sind die FDP (10,7) und, vor allem, die AfD (12,6). Linke und Grüne blieben ungefähr gleich. Die Wahlbeteiligung betrug 76,1 Prozent. 709 Sitze hat der neue Bundestag. Die SPD geht in die Opposition. Das ist konsequent.

Zentrales Thema war die Flüchtlingspolitik.

Am meisten Stimmen hat die Union an die AfD abgegeben, über eine Million. Daran ersehen wir, wie die alte CDU/CSU heute stände. Die Wahlverluste der CSU erklären sich damit, dass sie der AfD am stärksten nach dem Munde geredet hat. Das hat der AfD genützt.

Besonders stark ist die AfD in den neuen Bundesländern (und in Baden-Württemberg und Bayern). In Sachsen ist sie sogar stärkste Partei. Sehr viele Ossis sind noch nicht in der Bundesrepublik angekommen. Ihnen behagt der freie Westen gar nicht. Der verlangt zu viel von ihnen. Er überfordert sie. Sie haben Angst. Vor Fremden, vor dem Neuen. Für sie war es am besten bei Erich Honecker. Das sind die Folgen von vierzig Jahren Kommunismus.

Kein Mensch erwartet von der Afd die Lösung von drängenden Problemen. Sie soll Krach schlagen, Protest einlegen.

1706: Die SPD verliert.

Samstag, September 23rd, 2017

1972 hatte die SPD bei der Bundestagswahl 46 Prozent. Heute nach der letzten Sonntagsfrage etwa 23. Eine Halbierung.

Und der westlichen Sozialdemokratie geht es ebenso schlecht, wenn nicht noch schlechter. In Italien gibt es die Sozialistische Partei (PSI) nicht mehr. Die französischen Sozialisten holten bei der Präsidentschaftswahl 2017 gerade mal 6,4 Prozent. Starke Rückgänge gibt es bei den Sozialdemokraten in Skandinavien. Ähnlich geht es der Pasok, der ehemaligen Regierungspartei in Griechenland. Die niederländische Arbeiterpartei ist auf knapp 6 Prozent abgestürzt.

Der SPD haben Grüne und Linke Stimmen abgeluchst. Und Angela Merkels „ideologischer Imperialismus“ hat klassische SPD-Positionen besetzt.

Das wahre Problem aber ist historisch: Die Sozialdemokratie ist mit der Arbeiterklasse aufgestiegen. Nun schrumpft sie im Gleichschritt mit dem Anteil der Industriearbeit am Inlandsprodukt. Der ist in den letzten 50 Jahren im Westen von rund 35 auf ca. 15 Prozent gefallen. Die Sozialdemokratie verliert ihre Klientel und macht zu wenig neue Angebote.

Die US-Demokraten versuchen, aus Minderheiten eine Mehrheit zu machen: mit Schwarzen, Latinos, Asiaten, LGBT und den Bildungseliten. Bei der letzten Präsidentschaftswahl hat das nicht geklappt. Der „kleine Mann“ schätzt weder Minderheitenpolitik noch „Political Correctness“ und fürchtet, dass man ihm sein Auto wegnehmen will. Er ist anfällig für Nationalismus und Abschottung – Gift für Länder wie Deutschland und die USA, die von der Globalisierung leben (Josef Joffe, Die Zeit 21.9.17).

1705: Zahlen zu Sexualdelikten nach unten korrigiert

Freitag, September 22nd, 2017

Bei keinem anderen Thema geraten Ausländerfeinde, Migrationsgegner und Nationalisten so in Rage wie bei Sexualdelikten von ausländischen Männern. Nirgends ist die Wahrnehmung von Migranten so hasserfüllt und hetzerisch wie hier. Ja, im Grunde wünscht sich diese Gruppe nichts sehnlicher als Sexualdelikte von Zuwanderern, weil damit ihre Vorurteile bestätigt werden. Pervers!

Da hatte in der letzten Woche der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf Geheiß von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) neue Zahlen zu dem Deliktsfeld vorgelegt. Die Zahl der Vergewaltigungen sei im ersten Halbjahr 2017 um 48 Prozent auf 685 gestiegen. Bei Taten, die Zuwanderern zugerechnet würden, sei die Zahl sogar um 91 Prozent auf 126 geklettert.

Das ist schlimm genug. Allerdings lag der

Hauptgrund

für die Zunahme in Veränderungen im Strafrecht vom 10. November 2016. Auf einer Pressekonferenz in dieser Woche musste Minister Herrmann zugeben, dass darin seit der Gesetzesänderung auch sexuelle Nötigungen enthalten sind. Die Zahl der „überfallartigen Vergewaltigungen“ sei nur von 68 auf 71 gestiegen und damit nicht einmal um fünf (5) statt um fast 50 Prozent. Bei tatverdächtigen Zuwanderern wuchs die Zahl von neun (9) auf 17. Zudem sei die erhöhte Bereitschaft, Sexualdelikte zur Anzeige zu bringen, mit dafür verantwortlich, dass die Zahlen gestiegen seien.

Nach der Meinung mancher CSU-Abgeordneter ist die versuchte Warnung vor der Zunahme der Sexualdelikte fehlgeschlagen. „Der Schuss ging nach hinten los.“ Er spielt der AfD in die Hände (Wolfgang Wittl, SZ 21.9.17).

Hat sich damit Joachim Herrmann (CSU) für das Amt des Bundesinnenministers qualifiziert? „Einem Minister darf das nicht passieren – schon gar nicht bei einem solch sensiblen Thema und noch dazu wenige Tage vor der Bundestagswahl.“ (Sebastian Beck, SZ 22.9.17)

In dieser Lage befindet sich der geneigte Zeitgenosse: Spricht er nach der Silvesternacht von Köln 2015 über die Verantwortung der ausländischen, muslimischen Gruppentäter, gilt er bei den Feministinnen als „Rassist“. Warnt er vor der Übertreibung bei der Darstellung von Sexualdelikten durch Ausländer, muss er damit rechnen, als „vaterlandsloser Geselle“ und verantwortungslos abgestempelt zu werden.

Ja, wie hätte ich’s denn gerne?

1704: Deutschsein und Weltoffenheit sind keine Gegensätze.

Mittwoch, September 20th, 2017

1. Für selbstverständlich halte ich es, dass in Deutschland deutsch gesprochen wird. Aber wir müssen uns nicht vor Aushilfskellnern in Berlin fürchten, die noch keinen Deutschkurs absolviert haben (Jens Spahn, CDU, Die Zeit 24.8.17)). Auf den Müllhaufen der Geschichte (Robert Habeck, Grüne, Die Zeit 31.8.17) gehört das Deutsche noch nicht.

2. Für selbstverständlich halte ich es, dass es „eine spezifisch deutsche Kultur“ gibt, dass sie auch „jenseits der Sprache“ zu identifizieren ist. Was die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, die Hamburgerin Aydan Özoguz (SPD), nicht glaubt. Thea Dorn (bei Anne Will) fing gleich an mit Anna-Amalia-Bibliothek, Oktoberfest usw. Vielleicht gehören auch Würstchen mit Kartoffelsalat dazu (Jens Jessen, Die Zeit 7.9.17). Die spezifisch deutsche Kultur kennen bei weitem nicht alle. Und die Beweislast dafür können gerade nicht die Ungebildeten, Abgehängten und Migranten tragen. Das müssen wir selber tun.

3. Dieter Borchmeyer hat in seinem Buch „Was ist deutsch?“ von 2017 umfassend gezeigt, dass es viele gute Wege dahin gibt. Es ist aber nicht leicht, die Frage zu beantworten (vgl. hier Nr. 1535).

4. In meinem Buch „Deutsche Diskurse“ (2009) habe ich herausgefunden, dass Deutschsein und Weltoffenheit keine Gegensätze sind (S. 182-194).

5. Dass wir über die Menschenrechte, unsere Rechtsstaatlichkeit etc. mit so vielen Nicht-Deutschen auf der Welt (insbesondere im Westen) verbunden sind, halte ich für ein Glück.

6. Thomas de Maizières (CDU) Anknüpfen an den Begriff der „Leitkultur“ begrüße ich. Winfried Kretschmann (Grüne) hält ihn für „verbrannt“ (vgl. 1557). SPD, Grüne und Linke wollen keine „deutsche Leitkultur“.

7. Sehr klar hat die weltberühmte französische Dramatikerin Yasmina Reza ausgesprochen (vgl. 1476), dass ihr die Sehnsucht nach einer nationalen Identität absurd erscheint. „Ich habe mich auch nie darum bemüht, irgendwo dazuzugehören.“ Ich, W.S., schon!

8. Wir dürfen unsere nationalen Belange auch über unsere Sprache hinaus niemals Nationalisten, Rechtsextremen und Rassisten überlassen, die neuerdings wieder den deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs feiern.

Bertolt Brecht schrieb 1945 in seiner „Kinderhymne“:

„Anmut sparet nicht noch Mühe,/ Leidenschaft nicht noch Verstand,/ Dass ein gutes Deutschland blühe/ Wie ein anderes gutes Land.

Dass die Völker nicht erbleichen/ Wie vor einer Räuberin,/ Sondern ihre Hände reichen/ Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter/ Andern Völkern wolln wir sein/ Von der See bis zu den Alpen/ Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dieses Land verbessern,/ Lieben und beschirmen wir’s/ Und das liebste mag’s uns scheinen/ So wie andern Völkern ihrs.“

1703: Altmaier (CDU): Digitales Bürgerportal

Dienstag, September 19th, 2017

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) schlägt ein digitales Bürgerportal vor, in dem Interessenten sich über ihre

Alterseinkünfte informieren können. Außerdem können sie dort eine Steuererklärung abgeben und eine Geburtsurkunde

bestellen, was weithin schon heute möglich ist. Altmaiers Vorschlag soll wohl überdecken, dass der Union ansonsten zur Rente nichts eingefallen ist. Nötig sei ein unabhängiges Portal, „das alle Ansprüche aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Vorsorge sicher, einfach und übersichtlich zusammenfasst“.

Das müsste in den nächsten Koalitionsvertrag und könnte die umfassende Verwirrung auf diesem Gebiet überwinden. In anderen Ländern gibt es das schon wie in Schweden. Es bedarf dazu sehr viel guten Willens. Mehr als bei der elektronischen Gesundheitskarte. Dann könnte ein umfassendes Renteninformationssystem geschaffen werden. Private Anbieter würden das Portal nur mit Werbung für Altersvorsorge-Produkte vollstopfen. Ein staatliches Portal ist zur Neutralität verpflichtet (Ulrich Schäfer, SZ 19.9.17).

1702: Wahlumfragen sind bedenklich.

Montag, September 18th, 2017

Wir haben uns an die ständigen Wahlumfragen von

der Forschungsgruppe Wahlen, Infratest Dimap, Forsa, Allensbach und Emnid

gewöhnt.

„Die Umfragen in der Zahl, Dichte und Wucht, mit der sie publiziert werden, sind ein Problem für die Demokratie.“ (Heribert Prantl, SZ 18.9.17)

Möglicherweise bilden die Umfragen die Trends nicht nur ab, sondern „gestalten“ sie. Tatsächlich fördert diese Demoskopie die Entpolitisierung, nämlich eine Politik, die statt nach Inhalten nach Zahlen gemacht wird. Der Unterschied zwischen Umfragen und Wahlen wird verwischt. Das ist eine Entwertung der Wahl. Der Einfluss der Umfrage wächst.

In anderen Ländern gibt es für Umfragen Sperrfristen von einer Woche bis zu einem Monat vor der Wahl. In Deutschland haben wir das nicht. Geschützt sind hier die Stunden zwischen Öffnung und Schließung der Wahllokale.

Angesichts der Ausweitung der Briefwahl sind Wahlumfragen noch problematischer. Die Veröffentlichung von Umfragen müsste eigentlich von dem Zeitpunkt an verboten werden, wo die Briefwahl beginnt.

1701: Zu viele Abgeordnete im Bundestag ?

Montag, September 18th, 2017

Der Bundestag hat gegenwärtig 631 Abgeordnete. Demnächst könnten es zwischen 675 und 704 Mandate sein, wenn alle Wähler ihre Erst- und Zweitstimme derselben Partei zukommen ließen. Das haben Berechnungen des Politologen Joachim Behnke von der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen (Bodensee) ergeben.

299 Abgeordnete sitzen auf Direktmandaten, 299 ziehen über die Landeslisten ein. Die Verschiebung (Vergrößerung des Bundestags) erfolgt durch

Überhangmandate

und

Ausgleichsmandate.

Wir wählen ja nach dem System einer mit einer Personenwahl verbundenen Verhältniswahl (zwei Stimmen).

Die Bedingung, dass alle Wahlkreissieger in den Bundestag kommen, hat den Bundestag bereits bisher vergrößert. Überhangmandate entstehen dann, wenn eine Partei mehr Direktmandate gewinnt, als ihr nach den Zweitstimmen zustehen. Das Bundesverfassungsgericht hat beschlossen, dass alle direkt Gewählten im Bundestag sein müssen. Überhangmandate laufen dem Ideal des reinen Proporzes zuwider. Es kann zum Paradox des

„negativen Stimmgewichts“

führen. Eine Partei, die von einer Wahl auf die nächste leicht an Zweitstimmen zugewinnt, kann u.U. bundesweit ein Mandat verlieren. Das konnte das Bundesverfassungsgericht nicht dulden und hat 2013 das Verfahren geändert. Überhangmandate fallen nach wie vor an, aber sie werden bei den Parteien, die weniger oder gar keine bekommen, so weit ausgeglichen, dass der Proporz wieder stimmt (Ausgleichsmandate). In der Wahl 2013 generierten vier Überhangmandate 28 Ausgleichsmandate. Das lag an der geringen Wahlbeteiligung in Bayern und daran, dass dort besonders viele Stimmen auf Parteien fielen, welche die Fünf-Prozent-Hürde nicht schafften.

Für die Bundestagswahl 2017 wird wichtig, dass die hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass die FDP wieder in den Bundestag einzieht. Die AfD wird vermutlich erstmals in den Bundestag kommen (über Zweitstimmen). Das beschert wahrscheinlich der Union Überhangmandate, die ausgeglichen werden müssen. Ein „schlanker“ Bundestag wird damit unmöglich.

Bei den daraus erwachsenden schwierigen Koalitionsverhandlungen dürfte dann eine erneute

Wahlrechtsreform,

die erforderlich wäre, um die Zahl der Bundestagsabgeordneten zu begrenzen, auf der Agenda ganz unten stehen. Man könnte etwa den Proporz nicht für das gesamte Parlament, sondern nur für die 299 Listenplätze diktieren. Dieses

„Grabenwahlsystem“

liefe auf eine Schwächung des Verhältniswahl-Anteils hinaus (Ulf von Rauchhaupt, FAS 17.9.17).

1700: Allensbach: Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem

Montag, September 18th, 2017

Obwohl der Bedarf an

Pflegekräften

heute schon nicht mehr gedeckt werden kann und der

Ärztemangel auf dem Land

wächst, finden 91 Prozent der privat Versicherten und 86 Prozent der gesetzlich Versicherten die Gesundheitsversorgung in Deutschland „gut“ oder „sehr gut“. Das hat eine Studie des Instituts für Demoskopie in Allensbach ergeben. Im Vergleich mit unseren Nachbarn sind die Befragten von der Überlegenheit des deutschen Gesundheitssystems überzeugt. Allerdings nehmen derzeit Befürchtungen zu, dass es künftig zu Leistungseinschränkungen kommen könnte.

Die Bürger nehmen an, dass die privaten Krankenversicherungen den gesetzlichen überlegen sind. Ihnen werden ein breiterer Leistungskatalog, weniger Restriktionen bei Medikamenten, eine bessere Unterbringung in der Klinik, größere Wahlmöglichkeiten und kürzere Wartezeiten zugeschrieben. Die gesetzlich Versicherten schätzen die kostenlose Mitversicherung von Angehörigen. Ebenso die direkte Übernahme der Behandlungskosten durch die Versicherung sowie die Höhe und Kalkulierbarkeit der Kosten, auch im Alter.

Eine einheitliche Bürgerversicherung wird von den Befragten nicht als verheißungsvolle Option empfunden. Von ihr erwarten die Bürger keine positiven Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung und die Beitragshöhe. Die überwältigende Mehrheit glaubt daran, dass es immer wieder Leistungsdifferenzierungen im Gesundheitswesen geben wird (FAZ 16.9.17).

1699: Özdemir: SUV-Fahrer sollen zahlen.

Sonntag, September 17th, 2017

In einem gemeinsamen Interview mit Eon-Chef Johannes Teyssen in der FAS (17.9.17) fordert Grünen-Chef Cem Özdemir eine Reform der Energiewende. Die Stromsteuer soll gesenkt oder ganz abgeschafft werden, eine Klimaabgabe eingeführt. Teyssen: „Wir brauchen keine EEG-Umlage wie bisher, sondern eine CO2-Steuer, die den CO2-Ausstoß mit Kosten belegt und so die grüne Energie wettbewerbsfähiger macht.“ Özdemir schlägt vor, dass die nächste Bundesregierung das Thema gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Macron angeht. „Wenn Frankeich und Deutschland gemeinsame Sache in der Energiepolitik machen, dann läuft was in Europa.“