Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

1750: Hans Schäfer gestorben

Mittwoch, November 8th, 2017

Mit 90 Jahren ist Hans Schäfer in Köln gestorben. Er gehörte zur Weltmeistermannschaft von 1954 (Turek, Posipal, Kohlmeyer, Eckel, Liebrich, Mai, Rahn, Morlock, Otmar Walter, Fritz Walter, Schäfer). Wir Alten hören noch Herbert Zimmermann: „Schäfer, nach innen geflankt. Kopfball. Abgewehrt! Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. …“

Schäfer spielte „nur“ für den 1. FC Köln. In 711 Spielen schoss er 5o1 Tore. Als Linksaußen war er schnell, schoss hart, beherrschte den Ball. Von 1957 bis 1962 war er Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft. In 39 Nationalspielen schoss er 15 Tore. Mit dem 1. FC Köln wurde er 1962 deutscher Meister und 1964 erster deutscher Meister der neu gegründeten Fußball-Bundesliga (Sebastian Fischer, SZ 8.11.17).

1749: Der NSU-Prozess muss enden.

Dienstag, November 7th, 2017

Der NSU-Prozess dauert schon sehr lange (Selbstmord Böhnhardt/Mundlos am 4.11.2010). Leider hat er die

„Verstrickung von staatlichen Stellen“

nicht untersucht. Dabei hätten m.E. Dinge ans Tageslicht kommen können, die unseren ganzen Staat in Frage stellen. Darüber werden wir nun wohl nie mehr ganz aufgeklärt. Hätte es den Versuch aber gegeben, diese Zusammenhänge aufzuklären, dann würde der Prozess noch länger dauern. Annette Ramelsberger (SZ 4./5.11.17) hat ihn vom ersten Tag an verfolgt. Sie verlangt sein Ende:

„Inhaltlich ist seit zwei Jahren alles geklärt, was dieser Prozess klären kann. Jetzt geht es nur noch darum, ihn revisionssicher zu machen, damit der Bundesgerichtshof das Urteil später nicht aufhebt. Deshalb schleicht das Gericht auf Samtpfötchen, um nur ja keinen Angriffspunkt zu bieten. Lieber verhandelt man noch einen Monat länger und noch einen. Das Gericht setzt auf Zermürbung: Irgenwann werde allen Beteiligten schon die Luft ausgehen. Doch dadurch wird der Prozess nicht besser, er entwertet sich allmählich selbst. Die Zeit geht über ihn hinweg. Schon jetzt verselbständigen sich die

Mythen um den NSU.

Wenn das Urteil nicht bald kommt, verliert die Wahrheit gegen die Verschwörungstheorien.“

 

1748: Ein Einwanderungsgesetz

Dienstag, November 7th, 2017

Deutschland braucht schon lange ein Einwanderungsgesetz, um den Fachkräftemangel zu beheben. Bisher kommen zu wenige nach Deutschland.

1. Staaten wie Kanada, die eine strikte Bewerberauswahl und Quotierung betreiben und teils hohe Gebühren kassieren, können sich über mangelndes Interesse nicht beklagen.

2. Dazu müssen die Kriterien klar sein und die Spielregeln offengelegt werden, Online-Bewerbungsverfahren sind zu etablieren und Obergrenzen festzulegen.

3. Deutschland braucht nicht nur Ingenieure und Hochschulabsolventen in den Naturwissenschaften, sondern etwa auch Pflegekräfte.

4. Es muss eine jährliche Zielgröße genannt werden. Daneben können Orientierungswerte für andere Zuwanderergruppen gelten (Qualifikation, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse, Alter).

5. Wer seine Familie gleich zu Beginn mitbringen will und damit eine gute Integrationsperspektive hat, kann zusätzliche Punkte erzielen.

6. Aus diesem Pool werden dann zu Stichtagen die besten Kandidaten ausgewählt.

7. So bekommt gerade der Mittelstand neue Chancen zur Besetzung offener Stellen.

8. Ein solches Auswahlverfahren stellt das Asylrecht in keiner Weise in Frage.

9. Vielmehr kann ein entsprechendes Auswahlverfahren zwischen Flucht und Arbeitsmigration vermitteln.

10. Ein Einwanderungsgesetz ist die richtige Antwort auf populistische Stimmungsmache (Holger Hinte, SZ 23.10.17).

1747: Wir haben zu viele Studiengänge.

Montag, November 6th, 2017

In Deutschland studieren 2,8 Millionen Menschen, dreimal so viele wie vor 40 Jahren. Das klingt für eine Aufstiegsgesellschaft verheißungsvoll. Inzwischen werden aber

19 ooo verschiedene Studiengänge

angeboten. Dazu zählen heute Fächer wie „Designpädagogik“, „vegane Ernährung“ und „Ressourcenmanagement für Entwicklungsförderung“. Früher studierte man „BWL“ oder „Geschichte“. Die hohe Spezialisierung gaukelt Zukunftsfestigkeit nur vor. Ich rechne damit, dass manche Designpädagogen als Sekretärinnen oder Taxifahrer arbeiten.

Die Mikrospezialisierung mag auf einen bestimmten Job vorbereiten, nicht aber auf eine unübersichtliche Welt, die viele Fähigkeiten verlangt. Bildung heißt: sich eine Welt aneignen, nicht: nur ein Planquadrat verstehen. Wer soll denn dann mit seinem Weltwissen den

Feinden der Freiheit

entgegentreten? „Statt sich immer stärker zu parzellieren, sollten die Hochschulen also lieber auf das große Ganze blicken. Ingenieure müssen Ethik verstehen, Romanisten Programmieren und Absolventen der Kreuzfahrttouristik auch Religionskonflikte.“ (Manuel J. Hartung, Die Zeit 26.10.17)

1746: US-Klimaschutzbericht 2017

Montag, November 6th, 2017

Experten aus 13 US-Behörden haben den Klimaschutzbericht vorgelegt. Er umfasst 2 000 Seiten. Anders als Präsident Trump nehmen die Wissenschaftler an, dass die Erderwärmung von Menschen gemacht und auf den Ausstoß von Treibhausgasen zurückzuführen ist. Die Experten warnen vor einem Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 2,4 Meter bis zum Jahr 2 100. Gewarnt wird außerdem vor „radikalen Veränderungen im Klimasystem“ (Sacha Batthyany, SZ 6.11.17).

Dagegen hat Präsident Trump den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen erklärt. Der „Krieg gegen die Kohle“ sei beendet. Mir kommt langsam die Geduld mit der Klimapolitik der US-Regierung abhanden. Die USA sind neben Syrien der einzige Staat, der das Pariser Klimaabkommen nicht anerkennt.

1745: Trudeaus Berater in den „Paradise Papers“

Montag, November 6th, 2017

Der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) sind wieder sehr viele Dokumente  aus der Offshore-Welt, der Welt der Steueroasen und der

Steuerhinterziehung

zugespielt worden, die „Paradise Papers“. Das Investigativ-Ressort hat diese Daten ausgewertet. Insgesamt waren daran 382 Journalisten aus 67 Staaten beteiligt. Es ging um 13,4 Millionen Dateien, darunter 19 Firmenregister der weltweit verschwiegensten Steueroasen: 1. Antigua und Barbuda, 2. Aruba, 3. Bahamas, 4. Barbados, 5. Bermudas, 6. Kaimaninseln, 7. Cookinseln, 8. Dominica, 9. Grenada, 10. Labuan, 11. Libanon, 12. Malta, 13. Marshallinseln, 14. St. Kitts und Nevis, 15. St. Lucia, 16. St. Vincent und die Grenadinen, 17. Samoa, 18. Trinidad und Tobago, 19. Vanuatu.

Etwa 600 Milliarden Euro werden jährlich von multinationalen Konzernen in Steueroasen verschoben. Allein die EU verliert jährlich 60 Milliarden Euro an Steuereinnahmen.

Einige Prominente, Superreiche, Konzerne und Politiker sind wieder in Erklärungsnot.

Der kanadische Premier Justin Trudeau (Liberale Partei) gilt als Hoffnungsträger des Westens. U.a. hat er versprochen, die Steuerflucht zu bekämpfen. Nun taucht in den „Paradise Papers“ sein Berater

Stephen Bronfman

auf. Sein Spitzname: Bag Man, der Mann mit der Geldtasche. Er ist seit 2013 Berater von Trudeau. Für dessen Wahlkampf sammelte er in kürzester Zeit viel Geld ein. Allein 2014 waren es 15,7 Millionen kanadische Dollar.

Den Unterlagen zufolge haben Bronfman und sein Vater im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte mindestens 34 Millionen US-Dollar an einen Trust auf den Kaymaninseln übertragen. An der Verwaltung des Trustvermögens war Bronfmans Investmentfirma Claridge beteiligt. Dabei sollen Steuern hinterzogen worden sein (SZ 6.11.17).

Freunde von mir, die sehr viel von öffentlichen Finanzen verstehen, haben mir mehrmals erklärt, dass dann, wenn die Summen der Steuerhinterziehung den Staaten zur Verfügung stünden, nirgendwo auf der Welt mehr Steuererhöhungen (z.B. bei den „kleinen Leuten“) nötig wären.

1744: Draghi kann Erfolg haben.

Montag, November 6th, 2017

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, wird für seine Geldpolitik hart kritisiert. Sie bringe die Inflation zurück, ersticke den Reformwillen und gewöhne die Wirtschaft ans billige Geld. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Draghis Politik ihren Grund darin hat, Wachstum befördern zu wollen. Das oberste Ziel soliden Wirtschaftens. Selbstverständlich muss dieses Ziel im Einklang stehen mit den anderen Werten wie der Geldwertstabilität etc. Alexander Dobrindt (CSU) (das ist der Dobrindt mit der fremdenfeindlichen Maut) nannte Draghi einen „Falschmünzer“, Frank Schäffler (FDP) ihn einen „Brandstifter“. Nur gut, dass der Einfluss der Politiker aus der dritten Reihe nicht allzu groß ist.

Zur Zeit will Draghi allmählich weniger Staatsanleihen kaufen und dann die Zinsen wieder anheben. Keines der angedrohten Horrorszenarien ist bisher eingetreten. Die Euro-Zone war 2016 die westliche Wirtschaftsregion mit dem höchsten Wachstum und der niedrigsten Inflationsrate. Natürlich können wir nie sicher sein, dass keinesfalls wieder eine große Spekulationsblase heranwächst. Aber im Moment spricht mehr dafür, dass Draghi Erfolg hat. Er will nicht den Deutschen das Geld aus der Tasche ziehen. Genauso wenig wie es Angela Merkel (CDU) Freude bereitet, wenn die Griechen leiden. „Das anzuerkennen bedeutet nicht, auf eine kritische Haltung zu verzichten, aber wohl, Maß und Mitte zu bewahren.“ (Mark Schieritz, Die Zeit 26.10.17)

1743: Die CSU schießt sich ins Knie.

Montag, November 6th, 2017

Die CSU, diese so erfolgreiche bayerische Partei, ist noch nie besonders rücksichtsvoll mit ihren Vorsitzenden umgegangen. Einziges Kriterium war der Erfolg. Blieb der aus, flog der Vorsitzende. Das haben Max Streibl, Edmund Stoiber und Erwin Huber erlebt. Und Horst Seehofer wird es wohl bald erwischen. Das nennt Stefan Braun „sich selbst ins Knie schießen“ (SZ 6.11.17). Allerdings stimmt dieses Mal das Timing nicht angesichts der Sondierungen in Berlin. Aber der Strippenzieher hinter den Kulissen, Finanzminister Markus Soeder, hat das wohl nicht in der Hand. Auf jeden Fall bliebe er auch bei einem Scheitern der Sondierungen unbeschädigt.

„Problematisch ist das bayerische Schauspiel nicht nur für die Christsozialen. Es trifft alle Parteien, die in Berlin Jamaika ausloten. Das ist nicht etwa deren Privatvergnügen. Es ist das Ergebnis einer Bundestagswahl, die Union, FDP und Grünen auferlegt hat, ernsthaft eine Koalition zu versuchen. Um so dringlicher wäre es für alle, dass selbstzerstörerische Scharmützel ausblieben. Man kann Wahlergebnisse beklagen, aber man muss sie ernst nehmen.“

„Ein bisschen Hoffnung machen da immerhin die Grünen. Ausgerechnet sie, die im Wahlkampf wenig Emotionen zeigten, treten in diesen Tagen leidenschaftlich konstruktiv auf. Offenbar haben sie die Bedeutung des Augenblicks verstanden.“

1742: Heinsohn: pessimistisch für Altersbezüge junger Deutscher

Sonntag, November 5th, 2017

Der ehemalige Bremer Professor für Sozialpädagogik, Gunnar Heinsohn, ist pessimistisch bezüglich der Altersbezüge von heute jungen Deutschen (FAZ 4.11.17). Der Vorsorge-Atlas 2017 sähe ihre Bezüge im Jahr 2050 bei monatlich 981 Euro, 38,6 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Der Armut entkämen sie nur bei 60 Prozent. Mit Zusatzversicherungen könnten sie dem entgegenarbeiten. Jedoch hätten Versicherer wie

Allianz

und

Generali

schon Anfang 2017 die zugesagten Altersbezüge gekappt. Hinzu komme, dass Deutschland schon heute neben Österreich und Belgien die höchste Einkommenssteuer der Welt habe. Weitere Steigerungen stünden an, weil die Zahl der Transferempfänger rasant steige.

Den 20- bis 34-jährigen Bundesbürger (14,8 Millionen) und den 5- bis 19-jährigen Bundesbürgern (11,3 Millionen) bleue man ein: „Modernisiert unsere Betriebe, finanziert die Alten, bezahlt die Sozialhilfe, rettet die Eurosüdschiene, zieht Kinder auf, aber endet selbst arm im Alter.“ Heute dränge die halbe Welt in die von jungen Deutschen zu tragende „Mindestsicherung“. Das ist wohl als Argument für die AfD gemeint.

Die gut fünf Prozent unter den Jungen, die erstklassige Mathematik-Noten hätten, seien überall auf der Welt begehrt und hätten überall Chancen. Diese rund 570 000 Könner seien Deutschlands einzige Hoffnung „für das Verbleiben in der Liga der Spitzennationen“. Hier sei allerdings die ostasiatische Konkurrenz stark. Tatsächlich melde die Kultusministerkonferenz bei Viertklässlern in Deutschland Verschlechterungen in Mathematik, Aufnahmevermögen und Rechtschreibung. Außerdem habe gerade die letzte deutsche Firma für Batteriezellen (in Nordhausen) Konkurs angemeldet. Die 14 größten Firmen für Batterietechnik arbeiteten in Ostasien.

„Die Besten haben drei Optionen:

1. Sie können sehenden Auges ins Fiasko steuern.

2. Sie können Millionen fremder Könner als Verstärkung anheuern, woran aber seit vielen Jahrzehnten noch jede Regierung gescheitert ist.

3. Sie können in Kompetenzfestungen auswandern, die Pässe nur an Asse geben.“

Kompetenzfestungen sind für Heinsohn Australien, chinesische Staaten, Dänemark, Finnland, Kanada, Korea, Japan, Neuseeland, Norwegen, Schweiz, Singapur und bald vielleicht Großbritannien. Bei denen sänken die Geburtenraten. Jede Religion und Hautfarbe werde akzeptiert. Tüchtige Alte könne man partiell durch Roboter ersetzen, aber niemals durch jugendliche Schulversager aus der Fremde. Japan habe 2015 nur 27 Asylanten aufgenommen, in China lebten 2015 unter 1,382 Milliarden Einwohnern 583 anerkannte Flüchtlinge.

Damit möchte Heinsohn anscheinend nicht die Migrationspolitik der bisherigen großen Koalition unterstützen.

 

1741: Biografie Helmut Schöns erschienen.

Sonntag, November 5th, 2017

Bernd M. Beyer ist Cheflektor des Göttinger Werkstatt-Verlags gewesen, in dem relevante Sport-Bücher erscheinen. Einige hat er selbst geschrieben. So über den jüdischen Fußball-Pionier Walter Bensemann. Nun legt er eine über 500 starke Biografie Helmut Schöns vor, die dem heute fast Vergessenen gerecht wird.

Der feinsinnige Opern- und Theaterliebhaber Helmut Schön passt nicht so recht ins Bild der Fußball-Fans. Tatsächlich war der „Gentleman“ Helmut Schön aber ein Erfolgstrainer: Vizeweltmeister 1966, WM-Dritter 1970, Europameister 1972, Weltmeister 1974, Vize-Europameister 1976. In diesem Jahr 1976 hat es nur zur Vizemeisterschaft gereicht, weil Uli Hoeneß in Belgrad seinen Elfer in die Wolken jagte.

Helmut Schön wurde 1915 als Sohn eines Dresdener Kunsthändlers geboren. Früh kam er zum Fußball. Sein sportlicher Ziehvater war der Schotte Jimmy Hogan. Mit dem Dresdener SC wurde Helmut Schön zweimal deutscher Fußballmeister. Der hochgewachsene und technisch sehr beschlagene Stürmer erzielte für die deutsche Nationalmannschaft in 16 Länderspielen 17 Tore. Ein verletzungsanfälliges Knie beendete seine Karriere. In seiner sächsischen Heimat sagte man über den filigranen Fußballer Schön: „E dirregder Lewe is‘ er nich.“

Helmut Schön begann seine Karriere in der Nazi-Diktatur, seinen Weg als Trainer startete er in der DDR-Diktatur. Dem intelligenten Mann gelang es immer wieder, den Propaganda-Anforderungen der beiden Systeme aus dem Weg zu gehen. Er wurde DDR-Nationaltrainer, aber schließlich wegen „undemokratischen Verhaltens“ gefeuert, weil er während eines Trainerlehrgangs in Köln mit Sepp Herberger Kontakt aufgenommen hatte. Bevor er verhaftet wurde, floh er in die alte Bundesrepublik.

Als Trainer des seinerzeit noch autonomen Saarlands feierte er Erfolge. Sepp Herberger machte ihn 1956 zu seinem Assistenten, 1964 übernahm er das Amt des Cheftrainers der deutschen Fußballnationalmannschaft. Er änderte den Führungsstil und ließ Mitsprache der Spieler zu. Ihm kam es gelegen, dass zu seiner Zeit Spiel gestaltende Fußballer wie Wolfgang Overath, Günter Netzer, vor allem aber Franz Beckenbauer aktiv waren. Auch mit Uwe Seeler verband ihn ein enges Vertrauensverhältnis.

1972 feierte die Nationalmannschaft mit den jungen Hüpfern Uli Hoeneß und Paul Breitner den legendären 3:1-Sieg in Wembley. Das nannte „L’Equipe“ den „Fußball aus dem Jahr 2 000“. Dieses Spiel konkurriert mit dem sagenhaften 7:1 gegen Brasilien bei der WM 2014 um Platz eins in der ewigen Hitparade der brillantesten Länderspiele.

Bernd M. Beyer zeichnet in seinem Buch über Helmut Schön sechzig Jahre deutschen Fußballs nach. Von den Balltretern der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts bis zum Business-Spektakel von heute. Wir lernen viel über die deutsche Geschichte und unterschiedliche Gesellschaftsformen. Ein kluges Buch (Ludger Schulze, SZ 4./5.11.17).